Berichte im 2. Halbjahr in der Saison 1996-97 - 2. Bundesliga Nord der Frauen
Meike Schlick kommt von der HG Norderstedt
Auf der Suche nach einer zweiten Torhüterin sind die Handball-Frauen des VfL Oldesloe endlich fündig geworden: Meike Schlick, Stammkeeperin bei
den Oberliga-Frauen der HG Norderstedt, wechselt zum VfL Oldesloe in die zweite Bundesliga Nord. "Zum ersten Training habe ich meine Grippe hoffentlich auskuriert", sagte die 24jährige, die zum Jahreswechsel noch mit Fieber das Bett hüten mußte.
Mit großer Erleichterung dürfte Silke Schwöbken, die Nummer eins des VfL, die Nachricht von dieser Verpflichtung zur Kenntnis nehmen. Schwöbken, die in den ersten elf Begegnungen ohne Ersatz-Torfrau auskommen mußte und trotz der doppelt starken Anspannung oft bravourös gehalten hatte, forderte zuletzt nachdrücklich Verstärkung.
Auch Trainerin Zsuzsa Nyari nahm in der Hinrunde mit zunehmendem Unbehagen das Risiko in Kauf, keine zweite Torhüterin zur Verfügung zu haben. Das Dilemma war zu Saisonbeginn entstanden weil Petra Küsel ursprünglich zum VfL Oldesloe zurückkehren wollte, aber der Verein auf der Suche nach einem Arbeitsplatz für sie keinen Erfolg verzeichnen konnte. Seitdem ist VfL-Manager Wilfried Koslowski auf der Suche nach einer zweiten Torsteherin. Ob der Wechsel von Meike Schlick wie geplant über "die Bühne" gehen wird, scheint noch nicht sicher. Denn bei der HG Norderstedt - das Team befindet sich mitten im Abstiegskampf - stößt der Abschied des Eigengewächses auf wenig Gegenliebe.
"Wir wünschen Meike alles Gute", sagte HGN-Trainer Jens Molkow, "aber dieser überstürzte Wechsel mitten in der Saison ist nicht gerade die feine Art vom VfL Oldesloe." Ohne eine angemessene Ablösesumme wird die Vereinsführung die 24-iährige wohl kaum ziehen lassen.
Ahrensburger Zeitung vom 3.1.97
Kandidaten zur Wahl der Sportlerin, des Sportlers und der Mannschaft das Jahres
Jeder Starkult ist der Torjägerin ein Greuel
Bereits zum dritten Mal sucht der Kreissportverband Stormarn "seine" Sportler des Jahres. Bis zum Monatsende haben alle Stormarner die Chance, aus den jeweils fünf Vorschlägen in den Kategorien Sportlerin, Sportler und Mannschaft ihre Favoriten auszuwählen. Und das Mitmachen lohnt sich: Unter allen Einsendern werden viele attraktive Preise verlost.
Heute: die Handballerin Jeanette Marquardt vom Zweitligisten VfL Oldesloe.
Als ihr frischgebackener Ehemann Dierk ihr im Dezember bei einem Frühstück die freudige Mitteilung machte, sie sei als Kandidatin für die Wahl zu Stormarns Sportlerin des Jahres 1996 vorgeschlagen, hielt Jeanette Marquardt das zunächst für einen Scherz. Erst ein Blick in die Zeitung, aus der auch ihr Ehemann die Neuigkeit erfahren hatte, konnte sie überzeugen.
"Das konnte ich mir nicht vorstellen, schließlich bin ich Mitglied in einem Team. Und was zählt im Handball, das ist die Mannschaft als
ganzes. Jede einzelne Spielerin ist darauf angewiesen, daß alle anderen Mitspielerinnen auf sie eingehen, nur dann kann sie sich entfalten", vertritt sie mit Nachdruck die Philosophie, die Fußball-Bundestrainer Berti Vogts im vergangenen Jahr mit dem Schlagwort "der Star ist die Mannschaft" zum Markenartikel erhoben hat.
Als Star fühlt sich Jeanette Rochelmeyer im Zweitliga Team der Stormarnerinnen ganz und gar nicht. Ganz im Gegenteil: "Eine so geschlosssene Mannschaft, in der es keine Eifersüchteleien und Grüppchenbildung gibt, habe ich in meiner Karriere noch nirgendwo erlebt", lobt sie das harmonische Klima in der VfL-Mannschaft.
Als sie im Herbst 1994 zu den Oldesloerinnen kam, hatte sie diesbezüglich gerade besonders schlechte Erfahrungen hinter sich. Beim VfL Bad Schwartau war vor ihrem Wechsel die Hölle losgewesen. "Dort hatte es nach zwei verpaßten Aufstiegen in die zweite Bundesliga verheerende Dissonanzen gegeben und die Mannschaft, zu deren Leistungsträgerinnen ich zählte, stand praktisch vor der Auflösung", erinnert sie sich mit Grauen an das Chaos, aus dem sie in einer Nacht- und Nebel-Aktion nach Oldesloe überwechselte. Umso mehr freute sie sich über die herzliche Aufnahme, die ihr in der Stormarner Kreisstadt zuteil wurde. "Den Schritt habe ich bis heute keine Sekunde bereut, denn der Zusammenhalt in unserem Team ist von Jahr zu Jahr immer noch größer geworden", gewinnt sie dem Wechsel nur positive Aspekte ab.
Natürlich war ihr auch wichtig, daß sie sich sportlich verbessern konnte. "Zweite Liga spielen zu können, war schon ein Anreiz, nachdem ich zu Wendezeiten freiwillig ein paar Klassen abgestiegen war", macht sie aus ihrem Ehrgeiz keinen Hehl.
In der ehemaligen DDR nämlich hatte sie sogar erstklassig gespielt. 1969 in Wismar geboren, war sie als Neunjährige von einer Freundin überredet worden, es einmal mit Handball zu versuchen. Dort offenbarte sich bald ihr Talent. Überdurchschnittliches Ballgefühl und eine starke Physis, die sie in Wurfgewalt umzusetzen wußte, blieben den Talentsuchern nicht verborgen. So wurde sie - systemgerecht - 1983 zum HC Empor Rostock, einem von fünf Leistungszentren in der DDR, delegiert. Dort spielte sie regelmässig mit um die DDR -Meisterschaft und stand auf dem Sprung ins Jugend-Nationalteam. "Den habe ich aber letztlich nicht geschafft. Sicher auch deshalb, weil in meiner Mannschaft mit Andrea Bölk, Heike Axmann und Katja Kittler drei überragende Spielerinnen standen, an denen ich nicht vorbei kam", hält sie heute nüchtern Rückschau.
Als sie 1986 mit der Schule fertig war, ging sie nach Wismar zurück. Dort hatte sie nicht nur einen Arbeitsplatz gefunden, sondern wurde als 16iährige auch gleich ins Frauen-Oberliga-Team (höchste DDR-Liga) berufen. Bis zur Wende hat sie dort gespielt und ist dann, ohne auf ihre sportliche Karriere Rücksicht zu nehmen, nach Bad Schwartau gegangen. "Sportlich habe ich mich dann erst in Oldesloe fortentwickeln können", erklärt sie den steilen Aufschwung, zu dem sie in Stormarn ansetzte. Nach zögerlichem Beginn avancierte sie im VfL zur Torjägerin und Leistungsträgerin. Schier unwiderstehlich war sie im ersten Halbjahr 1996, als ihre vielen Tore dazu beitrugen, daß sich der VfL von einem sicheren Abstiegsplatz auf den fünften Rang in der Abschlußtabelle hocharbeitete.
174 Treffer in 22 Spielen (fast acht im Schnitt) hievten sie an die Spitze der Torschützenliste. Nur die vielfache russische Nationalspielerin Tamilla Alexiouk (PSV Braunschweig) lag am Ende ein paar Treffer vor ihr. Und das hob sie, Starkult hin, Starkult her, in den Augen der Fans und der Jury, die die Kandidaten für die Sportlerwahl benannte, schon deutlich aus der Masse heraus.
Stormarner Tageblatt vom 18.1.97
VfL Handballerinnen sacken nach 17:l9 Niederlage in Magdeburg ins Mittelmaß ab
In der Schlußphase fehlte die Kraft
Den Handballerinnen des VfL Oldesloe ist die vierwöchige Pause über den Jahreswechsel nicht sonderlich gut bekommen. Im ersten Spiel 1997 kassierte das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari gestern beim SC Magdeburg eine 17:19 Niederlage. Mit nun 12:12 Punkten sind die Stormarnerinnen fürs erste in die Niederungen des unteren Tabellen-Mittelfeldes abgesackt. Akute Abstiegssorgen muß sich das Team noch nicht machen, aber die Aussichten, im Rennen um den zweiten Platz hinter dem souveränen Tabellenführer VB Berlin ein Wörtchen mitzureden, sind in der derzeitigen Verfassung denkbar gering.
Wie schon im letzten Spiel vor der Winterpause, als sich das Team von MTV Wandsbek 72 in eigener Halle den Schneid abkaufen ließ, verkaufte sich der VfL auch in der nagelneuen Halle in einem Magedeburger Vorort unter Wert. Von der ersten bis zur letzten Minute war das Spiel des VfL von Konzentrationsfehlern durchsetzt.
Als hätte die Mannschaft Angst vor den 400 Zuschauern, die ihr Team vehement anfeuerten, war das Spiel des VfL geprägt von ungenauen Abspielen, hektisch vorgetragenen Spielzügen und überhasteten und ungenauen Abschlüssen. Die Folge: Die Stormarnerinnen gingen in den 60 Minuten nie in Führung. Stets mußten sie einem Vorsprung der Gastgeber hinterherlaufen, der mal einen Treffer, mal aber auch zwei oder drei betrug. Dennoch hätte das Spiel nicht verloren gehen müssen. Der SC Magdeburg entpuppte sich als eine zwar kämpferisch starke, spielerisch aber hausbackene Mannschaft.
Aber gerade bei den wenigen Gleichständen in der zweiten Halbzeit - 12:12 (38.), 15:15 (46.) und 17:17 (50.) - traten die Konzentrationsschwächen besonders deutlich zutage. In den letzten zehn Minuten fehlte dem Team offensichtlich auch die Kraft. Sie schaffte in diesem Zeitraum keinen Treffer mehr.
Beste VfLerin und einzige Spielerin, die Normalform zeigte, war Jeanette Marquardt. Sie war mit acht Treffern auch erfolgreichste Werferin.
Stormarner Tageblatt vom 20.1.97
Oldesloer Frauen mit ehrgeizigen Zielen
Ehrgeizige Ziele verkündete Wilfried Koslowski, Manager beim Handball-Zweitligisten VfL Oldesloe, in der Stormarnhalle per drahtlosem Mikrophon:
"Wir wollen in der kommenden Saison um die Meisterschaft spielen", teilte er selbstbewußt den rund 260 Zuschauern vor dem 24:22 (11:14) gegen den SV Union Halle-Neustadt mit. Der Kader soll weitgehend zusammengehalten und bis zum Sommer auf 13 Feldspielerinnen aufgestockt werden. Erste namhafte Verpflichtung ist die ehemalige Juniorinnen-Auswahlspielerin Dana Kretschmann (Wandsbek 72), die in der Halle weilte und gegenüber den LN bestätigte: "Ja, ich werde einen Vertrag beim VfL Oldesloe unterschreiben." Die 22jährige Rückraumspielerin, deren Namen Manager Koslowski partout nicht preisgeben wollte, stand auf der Wunschliste von VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari. Offen ist, ob Linksaußen Marion Werner abwandert. Sie verhandelt mit den Bundesligisten Buxtehuder SV und TuS Walle Bremen.
Aufwärts geht es momentan auch mit dem bestehenden Kader. Dank des mühsamen Erfolges über Halle-Neustadt verbesserte sich der VfL auf Rang acht. Der Tabellenzweiten SG GM/BTSV Berlin hat gerade vier Punkte Vorsprung vor den Stormarnerinnen.
VfL-Trainerin Nyari richtet ihren Blick eher auf Nahziele, wie das Spiel am Sonnabend beim TSV Nord Harrislee: "Ich bin schon froh, wenn wieder alle mittrainieren können." Verletzungsbedingt waren die Leistungsträgerinnen Jeanette Marquardt und Marion Werner noch mit Trainingsrückständen ins Spiel gegen Halle-Neustadt gegangen. Die linke Angriffsseite blieb daher oft wirkungslos. Aber angefeuert vom Publikum und angetrieben von den neun wuchtigen Treffern, die Mannschaftsführerin Birgit Walter aus dem rechten Rückraum erzielte, erkämpften die Stormarnerinnen einen wichtigen Sieg. "Wir haben Birgit Walter nicht in den Griff bekommen", so Gästetrainer Müller.
Lübecker Nachrichten vom 4.2.97
Oldesloe Handball-Frauen kassierten im Zweitliga-Landesderby beim TSV Nord Harrislee eine deutliche 27:20 Niederlage
Fünf Minuten lang die Gegnerinnen unterschätzt
Die Erfolgsserie der Oldesloer Handball-Frauen ist gestoppt. Nach dem 24:22 Sieg über Halle-Neustadt kassierten die Stormarnerinnen beim TSV Nord Harrislee eine 20:27 (6:8) Schlappe. "Wir haben die Gastgeber einmal fünf Minuten lang unterschätzt, das war unser Fehler", ärgerte sich VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari.
"Wir haben das Spiel verloren, weil wir die Gastgeberinnen in der zweiten Halbzeit für fünf Minuten nicht ernst genug genommen haben", ärgerte sich Zsuzsa Nyari, Trainerin der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe. Die Folge: Im Landesderby beim TSV Nord Harrislee unterlagen die Stormarnerinnen klar mit 27:20 (8:6). "Die Gastgeber hatten neben drei Stammspielerinnen nur A-Jugendliche auf dem Feld", sagte Zsuzsa Nyari, "und die haben wir einfach unterschätzt."
Im Duell der Tabellennachbarn dominierten zu Beginn der Partie die Deckungsreihen, und wegen einer Vielzahl von Fehlversuchen kam das Spiel nur
schleppend voran. Nach fünf Minuten stand es erst 1:1, und auch in der Folge blieb es ausgeglichen. "Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen", berichtete die VfL-Trainerin. Das änderte sich erst nach dem 6:6 in der 25. Minute, als die A-Jugendliche Tina Hauge Rasmussen eine Zwei-Tore-Führung für die Gastgeberinnen herausspielte. Im ersten Abschnitt blieb indes auch auf Seiten der Harrisleer vieles Stückwerk. "In dieser Phase konnte ich nur mit der Deckung zufrieden sein", sagte TSV-Coach Heie Jacobsen. Zurecht: Bis auf die einsatzfreudige Marion Werner schafften es die Nordlichter, das VfL-Team sicher in den Griff zu bekommen.
Zu Beginn des zweiten Abschnitts schmolz der Vorsprung der Gastgeberinnen durch Unkonzentriertheiten im Abspiel und Abschluß. Mit einer nun viel treffsicheren Jeanette Marquardt glich der VfL in der 41. Minute zum 12:12 aus eine Spielentwicklung, die die Oldesloerinnen in dieser Phase nahezu hochmütig werden ließ. "Meine Spielerinnen dachten offenbar, daß jetzt die Partie zu ihren Gunsten gekippt wäre", sagte Zsuzsa Nyari, "denn in den nächsten fünf Minuten spielten sie, als wäre bereits alles gelaufen".
