Berichte aus dem 1. Halbjahr in der Saison 1998-99 - 2. Bundesliga Nord der Frauen
Frauen-Handball im VfL Oldesloe
Spielzeit 1998/99 – Zweite Bundesliga
Freitag, 12. Juni 1998
Sandra Koslowski von der HT 16 verstärkt VfL Oldesloe
Ersatz für Marion Werner aus Hamburg
(sg). Einen dritten Neuzugang verzeichnen die Handball-Frauen des VfL Oldesloe: Sandra Koslowski (24) vom Regionalliga-Klub Hamburger Turnerschaft (HT 16) wird in der kommenden Zweitliga-Saison für Marion Werner (Wechsel zum Buxtehuder SV) auf der Linksaußenposition spielen.
Das gab VfL-Manager Wilfried Koslowski am Rande des Stadtfestes bekannt, auf dem die Oldesloer Handballerinnen wie in den Vorjahren mit einem eigenen Getränkestand vertreten waren. Sogar Birthe von Jagow, die im Juli nach Köln umzieht, ließ sich noch ein letztes Mal zum Tresendienst einteilen.
Neben viel Spaß und sportlichem Klönschnack erbrachte das gastronomische Engagement der VfL-Handballerinnen auch eine erkleckliche Summe für den Zweitliga-Etat. Manager Wilfried Koslowski war die Zielscheibe einiger Gags, weil die neue Spielerin aus Hamburg denselben Namen wie er trägt. „Nein, wir sind wirklich nicht verwandt“, versicherte er mit einem Lächeln.
Die Personalplanungen beim VfL Oldesloe für die neue Saison sind mit der Verpflichtung von Sandra Koslowski sowie den beiden Torfrauen Petra Küsel und Silke Dumjahn noch nicht abgeschlossen. Für Rechtsaußen und für den Rückraum sind noch Neuverpflichtungen geplant. „Wir haben einige Kontakte geknüpft, aber noch ist nichts spruchreif“, hält sich der VfL-Manager noch bedeckt.
Kein Geheimnis mehr ist die neue Staffeleinteilung des Deutschen Handballbundes. In der zweiten Frauen-Bundesliga Nord gibt es einige Veränderungen. Mit den beiden Bundesliga-Absteigern Eintracht Minden und VfL Oldenburg sowie den Regionalliga-Aufsteigern SG Tasmania/Neukölln, Wambeler SV und Garßen Celle trifft der VfL Oldesloe insgesamt auf fünf neue Konkurrenten.
Und weil die TSG Wismar den Sprung ins Handball-Oberhaus in der Relegation gegen den Bundesliga-Club TuS Walle Bremen verpaßt hat, wird auch die stärkste Mannschaft der vergangenen Saison in der neuen Serie wieder mit von der Partie sein. Komplettiert wird die 14 Teams umfassende Staffel von VfL Bad Schwartau, HC Empor Rostock, HSG Marne/Brunsbüttel, SG GutsMuths/BTSV Berlin, TSV Nord Harrislee, KSV Holstein Kiel und die SG Magdeburg/Niederndodeleben.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 12.6.1998
Dienstag, 30. Juni 1998
Spielplan der Handball-Bundesliga steht
Zum Auftakt zwei dicke Brocken
(sg). Die Personalplanungen für die achte Handball-Saison in der zweiten Bundesliga sind beim VfL Oldesloe noch nicht völlig abgeschlossen, die eine oder andere neue Spielerin würde Trainerin Zsuzsa Nyari noch gerne verpflichten. Weitgehend festgelegt ist hingegen schon der Spielplan für die neue Serie: Am 19. September starten die Oldesloerinnen mit einem Auswärtsspiel bei der TSG Wismar, die den Aufstieg in die erste Bundesliga nach kräftezehrender Relegation knapp verpaßt hat. Wahrlich kein einfacher Auftaktgegner, der VfL Oldesloe konnte in Wismar bislang noch nie gewinnen.
Auch das erste Heimspiel hat es in sich: Am 26. September ist der langjährige Konkurrent HC Empor Rostock in der Stormarnhalle zu Gast. Fast alle Heimspiele bestreiten die Oldesloerinnen zur gewohnten Stunde am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle. „Wir sind sehr froh, daß wir unseren angestammten Termin beibehalten können“, sagte der VfL-Bundesliga-Beauftragte Jürgen Dorn, der kürzlich auf dem Staffeltag des Deutschen Handballbundes (DHB) zusammen mit Holger Orlowski die organisatorischen Weichen stellte.
Die Zusammensetzung der zweiten Frauen-Bundesliga Nord hat sich gleich auf fünf Positionen verändert. Neben den drei Absteigern MTV VJ Peine, Post SV Braunschweig und dem MTV Wandsbek 72 aus Hamburg haben auch der SV Halle-Neustadt (Aufstieg in die erste Bundesliga) und SV Teutonia Riemke (Eingruppierung in die Südstaffel) die Nordstaffel verlassen. Neu dabei sind VfL Oldenburg und SG Minden als Bundesliga-Absteiger sowie die drei Aufsteiger HSG Wambel-Körne (bei Dortmund), SV Garßen (bei Celle) und Teutonia Neukölln aus Berlin.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 30.6.1998
Mittwoch, 15. Juli 1998
VfL Oldesloe zog Harburg im Pokal
(sg). Das dürfte keine ganz einfache Aufgabe werden: Die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe müssen in der ersten Runde des DHB-Pokalwettbewerbs am 12./13. September bei der SG Harburg antreten, das ergab die Auslosung am Dienstag in Dortmund. Die routinierte Mannschaft aus dem Süderelberaum gilt als eines der Topteams in der Regionalliga, erreichte in den vergangenen beiden Jahren stets die Aufstiegsrunde, wo sie aber jeweils knapp am Sprung in die zweite Bundesliga scheiterte. VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari, die noch im Urlaub ist und ihr Team am 29. Juli zum Trainingsauftakt bittet, und viele Oldesloer Spielerinnen kennen die SG Harburg noch aus Testspielen.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 15.7.1998
Dienstag, 4. August 1998
Handballerinnen des VfL Oldesloe starten in die neue Saison
Trainingsläufe im Travestadion
(sg). Das ehrgeizige Ziel vom Bundesliga-Aufstieg gehört erstmal der Vergangenheit an. Mit verkleinertem Kader und reduziertem Etat starteten die Handball-Frauen des VfL Oldesloe in die Vorbereitungsphase auf die achte Zweitliga-Saison. Nicht mehr dabei sind Leistungsträgerinnen wie Birthe von Jagow (Umzug nach Köln), Marion Werner (Buxtehuder SV), Anja Kramer (HSG Herentrup-Blomberg), Silke Schwöbken (VfL Bad Schwartau) und Meike Schlick (HG Norderstedt). VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari konnte bisher drei Neuzugänge begrüßen: Die beiden Torhüterinnen Petra Küsel (reaktiviert) und Silke Dumjahn (vom Buxtehuder SV) sowie Linksaußen Sandra Koslowski (HT 16).
„Spielerisch dürften wir wohl schwächer geworden sein“, weiß VfL-Trainerin Nyari um den Verlust. Sie hofft aber, die zahlreichen Abgänge durch eine eingespielte Formation ersetzen zu können. „Wenn es gut läuft, könte sogar wieder Platz vier oder fünf für uns herausspringen“, beurteilt sie die Aussichten für die neue Serie.
Allerdings: Die Personalplanungen beim VfL Oldesloe sind noch nicht abgeschlossen, obwohl die ersten Runden im Travestadion bereits gelaufen wurden. VfL-Manager Wilfried Koslowski steht noch in Verhandlungen mit einigen Rückraumspielerinnen. Trainerin Nyari hätte vor allem gerne noch eine weitere Linkshänderin im Team. Eine Linkshänderin kehrte nach Operation und langer Verletzungspause in dieser Woche zurück: Birgit Walter, die einen Abriß der Patellasehne erlitten hatte, nahm gestern das Training wieder auf.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 4.8.1998
Mittwoch, 26. August 1998
Optimismus nach Turniererfolg
(sg). Obwohl die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe nach einem personellen Aderlaß zumindest zahlenmäßig geschwächt in die neue Saison starten, ist VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari zuversichtlich, das das sportliche Niveau auch weiterhin für die zweithöchste Spielklasse reichen wird. Quell für ihren Optimismus war das kämpferische Auftreten beim stark besetzten Vorbereitungsturnier der HSG Henstedt/Ulzburg, das der VfL Oldesloe gewann. Am schwersten fielen den Stormarnerinnen, die heute abend zu einem Test beim Oberliga-Aufsteiger Ahrensburger TSV antreten (20 Uhr, Heimgartenhalle), naturgemäß ihre Erfolge gegen die beiden Staffelkonkurrenten Holstein Kiel (13:11) und TSV Nord Harrislee (17:14).
„Es läuft noch nicht alles rund, aber gute Ansätze waren zu erkennen. Wir brauchen uns wirklich nicht zu verstecken“, faßte Trainerin Nyari ihre Erkenntnisse zusammen. Neben den beiden neuen Torhüterinnen Petra Küsel und Silke Dumjahn bot Neuzugang Sandra Koslowski auf Linksaußen eine couragierte Vorstellung. Die 27jährige Beamtin aus Hamburg kam von der HT 16 und soll künftig Marion Werner ersetzen. Auch Stephanie Struppek, die Trainerin Nyari aus der A-Jugend in den Zweitliga-Kader berufen hat, wußte vor allem bei Gegenstößen zu gefallen. Sie kam vornehmlich am Kreis und auf Linksaußen zum Einsatz. Spannend dürfte der Kampf um den Stammplatz zwischen den Pfosten werden. Rückkehrerin „Piet“ Küsel war ihre zweijährige Handball-Abstinenz kaum anzumerken. Mit der 18jährigen Silke Dumjahn hat sie eine ehrgeizige Konkurrentin, die zum aktuellen Kader der deutschen Juniorinen-Auswahl zählt.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 26.8.1998
Mittwoch, 26. August 1998
Ahrensburger TSV – VfL Oldesloe NN
Montag, 31. August 1998
Kader für die kommende Saison in der zweiten Handball-Bundesliga nimmt Gestalt an
Kroatische Nationalspielerin für VfL
(mth). Um die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe war es ruhig geworden. Bei Beendigung der letzten Saison hatte es Klarheit vor allem über einen größeren Aderlaß im Kader gegeben. Mit Anja Kramer, Birthe von Jagow, Marion Werner, Silke Schwöbken und Meike Schlick kehrten fünf Spielerinnen dem VfL den Rücken.
Als Zugänge standen zu dem Zeitpunkt nur die neuen Torhüterinnen Petra „Piet“ Küsel (reaktiviert, nachdem sie bis 1994 für den VfL gespielt hatte), und Juniorinnen-Nationalspielerin Silke Dumjahn (vom SV Buxtehude) fest.
Später stieß noch Sandra Koslowski von HT 16 zum VfL. Sie soll Marion Werner auf der Linksaußenposition ersetzen. Erstmalig seit Jahren wird dazu mit Stephanie Struppek eine Spielerin aus der eigenen A-Jugend in den Bundesliga-Kader aufrücken.
Jetzt haben die Verantwortlichen des VfL ihrem Versprechen, weitere Verstärkungen für die Mannschaft zu besorgen, Taten folgen lassen. Am Wochenende gaben Manager Wilfried Koslowski und Trainerin Zsuzsa Nyari die Verpflichtung der Kroatin Erzika Bakai bekannt.
Die 29jährige Linkshänderin, an der auch Bundesligist Borussia Dortmund sein Interesse angemeldet hatte, hat 69 Länderspiele für ihr Heimatland absolviert. Sie ist im rechten Rückraum und auf der Rechtsaußenposition einsetzbar. Nach dreijähriger Pause, seit Zsuzsa Nyari sich auf ihre Trainertätigkeit beschränkt, wird das Spiel der Stormarnerinnen erstmals wieder von einer international erfahrenen Spielerin geprägt werden.
Noch unklar ist, wann die Kroatin die Spielberechtigung für den VfL erhält. Holger Orlowski, mit Jürgen Dorn Bundesliga-Beauftragter in der VfL-Handballabteilung, hofft auf eine Freigabe für das Heimspiel am 26. September gegen Rostock. Für den Punktspielstart in Wismar (19. September) und das Pokalspiel bei SG Harburg (12. September) ist Orlowski dagegen noch skeptisch.
STORMARNER TAGEBLATT vom 31.8.1998
Sonnabend, 5. September 1998
Härtetest für VfL Oldesloe
(sg). Sieben Tage bevor für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe das DHB-Pokalspiel beim Regionalliga-Vertreter SG Harburg auf dem Programm steht (am 12. September), wartet an diesem Wochenende der letzte Härtetest auf Trainerin Zsuzsa Nyari und ihr Zweitliga-Team. Beim Turnier um den Oberelbe-Touristik-Cup in Geesthacht geht es gegen namhafte Klubs wie den Buxtehuder SV oder die Zweitligakonkurrenten TSG Wismar, VfL Bad Schwartau und VfL Oldenburg.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 5.9.1998
Sonntag, 6. September 1998
Handball-Frauen des VfL Oldesloe belegt vierten Platz in Geesthacht
Achtbare Ergebnisse beim letzten Härtetest
(sg). Zwei Wochen, bevor in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen wieder um Punkte gespielt wird, trafen sich gleich sechs Konkurrenten der Nordstaffel beim Turnier um den OTG-Cup in Geesthacht. Für Trainerin Zsuzsa Nyari und ihr Team vom VfL Oldesloe ein willkommener Härtetest, um sich auf die neue Saison einzustimmen. Zumal mit dem Buxtehuder SV und dem polnischen Vertreter CS Stettin auch noch zwei Erstliga-Klubs am Start waren. Die Frauen-Nationalmannschaft Kasachstans hatte allerdings kurzfristig absagen müssen, ebenso der dänische Vertreter DHG Odense.
