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Berichte im 2. Halbjahr der Saison 1995-96 - 2. Bundesliga Nord der Frauen

Sonnabend, 13. Januar 1996

VfL steht im Landesderby unter Druck

(mth). Die kurze Winterpause ist nun auch für die Handball-Damen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga vorbei. Heute um 19.30 Uhr ertönt in der Stormarnhalle der Anpfiff zur Begegnung der Stormarnerinnen gegen den Landesrivalen Holstein Kiel.

Die Verschnaufpause über die Feiertage stand für den VfL unter ganz anderen Vorzeichen als in den vergangenen Jahren. Erstmals befinden sich die Oldesloerinnen kurz vor Halbzeit der Saison – der Spieltag ist der letzte der Hinrunde, aus der der VfL im März aber noch die Heimspiele gegen Halle-Neustadt und VB Berlin nachzuholen hat – in akuter Abstiegsnot.

Zudem war zu Beginn der Pause nach dem Rückzug von Trainer/Manager Claus Schilk die Ungewißheit groß, wie die Zukunft für Bundesliga-Handball in Oldesloe über die laufende Saison hinaus aussieht. Daran hat sich bis jetzt nichts geändert. „Wir improvisieren, um den Spielbetrieb weiter aufrecht zu erhalten“, beschreibt Abteilungsleiter Jürgen Dorn die aktuelle Lage, „mit der Zukunft haben wir uns noch nicht befassen können.“

Auch deshalb nicht, weil Ulli Meyer, der einen Teil der Aufgaben übernehmen soll, zur Zeit Urlaub macht. Deshalb wird Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari das Coaching gegen Holstein Kiel alleine übernehmen müssen. Aber darauf wird sie sich nicht ausschließlich konzentrieren können. