Berichte aus dem 2. Halbjahr  in der Saison 1997-98 - 2. Bundesliga Nord der Frauen

Sonnabend, 10. Januar 1998

Personalprobleme beim Start ins neue Jahr

VfL nur Außenseiter

(mth). Zur Premiere im neuen Jahr steht den Zweitliga-Handhallerinnen des VfL Oldesloe gleich ein Schlagerspiel ins Haus. Im letzten Hinrundenspiel muß das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari heute bei der TSG Wismar antreten. Anpfiff in der Sporthalle an der Bürgermeister-Haupt-Straße ist um 16 Uhr.

In der Begegnung der beiden Erzrivalen geht es um den Anschluß an das Spitzenduo aus Berlin und Halle-Neustadt. Die Stormarnerinnen nehmen mit 18:6 Punkten den dritten Rang ein. Der Bundesliga-Absteiger aus der Ostseestadt ist zwar zur Zeit nur Fünfter, liegt aber bei zwei Spielen Rückstand nach Minuspunkten (5) besser als der VfL im Rennen.

Wollen die Oldesloerinnen ihr Saisonziel – Aufstieg in die erste Liga – nicht aus den Augen verlieren, dürfen sie das Spiel nicht abgeben. Aber das ist leichter gesagt als getan. „Alle Vorteile liegen beim Gegner“, sieht Zsuzsa Nyari für sich nur Außenseiterchancen. „Für Wismar spricht nicht nur der Heimvorteil. Das Team hat dazu über Weihnachten durchtrainiert und am letzten Sonntag mit einem 25:14-Erfolg gegen den VfL Bad Schwartau auch schon wieder Spielpraxis sammeln können“, nennt sie als Hauptgrund für ihre zurückhaltende Einschätzung der VfL-Chancen.

Die sind auch durch neuerliche personelle Probleme geschmälert. Der Ausfall von Roswitha Bein war dabei schon lange klar. Die Spielmacherin hatte schon bei Vertragsabschluß im Sommer angekündigt, daß sie bis zum 16. Januar in Südafrika weilt.

Unvermutet aber kommt für den VfL ein Torhüterproblem. Meike Schlick ist krank und konnte die ganze Woche über nicht trainieren. Silke Schwöbken war beim Trainingslager in Weißenhäuser Strand mit dem Fuß umgeknickt. Das handicapt sie, aber sie wird für das Spiel in Wismar die Zähne zusammenbeißen. Fehlen wird dagegen Ivonne Grimm, die gesundheitlich noch nicht wieder auf dem Damm ist.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.1.1998

 

Sonnabend, 10. Januar 1998

TSG Wismar – VfL Oldesloe 27:19 (12:8)

Fehlstart in das neue Jahr für die Oldesloer Handballerinnen

Derbe 19:27-Niederlage bei der TSG Wismar

Nur Silke Schwöbken zeigte sich gut in Form

(Manfred Thomsen). Mit einem Fehlstart hat der VfL Oldesloe das Jahr 1998 in der zweiten Bundesliga der Handballfrauen begonnen. Bei der TSG Wismar war das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari absolut chancenlos und verlor zum Abschluß der Hinrunde mit 19:27 (8:12). Das war für die Stormarnerinnen die bislang höchste Niederlage in dieser Saison.

Die Chancen, das erklärte Saisonziel – Aufstieg in die erste Bundesliga – noch zu schaffen, sind nach dieser vierten Saisonniederlage weiter gesunken. Aber die ungarische Trainerin denkt nicht daran, die Flinte vorzeitig ins Korn zu werfen.

„In der Rückrunde kann noch viel passieren. Auch die Mannschaften, die jetzt besser als wir im Rennen liegen, werden noch Rückschläge hinnehmen müssen“, sieht sie durchaus noch Chancen, die Lage in den noch ausstehenden 13 Spielen noch positiv verändern zu können.

Auf der Pressekonferenz unmittelbar nach dem Spiel in Wismar hielten das viele noch für reinen Zweckoptimismus der VfL-Trainerin. Aber die Ergebnisse des Spieltages – Spitzenreiter Halle-Neustadt verlor in Bochum/Riemke, die SG Berlin zur gleichen Zeit in Peine – bestätigten dann die Einschätzung von Zsuzsa Nyari. Bei maximal vier Punkten Rückstand ist für den VfL noch nicht Hopfen und Malz verloren.

Allerdings: Die Stormarnerinnen werden sich, wenn sie noch etwas „reißen“ wollen, gegenüber dem Spiel in Wismar um mindestens 100 Prozent steigern und zu mehr Konstanz in ihren Leistungen kommen müssen. Das weiß auch Zsuzsa Nyari. So bescheinigte sie lediglich ihrer Torhüterin Silke Schwöbken eine gute Leistung.

Die hielt trotz ihrer Fußverletzung aus dem Trainingslager in Weißenhäuser Strand, was nur irgend zu halten war – unter anderem auch zwei Siebenmeter – konnte aber allein die TSG Wismar nicht stoppen. Zu oft wurde sie von ihren Mitspielerinnen im Stich gelassen.

Vor mehr als 1000 Besuchern, darunter viele Oldesloer Fans, lag der VfL schon nach fünf Minuten mit 0:3 zurück. Davon konnte er sich nie erholen. Nicht in der von beiden Seiten eher konzeptlos geführten ersten Halbzeit und auch nicht im zweiten Spielabschnitt. In dem lief es bis zur 44. Minute wie gehabt. Dann schaffte der VfL binnen elf Minuten nur ein Siebenmetertor durch Eike Lange, so daß der Rückstand von 12:16 auf 13:25 (55.) anschwoll und die Niederlage zur Katastrophe auszuarten drohte. Zu allem Überfluß sah Jeanette Marquardt in der 56. Minute die rote Karte.

Die 19 Treffer für den VfL, der seine Chancen nicht konsequent nutzte und bisweilen mit zahlreichen Holztreffern auch etwas Pech entwickelte, verteilte sieb ziemlich gleichmäßig auf die eingesetzten Feldspielerinnen. Je drei Feldtore erzielten Dana Kretschmann und Anja Kramer. Auf die gleiche Ausbeute kamen unter dem Strich Jeanette Marquardt (3/2) und Eike Lange (3/3).

Martina Kattner, Birthe Wede, Birgit Walter (je 2) und Nicole Hübner (1/1) steuerten den Rest bei. Marion Werner wurde nur sporadisch eingesetzt und vertrat dann Martina Kattner als „Manndeckerin“ gegen die Weißrussin Antonina Tschibangu. Torhüterin Meike Schlick hatte ihre Grippe zwar überwunden und stand auf der Bank zur Verfügung, wurde aber nicht eingewechselt.

Spielmacherin Roswitha Bein wurde schmerzlich vermißt. Während sie zum Rückrundenstart am kommenden Sonntag in Magdeburg wieder zur Verfügung steht, werden die erkrankten Ivonne Grimm und Ivonn Bosza vermutlich länger ausfallen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.1.1998

 

Sonnabend, 17. Januar 1998

Oldesloer Handballerinnen wollen sich in Magdeburg rehabilitieren

(mth). Der Schock nach der hohen 19:27-Niederlage bei der TSG Wismar saß bei den Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe tief. Die Chance, wieder ganz vorn in der Spitzengruppe mitzumischen, war nach dieser bislang höchsten Saisonniederlage vorerst vertan.

Das war umso ärgerlicher, als auch die Spitzenmannschaften aus Halle-Neustadt und Berlin zur gleichen Zeit Rückschläge hinnehmen mußten. Aber statt näher an sie heranzukommen fielen die Stormarnerinnen vom vierten auf den fünften Rang zurück.

Aber noch ist nicht Hopfen und Malz verloren. So jedenfalls sieht das VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari vor dem Start in die Rückrunde am Sonntag um 16 Uhr in der Wartberghalle bei der SG Niederdodeleben/Magdeburg. „Wir haben über die Fehler, die wir in Wismar gemacht haben, ausführlich gesprochen. Das ist jetzt abgehakt und ich gehe davon aus, daß sich eine solche Häufung von Fehlleistungen bei uns nicht noch einmal wiederholt“, blickt die Ungarin nach vorn.

Viele der Fehler führt sie auf zu wenig Training und zu geringe Spielpraxis zurück. „Das müßte sich jetzt wieder erledigt haben“, ist sie für das Spiel in der Magdeburger Vorstadt zuversichtlich. Das Hinspiel in der Stormarnhalle entschieden die Oldesloerinnen zum Saisonauftakt mit 24:19 für sich.

Personell wird es in ihrem Team gegenüber dem Spiel in Wismar kaum Veränderungen geben. Wieder mit im Kader ist allerdings Spielmacherin Roswitha Bein. Sie soll aber nur im Notfall eingesetzt werden, denn sie hat, erst am Freitag von einem Südafrika-Urlaub zurückgekehrt, natürlich noch erheblichen Trainingsrückstand.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.1.1998

 

Sonntag, 18. Januar 1998

SG Niederdodeleben – VfL Oldesloe 23:22 (13:10)

VfL-Handballerinnen können nach 22:23 ihre Hoffnungen begraben
Wieder eine Halbzeit „verschlafen“

(NN). Die Handballerinnen des VfL Oldesloe können ihre Ambitionen, in die erste Bundesliga aufzusteigen, für diese Saison

wohl endgültig zu den Akten legen. Eine Woche nach dem verpatzten Jahresauftakt (19:27 bei TSG Wismar) mißriet ihnen auch der Start in die Rückrunde der zweiten Bundesliga. Bei der SG Niederndodeleben/Magdeburg bezog das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari eine 22:23- Niederlage. Damit sind die Stormarnerinnen auf den fünften Tabellenplatz zurückgefallen. Zu glauben, der VfL könne beispielsweise die fünf Minuspunkte noch aufholen, die TSG Wismar besser im Rennen liegt, dazu gehört eine gehörige Portion Optimismus. Schon gar, wenn man die Leistungen zugrundelegt, die der VfL in diesem Jahr gezeigt hat.

„Meine Mannschaft hat die erste Halbzeit wieder verschlafen“, kommentierte Zsuzsa Nyari die Vorstellung ihrer Schützlinge bis zur 36. Minute. Die anfängliche 4:2 Führung der Anhalterinnen, die keineswegs stärker als beim 24:19 Sieg des VfL zu Saisonbeginn spielten, konnten die Oldesloerinnen bis zur 18. Minute (7:7) egalisieren. Aber das spornte die Mannschaft nicht etwa zu größeren Anstrengungen an. Vielmehr offenbarte sie weiter große Deckungslücken, so daß der Gastgeber bald wieder mit 13:10 (29.) führte. Auch nach der Pause spielten die Oldesloerinnen zunächst im alten Trott weiter. Erst nach dem 13:17 in der 36. Minute wachte das Team auf. Von dem Zeitpunkt an zeigte es den Einsatz und Kampfgeist, den seine Trainerin und die treuen Fans von Anfang an erwartet hatten.

Aber die Aufholjagd zu der die Stormarnerinnen nun ansetzten, war letztlich nicht von Erfolg gekrönt. Dabei war auch eine gehörige Portion Pech im Spiel. Nicht zuletzt fühlten sich die Oldesloerinnen von dem Schiedsrichtergespann aus Neubrandenburg ungerecht behandelt. Darunter hatte vor allem Spielmacherin Roswitha Bein zu leiden, der buchstäblich jede Aktion abgepfiffen wurde.

Bitter war auch, daß die Schiedsrichter in der letzten Minute, als noch ein Remis möglich war, dem VfL einen klaren Freiwurf vorenthielten. „Aber die Unparteiischen tragen nicht die Schuld an unserer Niederlage. In Normalform und mit einer durchgehend guten Einstellung hätten wir das Spiel unbedingt für uns entscheiden müssen“, wollte Zsuzsa Nyari die Ursachen für die Niederlage nicht vom Team wegschieben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.1.1998

 

Freitag, 23. Januar 1998

VfL Bad Schwartau am Sonnabend Gast in der Stormarnhalle

Abschied von Aufstiegsträumen

(mth). „Zwölf gute Spielerinnen ergeben nicht zwangsläufig auch eine gute Mannschaft.“ Zu dieser, im Sport nicht ganz neuen, Erkenntnis sind die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe gekommen. Nach den ernüchternden Niederlagen in Wismar und Magdeburg ist im Lager der Stormarnerinnen auch dem letzten klar geworden, daß das Saisonziel „Aufstieg in die erste Bundesliga“ wohl doch zu hoch angesetzt war.

„Unser Ziel muß es sein, in den noch ausstehenden Spielen endlich zu einer homogenen Mannschaft zusammenzuwachsen“, setzt Trainerin Zsuzsa Nyari vor dem ersten Heimspiel des Jahres am Sonnabend gegen VfL Bad Schwartau neue Vorgaben.

Das Hinspiel Ende September hatten die Oldesloerinnen gegen den Nachbarn deutlich mit 30:13 für sich entschieden. Auch deshalb sind die Stormarnerinnen trotz der letzten Enttäuschungen für die Begegnung morgen um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle haushoher Favorit.

Aber Zsuzsa Nyari warnt davor, den Aufsteiger, der tief im Abstiegsstrudel steckt, zu unterschätzen. „Gerade gegen uns werden sich die Schwartauerinnen besonders ins Zeug legen. Nur wenn es uns endlich einmal gelingt, auch in eigener Halle locker und unverkrampft zu spielen, können wir vielleicht ein ähnliches Ergebnis erzielen“, dämpft sie allzu hochgesteckte Erwartungen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.1.1998

 

Sonnabend, 24. Januar 1998

VfL Oldesloe – VfL Bad Schwartau 32:20 (12:6)

Erster Sieg für Oldesloer Handballerinnen im neuen Jahr: 32:20 gegen Bad Schwartau

Mit Marion Werner aufwärts?

Die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe haben den ersten Sieg in diesem Jahr unter Dach und Fach. Gegen den VfL Bad Schwartau gewannen die Stormarnerinnen mit 32:20 (12:6). Ob die Oldesloerinnen auf Dauer wieder in die Erfolgsspur zurückfinden, bleibt offen. Der schwache Gegner war dafür kein Maßstab. Hoffnung aber gibt das gute Heim-Comeback von Marion Werner.

(Manfred Thomsen). Die Handballerinnen des VfL Oldesloe können doch noch gewinnen: Nach den deprimierenden Niederlagen in Wismar und Magdeburg/Niederdodeleben, mit denen sie sich – zumindestens vorerst – aus der Spitzengruppe der zweiten Bundesliga Gruppe Nord katapultierten, gelang den Schützlingen von Trainerin Zsuzsa Nyari gegen den VfL Bad Schwartau mit 32:20 (12:6) endlich der erste Sieg im neuen Jahr.

Bäume allerdings haben die Oldesloerinnen auch in der mit rund 350 Zuschauern erstaunlich gut besetzten Stormarnhalle über weite Strecken nicht ausgerissen. Auch kann der Erfolg kaum Aufschluß über die weiteren sportlichen Perspektiven der Kreisstädterinnen in dieser Saison geben. Dafür war der Gast aus Ostholstein zu hausbacken.

Gegenüber der Hinrunde, als sie den Stormarnerinnen mit 13:30 unterlagen, hat sich der Aufsteiger zwar ein Stück verbessert, aber ein echter Prüfstein für Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel sind sie noch immer nicht. Dennoch gewann Zsuzsa Nyari dem Erfolg ihres Teams viel Positives ab: „Ich freue mich vor allem über die Höhe des Sieges. Das wird uns ein Stück unseres Selbstvertrauens zurückgeben.“

Natürlich hatte auch sie die vielen Fehler registriert, die ihre Mannschaft vor allem bis zur 38. Minute wie am Fließband produzierte. „Aber es war für mich angenehm zu sehen, daß meine Spielerinnen diesmal nicht den Kopf hängen ließen, sondern unverdrossen weiterspielten und kämpften und schließlich auch zu besserer Form fanden“, analysierte sie Fortschritte in der Einstellung ihrer Schützlinge.

Die begannen die Partie außerordentlich nervös. Auch eine schnelle 6:2-Führung (10.) sorgte nicht für Sicherheit. Fortan war vieles nur Stückwerk. Immerhin funktionierte die Deckung bis zur Pause, so daß allen Unzulänglichkeiten zum Trotz eine klare 12:6-Halbzeitführung heraussprang.

Acht Minuten verliefen auch im zweiten Spielabschnitt noch im selben Trott. Der Gast konnte dabei sogar den Rückstand auf 10:14 verkürzen. Dann aber platzte bei den Oldesloerinnen endlich der Knoten.

Nach langer Verletzungspause drehte vor allem Marion Werner bei ihrem ersten Einsatz vor eigenem Publikum auf. Sie avancierte mit sieben Treffern zur erfolgreichsten Werferin im Team.

Aber auch ihre Mitspielerinnen wußten sich nun gegen einen immer konfuser reagierenden Gegner zu steigern, so daß auftretende Lücken in der Abwehr nicht weiter ins Gewicht fielen.

VfL Oldesloe: Schlick (bis 34. Minute), Schwöbken (ab 34.), Hübner (1), Kretschmann (3), Lange (2), Bein (3), Kellner (1), von Jagow (5). Werner (7).

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.1.1998

 

Sonnabend, 31. Januar 1998

VfL-Handballerinnen morgen in Wandsbek

Lösbare Aufgabe

(mth). Die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe haben am Wochenende die Chance, wieder ein Stück näher an die Spitzengruppe heranzurücken. Am Sonntag um 14 Uhr stehen die Schützlinge von Trainerin Zsuzsa Nyari bei Schlußlicht MTV Wandsbek 72 vor einer lösbaren Aufgabe.

In der Vergangenheit haben die Hamburgerinnen, obwohl in der Tabelle stets hinter den Stormarnerinnen, oft gehörig ärgern können und ihnen auch manche Schlappe zufügen können. Aber für diese Saison ist es dem Trainerfuchs Wolfgang Westphal nicht mehr gelungen, trotz der bescheidenen Mittel, die ihm der Verein zur Verfügung stellen kann, eine schlagkräftige Truppe zu formen. Noch ohne jeden Punktgewinn ist der Abstieg der Wandsbekerinnen in die Regionalliga beschlossene Sache.

Dennoch warnt die VfL-Trainerin davor, den Gegner auf die leichte Schulter nehmen. „Nach dem schlechten Start in diesem Jahr haben wir uns von Spiel zu Spiel steigern können. Aber bis wir wieder das Niveau der Spitze in unserer Liga erreicht haben, ist noch ein weiter Weg zurückzulegen“, erwartet sie eine weitere deutliche Steigerung von ihrem Team.

Nicht zuletzt hat sie dabei den Pokalknüller gegen das Bundesliga-Spitzenteam des FHC Frankfurt/Oder im Auge. Das wird am kommenden Freitag um 20.15 Uhr in der Stormarnhalle angepfiffen. Ursprünglich war es für den 21. Februar vorgesehen, mußte aber verlegt werden, weil die Frankfurterinnen an dem Termin ein Europa-Pokalspiel zu absolvieren haben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.1.1998

 

Sonntag, 1. Februar 1998

MTV Wandsbek 72 – VfL Oldesloe 16:27 (7:10)

VfL Oldesloe gewann bei Schlußlicht MTV Wandsbek 72 27:16

Leistungs-Steigerung erst nach der Halbzeit

(Manfred Thomsen). Ein Pflichtsieg, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Auf diesen Nenner läßt sich der 27:16 (10:7)-Erfolg des VfL Oldesloe in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen beim MTV Wandsbek 72 bringen. Der Sieg der Stormamerinnen gegen das noch punktlose Schlußlicht aus der Hansestadt war zu keinem Zeitpunkt der Partie gefährdet. Bäume aber hat das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari auch in der Sporthalle an der Rüterstraße in Hamburg-Wandsbek wie in allen Spielen des noch jungen Jahres nicht ausgerissen.

Vielleicht wäre das auch zuviel verlangt. Die Mannschaft ist nach den deprimierenden Niederlagen in Wismar und Magdeburg nach der kurzen Winterpause total verunsichert. Da sind große Leistungssprünge nach oben eher unwahrscheinlich.

Fortschritte sind allenfalls in kleinen Schritten zu erwarten. Die hat Zsuzsa Nyari in der zweiten Halbzeit bei ihren Schützlingen auch ausgemacht. „Da wurde endlich mehr Tempo gemacht, besser gedeckt, und es wurden auch wieder neue und überraschende Spielzüge probiert“, gewann sie dem Sieg positive Aspekte ab.

Vor der Pause allerdings war im Spiel der Oldesloerinnen erneut viel Sand im Getriebe. Auch ein ordentlicher Start mit einer 5:1-Führung nach zwölf Minuten beruhigte die Nerven nicht. Im Gegenteil: Was die Oldesloerinnen bis zur Pause boten, war ein einziges Festival von Fehlversuchen, Fehlpässen und technischen Fehlern.

Die Wandsbekerinnen sind in dieser Saison allerdings derart schwach besetzt, daß sie auch daraus kein Kapital schlagen können. Bezeichnend für ihren Zustand ist, daß MTV-Trainer Wolfgang Westphal auf gerade 16 Jahre alte Spielerinnen zurückgreifen muß, um überhaupt ein Team auf die Beine zu stellen.

„Wandsbek hatte mehr Probleme mit sich selbst als mit dem VfL“, kommentierte Otto Sternberg, ehemaliger Trainer der Oldesloerinnen, die Schwächephase des VfL vor der Pause. In der zweiten Halbzeit aber sah auch er dann, daß in der Mannschaft mehr Substanz steckt, als sie bisher offenbarte.

Das war auch daran abzulesen, daß sich die 27 Treffer fast gleichmäßig auf die zehn eingesetzten Feldspielerinnen verteilten. Am häufigsten trafen Birgit Walter (5) und Birthe von Jagow (4). Die weiteren Treffer gingen auf die Konten von Roswitha Bein, Jeanette Marquardt, Dana Kretschmann (je 3). Marion Werner, Martina Kattner, Anja Kramer (je 2), Eike Lange (2/2) und Nicole Hübner (1).

Auf jeden Fall müssen sich die Oldesloerinnen noch erheblich steigern, wenn sie sich am Freitag um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle im Pokalspiel gegen Europacup-Teilnehmer FHC Frankfurt/Oder achtbar aus der Affaire ziehen wollen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.2.1998

 

Donnerstag, 5. Februar 1998

Großes Los in der 4. Runde des DHB-Pokals der Frauen

VfL Oldesloe erwartet Erstligisten HC Frankfurt

Auftritt von Weltmeisterin Bianca Urbanke

(Manfred Thomsen). Darauf freuen sich die Stormarner Handball-Fans schon seit Monaten: Für die vierte Runde des DHB-Pokals der Frauen hat die Zweitliga-Mannschaft des VfL Oldesloe das große Los gezogen: Gegner des Teams von Trainerin Zsuzsa Nyari ist der HC Frankfurt/Oder, eine der ersten Adressen im deutschen Frauen-Handball.

Eigentlich hatten die Stormarner Fans auf diesem sportlichen Leckerbissen bis Ende Februar warten sollen. Aber die Zeit ungeduldigen Wartens ist unverhofft verkürzt worden. Das Schlagerspiel steigt bereits am Freitag dieser Woche. Der Anpfiff erfolgt in der Stormarnhalle um 19.30 Uhr.

Die Vorverlegung hängt mit der Stärke des Teams von der Oder zusammen. Grund: Am ursprünglich vorgesehenen 22. Februar müssen die Frankfurterinnen im City-Cup ran. Diesen, dem UEFA-Pokal im Fußball vergleichbaren Wettbewerb, haben sie in der vergangenen Saison gewinnen können.

Das war beileibe nicht der erste internationale Team-Erfolg in der Vereinsgeschichte. 1985 und 1990 hatten sie sich auch im Vorgänger-Wettbewerb, dem IHF-Pokal, durchsetzen können. In der DDR, zu ihrer Zeit einer der weltbesten Frauen-Handballverbände, war der HC Frankfurt zwischen 1981 und 1990 sechsmal Meister und fünfmal Pokalsieger. Erst 1972 im Jugendbereich gegründet wurde das Team, damals unter dem Namen ASC (Armee-Sport-Club), schon 1976 im Frauenbereich erstklassig.

Dort ist der Club, der 1994 mit dem BSV Blau-Weiß, dem Stammverein von VfL-Kreisläuferin Eike Lange, fusionierte, auch nach der Wende geblieben. Als beste Plazierung erreichten die Frankfurterinnen 1992, 1993 und 1995 Platz drei in der Bundesliga. Zur Zeit liegen sie nach 18:24-Niederlage gegen Spitzenreiter BVB Borussia Dortmund auf Rang sechs.

Kopf und Herz des mit Nationalspielerinnen gespickten Teams ist Bianca Urbanke, die 1993 die Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft geführt hatte. Bei den Titelkämpfen Ende des Vorjahres wurde sie im Team von Bundestrainer Ekke Hoffmann schmerzlich vermißt, weil sie nach einer Babypause noch nicht wieder Anschluß an ihr Leistungsvermögen gefunden hatte.

Auf ihren Auftritt in der Stormarnhalle sind die Oldesloer Zuschauer natürlich ganz besonders gespannt. Aber natürlich auch auf das Abschneiden der eigenen Mannschaft. Bislang hat das Team um Mannschaftsführerin Birgit Walter das eigene Publikum in dieser Saison nicht gerade verwöhnt. Grund: Die Mannschaft ist noch nicht zu einer Einheit zusammengewachsen und offensichtlich dem hohen Erwartungsdruck, der von außen an sie herangetragen wurde, nicht gewachsen.

Aber Trainerin Zsuzsa Nyari hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß der Knoten bald platzt. Das Pokalspiel böte eine gute Gelegenheit dazu, zumal gegen den übermächtigen Gegner niemand auf den Rängen einen Sieg erwartet. Das Team hat nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Vielleicht veranlaßt diese Ausgangsbasis die Mannschaft dazu, ihre Nervosität abzustreifen und die Fehlerzahl zu reduzieren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.2.1998

 

Freitag, 6. Februar 1998

VfL Oldesloe – FHC Frankfurt/O. 30:35 (12:17)

(Achtelfinale DHB-Pokal)

Oldesloer Handball-Frauen unterlagen im Pokal-Achtelfinale dem Erstligisten HG Frankfurt/Oder mit 30:35

Standing Ovations für's beste Saisonspiel

Die Handball-Frauen des VfL Oldesloe haben die Sensation verpaßt: Im Achtelfinale um den DHB-Pokal boten sie zwar ihr bestes Saisonspiel, verloren aber dennoch mit 30:35 gegen HC Frankfurt.

(Manfred Thomsen). Die Pokalsensation ist ausgeblieben. Im Achtelfinale des DHB-Pokal-Wettbewerbs unterlagen die Zweitliga-Frauen des VfL Oldesloe gegen den Erstligisten HC Frankfurt/Oder mit 30:35 (12:17). 350 Zuschauer waren in der Stormarnhalle dennoch hochzufrieden und verabschiedeten das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari mit stehenden Ovationen. Und die hatte sich das Team redlich verdient. Die Stormarnerinnen zogen sich gegen den City-Cup-Sieger – ein dem Fußball-UEFA-Cup ähnlicher internationaler Wettbewerb – gut aus der Affaire.

Fast eine Halbzeit lang lag sogar eine Überraschung in der Luft. Grund: Nach 27 Minuten führte der Gast mit nur einem Treffer. Der Zwischenstand von 12:13 kam für den VfL nicht von ungefähr. Die Mannschaft war gegenüber den vergangenen Punktspielen, in denen sie verkrampft und nervös agiert hatte, nicht wiederzuerkennen.

Ihre Scheu vor dem „großen Gegner“ hatte sie spätestens nach vier torlosen Minuten abgelegt, als Nicole Hübner den VfL mit 1:0 in Front brachte. Das Kunststück, die Gäste ins Hintertreffen zu bringen, gelang zwar kein weiteres Mal, aber abschütteln ließen sich die Oldesloerinnen nicht.

3:3 stand es bis zur 12. Minute. Auch als der Gast binnen fünf Minuten auf 8:4 davonzog, ließen sich die Stormarnerinnen nicht aus dem Konzept bringen. Mit bewundernswerter Energie und einer immer stärker werdenden Dana Kretschmann kämpfte sich der VfL heran. Zwischen der 22. und 27. Minute markierte die gebürtige Frankfurterin fünf VfL-Treffer, sorgte zweimal für Gleichstand (9:9 und 11:11) und zuletzt für den 12:13-Zwischenstand.

In den letzten drei Minuten der ersten Halbzeit aber gab es einen Bruch im VfL-Spiel. Und den wußte die 190facbe Nationalspielerein Bianca Urbanke erbarmungslos zu nutzen. Drei Tore erzielte die Weltmeisterin von 1993, die zuvor von der VfL-Deckung gut in Schach gehalten wurde. Einen vierten bereitete sie meisterhaft vor.

Der Schock, so schien es, saß bei den VfL-Frauen tief und bis zur 38. Minute zog Frankfurt auf 22:12 davon. Aber Zsuzsa Nyari hatte ihrem Team eingebleut, nicht aufzustecken. „Meine Mannschaft muß kämpfen lernen“, hatte sie als Marschroute ausgegeben, und die befolgte die Anregung bravourös.

Das Startsignal zu einer bemerkenswerten Aufholjagd gab erneut Nicole Hübner mit ihrem Treffer zum 13:22. In der nächsten neun Minuten konnte der VfL seinen Rückstand auf 21:26 verkürzen. Dabei brachte es die Mannschaft fertig, in der Zeitstrafe von Martina Kattner nicht nur ohne Gegentor zu bleiben, sondern den Rückstand sogar noch zu verkürzen.

Mit dieser Erfahrung im Rücken verkraftete das Team auch einen weiteren Zwischenspurt der Frankfurterinnen. Die zogen bis zur 51. Minute auf zehn Tore davon (31:21), hatten dann aber ihr Pulver verschossen. Unter dem tosenden Beifall der Fans schafften es die Stormarnerinnen noch einmal, den Rückstand zu halbieren.

Der Bundesligist war in diese Phase konditionell am Ende. Grund: Trainer Dietmar Rösicke hat mit elf Spielerinnen nur einen Mini-Kader zur Verfügung. Drei Ausfälle wie in Oldesloe kann das Team nur mühsam verkraften, denn wegen des Fehlens eines Unterbaus – keine zweite Mannschaft, keine A-Jugend – muß der Coach auf 16jährige B-Jugend-Spielerinnen als Ergänzung zurückgreifen.

Die waren gegen den VfL überfordert. So mußten Torhüterin Wencke Fürst, Bianca Urbanke (10 Treffer), Swetlana Straszko (7), Romy Reineke (6). Mette Mathiesen (5) und Tamara Mandic (5/2) die Last allein tragen. „Und daran hatten sie zu knabbern“, wie ihr Trainer einräumte.

Er verband damit ein Kompliment an das Oldesloer Team. Zurecht, denn so geschlossen wie gegen Frankfurt war das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari in dieser Saison noch nie aufgetreten. Dabei fehlte neben den Dauer-Ausfällen Ivonne Grimm und Ivonn Bosza auch die erkrankte Birthe von Jagow.

Aber das kompensierten ihre Teamkolleginnen mit tollem Einsatz. In herausragender Form präsentierten sich Marion Werner (8) und Dana Kretschmann (7) als erfolgreichste Torwerferinnen ihrer Mannschaft. Aber auch alle anderen Feldspielerinnen – Martina Kattner (4). Eike Lange (4/1), Nicole Hübner, Anja Kramer (je 2), Jeanette Marquardt, Roswitha Bein und Birgit Walter – trugen sich in die Torschützenliste ein.

Im Tor bot Silke Schwöbken trotz der 35 Gegentore eine gute Leistung. Mit zwei gehaltenen Siebenmetern von Bianca Urbanke und zahlreichen Glanzparaden sorgte sie für besondere Höhepunkte.

Fazit: Wenn der VfL Oldesloe diese Einstellung auch in die Punktspiele übertragen kann, muß für den Endkampf in der Spitzengruppe der zweiten Liga noch nicht aller Tage Abend sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.2.1998

 

Sonnabend, 14. Februar 1998

VfL-Handballerinnen gegen Holstein Kiel

Locker um Punkte?

(mth). – Die Kür im Pokal gehört der Vergangenheit an. Ab sofort ist für die Handballerinnen des VfL Oldesloe wieder die Pflicht mit den Punktspielen in der zweiten Liga angesagt. Gegner ist heute um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle Landesrivale KSV Holstein Kiel.

VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari hofft, daß ihre Schützlinge etwas von der Lockerheit aus dem 30:35 gegen den Erstligisten HC Frankfurt/Oder herüberretten. „Wir müssen gewinnen, wenn wir Kontakt zur Spitze halten wollen“, so die Ungarin. „Aber ich hoffe, daß das Team eine Mischung aus Selbstbewußtsein und Anspannung findet.“

Personell wird es beim VfL gegenüber der Vorwoche keine Veränderungen geben. Ob bei den Kielerinnen die frühere VfLerin Melanie Bernecker mitwirkt, ist ungewiß. „Sie spielt wegen beruflicher Belastung nur bei wenigen Auswärtsspielen, aber ich rechne damit, daß sie für uns eine Ausnahme macht“, erwartet Zsuzsa Nyari.

Eine Hürde für einen Oldesloer Sieg sollte aber auch das nicht sein. Schließlich hat der VfL das Hinspiel deutlich mit 30:23 für sich entschieden und damit Revanche für die beiden Niederlagen in der vorangegangenen Saison genommen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.2.1998

 

Sonnabend, 14. Februar 1998

VfL Oldesloe – Holstein Kiel 33:25

 

Sonnabend, 28. Februar 1998

Ziel der VfL-Handballerinnen in Rostock:

Auf glattem Parkett nicht ausrutschen

(mth). Die Zweitliga-Handhallerinnen des VfL Oldesloe haben mit den Siegen in den letzten drei Spielen wieder Anschluß an die Spitzenmannschaften der Klasse gefunden. Dieser Aufwärtstrend steht heute auf dem Prüfstand. Beim HC Empor Rostock, auf den sie heute um 16 Uhr in der Halle Marienehe treffen, haben die Stormarnerinnen in Punktspielen der zweiten Liga nie gewonnen.

Vielmehr sind sie auf dem glatten Boden der ehemaligen Fisch-Auktionshalle in der Vergangenheit regelmäßig derbe ausgerutscht. Diese schwarze Serie soll endlich beendet werden.

Bis auf die Dauerverletzten Ivonn Bosza und Ivonne Grimm, zu denen sich nach ihrem Patella-Sehnen-Abriß mindestens bis zum Saisonende auch Mannschaftsführerin Birgit Walter gesellt, stehen Zsuzsa Nyari in der Ostsee-Hafenstadt alle Spielerinnen zur Verfügung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.2.1998

 

Sonnabend, 28. Februar 1998

HC Empor Rostock – VfL Oldesloe 25:24 (13:9)

Ein Siebenmetertor 20 Sekunden vor Schluß brach den Oldesloer Zweitliga-Handballerinnen bei der 24:25-Niederlage das Genick

Empor Rostock bleibt für den VfL ein zu heißes Pflaster

(Manfred Thomsen). Die mecklenburgische Hansestadt Rostock ist für die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe weiterhin keine Reise wert. Wie stets in den vergangenen Jahren kehrte das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari vom Gastspiel bei HC Empor Rostock mit einer Niederlage zurück. Mit 24:25 (9:13) fiel die zwar weit glimpflicher als in den vorangegangenen Jahren aus, in denen die Stormarnerinnen auf dem glatten Parkett in der Sporthalle Marienehe stets deftig ausgerutscht waren.

Aber das war für den VfL nur ein schwacher Trost. Ihr Vorhaben, trotz der vorangegangenen vielen Rückschläge in der Spitzengruppe der zweiten Bundesliga Gruppe Nord noch ein ernstes Wort mitzureden, ist nach dieser vierten Auswärtsniederlage so gut wie gescheitert.

Doch nicht nur das schmerzte die Oldesloerinnen. In einer knochenharten Begegnung hatten die VfL-Spielerinnen eine hervorragende kämpferische Leistung geboten. Die schien auch belohnt zu werden, als Dana Kretschmann in der 59. Minute mit ihrem Treffer zum 24:24 erstmalig nach dem 6:6 (15. Minute) wieder für den Gleichstand gesorgt hatte. Aber das Schicksal meinte es nicht gut mit dem VfL. 20 Sekunden vor Schluß verwandelte Petra Weidemann einen Siebenmeter zum Siegtreffer für Rostock.

Zwischenzeitlich hatte der Gastgeber bisweilen mit vier und fünf Treffern geführt. Aber der VfL steckte zu keinem Zeitpunkt auf. Dabei übertrieb die Mannschaft, der in der Vergangenheit gelegentlich mangelnder Kampfgeist vorgeworfen worden war, den Einsatz. Neun Zeitstrafen (gegenüber sechs der Rostockerinnen) warfen das Team immer wieder zurück.

Seine liebe Mühe und Not hatte der VfL vor der Pause mit der aggressiven 3-2-1-Deckung der Gastgeberinnen. Besonders Oldesloes Spielmacherin Roswitha Bein kam damit nicht zurecht. Schlecht für VfL waren auch die oft langatmigen, auf Ballsicherung bedachten Angriffe der Rostockerinnen, denn so kam die schärfste Waffe im VfL-Spiel, der Tempogegenstoß nur selten zum tragen.

Erfolgreichste Werferinnen waren Eike Lange und Marion Werner mit je sechs Treffern. Eike Lange verwandelte dabei fünf Siebenmeter. Die weiteren Tore für die Stormarnerinnen teilten sich Nicole Hübner, Jeanette Marquardt (je 3), Dana Kretschmann, Martina Kattner (je 2), Anja Kramer und Birte von Jagow. Martina Kattner schied nach 44. Minuten mit einer Knieverletzung vorzeitig aus.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.3.1998

 

Sonnabend, 7. März 1998

Der VfL hat heute etwas gutzumachen

(mth). Bei den Zweitliga-Handhallerinnen des VfL Oldesloe ist die Luft nach der knappen Niederlage in Rostock raus. Nun müßte schon ein größeres Wunder geschehen, wenn das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari noch einmal in den Kampf um die Spitzenplätze der Liga eingreifen sollte.

Entsprechend gedämpft ist deshalb auch die Stimmung bei den Spielerinnen. Aber heute wollen sie sich noch einmal tüchtig ins Zeug legen, wenn es um 19.30 Uhr gegen den alten Rivalen TSV Nord Harrislee geht. Gegen den haben die Oldesloerinnen einiges gutzumachen, denn das Hinspiel in Harrislee verloren sie unter denkbar ungünstigen Vorzeichen – Spielmacherin Roswitha Bein wurde wegen einer obskuren Anzweiflung ihrer Spielberechtigung vorsichtshalber nicht eingesetzt – mit 24:25. Mit der Niederlage bekamen die Meisterschaftsambitionen des VfL die ersten Risse, die sich später dann ausweiteten. Offen ist noch, ob Martina Kattner mit von der Partie sein kann, obwohl sich ihre Knieverletzung aus dem Spiel in Rostock gottlob als nicht so schwer wie befürchtet herausgestellt hat. Ansonsten gibt es im VfL-Aufgebot keine Veränderungen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.3.1998

 

Sonnabend, 7. März 1998

VfL Oldesloe – TSV Nord Harrislee 27:17 (14:10)

27:17-Erfolg gegen TSV Nord Harrislee

„VfL ist Nummer eins im Land“

Punktspiele zwischen den Handballerinnen des VfL Oldesloe und des TSV Nord Harrislee bleiben berechenbar. Während die Stormarnerinnen aus dem Flensburger Vorort noch nie auch nur einen Punkt entführten, so haben sie in der Stormarnhalle noch nie etwas anbrennen lassen. Ihnen gelang mit 27:17 (14:10) eine eindrucksvolle Revanche für die 24:25-Hinspiel-Niederlage.

(Manfred Thomsen). Heie Jacobsen, Trainer der Handballerinnen des TSV Nord Harrislee, war ganz begeistert: „So macht Frauen-Handball Spaß“, weinte er der hohen 17:27 (10:14)-Niederlage seines Teams keine Träne nach. Im Gegenteil: „Unser Sport ist nur dann für die Zuschauer attraktiv, wenn beide Mannschaften offensiven Tempohandball bieten und darauf verzichten, die oft brutale Härte aus dem Männerbereich zu kopieren. Das ist bei Spielen zwischen uns und den Oldesloerinnen, seit dort Zsuzsa Nyari die Richtung vorgibt, immer der Fall“, dozierte der engagierte Coach, der seit 28 Jahren in Harrislee Frauen- und Mädchen-Mannschaften fast rund um die Uhr betreut.

Aber er erkannte nicht nur den Sieg der Oldesloerinnen neidlos als verdient an. Zugleich verkündete er einen Wechsel an der Spitze des Frauen-Handballs in Schleswig-Holstein: „Wenn in den vergangenen sieben Jahren am Ende der Saison Bilanz gezogen wurde, sind wir im Land immer unangefochten die Nummer eins gewesen. Jetzt ist der VfL Oldesloe in diese Rolle geschlüpft.“

Das Kompliment ging den Stormarnern natürlich runter wie Öl, zumal Jacobsen noch hinzufügte, daß der VfL Oldesloe vom Leistungsvermögen eigentlich viel weiter oben in der Tabelle stehen müßte. Das war ursprünglich auch das Ziel von Trainerin Zsuzsa Nyari und Manager Willi Koslowski. Und es wäre gewiß auch zu realisieren gewesen, wenn die Mannschaft in der Saison beständiger so unverkrampft wie gegen Nord Harrislee vor den rund 300 Zuschauern aufgetreten wäre.

Der Sieg gegen den Nordrivalen war zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr. Nicht ein einziges Mal gerieten die Oldesloerinnen in Rückstand. Dem Gast wurden zwei Durststrecken zum Verhängnis. Zwischen der 12. und 22. und zwischen der 36. und 46. Minute hing er vollkommen durch.

Das nutzte der VfL Oldesloe aus, seinen Vorsprung entscheidend auszubauen, erst von 6:5 auf 10:5, dann von 16:13 auf 21:14.

Dabei zeigten die Oldesloerinnen eine sehr geschlossene Mannschaftsleistung. Aus der hob Trainerin Zsuzsa

Nyari Torhüterin Silke Schwöbken und ihre Haupttorwerferinnen Jeanette Marquardt (8) sowie Anja Kramer (5) noch besonders hervor. Die weiteren Treffer teilten sich Roswitha Bein (4/2), Birthe von Jagow, Marion Werner (je 3), Dana Kretschmann (2), Nicole Hübner, Eike Lange und Martina Kattner. Meike Schlick kam nur für zwei Siebenmeter von Petra Schulz ins VfL-Tor. Mit vollem Erfolg: Einen „guckte“ sie an den Pfosten, den anderen konnte sie parieren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.3.1998

 

Sonnabend, 21. März 1998

Comeback für Grimm

(mth). Ein Comeback wird es heute beim Spiel der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe gegen den Post-SV Braunschweig Süd geben. Ivonne Grimm, die ehemalige Juniorinnen-Nationalspielerin, die seit weit mehr als einem Jahr kein Punktspiel mehr für den VfL hat bestreiten können – erst verhinderte eine Erkrankung, später ihre berufliche Ausbildung und danach erneut eine Erkrankung ihren Einsatz –, hofft endlich auf ihren ersten Einsatz in dieser Saison.

Dafür wird voraussichtlich Dana Kretschmann ausfallen. Dennoch ist VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari zuversichtlich, ihr Team zu einem Erfolg führen zu können. Das Hinspiel entschieden die Stormarnerinnen in Braunschweig außerordentlich deutlich mit 41:18 für sich. Allerdings sind die Niedersachsen mittlerweile personell wieder besser bestückt als im Herbst. Leistungsträgerin Tanja Loungrin, die die Braunschweigerinnen verlassen hatte, ist zu ihrem Stammverein zurückgekehrt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.3.1998

 

Sonnabend, 21. März 1998

VfL Oldesloe – PSV Braunschweig 23:25 (12:14)

Oldesloer Handballerinnen mußten beim 25:23-Sieg zittern

Nyari: Peinliche Vorstellung

(Manfred Thomsen). „Ich hoffe, daß sich das Sprichwort, nach dem einer mißlungenen Generalprobe eine geglückte Premiere folgt, auch für uns bewahrheitet.“ Zsuzsa Nyari, Trainerin der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe, nahm die schwache Vorstellung ihrer Schützlinge beim 25:23 (14:12)-Erfolg gegen den Tabellenvorletzten Post-SV Braunschweig Süd in Hinblick auf das Gastspiel der Stormarnerinnen am kommenden Wochenende bei Spitzenreiter Union Halle-Neustadt mit einer gehörigen Portion Galgenhumor.

So richtig böse war sie mit ihren Spielerinnen auch nicht, denn im Gegensatz zu manchen Fehlleistungen im vergangenen Herbst hat das Team es nicht an dem nötigen Kampfgeist fehlen lassen. Aus der Enttäuschung über die spielerische Leistung ihrer Schützlinge allerdings machte sie keinen Hehl: „Es war eine peinliche Vorstellung meiner Mannschaft, für die ich mich bei den Zuschauern entschuldigen möchte.“ Allzu viele Fans haben das wenig überzeugenden Spiel des VfL allerdings nicht mitbekommen: Kaum 200, so wenig wie noch nie in dieser Saison, versammelten sich auf den Rängen der Stormarnhalle.

Die Besucher glaubten nur bis zur 6:1-Führung in der 7. Minute, der VfL könne den 41:19-Rekordsieg aus der Hinrunde wiederholen. Die Führung blieb jedoch nur bis zum 9:3 (14.) auf gleichem Level und schrumpfte bis zur Pause auf 14:12 ein.

In der zweiten Halbzeit wiederholten sich die Abläufe. Wieder zog der VfL zunächst auf 20:14 davon, um dann rapide abzubauen. In der 58. Minute läutete der Gast mit dem Anschlußtreffer (22:23) die dramatische Schlußphase ein. Auch das 24:22 von Marion Werner (59.) war noch nicht die Entscheidung, denn dieselbe Spielerin leitete mit einem Fehlpaß postwendend den nächsten Treffer der Braunschweigerinnen ein.

30 Sekunden vor dem Abpfiff kamen die Gäste noch einmal in Ballbesitz, verspielten aber ihren letzten Angriff, so daß Birthe von Jagow acht Sekunden vor der Schlußsirene mit einem Tempogegenstoß den Sack zubinden konnte.

Die Tore für den VfL, bei dem Ivonne Grimm nach mehr als einjähriger Pause zu zwei ersten Kurzeinsätzen kam, teilten sich Anja Kramer (5), Marion Werner (4), Jeanette Marquardt (4/1), Roswitha Bein (4/3), Martina Kattner, Birthe von Jagow (je 3) und Ivonne Grimm (1).

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.3.1998

 

Freitag, 27. März 1998

Gast in Halle/Saale

VfL hat nichts zu verlieren

(mth). „Auf eine schlechte Generalprobe folgt hoffentlich eine gute Vorführung.“ So machte sich Zsuzsa Nyari, Trainerin dar Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe, nach der enttäuschenden Vorstellung ihrer Schützlinge gegen PSV Braunschweig Mut für das Gastspiel bei Spitzenreiter SV Union Halle-Neustadt. Das beginnt am Sonnabend um 16 Uhr in der Universitätssporthalle in Halle. Um dort Revanche für die 32:35·Niederlage im hochklassigen Hinspiel zu nehmen, muß der VfL seine Form nicht nur erheblich steigern, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes früh aufstehen. Der Mannschaftsbus, in dem auch wieder Schlachtenbummler mitfahren können, macht sich schon um 8 Uhr an der Stormarnhalle auf die lange Reise.

Sportlich sieht Zsuzsa Nyari nicht die Anreise als Problem. Sie grübelt vielmehr, wie ihr Team, in dem Dana Kretschmann wieder dabei ist, die 14fache Torschützin des Hinspiels, Kerstin Nindel, ausschalten kann.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.3.1998

 

Sonnabend, 28. März 1998

SV Union Halle-Neustadt – VfL Oldesloe 26:26 (15:14)

26:26-Remis beim Zweitliga-Spitzenreiter

VfL in Halle mit toller Steigerung

(Manfred Thomsen). Nach dem mühevollen Heimsieg gegen den Tabellenvorletzten aus Braunschweig hatten die Fans der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe dem Gastspiel bei Spitzenreiter SV Union Halle-Neustadt mit sehr gemischten Gefühlen entgegengesehen. In der Verfassung, in der sich die Schützlinge von Trainerin Zsuzsa Nyari zuletzt in der Stormarnhalle vorgestellt hatte, so fürchteten sie, drohte eine herbe Schlappe. Aber die Befürchtungen erwiesen sich als gegenstandslos. Die Oldesloerinnen wußten sich um mehr als 100 Prozent zu steigern und machten mit einem 26:16 (14:15)-Unentschieden deutlich, daß sie an ihren guten Tagen auch mit den besten Teams der Liga mithalten können.

„Vor allem die kämpferische Einstellung meiner Spielerinnen hat mir gefallen“, stellte Zsuzsa Nyari zufrieden fest. Ihre ausführlichen Gespräche unter der Woche waren ganz offensichtlich auf fruchtbaren Boden gefallen.

Danach sah es zunächst allerdings nicht aus. Anfangs schien der Tabellenführer aus Sachsen-Anhalt den VfL überlaufen zu wollen. 4:0 stand es nach sieben Minuten und niemand der rund 300 Zuschauer gab noch einen Pfifferling auf die Stormarnerinnen.

Aber nur vier Minuten später rieben sie sich verwundert die Augen: Mit einem energischen Zwischenspurt hatte der VfL auf 4:4 gleichgezogen. Fortan lieferten sich beide Teams einen gleichwertigen Kampf. Bis zum 16:16 in der 36. Minute gelang es keiner der beiden Seiten mehr, sich vom Gegner abzusetzen.

Dann schien sich die Waage zugunsten der Oldesloerinnen zu neigen. Bis auf 21:17 zogen sie bis zur 42. Minute davon. Vor allem Marion Werner, Dana Kretschmann und Anja Kramer liefen zu Hochform auf. In der Abwehr konnte sich der VfL auf Silke Schwöbken verlassen, die eine ganze Serie von Glanzparaden zeigte.

Aber der Spitzenreiter fightete entschlossen zurück. Bis zur 53. Minute hatten die Gastgeberinnen wieder auf 24:24 gleichgezogen. Ballverluste durch technische Fehler und überhastete Würfe hatten zu diesem Rückschlag geführt. Die Nervosität steigerte sich verständlicherweise in der Schlußphase noch und als Halle 90 Sekunden vor dem Abpfiff mit 26:24 führte schien Hopfen und Malz verloren.

Doch die kämpferische Moral des VfL-Teams war noch immer in Takt. Marion Werner und Dana Kretschmann setzen noch einmal nach und sicherten mit ihren Treffern den Oldesloerinnen den verdienten Lohn für eine großartige Leistung.

In die Torschützenliste konnten sich für den VfL Marion Werner (6), Dana Kretschmann, Anja Kramer (je 5), Roswitha Bein (3), Martina Kattner, Birthe von Jagow (je 2), Eike Lange (2/2) und Jeanette Marquardt eintragen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.3.1998

 

Freitag, 3. April 1998

Oldesloer Handball-Frauen wollen einen Tabellenplatz gutmachen

(cr). Die Handball-Frauen des VfL Oldesloe haben sich für Sonnabend einiges vorgenommen. In der Auswärtspartie bei der SG GutsMuths/BTSV Berlin (Anpfiff: 15.30 Uhr) wollen die Schützlinge von Zsuzsa Nyari den Sprung vom fünften auf den vierten Tabellenplatz der zweiten Bundesliga schaffen. Möglich ist das allemal, zumal die Gastgeberinnen als Vierte lediglich einen Pluspunkt mehr auf ihrem Konto haben, jedoch auch ein Spiel mehr.

„Im Hinspiel haben wir schlecht gespielt und mit 26:28 verloren. Das wollen wir jetzt wieder gutmachen“, gibt Trainerin Zsuzsa Nyari die Marschroute aus. Und ihre Zuversicht ist keineswegs aus der Luft gegriffen: „Berlin war bislang eigentlich immer ein gutes Pflaster für uns, da sollte auch jetzt wieder ein Sieg für uns drin sein.“ Vor allem auf die zwei starken Rückraumspielerinnen im GutsMuths-Team wollen die Oldesloer ein Auge haben. „Eine davon werden wir wahrscheinlich sogar in Manndeckung nehmen“, verrät die VfL-Trainerin.

Personell kann Zsuzsa Nyari aus dem Vollen schöpfen. „Alle meine Spielerinnen sind fit.“ Außerdem ist zu hoffen, daß die Freude nach dem 26:26 aus der Vorwoche gegen den bisherigen Spitzenreiter Halle die VfL-Frauen zusätzlich motiviert.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.4.1998

 

Sonnabend, 4. April 1998

SG GutsMuths/BTSV Berlin – VfL Oldesloe 22:24 (10:13)

VfL-Handballerinnen gewannen bei GutsMuths Berlin mit 24:22

Sieg zu keiner Zeit gefährdet

(Cordula Rassow). „In diesem Spiel war ich mit meiner Mannschaft wirklich zufrieden“, sagte Zsuzsa Nyari, Handball-Trainerin der Zweitliga-Frauen des VfL Oldesloe. In der Partie beim Tabellennachbarn SG GutsMuths/BSV Berlin setzten sich die Stormarnerinnen mit 24:22 (13:10) durch und haben mit inzwischen 31:13 Punkten das bislang auf Platz vier rangierende Team aus der Bundeshauptstadt hinter sich gelassen.

„In der vergangenen Saison hatten wir ein paar ähnliche Spiele, aber die haben wir am Ende verloren“, so die Trainerin. „Aber diesmal habe ich die ganze Zeit über gewußt, daß wir gewinnen würden.“ Lediglich in der ausgeglichenen Anfangsphase taten sich die Gäste aus Schleswig-Holstein schwer und ließen die Gastgeberinnen in Front gehen. Allerdings nicht für lange, denn nach dem Ausgleich zum 4:4 in der 10. Minute setzten sich die Oldesloerinnen ab und lagen bis zum Schlußpfiff vorn. „Fünf Minuten vor der Halbzeit hatten wir beim 12:8 eine Sechs-Tore-Führung herausgespielt. Das war ein gutes Polster.“

Garant für die Überlegenheit der Stormarnerinnen war die überragende Torhüterin Silke Schwöbken, die allein zwei Siebenmeter parieren konnte. Aber auch die taktische Marschroute der Oldesloerinnen zahlte sich aus. „Die starke Berliner Rückraum-Spielerin Katarina Hartenstein wurde von Martina Kattner in Manndeckung genommen, und sie ihre Sache sehr, sehr gutgemacht“, lobte die VfL-Trainerin.

In der zweiten Halbzeit kamen die VfL-Frauen gut aus den Startlöchern und bauten ihre Führung souverän auf 17:12 und 18:13 aus. „Aber dann wurden die Berlinerinnen in ihrer Abwehr offensiv und haben erst 4:2, später dann 3:3 gedeckt“, erzählt Zsuzsa Nyari. „Damit kamen wir anfangs nicht gut zurecht.“ Folge: Zwei Minuten vor Schluß waren die Gastgeberinnen auf 22:21 herangekommen. Allerdings reichte das nicht mehr zur Wende, denn in den letzten Minuten setzten sich die Oldesloerinnen mit zwei weiteren Treffern noch mit 24:22 durch.

Erfolgreichste Schützin im Oldesloer Team war Marion Werner mit sieben Treffern. Den Rest teilten sich Roswitha Bein (4/1), Eike Lange (4/4), Anja Kramer (3), Dana Kretschmann, Martina Kattner (je 2), Nicole Hübner und Jeanette Marquardt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.4.1998

 

Sonnabend, 18. April 1998

VfL Oldesloe für das Spiel in Peine voll motiviert

(Manfred Thomsen). Zum vorletzten Auswärtsspiel der Saison treten die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe heute um 17 .30 Uhr in der Halle Silberkamp beim abstiegsgefährdeten MTV VJ Peine an. Mit fünf Punkten Rückstand zum Spitzenduo aus Wismar und Halle-Neustadt und dreien zum Tabellendritten Teutonia Riemke sind bei vier noch ausstehenden Spieltagen die Aussichten der Stormarnerinnen, noch einmal in den Kampf um die Aufstiegsplätze eingreifen zu können, denkbar gering.

Da allerdings noch einige direkte Duelle der vier Spitzenteams anstehen – der VfL erwartet als Gäste in der Stormarnhalle noch die Teams aus Wismar und Riemke –, hat Trainerin Zsuzsa Nyari die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. „Es kann noch so viel passieren, da ist es für endgültige Prognosen noch viel zu früh“, gibt sie als Parole aus.

Aber nicht nur deswegen hat sie ihr Team vor der Partie in Peine noch einmal voll motiviert. Mit dem Aufsteiger aus Niedersachsen nämlich, speziell ihrem Trainerkollegen Michael Neumann, hat sie vom Hinspiel noch ein Hühnchen zu rupfen. Der hatte sich bei der 19:2 7-Niederlage in der Stormarnhalle als denkbar schlechter Verlierer gezeigt.

Daß er den VfL als „zusammengekauften Haufen ohne Mannschaftsgeist“ bezeichnete hat Zsuzsa Nyari nicht vergessen. Deshalb können die Peinerinnen, die dringend um Punkte für den Klassenerhalt verlegen sind, auf keinerlei Nachsicht der Oldesloerinnen hoffen.

Allerdings wird aller Voraussicht nach Torjägerin Jeanette Marquardt, im Hinspiel mit sieben Treffern erfolgreichste Werferin, dem VfL nicht zur Verfügung stehen. Sie ist nach zweiwöchiger Grippe noch nicht wieder bei Kräften. Ansonsten aber kann Zsuzsa Nyari auf alle Spielerinnen ihres Kaders zurückgreifen.

Mit dem Mannschaftsbus können auch wieder Schlachtenbummler mitreisen. Sie sollten sich rechtzeitig vor der Abfahrt um 12.30 Uhr an der Stormarnhalle einfinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.4.1998

 

Sonnabend, 18. April 1998

MTV VJ Peine – VfL Oldesloe 18:29 (9:16)

29:18 bei MTV VJ Peine: Sieg der Oldesloer Zweitliga-Handballerinnen beim Abstiegskandidaten stand zu keinem Zeitpunkt in Frage

Trainerin Zsuzsa Nyari konnte ihre Stimmbänder schonen

(Manfred Thomsen). Je länger die Saison dauert, desto besser kommen die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe in Form. Auch die kurze Pause über die Osterfeiertage hat die Schützlinge von Trainerin Zsuzsa Nyari nicht aus dem Tritt gebracht. Beim stark abstiegsgefährdeten MTV VJ Peine konnten die Stormarnerinnen nahtlos an die guten Leistungen anknüpfen, mit denen sie vor den Ferien die SG GutsMuths Berlin vom vierten Rang und den SV Halle-Neustadt von der Tabellenspitze verdrängt hatten. An ihrem 29:18 (16:9)-Erfolg bei den Niedersachsen bestand zu keinem Zeitpunkt auch nur der leiseste Zweifel.

Die ungarische Trainerin war mit der Leistung ihrer Schützlinge hochzufrieden. „Ich habe erstmals in dieser Saison in der Halbzeitpause nichts Kritisches anmerken müssen. Alle hatten sich hundertprozentig an die Absprachen gehalten“, freute sich Zsuzsa Nyari.

Auch während der Begegnung konnte die Trainerin ihre Stimmbänder diesmal schonen. „Mehr als Spielerwechsel, um allen Akteurinnen angemessene Spielanteile zu sichern, mußte ich nicht anordnen“, kommentierte sie nach dem Abpfiff das flüssige Spiel des VfL.

Natürlich blieben auch Ballverluste, Fehlabgaben und ein paar überhastete Wurfversuche nicht aus, aber dem standen viele gelungene Spielzüge gegenüber. Auch das Tempospiel. seit jeher Hauptwaffe im Spiel der Stormarnerinnen, klappte über weite Strecken vorzüglich.

Der VfL ging bereits in der 1.Minute durch Treffer von Eike Lange und Birthe von Jagow mit 2:0 in Führung und geriet nicht ein einziges Mal in Rückstand. Letztmalig waren die Peinerinnen in der 7. Minute bei einem Zwischenstand von 3:4 auf Tuchfühlung zum Gegner.

Von dem Zeitpunkt an setzte sich der VfL kontinuierlich vom Abstiegskandidaten ab. Großen Anteil daran hatten Birthe von Jagow, die mit neun Treffern mit großem Abstand erfolgreichste Werferin im Oldesloer Team war, und Nicole Hübner (4 Tore), die Zsuzsa Nyari aus der geschlossenen Mannschaftsleistung besonders hervorhob.

Die weiteren Treffer teilten sich Jeanette Marquardt (4/3), die trotz kaum überstandener Grippe wieder mit von der Partie war, Roswitha Bein, Marion Werner (je 3), Dana Kretschmann, Martina Kattner und Eike Lange (je 2). Von den eingesetzten Feldspielerinnen ging lediglich Anja Kramer leer aus.

Im Tor boten Silke Schwöbken und Meike Schlick, die unter anderem drei von sechs Siebenmetern abwehren konnten, gute Leistungen. Ivonne Grimm hat eine Kur angetreten und stand dem Team nicht zur Verfügung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.4.1998

 

Sonnabend, 25. April 1998

Die VfL-Frauen wollen noch Dritter werden

(Manfred Thomsen). Langsam aber sicher neigt sich die Saison in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord der Handballerinnen ihrem Ende entgegen. In seinem vorletzten Heimspiel hat der VfL Oldesloe heute um 19.30 Uhr den SV Teutonia Riemke in der Stormarnhalle zu Gast.

Das verspricht eine hochinteressante Begegnung zu werden. Der Gast aus der Nähe von Bochum liegt drei Spieltage vor Saisonschluß auf dem dritten Rang und rechnet sich gute Chancen aus, den SV Union Halle-Neustadt noch vom zweiten Platz verdrängen zu können. Der Rang bietet über eine Relegationsrunde noch die Chance für einen Aufstieg in die erste Liga.

In der Rechnung der Westdeutschen ist ein Sieg in Bad Oldesloe ebenso fest eingeplant, wie ein Punktverlust der Hallenserinnen zur gleichen Zeit bei der SG Berlin (Tabellenfünfter). Trifft beides ein, hätten die „Teutonen“ am letzten Spieltag die Chance, den Zweikampf mit den Anhaltinerinnen im direkten Duell für sich zu entscheiden.

Aber durch diese Rechnung will der VfL einen dicken Strich machen. Mit fünf Punkten Rückstand auf das Spitzenduo haben die Schützlinge von Trainerin Zsuzsa Nyari bei drei noch ausstehenden Spielen zwar keine realistischen Chancen auf einen Aufstiegsplatz mehr, aber Dritter würden sie schon gerne werden.

Eine Wiederholung des 28:23-Hinspielsieges in Bochum ist dafür unabdingbar. Dort hatte der VfL eine seiner besten Saisonleistungen geboten. Um die wiederholen zu können, weiß Zsuzsa Nyari, gilt es, die beiden starken Ausländerinnen auf den Außenpositionen und eine starke Linkshänderin im Rückraum zu neutralisieren.

Die Ungarin kann auf den 1 gleichen Kader zurückgreifen, der am letzten Wochenende in Peine überzeugte und davor auch in Halle-Neustadt und Berlin gute Form zeigte.

Gebastelt wird bei den Stormarnerinnen inzwischen eifrig am Kader für die kommende Saison. Dabei steht mittlerweile die Rückkehr von Torhüterin Petra „Piet“ Küsel, bis Sommer 1995 Nummer eins im Tor der Oldesloerinnen, an die Trave fest.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.4.1998

 

Sonnabend, 25. April 1998

VfL Oldesloe – SV Teutonia Riemke 25:25 (14:12)

VfL verspielte Vorsprung in letzter Minute

17 Sekunden fehlten zum Erfolg

Mit 25:25 (14:12) gegen den Tabellendritten SV Teutonia Riemke endete das vorletzte Heimspiel der Saison für die Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga.

(Manfred Thomsen). Das Ende war hochdramatisch: Bis 17 Sekunden vor dem Abpfiff führte der VfL Oldesloe im Duell gegen den SV Teutonia Riemke, Dritter in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen, mit einem Tor Vorsprung. Dann schaffte Gäste-Spielerin Annekatrin Brzoskowski mit ihrem einzigen Tor doch noch den Ausgleich zum 25:25.

Der VfL hatte zu dem Zeitpunkt nur vier Feldspielerinnen „auf der Platte“. Roswitha Bein hatte eine halbe Minute vorher die rote Karte gesehen, Martina Kattner wurde 15 Sekunden später mit einer Zwei-Minuten-Strafe bedacht, als sie sich beim Erstliga-Schiedsrichtergespann Kaiser/Kaiser (Varel/Bad Zwischenahn) über eine vermeintliche Fehlentscheidung beschwerte.

Während auf den Rängen die Volksseele kochte, beurteilten die Verantwortlichen des VfL die Szenen gegensätzlich. „Das war ein Skandal. Wir haben heute gegen zwei Gegner spielen müssen“, konnte sich Manager Wilfried Koslowski auch lange nach dem Spiel noch nicht beruhigen.

Trainerin Zsuzsa Nyari dagegen sah die beiden Entscheidungen aus der Schlußminute als vertretbar an. Generell allerdings war auch sie mit den Unparteiischen nicht zufrieden. „Die hatten nicht unser Niveau“, erklärte sie, sah von den Entscheidungen aber beide Teams gleichermaßen benachteiligt. „Wir haben den Sieg in der ersten Halbzeit verschenkt, als wir nach der 7:4-Führung in der Deckung nicht so gespielt haben, wie wir es abgesprochen hatten“, äußerte sie stattdessen.

Mit drei Toren Vorsprung führte der VfL auch in der zweiten Halbzeit noch einmal, als Dana Kretschmann in der 51. Minute einem Tempogegenstoß zum 22:19 verwandelte. In den vier torlosen Minuten davor aber vergaben die Oldesloerinnen mehrfach die Chance, sich entscheidend abzusetzen.

Die nervenaufreibende Schlußphase hätte sich der VfL auch in dieser Zeitspanne mit besserer Wurfausbeute ersparen können. Unter dem Strich aber hat der VfL gegen den Tabellendritten eines seiner stärksten Heimspiele in dieser Saison abgeliefert. Das war nicht zuletzt ein Verdienst von Torhüterin Silke Schwöbken.

Die 25 Treffer teilten sich Dana Kretschmann, Martina Kattner (je 5), Jeanette Marquardt (5/3), Roswitha Bein (3/1), Eike Lange (3/ 2), Marion Werner (2), Anja Kramer und Nicole Hübner (je 1).

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.4.1998

 

Sonnabend, 2. Mai 1998

Ehrgeiz ungebrochen

(mth). Der VfL Oldesloe wird die Saison 1997/98 in der zweiten Bundesliga der Handballerinnen auf dem vierten Rang beenden. Das steht nach dem 25:25-Remis am vergangenen Wochenende gegen den Tabellendritten SV Teutonia Riemke praktisch fest. Drei Punkte werden die Stormarnerinnen bei nur zwei noch ausstehenden Spielen schwerlich noch aufholen können, selbst wenn sie ihre beide Partien gewinnen.

Die wird ohnehin schwer genug werden. Nach dem Gastspiel heute um 16.30 Uhr in der Realschulsporthalle in Marne gegen die SG Marne/Brunsbüttel bekommt es das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari am letzten Spieltag mit der TSG Wismar, Spitzenreiter und Aufstiegskandidat Nummer eins, zu tun.

Der Ehrgeiz der Oldesloerinnen ist ungebrochen, sich mit guten Leistungen aus einer Saison zu verabschieden, in der nicht alles nach Wunsch lief. Zsuzsa Nyari kann heute in Marne auf den gleichen Kader wie in den vergangenen Wochen zurückgreifen. Roswitha Bein ist trotz der roten Karte im Spiel gegen Riemke nicht gesperrt. Auch zur letzten Fahrt der Saison können wieder Fans im Mannschaftsbus mitfahren. Abfahrt ist um 12 Uhr an der Stormarnhalle.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.5.1998

 

Sonnabend, 2. Mai 1998

HSG Marne/Brunsbüttel – VfL Oldesloe 25:33 (15:15)

33:25-Erfolg im vorletzten Saisonspiel

Marne bleibt für VfL gutes Pflaster

(mth). Die SG Marne/Brunsbüttel ist weiterhin ein dankbarer Gegner für die Handballerinnen des VfL Oldesloe. Seitdem beide Mannschaften seit vier Jahren gemeinsam in der zweiten Bundesliga spielen, haben die Oldesloerinnen gegen das Team aus Dithmarschen noch nie verloren. Auch am vorletzten Spieltag der Saison 1997 /98 ließen die Schützlinge von Trainerin Zsuzsa Nyari nichts anbrennen. Die Stormarnerinnen behielten mit 33:25 (15:15) deutlich die Oberhand.

Dabei waren die Voraussetzungen für den VfL nicht die besten. Neben Mannschaftsführerin Birgit Walter, für die die Saison nach dem Patellasehnenriß bereits im Januar gelaufen war, fielen mit Torhüterin Silke Schwöbken (Achillessehne) und Jeanette Marquardt (Grippe) zwei weitere Leistungsträgerinnen aus. Beide hatten die Fahrt nach Marne zwar mitgemacht, wurden aber vorsorglich nicht eingesetzt.

Vielleicht lag es auch an diesen Ausfällen, daß der VfL vor der Pause nicht mit der aggressiven Spielweise der Gastgeberinnen zurechtkam. Der Ärger über viele technische Fehler sorgte außerdem für Unruhe in der Mannschaft.

Die legte sich aber nach dem Wechsel. Eine Viertelstunde bis zum 23:23 (44.) konnte Marne noch mit dem Tempospiel mithalten, dann aber zog der VfL unaufhaltsam davon. Binnen sechs Minuten erhöhte er auf 28:23 und entschied damit die Partie. In den letzten zehn Minuten gelang es, den Vorsprung noch weiter auszubauen.

Mit acht Toren war Marion Werner erfolgreichste Werferin im VfL-Team, gefolgt von Dana Kretschmann (6). Roswitha Bein (5/ 5), Nicole Hübner, Anja Kramer (je 4), Eike Lange (3/ 2). Martina Kattner (2) und Birthe von Jagow (1) teilten sich den Rest. Im Tor wußte sich Meike Schlick nach anfänglicher Unsicherheit zu steigern. Sie konnte unter anderem zwei Siebenmeter abwehren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.5.1998

 

Freitag, 8. Mai 1998

VfL Oldesloe erwartet Spitzenreiter Wismar

In der Stormarnhalle geht es um den Titel

(mth). Eigentlich hatte der VfL Oldesloe in der zweiten Handball-Bundesliga selbst den Meistertitel holen und in die erste Liga aufsteigen wollen. Aber diese Pläne von Manager Wilfried Koslowski haben sich schon früh zerschlagen. Die Oldesloerinnen stehen vor ihrer letzten Saisonbegegnung gegen die TSG Wismar endgültig als Vierter der Abschlußtabelle fest.

Dennoch wird morgen um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle die Meisterschaft entschieden. Mit einem Sieg hat es die TSG in der Hand, ihren Wiederaufstieg in die Eliteliga perfekt zu machen. Dabei kann sie auf die Unterstützung ihrer Fans bauen, die sich in großer Zahl (drei Sonderbusse) angesagt haben.

Aber einen Punktverlust kann sich die TSG nicht erlauben. Der punktgleiche SV Halle-Neustadt könnte sonst mit einem Sieg gegen Teutonia Riemke vorbeiziehen.

Die Anhaltinerinnen bauen auf die Schützenhilfe durch den VfL. Ein Faß Bier und eine Kiste Sekt haben sie als „Prämie“ für die Oldesloer und ihre Fans ausgelobt. Aber eines solchen zusätzlichen Ansporns hätte es sicherlich nicht bedurft. Der VfL will sich ohnehin noch einmal besonders ins Zeug legen. Von den Fans, mit denen nach dem Spiel noch zünftig gefeiert wird, will sich das Team mit einer guten Leistung aus der Saison verabschieden.

Für sechs Spielerinnen – Marion Werner (hat beim Erstligisten Buxtehude unterschrieben), Silke Schwöbken, Anja Kramer, Birthe von Jagow, Ivonne Grimm und Ivonn Bosza – heißt es endgültig Abschied zu nehmen. Sie spielen in der kommenden Saison definitiv nicht mehr bei den Oldesloerinnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.5.1998

 

Sonnabend, 9. Mai 1998

VfL Oldesloe – TSG Wismar 24:31

TSG Wismar gewann vor mehr als 500 Zuschauern in der Stormarnhalle mit 31:24
VfL ging nach Aufholjagd Puste aus

(NN). Meister der zweiten Bundesliga Gruppe Nord im Frauenhandball konnte der VfL Oldesloe im letzten Saisonspiel nicht mehr werden. Wohl aber Meistermacher für den SV Union Halle-Neustadt. Dafür aber hätte es eines Punktgewinns gegen die TSG Wismar bedurft. Doch daraus wurde nichts: Trotz großen Kampfgeistes unterlagen die Stormarnerinnen den Mecklenburgerinnen mit 24:31.

Das Endergebnis war deutlich: Titelanwärter TSG Wismar behielt am letzten Spieltag in der zweiten Bundesliga der Handballfrauen beim VfL Oldesloe mit 31:24 die Oberhand. Allerdings ist die Saison damit noch nicht gelaufen. TSG Wismar und der SV Union Halle-Neustadt (28:19 Sieger gegen Riemke) sind nach Abschluß der Runde punktgleich an der Spitze.

Der Vergleich der Tordifferenzen mit deutlichem Plus für Wismar kann als Entscheidungskriterium nicht herangezogen werden, da Halle durch den kampflosen Sieg gegen Schlußlicht Wandsbek 72, der mit 0:0 Toren bewertet wurde, im Nachteil war. Und den direkten Vergleich, auch dabei lag der Vorteil auf Seiten der Wismarer, mag der DHB aus unerfindlichen Gründen nicht gelten lassen. Der ist zwar in den Durchführungsbestimmungen, die den Teams vor Saisonbeginn an die Hand gegeben wurde, vorgesehen, nicht aber in der Spielordnung.

So war der verdiente Erfolg der Mecklenburgerinnen entgegen allen Erwartungen und zur Enttäuschung ihrer vielen Fans, die unter den gut 500 Besuchern in der Stormarnhalle gegenüber den VfL-Anhängern deutlich in der Mehrheit waren, noch nicht das Meisterstück. Vielmehr müssen sie sich noch zwei Entscheidungsspielen stellen, am Mittwoch in Halle, am Sonntag dann in Wismar.

In der Verfassung, in der sie sich in den ersten 20 und den letzten 15 Minuten in Oldesloe vorstellten, spricht alles dafür, daß die TSG den Titel holt und den Wiederaufstieg in die erste Liga schafft.

Zunächst überrannten sie den VfL förmlich. Der war von der Verabschiedung der scheidenden Leistungsträgerinnen Marion Werner, Silke Schwöbken, Birthe von Jagow und Anja Kramer vor dem Spiel, wie Trainerin Zsuzsa Nyari vermutete, „seelisch angegriffen“. Über 8:2 (7. Minute) zog Wismar dank der vielen Treffer ihrer weißrussischen Nationalspielerin Antonina Tschibangu (13/4) auf 13:6 (23.) davon.

Dann aber zeigten die Oldesloerinnen, daß auch sie ihr Handwerk verstehen. Bis zur 31. Minute hatten sie ausgeglichen (13:13) und bis zum 19:19 (42.) hielten sie das Spiel völlig offen. In Bedrängnis aber zog Wismar noch einmal das Tempo an und setzte sich im Schlußspurt wieder klar ab. Dem VfL, der kaum Auswechselmöglichkeiten hatte, ging die Puste aus. Weitere „Höhepunkte“ waren zwei rote Karten. Die von Birthe von Jagow (VfL/17.) bezeichneten beide Trainer als zu hart, obwohl die Regeln diese Auslegung – Griff von hinten in den Wurfarm – zulassen. Unstrittig war die für Annika Müller (TSG/44.) nach einer Tätlichkeit gegen Martina Kattner.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.5.1998

 

Donnerstag, 14. Mai 1998

Auch Meike Schlick verläßt den VfL

(mth). Aus dem Kader des Handball-Zweitligisten VfL Oldesloe scheidet eine fünfte Spielerin aus: Torhüterin Meike Schlick beendet aus freien Stücken ihr eineinhalbjähriges Gastspiel beim VfL. „Zu großen Aufwand“ gibt sie als Grund für diesen Schritt an. Mit Petra Küsel (zuletzt vereinslos) und Silke Dumjahn (Buxtehuder SV) hat der VfL, bei dem ja auch Keeperin Silke Schwöbken ausscheidet, schon zwei neue Torhüterinnen für die nächste Saison verpflichtet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.5.1998

 

 

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