Für die Oldesloerinnen, die nur mit sieben Feldspielerinnen angereist waren, sprang gegen die starke Konkurrenz am Ende der achtbare vierte Platz heraus. Im Halbfinale unterlagen die Stormarnerinnen dem Turniersieger und starken Bundesliga-Absteiger VfL Oldenburg mit 15:19. Und im Spiel um Platz drei gab es ein Wiedersehen mit Ex-Linksaußen Marion Werner: Gegen ihren neuen Klub, den Buxtehuder SV, unterlag der VfL mit 23:26.
„Wir haben hier teilweise schon sehr gut gespielt“, befand VfL-Trainerin Nyari, die vergangenes Wochenende noch das Turnier in Bad Schwartau wegen arger Verletzungsprobleme abgesagt hatte. Auch diesmal präsentierte sich der VfL noch nicht in voller Besetzung: Martina Kattner (Blut im Hüftgelenk) nimmt nach einer längeren Pause erst in dieser Woche wieder das Training auf, Nicole Hübner leidet seit längerem unter heftigen Kniebeschwerden (Verdacht auf entzündete Patellasehne). Damit zumindest die Möglichkeit des Auswechseins gegeben war, spielte Neuzugang Sandra Koslowski mit einer Erkältung.
Mit einiger Spannung wartet man beim VfL Oldesloe auf Neuzugang Erzika Bakai. Die 67fache kroatische Nationalspielerin und ihr Manager bemühen sich derzeit um die Freigabe des kroatischen Verbandes und um eine Aufenthaltsgenehmigung. Wie im Vorjahr gehen ausländische Spitzenspielerinnen inzwischen bei fast allen Zweitliga-Konkurrenten auf Torejagd. Das zeigte sich in Geesthacht erneut. So war der HSG Marne/Brunsbüttel deutlich das Fehlen ihrer verletzten Rückraumschützin Viorica Balancia anzumerken. Der VfL Oldesloe besiegte Marne in der Vorrunde mit 23:17. Auch gegen den späteren Finalisten CS Stettin (20:18) und Wandsbek 72 (20:13) kamen die Stormarnerinnen zu Erfolgen. Das Aufeinandertreffen mit MTV VJ Peine mußte dagegen entfallen: Weil der Peiner Mannschaftsbus auf dem Hallen-Parkplatz ausgeraubt wurde, mußten die Spielerinnen zur Polizeiwache und Anzeige erstatten. Ebenfalls unerfreulich: Die Vorrundenspiele in Geesthacht fanden nahezu unter Ausschluß der Öffentlichkeit vor leeren Rängen statt. Am Finaltag verloren sich nur 150 Besucher auf der Tribüne.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 8.9.1998
Donnerstag, 10. September 1998
VfL Oldesloe verpflichtete kroatische Nationalspielerin Erzika Bakai
Premiere schon im Pokal?
(sg). Es scheint perfekt. Wenn keine unvorhersehbaren, bürokratischen Hindernisse mehr auftreten, dann wird die 67fache kroatische Handball-Nationalspielerin Erzika Bakai heute nachmittag aus Zagreb auf dem Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel eintreffen. Bereits heute abend wird sie dann mit dem Zweitliga-Team des VfL Oldesloe trainieren. Möglicherweise wird Trainerin Zsuzsa Nyari den hocheingeschätzten Neuzugang schon am Sonnabend im DHB-Pokalspiel beim Regionalliga-Vertreter SG Harburg einsetzen. „Es ist alles unter Dach und Fach. Wir sind guter Dinge, daß wir zum Saisonstart bei der TSG Wismar zehn Feldspielerinnen aufbieten können“, begrüßte VfL-Manager Wilfried Koslowski die schnelle Erledigung der Formalien. Per Fax und Kurierdienst waren die Verträge auf den Weg gebracht worden. Auch die Freigabe seitens des kroatischen Handball-Verbandes ging offenbar problemloser als erwartet. Daß der 26jährige Neuzugang keine billige Lösung ist, daraus wird beim VfL Oldesloe kein Geheimnis gemacht. „Sie hat ihre Forderungen aber nochmal reduziert. Die Konkurrenz unter den osteuropäischen Spitzenspielerinnen, die nach Deutschland wollen, ist inzwischen sehr groß“, verweist VfL-Manager Koslowski auf die allgemeine Entwicklung.
Kaum ein ambitionierter Erst- oder Zweitligaklub verzichtet heute noch auf die Dienste von ausländischen Spitzenkräften. Im Männer-Bereich der Handball-Bundesliga stehen teilweise mehr als 50 Prozent Ausländer auf dem Feld.
Davon ist die zweite Liga der Frauen jedoch noch weit entfernt. Die Oldesloer Frauen, bei denen Martina Kattner das Training nach ihrer Verletzungspause wieder aufgenommen hat, hoffen, daß in anderthalb Wochen zum Saisonstart alle zehn Feldspielerinnen wieder fit sind. Erzika Bakai wäre dennoch (neben der ungarischen Trainerin Zsuzsa Nyari) die einzige Akteurin mit einem ausländischem Paß.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 10.9.1998
Sonnabend, 12. September 1998
SG Harburg – VfL Oldesloe 19:28 (10:12)
(1. Runde DHB-Pokal)
Die erste Runde im DHB-Pokalwettbewerb
VfL Oldesloe besiegt SG Harburg
Klassenunterschied erst spät erkennbar
(sg). Die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe haben die zweite Runde des DHB-Pokalwettbewerbs erreicht. Eine Woche vor dem Punktspielauftakt bei der TSG Wismar behielt das VfL-Team von Trainerin Zsuzsa Nyari in „kleiner Besetzung“ beim Regionalliga-Vertreter SG Harburg mit 28:19 (12:10) deutlich die Oberhand. „In dieser Höhe sollte man als Favorit hier auch gewinnen“, befand Jürgen Dorn, Bundesliga-Beauftragter des VfL, zufrieden.
Keineswegs zufriedenstellend war dagegen die Oldesloer Personalsituation: Neuzugang Erzika Bakai (29), erst am Donnerstag aus Kroatien eingetroffen, saß ebenso auf der Tribüne wie Sandra Koslowski. Für beide Neuverpflichtungen liegt noch keine Spielberechtigung des Deutschen Handballbundes (DHB) vor. Im Laufe der Woche, so hofft man beim VfL, werden die letzten Formalien geregelt, so daß Trainerin Nyari am Sonnabend in Wismar beide Spielerinnen einsetzen kann.
Verletzungsbedingt saß in Harburg mit Nicole Hübner (Kniebeschwerden) auch die dritte von den insgesamt zehn Oldesloer Spielerinnen auf der Tribüne. Ihre Patellasehne, das ergaben langwierige Untersuchungen, ist aus ungeklärten Gründen verklebt, jede Beugung des Knies bringt beträchtliche Schmerzen für die Akteurin mit sich. Mit Hübners Einsatz zum Saisonstart am Wochenende ist kaum zu rechnen.
Dagegen saß Martina Kattner in Harburg erstmals nach ihrer Hüftverletzung wieder auf der Bank, allerdings eher aus psychologischen Gründen. Denn auf Kattners Einsatz verzichtete Trainerin Nyari sicherheitshalber völlig. „Ich möchte in solchem Pokalspiel kein Risiko eingehen“, sagte sie und überließ es den verbliebenen sechs Feldspielerinnen, die erste, relativ leichte Pokalhürde zu meistern.
Der Klassenunterschied wurde aber erst im zweiten Durchgang erkennbar. Als bei den wacker kämpfenden Harburgerinnen, die vor der Pause sogar zweimal kurz geführt hatten, Kraft und Konzentration nachließen, spielten die Stormarnerinnen ihre Überlegenheit immer häufiger aus. Vor allem den überfallartigen Gegenstößen hatten die Gäste am Ende nichts mehr entgegenzusetzen. Daß VfL-Linksaußen Stephanie Struppek nach einem Sturz auf den Hinterkopf ausscheiden mußte (40. Minute), brachte den Favoriten aus der zweiten Liga keineswegs in die Bredouille. Kurzerhand übernahm Torfrau Petra Küsel mit viel Spielfreude diese Rolle. Sie entschädigte sich selbst dafür, daß sie im ersten Durchgang zwischen den Pfosten einige haltbare Treffer kassiert hatte. Silke Dumjahn, die zweite VfL-Torfrau, hinterließ bei einigen starken Paraden einen glänzenden Eindruck. Den schönsten Treffer des Abends erzielte Jeanette Marquardt: Sie traf vier Minuten vor Schluß mit einem Kempa-Tor zum 25:18, den perfekte Paß hatte Roswitha Bein gespielt.
Erfolgreichste Torschützin war Birgit Walter mit acht Treffern. Die weiteren VfL-Tore erzielten: Jeanette Marquardt (7), Dana Kretschmann (6), Eike Lange (4), Roswitha Bein (2), Stephanie Struppek (1).
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 14.9.1998
Freitag, 18. September 1998
VfL Oldesloe startet bei TSG Wismar
Erwartungen sind diesmal gedämpft
(sg). Entwarnung bei den Handball-Frauen des VfL Oldesloe. Rechtzeitig zum morgigen Saisonauftakt in der zweiten Bundesliga Nord bei der TSG Wismar (16 Uhr) haben die Neuzugänge Erzika Bakai und Sandra Koslowski noch ihre Spielberechtigung vom Deutschen Handballbund (DHB) erhalten. Trotzdem geht man beim VfL Oldesloe mit ein wenig gedämpften Erwartungen in die achte Zweitliga-Saison, sowohl sportlich als auch finanziell.
So gestaltet sich die Sponsorensuche inzwischen weit schwieriger als noch in den Anfangsjahren. „Wir haben noch Nachholbedarf und werden sparen müssen“, sagte Jürgen Dorn, Bundesliga-Beauftragter des VfL. Eine erste Sparmaßnahme greift bereits morgen: Die relativ kurze Anreise nach Wismar sollen die Spielerinnen in eigenen Fahrzeugen bewältigen, auf diese Weise entfällt immerhin eine teure Busmiete.
Ob sich die Fahrt nach Wismar sportlich lohnt, darf allerdings bezweifelt werden. „Gewonnen haben wir dort noch nie“, weiß Trainerin Zsuzsa Nyari um die große Heimstärke der Mecklenburgerinnen, die sie neben dem Bundesliga-Absteiger VfL Oldenburg und der SG GutsMuths/BTSV Berlin zum engsten Kreis der Titelanwärter rechnet.
Für den VfL Oldesloe erhofft sich Zsuzsa Nyari am Saisonende „Platz vier oder fünf“. Die Erfahrungen des Vorjahres, als sich der VfL mit der ehrgeizigen Zielsetzung vom Bundesliga-Aufstieg sehr weit aus dem Fenster gelehnt hatte, dürften hier noch nachwirken. Zudem haben sich die meisten Konkurrenten weiter verstärkt, oft mit ausländischen Topkräften.
In diesem Punkt hat der VfL Oldesloe mit der Verpflichtung von Erzika Bakai nun nachgezogen. Weil die kroatische Ex-Nationalspielerin aber erst vergangene Woche zum Kader hinzugestoßen ist, dürften die Stormarnerinnen noch eine Weile benötigen, bis sie mit der Linkshänderin als eingespieltes Team harmonieren. Der geschrumpfte Kader (Marion Werner, Birthe von Jagow und Anja Kramer verließen den VfL) präsentierte sich bei Vorbereitungsturnieren in Henstedt-Ulzburg (Platz eins) und Geesthacht (Platz vier) in ansprechender Form. Allerdings plagt sich Nicole Hübner weiterhin mit einer hartnäckigen Knieverletzung. Und auch Martina Kattner mußte in der Vorbereitung verletzungsbedingt pausieren. Einen guten Eindruck hinterließen bisher die neuen Torhüterinnen Petra Küsel und Silke Dumjahn, die Silke Schwöbken und Meike Schlick ablösten.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 18.9.1998
Sonnabend, 19. September 1998
TSG Wismar – VfL Oldesloe 25:24 (11:11)
Ein Sieg wäre durchaus möglich gewesen
(sg). Es bleibt dabei, in Wismar können die Handball-Frauen des VfL Oldesloe einfach nicht gewinnen. Mit 24:25 (11:11) unterlagen die Stormarnerinnen zum Auftakt der zweiten Bundesliga Nord beim Titelanwärter TSG Wismar. „Wenn wir doch nur in den letzten zehn Minuten einen klaren Kopf behalten hätten, wäre der erste Sieg möglich gewesen“, trauerte VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari zwei, zumindest aber einem Zähler hinterher. Denn erst zehn Sekunden vor Schluß trafen die Gastgeberinnen zum 25:24. Noch in der 46. Minute sprach ein Drei-Tore-Vorsprung (23:20) deutlich zugunsten des VfL Oldesloe.
Als der Ärger über den verpatzten Start bei VfL-Trainerin Nyari nach einer Weile halbwegs verraucht war, mischte sich eine gehörige Portion Zuversicht in ihr Gefühlsleben. Denn die Bedingungen, unter denen die Oldesloerinnen in Wismar antreten mußten, waren längst nicht optimal. So fehlte nicht nur Nicole Hübner (Knieverletzung), sondern auch Neuzugang Sandra Koslowski. Das Verfahren ihrer Spielgenehmigung zieht sich ungewöhnlich in die Länge, weil ihr Paß offensichtlich beim Hamburger Verband verlorengegangen ist. So kam Nachwuchstalent Stephanie Struppek in Wismar zu einem unverhofft langen Zweitliga-Debüt. Fast 40 Minuten agierte sie im Angriff auf Linksaußen und warf ein Tor.
Ihr Debüt im VfL-Trikot gab auch die 29jährige Kroatin Erzika Bakai. Weil die Linkshänderin, die erst seit einer Woche mittrainiert und noch kein Deutsch spricht, verständliche Abstimmungsprobleme mit ihren Kolleginnen hat, setzte Trainerin Nyari sie nur in der Abwehr ein. Ihre Aufgabe, Sonderbewachung für die TSG-Torjägerin Antonina Tschibango, löste Bakai mit Bravour. Gerade ein Feldtor erzielte die hochgewachsene Weißrussin aus Wismar, solange sich die blonde Kroatin ihrer annahm. Als Bakai nach 40 Minuten mit zwei Zwei-Minuten-Strafen vorbelastet war, übernahm die starke Martina Kattner (fünf Tore) die Bewachung.
Überdurchschnittlich gut in Form präsentierte sich der VfL Oldesloe schon bei Gegenstößen. Vor allem Dana Kretschmann (8 Tore) und Jeanette Marquardt (6/2) wußten als flinke Vollstreckerinnen zu gefallen. Einen starken Eindruck hinterließ auch die neue VfL-Torhüterin Silke Dumjahn, die nach 40 Minuten von Petra Küsel abgelöst wurde. Teilweise noch zu ungeschickt operierten die Gäste in der Deckung. „Bei Würfen von den Außenpositionen wurde zu oft zugegriffen. Das gab jedesmal Siebenmeter“, bemängelte Trainerin Nyari. Für das erste Heimspiel am Sonnabend gegen HC Empor Rostock scheint der VfL Oldesloe jedenfalls gerüstet.
Die weiteren Treffer erzielten: Eike Lange (2/1), Birgit Walter (1), Roswitha Bein (1/1).
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 21.9.1998
Freitag, 25. September 1998
Heimpremiere des VfL Oldesloe
HC Empor Rostock ist morgen erster Gegner in der Stormarnhalle
(ka). Die Gerüchte, der VfL Oldesloe habe nach vier Abgängen in dieser Saison keine zweitligataugliche Mannschaft mehr, sind in der Kreisstadt noch lange nicht verstummt. Den Gegenbeweis wollen die Handball-Frauen des VfL Oldesloe am Sonnabend antreten, bei ihrer Heimpremiere in der Stormarnhalle gegen den HC Empor Rostock (Anwurf um 19.30 Uhr) will das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari zeigen, daß auch in der achten Bundesliga-Saison ein Spitzenplatz durchaus realisierbar wäre.
Einen Anfang hat der VfL Oldesloe auch schon gemacht, obwohl zum Auftakt bei Titelanwärter TSG Wismar nichts Zählbares heraussprang. Sportlich allerdings konnten die Stormarnerinnen bei ihrem „Angstgegner“ durchaus gefallen. Aber durch Unachtsamkeiten wurde der Drei-Tore-Vorsprung noch verspielt, erst in den letzten zehn Sekunden warf Wismar das entscheidende Tor zum 25:24-Sieg.
Und auf diese Leistung will Trainerin Zsuzsa Nyari für das erste Saisonheimspiel gegen den HC Empor Rostock aufbauen. Obwohl die Woche nicht gerade verheißungsvoll für die Ungarin begann. Am Montag meldeten sich gleich drei Spielerinnen (Dana Kretschmann, Roswitha Bein und Martina Kattner) vom Trainingsbetrieb ab. Erst gestern hatte Zsuzsa Nyari ihre Schützlinge allesamt in der Halle und konnte ballspezifische Elemente in ihr Programm einbauen.
Positiv ist, daß Neuzugang Sandra Koslowski (HT 16) zu ihrem Debüt in der Stormarnhalle kommt. Das Hick-Hack um ihre Spielgenehmigung hat ein Ende, der Paß liegt inzwischen dem Deutschen Handballbund vor. Die Linksaußen wird auf jeden Fall eine Bereicherung des VfL-Angriffs darstellen, obwohl Nachwuchstalent Stephanie Struppek in der Vorwoche ihre Sache mehr als ordentlich machte. Auch Nicole Hübner (Beschwerden mit der Patellasehne) hat das Training wieder aufgenommen.
Fleißig deutsch, zumindest erst einmal das Handball-Abc, lernt inzwischen die 29jährige Kroatin Erzika Bakai, um schneller in das VfL-Team integriert zu werden. Noch sind die Verständigungsprobleme offensichtlich. Gesucht wird auch nach einer Wohnung für die Kroatin.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 25.9.1998
Sonnabend, 26. September 1998
VfL Oldesloe – HC Empor Rostock 16:24 (9:11)
Verpatzte Heimpremiere in der Stormarnhalle
Leistungsdruck zu hoch?
(ka). Die Heimpremiere in der zweiten Bundesliga hatten sich die Handball-Frauen des VfL Oldesloe wahrlich anders vorgestellt. Nach der guten Vorstellung in der Vorwoche trotz der 24:25-Niederlage gegen Titelanwärter TSG Wismar wollten die Oldsloerinnen nun in der Stormarnhalle Werbung für den Handballsport machen und bei ihrem ersten Auftritt in der Stoirmarnhalle besonders die Herzen der Zuschauer wieder zurückerobern. Denn viele Gerüchte in jüngster Zeit hatten in Bad Oldesloe doch für einige Mißstimmung unter den Handball-Fans gesorgt. Und die sollte vergessen gemacht werden.
Daß die Mannschaft von Trainerin Zsuzsa Nyari allerdings bei ihrer Heimpremiere vor rund 250 Besuchern völlig versagte und mit 16:24 (9:11) gegen HC Empor Rostock eine der bittersten Niederlagen in acht Jahren Zweitliga-Zugehörigkeit einstecken mußte, damit hatte wahrlich niemand gerechnet. Der Start in die neue Saison ist mit 0:4 Punkten mißglückt, der VfL Oldesloe rangiert am Tabellenende.
Auch Zsuzsa Nyari und Manager Wilfried Koslowski saßen geknickt bei der Pressekonferenz und verstanden die Welt nicht mehr. „Ich weiß auch nicht, waru m wir so schlecht gespielt haben“, zuckte die Trainerin mit den Achseln, „außer den beiden Torhüterinnen haben alle Spielerinnen weit unter dem Durchschnitt gespielt.“ Zsuzsa Nyari konnte sich das vor allem technisch fehlerhafte Spieln nur mit einer Art Übermotivation erklären. Manager Koslowski entschuldigte sich sogar bei den Zuschauern. „Es tut mir leid“, sagte er, „daß sie so ein mittelmäßiges Spiel zu sehen bekamen.“
Rostocks Trainerin Ute Lemmel war natürlich stolz auf ihre Mannschaft. Eine überragende Torhüterin Antje Schuber und eine sichere Abwehr waren der Garant für den überraschend hohen Sieg in der Stormarnhalle. Aber auch Ute Lemmel sprach von einer Begegnung, in der sich beide Mannschaften mit Fehlern überboten. Zur Leistung vom VfL Oldesloe sagte sie, daß sie vermute, die Spielerinnen würden mit dem immensen Druck nicht fertig werden.
Dabei wird von den Handball-Verantwortlichen keineswegs ein Leistungsdruck erzeugt, vielleicht indirekt? Manager Koslowski hatte bei der Vorstellung der Mannschaft im Gegensatz zum Vorjahr, als der Meistertitel und der Bundesliga-Aufstieg das erklärte Ziel waren, diesmal von leisen Tönen gesprochen.
Und dennoch werden die VfL-Spielerinnen ihren sogenannten „Heimkomplex“ nicht los. „Ich habe noch viel zu tun“, sagte denn ach Zsuzsa Nyari.
Die Tore des VfL Oldesloe erzielten Birgit Walter (5), Jeanette Marquardt (3, davon ein Siebenmeter), Nicole Hübner, Martina Kattner (je 2), Sandra Koslowski, Roswitha Bein, Dana Kretschmann und Erzika Bakai (je 1).
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 28.9.1998
Freitag, 2. Oktober 1998
VfL in Dortmund
Zsuzsa Nyari erwartet große Steigerung
(mth). Zwei Spiele, zwei Niederlagen. Die Auftakt-Bilanz der Zweitliga-Handhallerinnen des VfL Oldesloe ist dürftig. Dabei verliefen die Spiele höchst unterschiedlich. In Wismar als krasser Außenseiter angetreten, bot das Team eine ausgezeichnete Leistung, ehe es in der Schlußphase einen schon fast sicheren Überraschungssieg verschenkte. Ganz anders das Heimdebüt gegen Empor Rostock: Die Oldesloerinnen spielten völlig desolat und konnten froh sein, „nur“ mit 16:24 verloren ZU haben.
Trainerin Zsuzsa Nyari war entsetzt über die Leistung ihrer Schützlinge und hofft, daß sie einen einmaligen Ausrutscher darstellt. Für das Spiel am Sonnabend beim Aufsteiger Wambeler SV erwartet sie eine Steigerung um 100 Prozent von ihrem Team. Der VfL fährt zu dieser Partie, die um 18.15 Uhr in der Sporthalle Brackel in Dortmund-Wambel beginnt, um 11 Uhr an der Stormarnhalle ab. Schlachtenbummler können im Mannschaftsbus mitfahren.
STORMARNER TAGEBLATT vom 2.10.1998
Sonnabend, 3. Oktober 1998
Wambeler SV – VfL Oldesloe 24:23 (11:15)
Dritte Niederlage für VfL Oldesloe
Die Angst vor dem Verlieren
(ka). So schlecht gestartet sind die Handball-Frauen des VfL Oldesloe noch nie in eine Zweitligasaison. Nach der dritten Niederlage in Folge beim Aufsteiger Wambeler SV in Dortmund rangieren die Stormarnerinnen mit 0:6 Punkten am Tabellenende. „Die Spielerinnen haben Angst vor dem Verlieren“, sagte Trainerin Zsuzsa Nyari nach der 23:24-Schlappe im „Kohlenpott“. Dabei sahen die Oldesloerinnen nach einer halben Stunde noch wie die sicheren Siegerinnen aus, mit einer 15:11-Führung ging das Team in die Kabine zur Halbzeitpause.
Doch nach dem Wiederanpfiff verkrampfte sich das Spiel des VfL Oldesloe immer mehr, Abspiel- und Deckungsfehler häuften sich. Der Wambeler SV setzte in eigener Halle der Gesamtschule Dortmund-Brackel mit Kampfgeist dagegen und konnte die Partie in den Schlußminuten noch umbiegen. Unkonzentriertheiten und zwei Zeitstrafen halfen den Gastgebern bei ihrer Aufholjagd. Roswitha Bein und Dana Kretschmann mußten jeweils für zwei Minuten zuschauen und dezimierten ihr Team personell. Der Wambeler SV nutzte dies konsequent aus.
Der Knackpunkt der Begegnung war allerdings ein Tempogegenstoß des VfL Oldesloe, der beim Stande von 21:19 für die Stormarnerinnen vergeben wurde. Im Gegenzug schaffte der Wambeler SV den Anschlußtreffer und hatte den Vorsprung bis auf ein Tor reduziert. Die drohende Niederlage machte den Oldesloerinnen jetzt so sehr zu schaffen, daß sie nicht mehr in der Lage waren, ihren knappen Vorsprung zu behaupten. Im Gegenteil. Der willensstarke Wambeler SV, der in der Vorwoche schon einen 2:9-Halbzeitrückstand beim Auswärtsspiel gegen die HSG Holstein Kiel aufgeholt und in ein Unentschieden umgewandelt hatte, konnte sich in der Endphase sogar mit 24:22 absetzen. Die Oldesloerinnen schafften mit dem Abpfiff lediglich den Anschlußtreffer.
„Wir waren nicht in der Lage, den Vorsprung über die Zeit zu bringen“, zeigte sich Trainerin Zsuzsa Nyari enttäuscht nach der dritten Niederlage. Das Nervenkostüm scheint blank zu liegen beim VfL Oldesloe, obwohl Manager Wilfried Koslowski beim Saisonziel „leise Töne“ anschlug und die Mannschaft nicht – wie im Vorjahr – mit Meisterschaftsambitionen unter Druck setzen wollte. Doch momentan ist die „Psyche“ das große Problem bei den Stormarnerinnen. Selbst so routinierte Spielerinnen wie Roswitha Bein, Dana Kretschmann, Birgit Walter oder Jeanette Marquardt, die gemeinsam schon hunderte von Zweitligabegegnungen absolviert haben, bringen es nicht fertig, die nötige Ruhe in das Spiel zu bringen. Auch sie lassen sich von der zunehmenden Hektik anstecken. Dazu kommen die sprachlichen Probleme von Neuzugang Erzika Bakai, die 29jährige kroatische Nationalspielerin spricht so wenig Deutsch, daß sie nicht in der Lage ist, taktische Anweisungen und Spielzüge umzusetzen. Sie wirkt im Spiel noch wie ein Fremdkörper, konnte in Dortmund aber einen Treffer erzielen.
Trainerin Zsuzsa Nyari jedenfalls hat in den nächsten Trainingstagen noch ungemein viel Arbeit vor sich. Vor allem muß sie in intensiven Gesprächen versuchen, ihren Schützlingen den Leistungsdruck zu nehmen. Der erste Sieg in der neuen Bundesliga-Saison könnte da entscheidend mithelfen. Vielleicht kann das Team des VfL Oldesloe aber schon Selbstvertrauen entwickeln, wenn am kommenden Wochenende das Pokalspiel der zweiten Runde beim klassentieferen VfL Horneburg gewonnen wird. Allerdings: Der Pokalgegner wird von Otto Sternberg trainiert. Und der ehemalige Oldesloer Coach kennt das VfL-Team fast in- und auswendig.
Die Tore in Dortmund-Brackel erzielten Jeanette Marquardt (9), Dana Kretschmann (5), Roswitha Bein (4), Birgit Walter (3) Sandra Koslowski und Erzika Bakai (je 1).