Doch damit hatten sie die Rechnung ohne die respektlosen Nachwuchs-Spielerinnen des TSV Nord Harrislee gemacht. Mit fünf Toren in Folge durch die A-Jugendlichen Maja Nielsen (2), Andrea Zierk (2) und Sünje Gutbier stellten die Nord-Frauen die Weichen frühzeitig auf Sieg. Mit dem sicheren Vorsprung im Rücken spielte der TSV Nord nun phasenweise wie im Rausch und die VfL-Frauen verzweifelten zusehens an der Torfrau Bitten Petz (ebenfalls noch A-Jugendliche).
Stormarner Tageblatt vom 10.2.97
Vierte Heimniederlage für die Handballerinnen des VfL Oldesloe: 20:22 im Landesderby gegen Holstein Kiel
Zsuzsa Nyari: Kein Zweitliga-Niveau
Die ZweitligaHandballerinnen des Vor Oldesloe sind meilenweit von ihrer Bestform entfernt. Nach der wenig überzeugenden Leistung vor einer Woche in Harrislee verlor das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari auch das Landesderby gegen den KSV Holstein Kiel mit 20:22 (7:10). Damit geraten die Stormarnerinnen langsam in Abstiegsgefahr.
Die Handballerinnen des VfL Oldesloe laufen Gefahr, in die Abstiegszone der zweiten Bundesliga Nord abzurutschen. Mit 20:22 (7:10) kassierte das
Team von Trainerin Zsuzsa Nyari im zweiten Landesderby innerhalb einer Woche gegen den KSV Holstein Kiel die zweite Niederlage in Folge und ist mit nun 14:16 Punkten wieder im "roten Bereich". Noch ist der Abstand zu den drei letzten Plätzen in der Tabelle, die mit Sicherheit zum Abstieg in die Regionalliga führen, relativ groß. Sollte es aber gar vier Absteiger aus der Liga geben, was als Möglichkeit angedeutet, vom DHB aber noch nicht abschließend entschieden ist, wäre der augenblickliche neunte Tabellenplatz alles andere als ein sicheres Ruhekissen für den VfL.
Schon gar nicht in der Verfassung, in der sich das Team am Sonnabend den 300 Zuschauern in der Stormarnhalle präsentierte. "Ich schäme mich für meine Mannschaft. Sie hat auf der ganzen Linie enttäuscht und kein Zweitliga-Niveau gezeigt", ging die Ungarin hart mit ihren Schützlingen ins Gericht. Lediglich Torhüterin Silke Schwöbken - "ohne sie hätten wir viel höher verloren" und Torjägerin Jeanette Marquardt, die nach einer Grippe geschwächt ins Spiel gegangen war, und mit Abstrichen die gesundheitlich ebenfalls angeschlagene Eike Lange nahm Zsuzsa Nyari in ihrer harschen Kritik aus.
Dennoch empfand sie die vierte Niederlage in dieser Saison vor heimischem Publikum als unnötig und überflüssig. "Ein Remis hätte dem Spielverlauf sicher eher entsprochen. Aber in den wichtigen Momenten der Begegnung zeigten die Kielerinnen, die sonst keineswegs besser als wir agierten, die stärkeren Nerven", trauerte die Oldesloer Trainerin einem Punktgewinn nach. Besonders schlapp und einfallslos agierte der VfL in der ersten Halbzeit. Der Angriff spielte umständlich und oftmals geradezu ängstlich vor der zupackenden Kieler Deckungsreihe. Dazu leistete sich die Mannschaft jede Menge technischer Fehler, die zu Ballverlusten führten.
Die Oldesloer Abwehr stand auf wackeligen Beinen. Sie bekam vor allem ihre ehemaligen Mitspielerinnen Melanie Bernecker (mit sechs Treffern erfolgreichste Werferin des Spiels) und Lisa Lüken nicht in den Griff Letztere warf drei Tore und zeigte in der Abwehr in vorgezogener Position eine starke Leistung.
Stormarner Tageblatt vom 17.2.97
Rückschlag in Rostock
VfL Oldesloe verliert 12:28 beim HC Empor
Eine Woche nach ihrem eindrucksvollen Erfolg über die SG GM/BTSV Berlin (26:15) erlitten die Handball-Frauen des VfL Oldesloe beim Tabellenzweiten
HC Empor Rostock einen Rückschlag: Mit 12:28 (7:14) gab es auf dem Holzparkett in der Sporthalle Marienehe die höchste Niederlage. "Diese Schlappe müssen wir schnell abhaken", sagte Trainerin Nyari nach dem Debakel.
So hielt sich Nyari, die wegen lautstarker Kritik am Schiedsrichtergespann Gremme/Loppaschewski (Berlin) früh die gelbe Karte sah, nicht lange mit der Ursachenforschung auf. "Wir hätten auch mit besseren Unparteiischen verloren, aber dann sicher nicht so hoch", sagte sie. Selbst Jürgen Dorn, der Ehrenvorsitzende der Oldesloer Handball-Sparte, den nichts so leicht aus der Ruhe bringt, ärgerte sich über das Berliner Gespann, weil es den Rostockerinnen viele harte Aktionen durchgehen ließ, die auf der Gegenseite abgepfiffen wurden. "Diese Herren erhalten von uns keine zufriedenstellende Beurteilung", sagte Dorn.
Bei aller berechtigten Kritik stand auch für Dorn außer Zweifel, daß sich die Oldesloerinnen "unter Wert" verkauften und viele Fehler produzierten. So gab es am ersten Durchgang fast zwei Dutzend Ballverluste. Überhastete Würfe, technische Fehler und unpräzise Anspiele kennzeichneten die meisten Angriffsaktionen.
Ahrensburger Zeitung vom 17.3.97
Eindrucksvolle Revanche: Oldesloerinnen siegten 33:20 gegen Roswitha Bein und Co.
VfL spielte wie ausgewechselt
Die Berg- und Talfahrt der Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga geht weiter. Eine Woche nach der deprimierenden Niederlage in Rostock zeigte sich das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari gegen die Hamburger Turnerschaft von 1816 wieder von ihrer besten Seite. Vor 350 begeistert mitgehenden Zuschauern holten die Stormarnerinnen einen haushohen 33:20 (13:11) Sieg.
Wechselbäder dienen in der Medizin der Gesundheitsförderung. Sie sollen den Körper abhärten und den Kreislauf anregen. Die Temperaturunterschiede allerdings, die die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe ihren Anhängern zur Zeit zumuten, überschreiten jedes vernünftige Maß. Am Sonnabend brachten die ihre Fans beim 33:20 (13:11) gegen den Hamburger Turnerbund von 1816 (HT 16) wieder einmal zum Glühen.
Das Auf und Ab begann vor zwei Wochen, als die Oldesloerinnen nach langer Durststrecke plötzlich gegen die SG Guth Muths/BSV Berlin auftrumpfte wie eine Mannschaft von einem anderen Stern und sensationell 26:15 gewannen. Entsprechend zuversichtlich
fuhren sie eine Woche später nach Rostock. Aber Pustekuchen: Dort boten sie eine indiskutable Leistung und kassierten mit 12:28 die höchste Niederlage ihrer Bundesliga-Zugehörigkeit.
Das verhieß nichts Gutes für die Begegnung gegen die HT 16. Gegen die Hanseatinnen hatte der VfL schon im Hinspiel schlecht ausgesehen und mit 24:29 das Nachsehen gehabt. Dabei hatten ihnen ihre ehemaligen Mitspielerinnen Roswitha Bein und Babette Bischof das Fell über die Ohren gezogen. Deshalb war der "Bammel" vor dem Spiel riesengroß, zumal den VfL weiter Verletzungsprobleme plagten. Allerdings traten bis auf Ivonn Bosza und Ivonne Grimm auch die angeschlagenen Spielerinnen an. "Alle wußten, was die Stunde geschlagen hat, denn bei einer Niederlage wären wir dem Abstieg ganz nah gewesen", lobte Zsuzsa Nyari die Einsatzbereitschaft ihrer Schützlinge.
Die war, ganz im Gegensatz zum Rostock-Spiel, am Sonnabend plötzlich wieder phänomenal. Knapp eine Halbzeit lang agierten die Spielerinnen in ihrem Eifer allerdings zu hektisch, aber als sie dann binnen einer Minute von 10:10 auf 13:10 davonzogen (29. ) war der Knoten geplatzt. In der zweiten Halbzeit wurde der Gegner dann förmlich überrannt und mit 33:20 gelang noch der höchste Sieg der Saison.
Aus der geschlossenen Mannschaftsleistung ragte Junioren Nationalspielerin Marion Werner besonders heraus. Imponierend war auch die Treffsicherheit von Torjägerin Jeanette Marquardt, und im Tor zeigte Keeperin Silke Schwöbken wieder einmal ihre Stärken im 1:1 Spiel. Aber auch alle anderen VfL-Akteure spielten am oberen Limit ihres Könnens.
Stormarner Tageblatt vom 24.3.97
Moral und Psyche waren einfach stärker
Handball: VfL Oldesloe gewinnt Abstiegsduell gegen Marne/Brunsbüttel
Sie konnten einem leid tun. Otto Harbeck und Uwe Trennt, die bereitwillig als Ersatzleute für das nicht erschienene Handball-Kampfgericht in der Stormarnhalle Platz genommen hatten, dürften ihren Entschluß schnell bereut haben. Denn statt von der Tribüne aus den dramatischen 24:19 Erfolg des VfL Oldesloe im Abstiegsduell über die HSG Marne/Brunsbüttel zu verfolgen, saßen die beiden Handball-Freunde in der ersten Reihe am
Spielfeldrand. Und dort ging es dank Marnes temperamentvollem Trainer Helge Thomsen lauter zu, als wohl jemals zuvor bei einem Zweitligaduell. Thomsen, im Hauptberuf Lehrer, brüllte und zürnte fast ununterbrochen aufs Spielfeld. Mehrfach zuckten die beiden Zeitnehmer erschrocken zusammen, wenn der Gästecoach seine Verbalattacken startete, die noch vor der Tür zu hören waren.
Das genaue Gegenteil von Thomsen verkörperte diesmal VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari, die sonst gelegentlich durchaus zu Temperamentsausbrüchen neigt. Doch beim "wichtigsten Spiel der Saison" (Nyari) hielt sich die 35jährige Ungarin bewußt zurück. Kurze und knappe Anweisungen, keine Schiedsrichterkritik - Nyari tat alles, um den spürbaren Erfolgsdruck, der auf ihrem Team lastete, nicht noch größer werden zu lassen. Ihre Selbstdisziplin war so tief verankert, daß sie nach kurzer Jubelkür mit den Spielerinnen allein ins Foyer eilte, sich dort niederließ und in stiller Freude den Triumph auskostete.
Das Abstiegsgespenst beim VfL Oldesloe scheint gebannt. Das hart erkämpfte 24:19 bedeutet drei Punkte Vorsprung gegenüber dem Konkurrenten Marne, der auf dem elften Tabellenplatz weiter um den Klassenerhalt bangen muß. Ausschlaggebend für den Erfolg war der bedingungslose Kampfgeist, mit dem die Stormarnerinnen 60 Minuten lang zu Werke gingen. Freunde des gepflegten Handballs kamen zwar nur selten auf ihre Kosten, dafür ließen aber Dramatik und Härte des richtungsweisenden Abstiegsduells wohl niemanden unter den rund 350 Zuschauern kalt. Selbst mit rhythmischem Klatschen - in der Stormarnhalle ein eher ungebräuchliches Mittel - unterstützte der zahlreich vertretene VfL-Anhang die Oldesloerinnen im zweiten Durchgang vorbildlich.
Diese Rückenstärkung tat Not bis zur 54. Minute (20: 18) durften sich die Gastgeberinnen der beiden so wichtigen Zähler nicht sicher sein. Denn mehrfach hatten es die Gäste aus Marne verstanden, größere Rückstände wettzumachen. Nach schneller 9:4 Führung (20.) des VfL Oldesloe glich Marne im zweiten Durchgang zum 15:15 aus (39.). Der VfL Oldesloe erwies sich aber als das Team mit den besseren Nerven, der größeren Cleverneß und dem höheren spielerischen Potential.
"Es war reiner Kampf", sagte Trainerin Nyari - und es klang fast entschuldigend. Die Vielzahl technischer Fehler und verworfener Chancen, die
teilweise rüden Fouls auf beiden Seiten und manchmal haarsträubende Schiedsrichter-Entscheidungen - all das registrierte die ehemalige ungarische Nationalspielerin sehr wohl. Aber aufregen wollte und tat sie sich nicht. Der Zweck heilige diesmal die Mittel, die äußerliche Ruhe war ein Garant für den Erfolg. "Wer weniger mit den Schiedsrichtern meckert und die Konzentration bewahrt, der gewinnt dieses Duell", sah Nyari den Sieg vor allem in der stärkeren Psyche und Moral des Vfl. begründet.
Birgit Walter, die als erste VfL-Akteurin ihre Nerven unter Kontrolle bekam und in der Anfangs-Viertelstunde fünf mitreißende Treffer erzielte, war es vor allem zu verdanken, daß die Gäste ihre anfängliche 2:0 Führung nicht weiter ausbauen konnten. Treffsicherste Schützin beim VfL Oldesloe war Torjägerin Jeanette Marquardt (7/2). Eine starke Leistung lieferte auch Kathrin Behnke, die im zweiten Durchgang als Sonderbewacherin der Marner Torjägerin Florica Vasile Ivan kaum Spielraum ließ.
Schlechte Noten verdienten sich dagegen die Schiedsrichter Ivanoff/Timm (Pinneberg), die zwar sieben Zeitstrafen verhängten, aber zu keiner Zeit in der Lage waren, die Härten und Emotionen aus dem Spiel zu nehmen. Zudem bewiesen sie bei drei VfL-Treffern fehlendes Fingerspitzengefühl, alle drei Tore wurden zugunsten von Oldesloer Freiwürfen annulliert. "Ich bin entsetzt über diese Schiedsrichter", sagte Marnes Trainer Thomsen hinterher. Das wäre nicht nötig gewesen - spüren ließ er es die Unparteiischen schon 60 laute Minuten lang. Die beiden Kampfrichter Harbeck und Trennt können dies nur bestätigen. . .
Ahrensburger Zeitung vom 14.4.97
Die Abstiegssorgen der Bundesliga-Handballerinnen das VfL Oldesloe werden geringer
Im Endspurt Nerven behalten
Der VfL Oldesloe hat seine Chancen, auch in der kommenden Saison in der zweiten Bundesliga der Handballerinnen zu spielen, am Wochenende erheblich verbessert. Gegen die HSG Marne/Brunsbüttel gewannen die Stormarnerinnen mit 24:19 (11:9) und verbesserten ihr Punktekonto auf 20:22. Der Abstand zum letzten Regelabstiegsplatz wachs mit diesem Erfolg auf beruhigende sechs Punkte.
Die Handballerinnen des VfL Oldesloe sind auf dem besten Weg, die Abstiegssorgen in der zweiten Bundesliga zu vertreiben. Am Sonnabend besiegte
das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari mit der HSG Marne/Brunsbüttel einen ihrer unmittelbaren Konkurrenten. Mit 24:19 (11:9) fiel der Erfolg am Ende eindeutig aus. Aber so klar, wie es das Ergebnis auszudrücken scheint, war der Sieg nicht. Länger als 50 Minuten war völlig offen, welche der beiden Mannschaften in der Nervenschlacht die Nase vorn haben würde.
Von Beginn an hatte sich vor rund 350 Zuschauern ein typischer Abstiegskampf entwickelt. Beide Mannschaften agierten nervös. Das hatte hüben und drüben technische Fehler in einer Anzahl zur Folge, wie es sie in der Stormarnhalle bei einem Zweitliga-Spiel noch selten gegeben hat. Den besseren Start erwischte zunächst der Gast aus Marne. Seine 2:0 Führung (4. Minute) aber war nur von kurzer Dauer. Dann kam der große Auftritt von VfL-Mannschaftsführerin Birgit Walter. Mit vier Treffern in Folge binnen vier Minuten drehte sie den Spieß um. Aber obwohl der Vorsprung bis zur 20. Minute von 4:2 auf 9:4 anwuchs, kehrte keine Ruhe ins Spiel der Stormarnerinnen ein. Die Folge: Sechs Minuten später hatte der Gast beim 9:10 den Anschluß wieder hergestellt.
Und die Hektik auf beiden Seiten nahm von Minute zu Minute zu. Daran hatte auch das Schiedsrichtergespann Ivanoff/Timm aus Pinneberg erheblichen Anteil. Das praktizierte eine ziemlich unorthodoxe Regelauslegung. Es ließ eine Menge Fouls ungeahndet durchgehen, stand dafür aber mit der Vorteilsregel auf dem Kriegsfuß. Deshalb ermahnte Zsuzsa Nyari ihre Spielerinnen in der Halbzeit auch, sich nicht mit den Unparteiischen anzulegen. Das trug in der Schlußphase Früchte. Während die Marnerinnen mit abnehmenden Kräften sich mehr und mehr auf Fehden mit den Schiedsrichtern einließen, blieben die Oldesloerinnen bei ihrer einmal eingeschlagenen Linie. Glanzpunkte wußten sie zwar nicht zu setzen, aber dank besserer Kondition zogen sie ab der 50. Minute von 19:17 auf 24:18 davon und brachten den Erfolg unter Dach und Fach.
Stormarner Tageblatt vom 14.4.97
Handball: Zweilliga-Damen des VfL Oldesloe besiegten SG Misburg 24:23
Kampfgeist statt Spielwitz
Mit Ivonne Marx weilte in der Woche eine bundesligaerfahrene Handball-Torhüterin vom Buxtehuder SV beim Probetraining in Bad Oldesloe und hinterließ einen guten Eindruck. Allerdings wischte Manager Wilfried Koslowski das Thema Torwartverpflichtung nach dem 24:23 Erfolg des VfL Oldesloe gegen die SG Misburg schnell vom Tisch. "Marx wird nicht zu uns kommen", sagte er. Und der Sinneswandel hatte einen Grund: Meike Schlick.
Die zweite Torhüterin des VfL Oldesloe, die in der zweiten Halbzeit Silke Schwöbken (verletzt) ablöste, spielte bei ihrem zweiten Einsatz bravourös. Mit sehenswerten Glanzparaden trug die 25jährige Torhüterin wesentlich dazu bei, daß der VfL Oldesloe nach einer ungemein spannenden Partie knapp die Oberhand gegen die abstiegsbedrohte SG Misburg behielt.
Aber nicht nur von Meike Schlick ging in den zweiten 30 Minuten ein Signal aus. Vor allem Trainerin Zsuzsa Nyari hatte in der Halbzeitpause an den
Kampfgeist ihrer Spielerinnen appelliert. Und fortan lief es besser. Zwar konnte das Oldesloer Zweitligateam vor 260 Zuschauern in der Stormarnhalle nicht spielerisch glänzen, dafür aber mit seinem Kampfgeist imponieren. Der Grundstein zum knappen 24:23 Erfolg, der den VfL Oldesloe in der Zweitligatabelle um zwei Plätze nach oben auf Rang sieben beförderte.
In der ersten Halbzeit herrschte in der Oldesloer Stormarnhalle verkehrte Welt. Zwar gingen die Hausherrinnen schnell mit 4:2 in Führung, aber nach zehn Minuten war der "Spuk" schon wieder vorbei. "Nach der Führung waren wir zu locker", kritisierte Trainerin Nyari. Und diese Überheblichkeit rächte sich. Auf einmal wirkte der VfL Oldesloe hektisch, vergab reihenweise gute Möglichkeiten und geriet verdientermaßen in Rückstand.
Die SG Misburg, die sechs Spiele hintereinander nicht verloren hatte, wehrte sich gegen den drohenden Zweitligaabstieg. "Bei uns hat jeder für den anderen gekämpft", lobte Trainer Gerhard Glöde, fügte aber hinzu, "leider nur in der ersten Hälfte." Kurz vor dem Pausenpfiff lagen die Misburgerinnen plötzlich mit vier Toren in Führung. Nur durch einen Kraftakt und mit viel Glück konnte der VfL Oldesloe das Ergebnis bis zur Halbzeitpause auf 12:14 verkürzen. Nach dem Wiederanpfiff war es mit den kämpferischen Tugenden bei der SG Misburg vorbei. "Da waren wir ein Team von Einzelkämpfern", sagte Trainer Glöde, "jeder hat den Fehler bei anderen gesucht, wir waren nicht fähig zu Selbstkritik." Dafür fightete der VfL Oldesloe. Innerhalb von zehn Minuten, der SG Misburg gelang nicht ein Treffer, wurde der Zwei-Tore-Rückstand in ein 16:14 umgewandelt. Und diese Führung ließen sich die Oldesloerinnen nicht mehr nehmen. Garanten für den Sieg waren - wie schon erwähnt - die Torhüterinnen Meike Schlick und Silke Schwöbken (wurde bei Siebenmetern eingewechselt und konnte zwei parieren) und die Treffsicherheit von Eike Lange, die mit acht Treffern (vier Siebenmeter) zur besten Schützin avancierte. Nicht so zum Tragen kam diesmal der VfL-Rückraum. Weder Jeanette Marquardt noch Birgit Walter konnten an ihre alte Gefährlichkeit anknüpfen. Dafür machte Martina Kattner mit vier Treffern auf sich aufmerksam.
Ahrensburger Zeitung vom 28.4.97
Freibier mußte die Fans trösten
Remis zwischen Oldesloer Damen und SC Magdeburg in einem schwachen Spiel
Ein Unentschieden hatte den Handball Frauen des VfL Oldesloe noch in ihrer Saisonbilanz gefehlt. Und am letzten Spieltag der Zweitliga-Saison
1996/97 kamen die Stormarnerinnen zum - höchst zweifelhaften - Vergnügen, die Punkte teilen zu müssen: Das 15:15 (5:8) gegen den SC
Magdeburg stellte aus Oldesloer Sicht wohl den sportlichen Tiefpunkt der Saison dar.
Schrittfehler, Fehlwürfe und ungenaue Pässe (oft in Höhe des Fußknöchels) wechselten sich ab. Mit Kampf, vor allem aber mit viel Krampf schafften es die Gastgeberinnen, die lange drohende Heimniederlage gerade noch abzuwenden. Der Punktgewinn gegen die ebenfalls enttäuschenden Magdeburgerinnen in der bedeutungslosen Begegnung vermochte die rund 150 Zuschauer in der Stormarnhalle allerdings kaum für die dargebotenen Vorstellungen zu entschädigen. Gut, daß im Anschluß der treue VfL-Anhang mit Freibier und einem kleinen Imbiß im Bürgerhaus auf die nette Art verabschiedet wurde.
Denn im Spiel bewies einzig Marion Werner, die vor allem dank sehenswerter Einzelaktionen mit sieben Toren den Löwenanteil am Remis trug,
gehobene Zweitliga-Reife. "Ein sehr schwaches Niveau. Man konnte deutlich erkennen, daß die lange Saison arg an den Kräften gezehrt hat", vermied es GästeTrainer Lothar Noack, die 60 minütigen Darbietungen schön zu reden. Daß zwei Trainer nach einem Unentschieden einer Meinung sind, kommt im Handball nicht allzu oft vor. Aber in diesem Fall stimmte VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari ihrem Kollegen uneingeschränkt zu. "Eigentlich habe ich dem nichts mehr hinzuzufügen" sagte sie mit verschmitztem Lächeln.
Daß sich der Magdeburger Trainer in aller Form für die schallende Backpfeife seiner Spielerin Dana Kläring entschuldigte, war ihm hoch anzurechnen. Die Magdeburgerin hatte sich 20 Sekunden vor Schluß der harten Partie zu dieser Tätlichkeit gegen Jeanette Marquardt hinreißen lassen - allerdings hinter dem Rücken des Schiedrichtergespanns Holm/Brauer (Hamburg/Barsbüttel). "Das war wohl der Versuch, spielerische Mängel zu kompensieren", vermutete Trainer Noack.
Damit dürfte er richtig gelegen haben. Denn daß aus der erhofften, entspannten Handball-Gala zum Saisonausklang nichts werden würde, zeichnete sich schnell ab: Erst nach sieben Minuten und einer rekordverdächtigen Zahl von verworfenen Chancen (darunter zwei Siebenmeter) glückte dem SC Magdeburg überhaupt das erste Tor der Partie. Im 5:8 Halbzeitstand ein Resultat das selbst auf Bezirksebene als niedrig gilt - fand das Niveau seinen zahlenmäßigen Ausdruck.
"Schnell abhaken", sagte VfL - Manager Wilfried Koslowski, der, sich zur Pause vorsichtshalber jeden Kommentar zum Spiel verkniffen hatte", wir freuen uns auf' die neue, hoffentlich bessere Saison." In der Tat blieb der VfL Oldesloe mit dem neunten Tabellenplatz in der Spielzeit 1996/97 hinter seinen eigenen Ansprüchen zurück. Im Abstiegskampf bewies das Team von Trainerin Nyari allerdings große Moral und befreite sich im April mit drei Siegen in Folge von den massiven Sorgen um den Klassenerhalt.
Eine der wichtigsten Erklärungen für das schlechteste Abschneiden des VfL während seiner siebenjährigen Zweitliga-Zugehörigkeit war zweifellos die fast schon unheimliche Verletzungsmisere, die mit der schweren Allergie von Spielmacherin Ivonne Grimm zu Beginn der Hinrunde begonnen hatte. Von Verletzungen blieb kaum eine Spielerin verschont. Improvisation war daher meistens Trumpf, aber auch Schwächen im Rückraum blieben unübersehbar Kreisläuferin Eike Lange nahm mit Erfolg die Position der Spielmacherin.
"Eine unglaubliche Saison. Wir haben nie in komplett er Besetzung spielen können", sagte Trainerin Nyari.. Erst am letzten Spieltag gegen Magdeburg feierte Grimm für einige Minuten ihr Comeback, dafür fehlten diesmal - bezeichnend für d ie gesamte Saison - Birgit Walter (Nasenbeinbruch) und Nicole Hübner (Knieverletzung).
Ahrensburger Zeitung vom 11.5.97