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 5.10.1998
Sonnabend, 10. Oktober 1998
Oldesloer Frauen in Horneburg
Ein Wiedersehen mit Otto Sternberg
Otto Sternberg gehört in der Handballszene zu den erfahrensten Trainern. Ob seine Schlitzohrigkeit allerdings ausreichen wird, um mit seinem Oberliga-Team vom VfL Horneburg am Sonntag gegen die Zweit-Bundesligafrauen des VfL Oldesloe in die dritte Runde des DHB-Pokalwettbewerbs einzuziehen (Anwurf um 15.45 Uhr), bleibt abzuwarten. Sternberg jedenfalls kennt die meisten Oldesloer Spielerinnen aus dem Effeff, schließlich hat der Ex-Nationaltrainer den VfL schon in der Bundesliga betreut.
Eine unbekannte Größe beim VfL Oldesloe ist für Sternberg auf jeden Fall Neuzugang Erzika Bakai. Die kroatische Nationalspielerin soll am Sonntag jedenfalls mehr spielen als bisher, trotz aller Sprachschwierigkeiten, die taktische Varianten bisher unmöglich machten. „Sie muß sich durchbeißen“, sagte denn auch VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari, die hofft, daß Erzika Bakai auf der rechten Seite für Druck sorgen kann.
Das Pokalspiel steht für die Oldesloerinnen mehr unter dem Motto, nach drei Punktspielschlappen in Folge wieder Spaß am Handballsport zu finden. Schon im Training hat Zsuzsa Nyari versucht, ihren Spielerinnen die Angst vor Niederlagen zu nehmen. „Wir haben rumgealbert und viel gelacht“, sagte sie. Die Pokalbegegnung wird aus Sicht der Trainerin wie ein Freundschaftsspiel betrachtet. Die Punktrunde in der zweiten Handball-Bundesliga hat nun einmal Priorität. Trainerin Nyari erhofft sich von der Begegnung gegen den klassentieferen Oberliga-Klub aus Niedersachsen einen positiven Schub für das angeknackste Selbstvertrauen ihrer Schützlinge.
Verzichten muß der VfL Oldesloe in Horneburg auf Dana Kretschmann, die sich in der Vorwoche einen Kapselriß im Arm zuzog und ausfallt. Nicole Hübner hatte erneut Kniebeschwerden und wurde mit Spritzen behandelt, sie wird aber wohl auflaufen können. Ansonsten kann Trainern Nyari alle Spielerinnen einsetzen.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 10.10.1998
Sonntag, 11. Oktober 1998
VfL Horneburg – VfL Oldesloe 23:24 n.V.
(2. Runde DHB-Pokal)
VfL Oldesloe setzt sich in Horneburg erst nach Verlängerung durch
Pokalsieg in allerletzter Sekunde
(ka). Roswitha Bein nahm den Ball in die Hand, stand eine ganze Zeitlang ruhig dar und konzentrierte sich. Die Spielmacherin der Handball-Frauen des VfL Oldesloe spielte in diesere Szene ihre Routine aus, warf auf das Tor und traf. Grenzenloser Jubel auf Seiten des VfL Oldesloe. Denn der verwandelte Strafwurf fünf Sekunden vor dem Abpfiff bedeutete den 24:23-Sieg der Stormarnerinnen in der zweiten Runde des DHB-Pokalwettbewerbs gegen den klassentieferen Oberliga-Klub VfL Homeburg. Ein schweres Stück Arbeit für den Zweitbundesliga-Klub, der sich in einem dramatischen und über weite Strecken hektischen Spiel (Jeanette Marquardt sah die rote Karte) erst in der Verlängerung durchsetzen konnte und die dritte Runde erreichte. Horneburgs Trainer Otto Sternberg hatte sein Team hervorragend auf seine ehemalige Mannschaft eingestellt und hätte die Überraschung fast perfekt gemacht.
Die Tore warfen Sandra Koslowski, Roswitha Bein (je 6), Erzika Bakai (5), Stephanie Struppek und Birgit Walter (je 3).
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 12.10.1998
Dienstag, 13. Oktober 1998
Handballtrainer Sternberg analysiert das Pokalduell
„Das Team muß sich noch finden´“
(ka). „Der VfL Oldesloe war einen Tick cleverer als wir“, brachte Otto Sternberg, Trainer des VfL Horneburg, das dramatische Handball-Pokalspiel der zweiten Runde zwischen seinem Team und den Zweit-Bundesliga-Frauen aus Stormarn auf einen Nenner. In buchstäblich allerletzter Sekunde der Verlängerung hatte Oldesloes Spielmacherin Roswitha Bein einen fragwürdigen Siebenmeter zum glücklichen 24:23-Sieg verwandelt und damit äußerst knapp eine faustdicke Überraschung verhindert.
Otto Sternberg, der früher als Trainer auf der Bank des VfL Oldesloe gesessen hatte, sprach von einem glücklichen Sieg seiner ehemaligen Mannschaft, zollte dafür seinem jungen, begeisterungsfähigen Team ein dickes Lob für die engagierte Vorstellung, die einen Zweiklassenunterschied zu keiner Phase erkennen ließ.
„Zweitligaformat hatte der VfL Oldesloe an diesem Tage nicht“, sagte der erfahrene Coach. Dennoch sah er die Leistung der Stormarnerinnen nicht unbedingt pessimistisch. Immerhin, so Sternberg, fehlten mit den verletzten Dana Kretschmann und Nicole Hübner zwei wichtige Spielerinnen, dazu kam die schnelle rote Karte für Jeanette Marquardt, die von den Schiedsrichtern völlig überzogen war. Die Unparteiischen hätten aus seiner Sicht ohnehin „oberpingelig gepfiffen und wollten sich wohl profilieren“. Auch der Siebenmeter sieben Sekunden vor Ende der Verlängerung, der zum Siegtreffer führte, sei unberechtigt gewesen.
Otto Sternberg hatte natürlich seine Kenntnisse als Trainer in Bad Oldesloe ausgenutzt und fast wären seine taktischen Schachzüge auch aufgegangen. Mit einer kurzen Deckung für Spielmacherin Roswitha Bein hatte er das Oldesloer Spiel „kopflos“ gemacht. „Das mochte Rossi schon früher nicht“, sagte er.
Die Zukunft des VfL stuft er keineswegs negativ ein. Im Gegenteil. Die Mannschaft werde zwar nicht mehr in der Spitzengruppe der zweiten Liga mitspielen können, dürfte aber einen guten Mittelplatz erreichen. Das Potential sei vorhanden, nur müsse sich die Mannschaft mit den Neuzugängen noch finden.
Oldesloes Trainerin Zsuzsa Nyari hofft ebenfalls auf einen positiven Effekt. Immerhin habe ihr Team trotz aller Hektik und Nervosität auch in der Verlängerung durchgehalten und noch die dritte Runde erreicht. Ein gutes Omen für die Zukunft in der zweiten Liga?
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 13.10.1998
Sonnabend, 17. Oktober 1998
Selbstbewußtsein mit Sieg stärken
(sg). Locker und gelöst wirkte Zsuzsa Nyari in diesen Tagen bei den Übungsabenden, obwohl die Handball-Trainerin des VfL Oldesloe auf den ersten Blick eigentlich wenig Anlaß dazu hat. 0:6 Punkte und drei Niederlagen in Folge, schlechter hätte der Saisonauftakt im achten Jahr der Oldesloer Zweitliga-Zugehörigkeit nicht verlaufen können. Auch der mühselige 24:23-Erfolg in der zweiten DHB-Pokalrunde beim Oberliga-Vertreter VfL Horneburg war keineswegs dazu angetan, das Selbstbewußtsein zu stärken.
Vor dem heutigen Heimspiel gegen die neugegründete Handball-Spielgemeinschaft (HSG) Holstein Kiel/Kronshagen (19.30 Uhr, Stormarnhalle) stehen die Oldesloerinnen gehörig unter Erfolgsdruck. Denn Niederlagen wurden vom heimischen Anhang in der Vergangenheit oft genug mit halbvollen Rängen „bestraft“. Um das Anspruchsdenken wissen Trainerin und VfL-Team nur zu gut. Und daher erklärt sich wohl die Lockerheit von Zsuzsa Nyari als bewußte Reaktion auf die erhöhten Erwartungen. Vom angestrebten vierten Tabellenplatz ist der VfL derzeit soweit entfernt wie die CDU von der Regierungsbildung. Aber zumindest gegen das ebenfalls noch sieglose Team aus Kiel sollte im ersten Landesderby doch ein Sieg möglich sein, so die Erwartungshaltung in der Travestadt.
Aber: „Die Mannschaft ist verunsichert, hat Angst vorm Siegen“, weiß Trainerin Nyari und sorgt sich um das Nervenkostüm ihres erfahrenen Teams. Indizien für die Verunsicherung waren vor allem die beiden Auswärtsniederlagen in Wismar und Dortmund, als die Gäste in der Schlußphase jeweils einen Vorsprung verspielten. Auch bei der Pokal-Vorstellung in Horneburg wußten die zwei Klassen höheren Oldesloerinnen ihre Routine keineswegs in die Waagschale zu werfen. Lichtblick: Dana Kretschmann durfte nach ihrer Ellenbogenverletzung wieder mittrainieren und wird heute gegen Kiel mitwirken können. Fortschritte macht auch die Kroatin Erzika Bakai. „Die Verständigung klappt schon besser“, sagte die Trainerin.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 17.10.1998
Sonnabend, 17. Oktober 1998
VfL Oldesloe – HSG Holstein Kiel/Kronshagen 26:19 (14:9)
Der klassische Fehlstart war für einen Moment vergessen
(Sönke Schulenburg). Erleichterung pur. Kreisläuferin Eike Lange hüpfte verzückt von einem Bein aufs andere und herzte ihre Mitspielerinnen, während der Fan-Klub des VfL Oldesloe noch Minuten nach dem Schlußpfiff begeistert auf die mitgebrachten Trommeln eindrosch. Überschwenglich war die Freude in der Stormarnhalle nach dem 26:19 (14:9) über die HSG Holstein Kiel/Kronshagen, vergessen war in diesem Moment der klassische Fehlstart der Oldesloer Handballerinnen in ihre achte Zweitliga-Saison.
Nach drei Niederlagen in Folge präsentierte sich der VfL Oldesloe vor 225 Besuchern im Landesderby unerwartet selbstsicher und von Beginn an hundertprozentig konzentriert. Binnen drei Minuten schossen Jeanette Marquardt, Roswitha Bein und Eike Lange einen 3:0-Vorsprung heraus, der den Gastgeberinnen Sicherheit und Selbstbewußtsein verlieh. Die Führung büßte das kampfstarke VfL-Team von Trainerin Zsuzsa Nyari in den 60 Minuten nicht einmal mehr ein.
Allerdings: Die weiterhin sieglosen Kielerinnen waren angesichts von zahllosen Fehlpässen der rechte Gegner zum richtigen Zeitpunkt für das Team aus Stormarn. Das Spiel der Gäste litt darunter, daß die erst vor einer Woche neuverpflichtete Kroatin Natascha Radulovic trotz zehn Treffern keineswegs optimal zur Geltung kam. Vor der starken VfL-Deckung schoben die Kielerinnen Ball und Verantwortung allzu oft auf ihren neuen „Star“ ab, der dann mit gewaltigen Verzweiflungswürfen längst nicht immer ins Tor traf. Kiels Trainer Dan Shkedi rief seinen Neuzugang sogar zur taktischen „Nachschulung“ an die Seitenlinie, vergebens.
VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari sah sich hinterher in ihrer Entscheidung bestätigt, keine Sonderbewachung für die Kroatin der HSG Kiel/Kronshagen angeordnet zu haben. Was Integration anbelangt, ist der VfL Oldesloe schon erheblich weiter. Erzika Bakai, erst unmittelbar vor Saisonbeginn verpflichtet, fügt sich trotz Sprachproblemen zunehmend besser in das Spielgeschehen ein. Die 29jährige Kroatin spielte effizient und avancierte mit sieben Toren (davon ein Siebenmeter) neben der starken Jeanette Marquardt (7/3 Siebenmeter) zur erfolgreichsten Torschützin des VfL Oldesloe.
Dabei liegt die Verantwortung für den Oldesloer Spielaufbau weiterhin fast uneingeschränkt bei Roswitha Bein (5/3), die allerdings nach 54 eindrucksvollen Minuten wegen ihrer dritten Zeitstrafe die rote Karte sah. Beim Stand von 23:17 übernahm dann notgedrungen Kreisläuferin Eike Lange die Rolle der Regisseurin, und sie löste diese Aufgabe überzeugend.
Dana Kretschmann wirkte dagegen nach ihrer Ellenbogen-Verletzung und zehntägigem Trainingsverbot noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte. Gleiches gilt für Birgit Walter (2 Tore), die nach ihrer schweren Knieverletzung im Frühjahr (Patellasehnen-Abriß) über Kurzeinsätze Spielpraxis sammelt. Neuzugang Sandra Koslowski steuerte von Linksaußen ebenfalls zwei Treffer zum ersten Saisonsieg bei, sie dürfte es aber schwer haben, aus dem Schatten ihrer Vorgängerin Marion Werner (Wechsel zum Bundesliga-Klub Buxtehuder SV) herauszutreten. Im Tor hinterließen Petra Küsel und Silke Dumjahn einen starken Eindruck Vor allem Küsel konnte sich im zweiten Durchgang mehrfach auszeichnen, als in der VfL-Deckung die Kräfte nachließen.
Um die Gunst des Publikums müssen die Oldesloerinnen offenbar nicht fürchten. Selten fand die Mannschaft so lautstarke und einhellige Unterstützung wie gegen Kiel. Auf 225 zahlende Zuschauer hatte angesichts der negativen Vorgaben kaum jemand zu hoffen gewagt. So sprach der Bundesliga-Beauftrage Jürgen Dorn denn auch von einem „sehr zufriedenstellenden Besuch“. Mit zufriedener Miene präsentierte sich auch VfL-Manager Wilfried Koslowski: Er gab bekannt, daß mit „Plaza“ ein weiteres Unternehmen in den Sponsorenkreis eingetreten sei. Die Konsumgüter-Kette eröffnet in der Kreisstadt demnächst eine neue Filiale. Ausgeräumt sind nach Koslowskis Worten seine Differenzen mit Trainerin Nyari. Der Manager trat jeglichen Gerüchten um ihre Ablösung entgegen: „Es hat zwar Knatsch gegeben, aber Zsuzsa Nyari sitzt fest im Sattel“, sagte er.
Die Torschützinnen des VfL Oldesloe auf einen Blick: Erzika Bakai (7/davon 1 Siebenmeter), Jeanette Marquardt (7/3), Roswitha Bein (5/), Sandra Koslowski, Birgit Walter (je 2), Eike Lange (2/1), Martina Kattner (1).
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 19.10.1998
Donnerstag, 22. Oktober 1998
VfL Oldesloe im Pokal zur HSG Isenhagen
(sg). In der dritten Runde des DHB-Pokalwettbewerbs müssen die Handball-Frauen des VfL Oldesloe bei der HSG Isenhagen antreten (Sonntag, 15. November, 17 Uhr). Bereits im Vorjahr wurde das Team am Niedersachsen dem Stormarner Zweitliga-Klub zugelost. Damals gab es einen deutlichen 30:15-Erfolg der Oldesloerinnen. „Das Weiterkommen sollte auch in diesem Jahr wieder Pflicht sein“, kommentierte Jürgen Dorn, Bundesliga-Beauftragter des VfL Oldesloe die Auslosung. Allerdings: Die Gastgeberinnen spielen nicht mehr wie 1997 in der niedersächsischen Oberliga, sondern haben den Sprung in die Regionalliga Nord vollbracht.
In Wesendorf (zwischen Uelzen und Gifhorn) geht man bei der HSG Isenhagen nicht davon aus, daß gegen den VfL Oldesloe die vierte Pokalrunde erreicht werden kann. „So vermessen sind wir natürlich nicht. Der VfL Oldesloe ist klarer Favorit“, sagte Isenhagens Obmann Bernhard Krause, „aber wir wollen uns teurer verkaufen als im vergangenen Jahr.“ Die HSG Isenhagen, die binnen fünf Jahren fünfmal aufgestiegen ist, erwartet rund 300 Besucher zu dem Pokalduell.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 22.10.1998
Sonnabend, 24. Oktober 1998
Oldesloer Handball-Frauen erwarten Peine
VfL kann Weichen auf „Erfolg“ stellen
(cr). Für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe steht heute abend um 19.30 Uhr eine richtungsweisende Begegnung bevor. Mit dem MTV VJ Peine empfangen die VfL-Frauen einen Gegner in der Stormarnhalle, der bislang einen exakt gleichen Saisonstart hinlegt: Wie den Oldesloerinnen gelang auch den Niedersachsen in der Vorwoche nach drei Niederlagen in heimischer Halle der erste Saisonsieg. Mit jeweils 2:6 Zählern liegen beide Teams derzeit in der Tabelle einträglich auf dem elf (VfL) und zwölf Platz beisammen.
„Nur durch Glück ist Peine überhaupt in der zweiten Liga geblieben“, erzählt VfL-Trainer Zsuzsa Nyari, „aber das ist für uns jetzt uns natürlich kein Grund, den Gegner zu unterschätzen. Immerhin haben sie gegen Magdeburg 21:17 gewonnen.“ In der vergangenen Saison verbuchten die Stormarnerinnen gegen die Gäste haushohe Siege.
Doch nach den Heimerfolgen beider Teams wird entsprechend auch auf beiden Seiten das Selbstbewußtsein gestiegen sein. „Die Peinerinnen haben dabei aber den Vorteil, daß sie auswärts nichts zu verlieren haben und völlig befreit aufspielen können. Solche Gegner sind häufig besonders unangenehm.“
Trainerin Nyari hat sich die Gäste in der Vorbereitung angeschaut. Vor allem im Rückraum haben sie sich mit der namhaften Weißrussin Tatjana Loungrin verstärkt. „Damit haben sie zwei starke Rückraumspielerinnen, die sich auf der rechten und linken Seite abwechseln.“
Im Oldesloer Team kann die Trainerin auf alle Spielerinnen zurückgreifen, die am vergangenen Sonnabend den 26:19-Sieg gegen Holstein Kiel einfuhren. Dana Kretschmann hat zwar weiterhin Probleme mit ihrem Ellenbogen und Nicole Hübner laboriert an Knieschmerzen, „aber ich werde sie voraussichtlich trotzdem auflaufen lassen und dann sehen, wie es geht“.
STORMARNER TAGEBLATT vom 24.10.1998
Sonnabend, 24. Oktober 1998
VfL Oldesloe – MTV VJ Peine 30:21 (11:13)
Den Gegner regelrecht demontiert
(Sönke Schulenburg). Michael Neumann, Trainer der Handball-Frauen des MTV VJ Peine, dürfte von der Umstellung auf die Winterzeit kaum profitiert haben. An eine Stunde längeren, erholsamen Schlaf war für den ehrgeizigen und wütenden Schnauzbartträger nach dem Debakel in der Stonnarnhalle wohl kaum zu denken. Zu sehr dürfte ihn noch die Frage beschäftigt haben, warum seine Mannschaft beim 30:21 (11:13)-Erfolg des VfL Oldesloe derart eingebrochen ist. Dabei ist die Erklärung denkbar einfach: Handball ist ein Mannschaftssport, und ohne ihren „Rückraumstar“ Tatjana Loungrin war das Team aus Niedersachsen nicht einmal die Hälfte wert.
Es dauerte eine knappe Viertelstunde, bis der VfL Oldesloe taktisch angemessen darauf reagierte und Trainerin Zsuzsa Nyari der Weißrussin eine Sonderbewachung verordnete (erst durch Roswitha Bein, dann durch Sandra Koslowski). Danach wurde der MTV VJ Peine zunehmend zum Spielball der Oldesloerinnen, obwohl sie anfangs verunsichert einem 2:6- und 4:8-Rückstand hinterherlaufen mußten.
Den Gästen kam im zweiten Durchgang erst jegliche Kreativität und Torgefährlichkeit abhanden, die in der zweiten Bundesliga gefordert sind. In der Schlußphase erstarb dann auch noch der Kampfgeist. Die Stormarnerinnen, von erfolgreicher Aufholjagd und lautstarker Fan-Unterstützung beflügelt, zeigten keinerlei Mitleid und demontierten den wehrlosen Gegner in der Schlußphase regelrecht.
Peinlich für Peine: Offenbar fehlt es völlig an spielerischen Konzepten, wenn Tatjana Loungrin als Spielgestalterin durch Manndeckung ausfällt. Noch peinlicher: Trainer Neumann, der in der vergangenen Saison mit seinem Team (ohne Neuzugang Loungrin) in die Regionalliga abgestiegen war und nur dank des Rückzugs von TuS Walle Bremen überhaupt in der zweiten Bundesliga verbleiben durfte, suchte nach dem Debakel die Schuld ausschließlich bei seinen Spielerinnen. Vor allem seine sichtlich hilf- und ratlosen Rückraumschützinnen Natascha Krotova und Svetlana Brieger nahm er harsch in die Kritik, ohne auch nur einen Anflug von taktischen Änderungen probiert zu haben. Schon während des Spiels gifteten sich Trainer und Spielerinnen an. Und so klärte sich denn auch, warum Trainer Neumann seinen Spitznamen „Schotte“ auf dem Rücken des Trikots trägt: Mit Selbstkritik weiß dieser Mann zu geizen.
Anders seine Oldesloer Kollegin Nyari. „Es war mein Fehler, daß ich anfangs nicht deutlich genug die Manndeckung gegen Loungrin angeordnet habe“, sagte die Ungarin, die aber mit dem wachsenden Kampfgeist ihres Teams zufrieden war. Die gehörige Anfangsnervosität, vor allem aber das Verletzungspech, setzte den Stormarnerinnen zu. Tragisch: Nicole Hübner verdrehte sich bei ihrem Comeback nach gerade auskurierter Meniskus-Verletzung das Knie und schied mit Verdacht auf Kreuzbandriß vorzeitig aus. Auch Dana Kretschmann und Birgit Walter wirkten verletzungsbedingt weiter gehandikapt.
Dafür biß Roswitha Bein (3 Tore/davon 2 Siebenmeter) auf die Zähne, trotz getapten Fingern führte sie bei der Aufholjagd unnachahmlich Regie und verkörperte den mitreißenden Kampfgeist, den die VfL-Fans zu schätzen wußten. Eike Lange (3/1), Martina Kattner (3), Sandra Koslowski (5), Jeanette Marquardt (7/1) und Erzika Bakai (5) ließen bis zum Schlußpfiff nicht locker, um sich für die schwache Anfangsphase eindrucksvoll zu rehabilitieren. Zudem zeichnete sich Torfrau Petra Küsel im zweiten Durchgang mit einer Reihe spektakulärer Paraden aus. Ihr bislang bestes Spiel im VfL-Dreß absolvierte Linksaußen Koslowski. Sie meldete im zweiten Durchgang Tatjana Loungrin völlig ab und warf fünf Tore.
VfL-Manager Wilfried Koslowski vermochte die Leistungssteigerung und die gute Stimmung in der Stormarnhalle nicht zu versöhnen. Mit Blick auf die schwache Anfangsphase zürnte er: „Wir werden noch sehen, wie fest hier einige Spielerinnen im Sattel sitzen.“ Wenn nicht alles täuscht, stehen dem VfL Oldesloe turbulente Wochen ins Haus. Zumal am Sonnabend der starke Aufsteiger SV Garßen-Celle (8:0 Punkte) in der Stormarnhalle zu Gast ist.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 26.10.1998
Sonnabend, 31. Oktober 1998
Starker Aufsteiger Gast des VfL
(mth). Während die Fußballer im Kreis Stormarn am Wochenende unfreiwillig eine Auszeit nehmen müssen, legen die Handballer nach kurzer Zwangspause während der Herbstferien in vollen Zügen wieder los.
Verschont von der Zwangspause war die Zweitliga-Frauenvertretung des VfL Oldesloe. Das hat sich ausgezahlt. Mit drei Siegen – zwei in der Punktrunde, eine im Pokal – hat das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari etwas für das nach dem verkorksten Punktspielstart (drei Niederlagen) angeknackste Selbstvertrauen tun können.
Allerdings lief es beim VfL trotz der Siege nicht durchweg rund. Deshalb ist die Trainerin vor dem Spiel heute um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle gegen den SV Garßen-Celle auch skeptisch. Der Aufsteiger aus Niedersachsen ist mit vier Siegen spektakulär in die Saison gestartet und führt zusammen mit dem HC Empor Rostock die Tabelle an. Das Team verfügt mit Tatjana Gorb und den Neuzugängen vom PSV Braunschweig Süd, Lucienne Shams und Janina Dröge, über einen überaus starken Rückraum.
„Der könnte uns in Schwierigkeiten bringen“, fürchtet Zsuzsa Nyari, die mit Sicherheit auf die erneut am Knie verletzte Nicole Hübner und eventuell auch auf Dana Kretschmann verzichten muß. Dana Kretschmann, die schon seit Wochen gehandicapt aufläuft, mußte in der Woche das Training abbrechen. Vielleicht würde ihr eine Pause zum völligen Ausheilen ihrer Schulter guttun, um wieder in Bestform zu kommen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 31.10.1998
Sonnabend, 31. Oktober 1998
VfL Oldesloe – SV Garßen Celle 26:23 (14:11)
Eine unbändige Moral bewiesen
VfL Oldesloe besiegt Aufsteiger SV Garßen Celle
(sg). Aller guten Dinge sind drei. Mit ihrem dritten Heimsieg in Folge bereinigten die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe ihren mißratenen Saisonstart. In einer dramatischen Partie bezwang das VfL-Team von Trainerin Zsuzsa Nyari den zuvor noch ungeschlagenen Aufsteiger SV Garßen-Celle mit 26:23 (14:11). Rund 300 VfL-Fans bedankten sich in der Stormarnhalle nach dem Schlußpfiff mit stehenden Ovationen für den Handball-Hochgenuß, der mit einem Kempa-Tor von Jeanette Marquardt zum 26:23-Endstand noch ein „Sahnehäubchen“ erhielt.
Der VfL Oldesloe, dem nach 0:6 Punkten bereits viele eine höchst problematische Saison prophezeiten, hat sein Tabellenkonto damit wieder ausgeglichen (6:6 Zähler). Verantwortlich für den eindrucksvollen Erfolg waren weniger kunstvolle Treffer, sondern ein Höchstmaß an Konzentration und Kampfgeist. Die Gastgeberinnen überraschten vom Anwurf an mit einer energischen und extrem abwehrstarken Leistung. Die in Sachen Körpergröße deutlich überlegenen Rückraumschützinnen aus Celle fanden lange keine Mittel, um die vielarmig zupackende VfL-Deckung und Torfrau Petra Küsel zu überwinden.
Auf der Gegenseite leistete sich der VfL Oldesloe im Angriff anfangs kaum Fehlwürfe, so daß die Stormarnerinnen bis auf 13:7 (26. Minute) davonzogen. Von einer Vorentscheidung konnte aber noch keine Rede sein. Angeführt von der Bundesliga-erfahrenen Tatjana Gorb (früher Buxtehude), die schnell vom Rückraum an den Kreis wechselte, verkürzten die Gäste bis zur Pause auf 14:11. „Ich bin skeptisch, ob das schon reichen wird“, schwante Holger Orlowski, dem Bundesliga-Beauftragten des VfL, zur Pause nichts Gutes.
Tatsächlich ließ bei den Stormarnerinnen im zweiten Durchgang die Konzentration spürbar nach. Dreimal konnten sie das Überzahlspiel bei gegnerischen Zwei-Minuten-Strafen nicht nutzen. Ob Übertritt oder Fang- und Abspielfehler, die Ballverluste häuften sich bedrohlich. Zum Glück war Mannschaftsführerin Birgit Walter auch ohne Training (Examen) in bester Torlaune. Ihre sechs Treffer erschwerten dem Gast die Aufholjagd. Zudem parierte VfL-Torhüterin Küsel nicht nur zwei Siebenmeter, sondern auch noch drei Großchancen bei Gegenstößen. Der VfL Oldesloe wankte, vergeblich versuchte Trainerin Nyari, mit Wechseln ihren Leistungsträgerinnen Atempausen zu verschaffen. Zehn Minuten vor Schluß passierte es doch: Per Siebenmeter glich Ute Wiebelitz für Celle zum 19:19 aus. Die Partie schien endgültig gekippt, als Mareike Aschik (20:19) und Lucienne Shams (21:20) die Gäste dann zweimal in Führung warfen.
Doch mit ihrem Ausgleichstreffer zum 21:21 setzte Birgit Walter ein Signal (52.). Angefeuert von ohrenbetäubendem Getrommel erwachte der VfL plötzlich zum Schlußspurt, die Konzentrationsschwächen waren wie verflogen. Dana Kretschmann, die sich wegen ihrer Ellenbogenverletzung zuletzt selten in Szene setzen konnte, avancierte in den Schlußminuten zur Matchwinnerin. Drei von ihren insgesamt sechs Toren warf sie in den letzten sieben Minuten.
„Meine Mannschaft hat heute große Moral bewiesen“, lobte Zsuzsa Nyari die geschlossene Teamleistung. Auch Celles Trainer Martin Kahle erkannte die starke Vorstellung neidlos an: „In der Summe hat der VfL Oldesloe weniger Fehler gemacht“, sagte er, „zudem hat uns die Torhüterin in entscheidenden Situationen entmutigt.“
Petra Küsel wird auch in den kommenden Wochen Nervenstärke über komplette 60 Minuten beweisen müssen. Denn Silke Dumjahn, die zweite VfL-Keeperin, zog sich bei einem Lehrgang der Juniorinnen-Nationalmannschaft einen Meniskus-Abriß zu. „Ich hoffe, daß ich in vier bis fünf Wochen wieder dabei bin“, sagte sie.
Von der überschwenglichen Begeisterung in der Stormarnhalle ließ sich diesmal auch VfL-Manager Wilfried Koslowski anstecken, der nach den ersten beiden Heimsiegen noch kritische Töne angeschlagen hatte. „So stelle ich mir das vor. Jede Spielerin hat heute Verantwortung übernommen“, sagte er und wähnt die Mannschaft für das Auswärtsspiel beim VfL Bad Schwartau am Sonntag gerüstet.
Die Tore erzielten: Birgit Walter, Dana Kretschmann (je 6), Jeanette Marquardt (4/ein Siebenmeter), Roswitha Bein (4/2), Eike Lange (3/2), Sandra Koslowski (2) und Erzika Bakai (1).
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 2.11.1998
Sonnabend, 7. November 1998
VfL Oldesloe zum VfL Bad Schwartau
Besonderes Verletzungspech
(sg). Knieprobleme und kein Ende. Unter dieser Überschrift könnten die Handball-Frauen des VfL Oldesloe in ihrem Programmheft ganze Seiten füllen. Brauchen sie aber nicht, weil der Stormarner Zweitligist am Sonntag auswärts beim VfL Bad Schwartau antreten muß (16 Uhr, Ludwig-Jahn-Halle). Wegen Knieverletzungen können Nicole Hübner und Torfrau Silke Dumjahn nicht mitwirken.
Silke Dumjahn, Keeperin der Juniorinnen-Nationalmannschaft, wird nach ihrer Meniskus-Operation am Montag für vier bis fiinf Wochen ausfallen. Längerfristig dürfte Nicole Hübner dem VfL Oldesloe fehlen. Die hochgewachsene Rückraumspielerin, die seit ihrem Wechsel von der TSG Wismar zum VfL Oldesloe (1996) vom Verletzungspech nahezu verfolgt wird, hatte sich nach auskurierten Kniebeschwerden beim Comeback vor zwei Wochen gegen den MTV VJ Peine erneut das Knie verdreht - diesmal das andere. Nun hat sich die 22jährige entschlossen, erstmal eine Handball-Pause einzulegen, um in Ruhe alle Beschwerden auszukurieren. „Eine vernünftige Entscheidung“, unterstützt VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari diesen Entschluß. An Ersatz für Nicole Hübner ist derzeit kaum zu denken. „Wir sehen uns zwar um. Aber mitten in der Saison ist das natürlich sehr schwierig“, so Trainerin Nyari.
Um einiges schwieriger als vor einem Jahr dürfte für den VfL Oldesloe die Aufgabe beim VfL Bad Schwartau werden. Die Gastgeberinnen haben sich mit zwei langjährigen Erstliga-Spielerinnen verstärkt: mit Linksaußen Katja Dürkop, (deren Nachfolge beim Buxtehuder SV pikanterweise die Ex-Oldesloerin Marion Werner angetreten hat) und mit der finnischen Rückraumspielerin Tuija Pasanen, die zuvor bei IF Savahof (Erste Schwedische Division) aktiv war.
Beim Vorbereitungsturnier in Geesthacht hatte VfL-Trainerin Nyari schon Gelegenheit, den erstarkten Konkurrenten zu beobachten. „Bad Schwartau ist viel gefährlicher geworden und spielt taktisch wesentlich variabler“, sieht sie die Gastgeberinnen am Sonntag in der Favoritenrolle.
Kein Wiedersehen wird es für die Oldesloerinnen mit Silke Schwöbken geben. Die langjährige VfL-Torhüterin war zwar zu Saisonbeginn ebenfalls nach Bad Schwartau gewechselt, hat dort aber wegen ihrer hartnäckigen Achillessehnen-Beschwerden inzwischen wieder aufgehört.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 7.11.1998
Sonntag, 8. November 1998
VfL Bad Schwartau – VfL Oldesloe 20:30 (11:14)
Überlegenheit verblüffte alle
(sg). So niedergeschlagen waren die Handball-Frauen des VfL Bad Schwartau und ihr Trainer Bernd Kunz lange nicht. In nahezu gnadenloser Perfektion zerstörte der VfL Oldesloe mit einem 30:20 (14:11)-Erfolg in der Schwartauer Ludwig-Jahn-Halle alle hochfliegenden Hoffnungen der Gastgeberinnen. Obwohl sich der VfL Bad Schwartau personell erheblich verstärken konnte, gingen die Stormarnerinnen wie im Vorjahr scheinbar mühelos als Siegerinnen aus dem Nachbarschaftsduell der zweiten Bundesliga Nord hervor.
Die deutliche Überlegenheit ihres Teams im zweiten Durchgang überraschte selbst Oldesloes Trainerin Zsuzsa Nyari, die den Gastgeberinnen die Favoritenrolle zugeschrieben hatte. „So still war ich wohl noch nie. Ich brauchte nicht einzugreifen, meine Mannschaft hat automatisch alles richtig gemacht“, sagte sie anerkennend.
Ein Sonderlob verdiente sich Jeanette Marquardt, die an ihrem Wohnort unter doppeltem Erfolgsdruck stand. Sie steuerte nicht nur sieben Tore zum Oldesloer Erfolg bei, sondern erwies sich in der Abwehr gegen die Ex-Nationalspielerin Katja Dürkop (drei Tore) zudem als exzellente, dabei stets disziplinierte Bewacherin.
Überhaupt agierte die Oldesloer Deckung nach einigen Anlaufproblemen (2:6/15. Minute) homogen wie ein menschliches Bollwerk. Dahinter steigerte sich Torfrau Petra Küsel von Minute zu Minute, fast krakenhaft fing sie die zunehmend weniger werdenden Bälle ab und trug damit ihren Teil zur Verzweiflung der Gastgeberinnen bei. Die weiteren Tore warfen Birgit Walter (8), Dana Kretschmann, Erzika Bakai (je 4), Eike Lange (3), Roswitha Bein, Martina Kattner (je 2).
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 9.11.1998
Sonnabend, 14. November 1998
Erreichen der nächsten Runde ist Pflicht
(sg). In der dritten Runde des DHB-Pokalwettbewerbs müssen die Handball-Frauen des VfL Oldesloe am Sonntag bei der HSG Isenhagen antreten (17 Uhr). Bereits im Vorjahr wurde das Team aus Niedersachsen dem Stormarner Zweitliga-Klub zugelost. Damals gab es in der zweiten Pokalrunde einen deutlichen 30:15-Erfolg. „Diesmal wollen wir uns teurer verkaufen. Aber natürlich bleibt der VfL Oldesloe haushoher Favorit“, geht Isenhagens Obmann Bernhard Krause nicht davon aus, daß sein Team in die vierte Runde einziehen wird. Die Außenseiterchance im Handball gilt eher als gering. Allerdings: Die Gastgeberinnen spielen nicht mehr wie 1997 in der Oberliga, sondern sind in die Regionalliga aufgestiegen (derzeit Rang sechs). Angesichts des Klassenunterschieds geht auch Oldesloes Bundesliga-Beauftragter Jürgen Dorn vom Weiterkommen aus: „Das Erreichen der vierten Runde ist Pflicht.“
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 14.11.1998
Sonntag, 15. November 1998
HSG Isenhagen – VfL Oldesloe 20:24 (12:9)
(3. Runde DHB-Pokal)
Mit einiger Mühe in die nächste Pokalrunde
(sg). Die Handball-Frauen des VfL Oldesloe können mit Spannung der Achtelfinal-Auslosung im DHB-Pokalwettbewerb entgegenblicken. Dank eines 24:20 (9:12) beim niedersächsischen Regionalliga-Vertreter HSG Isenhagen hat das Oldesloer Zweitliga-Team den Sprung in die vierte Runde geschafft.
Der Pokalerfolg geriet für die favorisierten Stormarnerinnen allerdings zu einer unvermutet schwierigen Aufgabe. Noch zehn Minuten vor Schluß befand sich das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari mit 16:17 im Rückstand. „Ich bin sehr froh darüber, wie sich meine Mannschaft in der Schlußphase kämpferisch aufgebäumt hat“, lobte Nyari den erfolgreichen Endspurt.
Über weite Strecken hatten es die Gäste zuvor an der nötigen Konzentration mangeln lassen. Oldesloer Abschlußschwächen und Fehlpässe ließen die Gastgeberinnen und ihre rund 300 Anhänger lange von einer kleinen Pokalüberraschung träumen. „Die Anfangsphase haben wir verschlafen, danach viel zu verkrampft gespielt“, kritisierte VfL-Trainerin Nyari.
Offenbar wähnten sich die Gäste nach vier Punktspiel-Erfolgen in Serie zu siegessicher, zumal der VfL Oldesloe im Vorjahr beim Pokalsieg in Isenhagen (30:15) auf keinen nennenswerten Widerstand getroffen war. Doch seither hat sich das Team aus Niedersachsen erheblich gesteigert, den Aufstieg in die Regionalliga vollbracht und zudem noch mit der ehemaligen russischen Nationalspielerin Larissa Mesinskaja verstärkt. Vor allem diese erfahrene Russin bereitete den Gästen Probleme. Erst als Roswitha Bein und später Sandra Koslowski die gegnerische Spielmacherin konsequent mit einer Sonderbewachung abschirmten, geriet Isenhagens Offensive außer Tritt.
Die Treffer erzielten: Jeanette Marquardt (6), Birgit Walter (5), Martina Kattner (4), Sandra Koslowski (3), Roswitha Bein (3/1), Dana Kretschmann (2), Eike Lange (1).
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 17.11.1998
Sonnabend, 21. November 1998
SG Neukölln in der Stormarnhalle
Hält der Oldesloer Aufwärtstrend an?
(sg). Die Tage werden kürzer, aber bei den Handball-Frauen des VfL Oldesloe erhellt sich in diesem düsteren Herbst die Hoffnung auf eine sportlich erfolgreiche Saison. Seit dem 11. Oktober hat das Zweitliga-Team von Trainerin Zsuzsa Nyari kein Spiel mehr verloren. Mit drei Heimsiegen und einem Auswärtserfolg wurde der verpatzte Saisonstart (0:6 Punkte) wettgemacht, zudem erreichte der VfL Oldesloe das Achtelfinale im DHB-Pokal.
Kein Wunder also, daß Trainerin Nyari dem heutigen Heimspiel gegen die SG Tasmania/Neukölln (19.30 Uhr, Stormarnhalle) gelassen entgegenblickt. „Ich hoffe, wir können unseren positiven Trend fortsetzen“, sagte sie. Zwar stecken mit Birgit Walter, Roswitha Bein und Stephanie Struppek gleich drei Spielerinnen beruflich mitten in Abschlußprüfungen, aber negative Auswirkungen erwartet die Trainerin deshalb nicht. „Vielleicht haben sie gerade deshalb beim Handball den Kopf frei“, so Nyari. Ein freier Kopf und Konzentration dürften gefragt sein, denn der starke Aufsteiger aus Berlin reist mit Zweitliga-Torjägerin Michaela Seifert (50 Tore) an.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 21.11.1998
Sonnabend, 21. November 1998
VfL Oldesloe – SG Tasmania/Neukölln 30:29 (16:15)
Dramatische Schlußphase
(sg). Die Handball-Frauen des VfL Oldesloe sind auf dem besten Weg, in der Stormarnhalle wieder eine Macht zu werden. Mit dem 30:29 (16:15) über den Aufsteiger SG Tasmania/Neukölln landeten die Oldesloerinnen ihren vierten Heimsieg und zugleich den fünften Punktspiel-Erfolg in Serie. Nach äußerst schwachem Saisonstart (0:6 Zähler) nimmt das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari mit 10:6 Punkten inzwischen sogar Kurs auf die Spitzenplätze der zweiten Bundesliga Nord.
Gezittert wurde gegen Tasmania/Neukölln bei Minusgraden nicht nur in der Raucherabteilung vor dem Eingang der Stormarnhalle. Auch auf dem Feld mußten die Oldesloerinnen bis zur Schlußsirene um den doppelten Punktgewinn bangen. Denn das junge Aufsteiger-Team aus Berlin (mit fünf A-Jugendlichen), das in den vergangenen Jahren eindrucksvoll den Sprung aus der Kreisliga bis in die zweithöchste Spielklasse geschafft hat, steckte nie auf. Zugute kam den Berlinerinnen, daß VfL-Torfrau Petra Küsel nicht über 60 Minuten volle Konzentration aufbrachte. Aber ein Torwart-Wechsel war bei den Gastgeberinnen nicht möglich. Silke Dumjahn, die zweite Oldesloer Keeperin, bewegt sich nach ihrer Meniskus-Operation noch an Krücken. „Auf beiden Seiten erwischten die Torhüterinnen heute nicht ihren besten Tag“, erklärte Gäste-Trainer Peter Frank die Torflut von 59 Treffern.
Seine Kollegin Zsuzsa Nyari mochte die vielen Gegentreffer aber keineswegs allein Petra Küsel anlasten. „Mit unserer Abwehr war ich überhaupt nicht zufrieden“, kritisierte sie die oft halbherzige Deckungsarbeit. Davon profitierte vor allem die derzeitige Torjägerin Nummer eins der zweiten Bundesliga, Michaela Seifert (13/6 Treffer). Die Berlinerin mit nahezu ansatzlosen, aber geschoßartigen Würfen, traf besonders im ersten Durchgang fast nach Belieben. Dennoch gelang es den Stormarnerinnen bis zur 50. Minute, die Gäste stets auf Distanz zu halten. Vor allem beim Gegenstoß offenbarte der VfL Oldesloe seine Qualitäten. Im Angriff glänzte Dana Kretschmann mit neun Toren. Kreisläuferin Eike Lange brachte es kampf- und nervenstark auf acht Tore (davon drei Siebenmeter), und Linksaußen Sandra Koslowski steuerte mit fünf Toren ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Sieg bei.
Doch die anhaltende Führung, die mehrfach schon drei bis vier Treffer betrug, schien den VfL Oldesloe zunehmend sorgloser zu stimmen. Als die hartnäckig kämpfenden Berlinerinnen unverhofft zum 24:24 ausglichen (50. Minute), bescherte dies den rund 240 Zuschauern eine dramatische Schlußphase. Nur gut, daß Eike Lange in dieser Endphase die Nerven bewahrte und clever zwei Siebenmeter verwandelte. Hektik pur, als die Hallenuhr nach dem Berliner Treffer zum 29:28 weiterlief (59. Minute). Sandra Koslowski sorgte dann mit dem 30:28 (60.) für die endgültige Vorentscheidung zugunsten des VfL Oldesloe.
Die weiteren Oldesloer Treffer erzielten Roswitha Bein (4), Jeanette Marquardt (3/1 Siebenmeter) und Birgit Walter (1).
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 23.11.1998
Sonnabend, 28. November 1998
VfL Oldesloe heute in Berlin
Ungewohnt offene Kritik der Trainerin
(sg). Bevor die Handball-Frauen des VfL Oldesloe am kommenden Sonnabend den Spitzenreiter der zweiten Bundesliga Nord und haushohen Titelfavoriten VfL Oldenburg in der Stormarnhalle erwarten, müssen sich die Kreisstädterinnen heute auf den Weg nach Berlin machen. Beim Tabellenvierten SG GutsMuths/BTSV Berlin (Anwurf: 15.30 Uhr) wird sich zeigen, ob der VfL Oldesloe nach fünf Siegen in Folge höheren Ansprüchen gerecht wird. Mit einem Erfolg heute nachmittag könnte das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari Anschluß an die Spitzengruppe finden.
Wegen der unsicheren Witterungsverhältnisse macht sich der VfL Oldesloe schon um 10 Uhr auf den Weg. Im Reisebus erwarten das VfL-Team wohl wieder einmal Diskussionen mit den treuesten Fans. Das Rauch- und Alkoholverbot während der Busfahrten hatte in der Vergangenheit einige Male Anlaß zu Konflikten gegeben, über die im Programmheft auch ausgiebig öffentlich berichtet wurde. Trainerin Nyari hält diese hausgemachten Streitigkeiten für überflüssig. „Wir sind doch erwachsene Menschen und sollten so etwas vernünftig regeln können, ohne daß es in der Zeitung steht“, grantelte sie genervt.
Grundsätzlich, so Nyari, herrsche nach sieben siegreichen Wochen aber entspannter Optimismus im Team vor. Allerdings nahm das kollektive Oldesloer Selbstbewußtsein zuletzt beim 30:29 gegen die SG Tasmania/Neukölln bedrohliche Formen an. Als sich das ehrgeizige Aufsteiger-Team auch in der Schlußphase noch energisch wehrte, drohte dem VfL, der durchgehend geführt hatte, plötzlich noch der Sieg zu entgleiten. Trainerin Nyari entging dieser Hang zur Überheblichkeit keineswegs. Sie kritisierte ihre Spielerinnen ungewohnt offen, forderte mehr Torgefahr aus dem Rückraum und eine deutlich verbesserte Deckung. „Sonst“, so fürchtet sie, „werden wir in Berlin nicht bestehen können.“
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 28.11.1998
Sonnabend, 28. November 1998
SG GutsMuths/BTSV Berlin – VfL Oldesloe 20:21 (11:9)
Das Glückstor acht Sekunden vor dem Abpfiff
(ka). Die Gespräche auf der Rückfahrt von Berlin nach Bad Oldesloe drehten sich in erster Linie um das nächste Heimspiel. Mit dem VfL Oldenburg kommt am nächsten Sonnabend der bisher ungeschlagene Tabellenführer in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen in die Stormarnhalle. Die Gastgeber des VfL Oldesloe sehen dem Spitzenspiel in eigener Halle mehr als gelassen entgegen. Und das hat auch seinen guten Grund: Denn mit einem 21:20-(9:11)-Erfolg bei der SG GutsMuths/BTSV Berlin setzten die Stormarnerinnen ihre Erfolgsserie mit dem sechsten Sieg in Folge durch und kletterten in der Tabelle gleich um zwei Plätze höher auf Rang vier. Besser konnte die Generalprobe vor dem Spitzenspiel gegen den Bundesliga-Absteiger aus Oldenburg gar nicht laufen.
Trainerin Zsuzsa Nyari war nach der Begegnung aber selbstkritisch genug, um von einem etwas glücklichen Sieg ihrer Mannschaft zu sprechen. „Wir haben nicht unbedingt gut gespielt“, sagte sie. Vor allem in den ersten 20 Minuten der Begegnung schienen die Berlinerinnen das Team aus dem Kreis Stormarn förmlich überlaufen zu wollen. Die Oldesloerinnen kamen mit dem aggressiv agierenden Berliner Deckungsverband überhaupt nicht zurecht, verwarfen im Angriff ein ums andere Mal und wurden immer wieder mit Tempogegenstößen bestraft. 2:7, 4:8, der Rückstand schien kaum noch aufzuholen. Zur Halbzeit lag der VfL Oldesloe mit 9:11 im Hintertreffen. Statt auf das eigene Spiel konzentrierten sich die Oldesloer Handball-Frauen immer mehr auf Diskussionen mit den kleinlich pfeifenden Unparteiischen, vergaßen in dieser Phase das Handballspielen. Zwar kam der VfL auf zwei Tore heran, mußte aber nach zwei Zeitstrafen für Roswitha Bein und Jeanette Marquardt wieder einem Vier-Tore-Rückstand hinterherlaufen. Trainerin Nyari nutzte eine Auszeit, um wieder Ruhe in die Mannschaft zu bekommen: „Keine Diskussionen mehr mit den Schiedsrichtern, wir spielen jetzt Handball“, forderte sie ihre Schützlinge auf. Und der VfL Oldesloe hielt sich an die neue Marschroute, zeigte eine unbändige Moral und wurde letztlich für die kämpferische Glanzleistung belohnt. Mit einem kuriosen Tor: Roswitha Bein hatte bei einem Wurfversuch das Glück auf ihrer Seite, denn irgendwie rollte der Ball fast im Zeitlupentempo noch über die Torlinie zum 21:20, und das acht Sekunden vor dem Abpfiff.
„Wir hatten etwas Glück“, schmunzelte Trainerin Zsuzsa Nyari hinterher. Wie wahr: Der VfL Oldesloe führte in der gesamten Begegnung nur zweimal, am Anfang mit dem ersten Treffer zum 1:0 und am Ende mit dem letzten Tor zum 21:20. Das reichte, um den sechsten Sieg hintereinander zu erzielen.
Zsuzsa Nyari sprach von einer geschlossenen Mannschaftsleistung, lobte besonders den Kampfgeist und die Moral ihres Teams. Wie harmonisch der VfL Oldesloe in Berlin auftrat, zeigt auch die Tatsache, daß fast alle Spielerinnen trafen. In der Deckung hatte sich Sandra Koslowski ein kleines Extralob verdient, sie beschattete die aktuelle Torjägerin der zweiten Bundesliga, Hartenstein, so gut, daß der Berlinerin nur ein einziges Feldtor gelang.
Die Tore erzielten Dana Kretschmann (5), Erzika Bakai (4), Jeanette Marquardt (3), Birgit Walter (3), Eike Lange (3), Sandra Koslowski (2), Roswitha Bein (1).
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 30.11.1998
Dienstag, 1. Dezember 1998
HSG Albstadt in Bad Oldesloe
Glückliches Pokal-Los im Achtelfinale
(sg). Über mangelndes Glück können sich die Handball-Frauen des VfL Oldesloe in diesem Herbst nicht beklagen. Dank der knappen Siege gegen die Konkurrenten Tasmania Neukölln (30:29) und zuletzt bei der SG GM/BTSV Berlin (21:20) kletterten die Stormarnerinnen in der zweiten Bundesliga Nord auf den vierten Tabellenplatz.
Glück hatte das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari auch bei der Auslosung im DHB-Pokalwettbewerb: Im Achtelfinale erwartet der VfL Oldesloe am 20./21. Februar 1999 den aktuellen Spitzenreiter der zweiten Bundesliga Süd, die HSG Albstadt. Die Gäste aus Schwaben, die am Wochenende dank eines 28:23-Erfolges beim BSV Sachsen Zwickau die Tabellenführung zurückeroberten, sind südlich von Stuttgart beheimatet. Das bedeutet mehr als 800 Kilometer Anreise, auf die VfL-Trainerin Nyari liebend gerne verzichtet. „Ich bin froh, daß wir das Heimrecht zugelost bekommen haben“, sagte sie.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 1.12.1998
Dienstag, 1. Dezember 1998
Zweite Handball-Bundesliga, Frauen Gruppe Nord
1. VfL Oldenburg 8 250:157 16:0
2. HC Empor Rostock 8 189:161 14:2
3. TSG Wismar 8 217:187 12:4
4. VfL Oldesloe 9 226:205 12:6
5. SG GutsMuths/Berlin 9 205:187 11:7
6. SV Garßen-Celle 8 198:172 10: 6
7. SG Tasmania/Neukölln 9 207:207 9:9
8. VfL Bad Schwartau 8 80:185 8:8
9. TSV Nord Harrislee 8 170:187 7:9
10. SG Niederndodeleben 8 156:183 7:9
11. MTV VJ Peine 9 178:250 4:14
12. Wambeler SV 8 152:191 3:13
13. HSG Marne/Brunsbüttel 8 194:212 2:14
14. HSG Holstein Kiel 8 149:187 1:15
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 1.12.1998
Sonnabend, 5. Dezember 1998
VfL Oldesloe ist nur ein krasser Außenseiter
Stormarner Handball-Frauen empfangen den übermächtigen Tabellenführer VfL Oldenburg
(sg). Günstiger könnte die Ausgangssituation eigentlich kaum sein. Nach sechs siegreichen Punktspielen in Folge sollten die Handball-Frauen des Tabellenvierten VfL Oldesloe genügend Selbstvertrauen für ihr heutiges Heimspiel gegen den Spitzenreiter VfL Oldenburg besitzen (19.30 Uhr, Stormarnhalle). Doch der Gegner, der da heute abend anreist, scheint wahrhaft übermächtig.
Mit 16:0 Punkten steuert der Bundesliga-Absteiger klar auf Wiederaufstiegskurs. Es hat sich bislang ausgezahlt, daß sich die Oldenburgerinnen zu Saisonbeginn mit den beiden Nationalspielerinnen Annamaria Kovacova (Slowakei) und Biljana Naumoska (Mazedonien) sowie Linksaußen Ulla Bixschlag (TuS Walle Bremen) gezielt verstärkt haben.
Der VfL Oldenburg, aus dessen hervorragender Jugendarbeit die beiden aktuellen Juniorinnen-Nationalspielerinnen Nina Wörz und Anne Schirakowski hervorgegangen sind, stellt nicht nur den besten Angriff, sondern zugleich auch die beste Abwehr der zweiten Bundesliga Nord (250:157 Tore). Selbst Spitzenteams wie TSG Wismar (32:25) und HC Empor Rostock (33:23) waren relativ „leichte Beute“ für den Spitzenreiter.
Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, daß selbst eine notorische Optimistin wie Zsuzsa Nyari ins Grübeln kommt. „Ich fürchte, wir sind heute wirklich nur krasser Außenseiter“, schätzt die Trainerin des VfL Oldesloe die Kräfteverhältnisse wohl realistisch ein. Nyari, die voraussichtlich wieder ihre Bestbesetzung aufbieten kann, gibt ihrem Team vor allem einen taktischen Ratschlag mit auf den Weg: Ruhe bewahren. Nur mit extremer Ball- und Paßsicherheit, so hofft sie, lassen sich die überfallartigen Oldenburger Gegenstöße vermeiden. Und dies wäre das richtige Rezept, um den Ausgang der Partie lange offen zu gestalten.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 5.12.1998
Sonnabend, 5. Dezember 1998
VfL Oldesloe – VfL Oldenburg 20:28 (7:16)
Moral und Kampfgeist bewiesen
VfL Oldesloe kam mit 20:28 gegen VfL Oldenburg glimpflich davon
(Sönke Schulenburg). Gelegentlich trügt er ja, der Blick auf die Statistik. Aber im Falle des VfL Oldenburg spiegelt die Tabellenführung in der zweiten Handball-Bundesliga Nord das Leistungsvermögen des ungeschlagenen Spitzenreiters sehr exakt wider. Die Gäste machten es sogar noch gnädig: Mit 20:28 (7:16) kamen die Handball-Frauen des VfL Oldesloe vor rund 320 Zuschauern in der Stormarnhalle recht glimpflich davon.
Nach sechs siegreichen Partien in Serie stand das Team von VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari diesmal gegen den Bundesliga-Absteiger und Titelanwärter Nummer eins auf verlorenem Posten. „Der VfL Oldenburg müßte wohl auf der Anfahrt in einer Schneewehe steckenbleiben, damit wir eine echte Siegchance haben“, hatte Oldesloes Spielmacherin Roswitha Bein schon vorher geunkt, und sie sollte auch Recht behalten.
Ein Klassenunterschied zeichnete sich schnell ab, obwohl die Stormarnerinnen die Anfangsphase noch ausgeglichen gestalteten (4:4/10. Minute). Der VfL Oldesloe setzte auf beherzten Kampfgeist und Härte, hatte aber vor allem im Angriff keine Mittel, den Sieg der Gäste zu gefährden. Dennoch häuften sich im ersten Durchgang versteckte Fouls und Provokationen. Unverständlich, warum das Schiedsrichter-Gespann Plewka/ Weiß (Schellerten/Gehrden) einen versuchten Faustschlag der ansonsten herausragenden Oldenburger Spielmacherin Annamaria Kovacova (6/3 Tore) gegen Eike Lange nicht mit der roten Karte ahndete.
Danach war die Atmosphäre bis zur Pause vergiftet, unfairer Körpereinsatz führte auf beiden Seiten zu einer Vielzahl von Verletzungsbehandlungen. Die Oldesloerinnen stellten sich jedoch deutlich ungeschickter an, kassierten fünf Zeitstrafen, die es dem VfL Oldenburg erleichterten, vorentscheidend bis zur Pause auf 16:7 davonzuziehen. „Es gab viele unschöne Szenen“, sagte VfL-Trainerin Nyari, die – wie ihr Kollege Klaus Kröger – in der Kabine mäßigenden Einfluß auf die erhitzten Gemüter nahm.
Die Folge: Im zweiten Durchgang wurde wieder mehr Handball gespielt als gekämpft. Doch vor der aggressiven, homogenen Abwehrreihe des VfL Oldenburg fiel den Gastgeberinnen wenig ein. Überraschungsmomente im Angriff fehlten völlig, was Trainerin Nyari auch auf Konditionsrückstände und die schlechten Trainingsbedingungen zurückführte. So hatte die angehende Sportlehrerin und VfL-Mannschaftsführerin Birgit Walter noch sieben Stunden vor Abwurf über ihrer letzten Examens-Klausur gebrütet. Auch Spielmacherin Bein befindet sich in der entscheidenden Phase ihrer Vorbeitungen für das Jura-Examen.
Vor diesem Hintergrund zollte Gästetrainer Kröger dem VfL Oldesloe große Anerkennung: „Dieses Team hat Charakter bewiesen. Andere Gegner lassen sich nach einem 10:22-Rückstand hängen, weil die Moral dann futsch ist“, sagte er. Moral und Kampfgeist bewiesen die Oldesloerinnen: Als der VfL Oldenburg von der 45. Minute an mit vier Nachwuchsspielerinnen gleichzeitig agierte, nutzten die Gastgeberinnen die Gelegenheit, um das Resultat zu verbessern und die Niederlage in Grenzen zu halten. Gegen die Bestbesetzung der Gäste, unter anderem mit der mazedonischen Nationalspielerin Biljana Naumoska (6/1 Tore) hätte es wohl ein Debakel gegeben. „Die erste Sieben des VfL Oldenburg ist absolut Bundesliga-tauglich“, erkannte Trainerin Nyari einen Klassenunterschied zum Spitzenreiter.
Die Treffer: Roswitha Bein (6/davon 3 Siebenmeter), Jeanette Marquardt, Erzika Bakai, Dana Kretschmann, Martina Kattner (je 3), Sandra Koslowski, Eike Lange (je 1).
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 7.12.1998
Sonnabend, 19. Dezember 1998
Sparkurs zwingt zur Trennung von Erzika Bakai
Kroatische Ex-Nationalspielerin erwies sich als sportlicher Fehlgriff
(sg). Der öffentliche Rummel um die Finanzkrise scheint die Handball-Frauen des VfL Oldesloe wenig zu beeinträchtigen. Vor dem Heimspiel am Sonnabend gegen die HSG Marne/Brunsbüttel (19.30 Uhr) herrscht zumindest in sportlicher Hinsicht allenthalben Zuversicht, denn dieses Landesderby haben die Oldesloerinnen in der Stormarnhalle noch nie verloren.
„Das darf aber kein Grund zur Überheblichkeit sein. Sollten wir keine vernünftige Einstellung zu diesem Spiel finden, wäre das Marnes größter Trumpf“, sorgt sich VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari weniger um die spielerische als um die psychologische Komponente des Duells.
Zu Recht: Die Gäste aus Marne belegen in der zweiten Bundesliga Nord derzeit den drittletzten, zwölften Rang mit 4:16 Punkten, rangieren auf einem Abstiegsplatz. Daher ist vom ohnehin stets kämpferischen Westküsten-Team energischer Widerstand zu erwarten.
Energisch will nun VfL-Manager Wilfried Koslowski in den kommenden Wochen die „Schieflage“ im Zweitliga-Etat beheben, der geschätzt ungefähr 150.000 Mark betragen dürfte. Seit Oktober warten die Spielerinnen auf Aufwandsentschädigungen und Fahrgelder.
Die aktuelle Finanzlücke, so Koslowski, sei vor allem im Zusammenhang mit dem Wechsel des Fahrzeugherstellers entstanden. Um günstigere Leasingraten bei Volkswagen (Travag) zu erhalten, habe sich der VfL Oldesloe vom bisherigen Sponsor Citroen Hamburg getrennt. Dabei sei aber übersehen worden, daß für einige Leihfahrzeuge, die von Spielerinnen bereits zurückgegeben wurden, die Kosten vertragsgemäß weiterlaufen. „Wir haben Fehler gemacht. Der Fuhrpark verschlingt im Moment viel zuviel Geld“, sagte Koslowski.
Selbstkritisch räumt der Manager ein, daß er sich aufgrund privater und beruflicher Probleme zuletzt nicht in wünschenswertem Maße um die Sponsorenbetreuung beim VfL Oldesloe kümmern konnte. Wilfried Koslowski tritt aber Gerüchten entgegen, daß der Spielbetrieb in der zweiten Bundesliga gefährdet sei. „Bis zum Saisonende ist alles wieder im Lot. Unsere Hauptsponsoren halten zu uns, niemand ist abgesprungen. Wir planen bereits für die Serie 1999/2000.“
Trotzdem: Sparmaßnahmen scheinen unvermeidlich. Der akuten Finanzmisere zum Opfer fallen dürfte wohl Erzika Bakai. Die ehemalige kroatische Nationalspielerin, die im Oktober unmittelbar vor Saisonbeginn noch nachverpflichtet wurde, erfüllte bislang nicht die hochgesteckten Erwartungen. Offenbar strebt der VfL Oldesloe nun eine vorzeitige Vertragsauflösung mit der Linkshänderin an, die wohl die teuerste Akteurin im Team sein dürfte. „Menschlich tut es mir sehr leid für Erzika. Aber wir haben uns erheblich mehr von ihr versprochen“, sagte Trainerin Nyari und plant offensichtlich nicht mehr mit Bakai. Sportlich erwies sich die Kroatin als Fehlgriff. Sie kam selten in der Anfangsformation zum Einsatz und erzielte daher nur wenig Tore. Zudem behindern massive Sprachprobleme ihre Akzeptanz bei den Mitspielerinnen.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 19.12.1998
Sonnabend, 19. Dezember 1998
VfL Oldesloe – HSG Marne/Brunsbüttel 25:22 (13:11)
„Hauptsache gewonnen“
(Sönke Schulenburg). Martina Kattner, zweifache Torschützin des VfL Oldesloe beim 25:22 (13:11) gegen die HSG Marne-Brunsbüttel, brachte es selbstkritisch auf den Punkt: „Hautsache gewonnen, im neuen Jahr spricht von diesem Spiel niemand mehr.“ Fünf Tage vor Heiligabend fiel der siebte Saisonerfolg, mit dem sich der VfL Oldesloe auf den vierten Tabellenplatz verbesserte, ausgesprochen glanzlos aus. Zweitliga-Format erreichten beide Teams im Landesderby nur selten.
Bei den Stormarnerinnen wurde Roswitha Bein als Spielmacherin schmerzlich vermißt. Sie saß mit einer vereiterten Zahnwurzel auf der Ersatzbank und versuchte, möglichst wenig an den pochenden Schmerz im Kiefer zu denken. Weh mag ihr und den rund 230 Zuschauern allerdings das oft konfuse Treiben auf dem Spielfeld getan haben. Fehlpässe, Mißverständnisse und die phasenweise miserable Chancenverwertung trübten das Niveau.
„Roswitha Bein hat dem VfL Oldesloe heute an allen Ecken und Kanten gefehlt. Aber wir haben die Gunst der Stunde nicht genutzt“, trauerte Marnes Trainer Helge Thomsen, der mit seiner Mannschaft noch nie in der Stormarnhalle gewinnen konnte, einem verpaßten Überraschungserfolg nach. „Ich bin froh über diesen Sieg, wir mußten diesmal zittern“, sagte seine VfL-Kollegin Zsuzsa Nyari.
Im letzten Spiel des Jahres 1998 wußten die Oldesloerinnen, bei denen sich Jeanette Marquardt und Dana Kretschmann oft vergeblich um Kreativität im Spielaufbau bemühten, nur in der Anfangsphase zu gefallen. Vor allem mit überfallartigen Tempogegenstößen gelang es den Stormarnerinnen, ihren 0:2-Rückstand (4. Minute) wettzumachen. Fast widerstandlos kassierten die Gäste aus Marne neun Tore in neun Minuten, so daß die Gastgeberinnen plötzlich mit 9:2 in Führung lagen (13.). Doch dann war es vorbei mit der zielstrebigen Treffsicherheit. Offenbar im Gefühl eines ungefährdeten Erfolgs ließ es der VfL Oldesloe unkonzentrierter angehen, die Kräfte ließen nach, die Fehlpässe nahmen überhand – Konsequenz war der 9:9-Ausgleich in der 22. Minute.
Symptomatisch für die Partie war ein kurioses Mißverständnis: Als Marquardt (8 Tore/2 Siebenmeter) nach 44 Minuten zum 18:17 traf und jubelnd ihre Hand zur „Becker-Faust“ ballte, empfand einer der Unparteiischen diese Geste als Drohgebärde und schickte die erfolgreichste VfL-Torschützin mit zwei Strafminuten auf die Bank.
Kurz darauf sorgte Eike Lange (5 Tore), die als Kreisläuferin eine herausragende Partie spielte, mit dem 19:17 für die Vorentscheidung. Das endgültige Aus für Marne machte dann Erzika Bakai perfekt, die mit zwei wichtigen Treffern den Vorsprung auf 21:17 erhöhte (51.).
Ausgerechnet die ehemalige kroatische Nationalspielerin, deren vorzeitige Ausmusterung beim VfL Oldesloe beschlossene Sache scheint, avancierte in der entscheidenden Phase zur Matchwinnerin. Dank erhielt die blonde Linkshänderin, die sportlich bislang enttäuschte und von ihren Mitspielerinnen nicht sonderlich geschätzt wird, dafür kaum. In einem ernsten Gespräch auf Ungarisch warfen sich Trainern Nyari und Bakai nach Spielende giftige Blicke zu. Die geplante Vertragsauflösung, so scheint es, könnte sich problematischer gestalten als es dem VfL Oldesloe lieb ist.
Vorweihnachtliche Stimmung kam bei den Verantwortlichen angesichts der akuten Finanzmisere ohnehin nicht recht auf. Nur der langjährige Sponsor Hans Studt, der trotz seiner schweren Erkrankung die Mannschaft öffentlich mit einer Spende von 500 Mark bescherte und die Fans auf der Tribüne zur Unterstützung aufrief, sorgte für einen Moment rührender Besinnlichkeit
Die Tore für den VfL Oldesloe auf einen Blick: Jeanette Marquardt (8/2), Eike Lange (5), Birgit Walter, Erzika Bakai, Sandra Koslowski (je 3), Martina Kattner (2), Dana Kretschmann (1).
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 21.12.1998
Montag, 21. Dezember 1998
Dankeschön der „fingerfertigen“ Handball-Frauen
(sg). Ob Sieg oder Niederlage, die „Freßpakete“ erfreuen sich bei den Handball-Frauen des VfL Oldesloe auf den langen Auswärtsfahrten in der zweiten Bundesliga größter Beliebtheit. Zu Weihnachten wollten sich Handballerinnen eigentlich bei Jens Marquardt, dem stellvertretenden Betriebsstättenleiter des Sponsors „Delikatessen Peters“, bedanken. Aber weil der 29jährige wegen eines Wirbelbruchs nicht zum Heimspiel gegen die HSG Marne-Brunsbüttel kommen konnte, statteten ihm Jeanette Marquardt und Dana Kretschmann kurzerhand einen Genesungsbesuch ab. Im Gepäck: Ein dekoratives Fingerfarben-Bild mit den Handabdrücken aller Spielerinnen.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 21.12.1998

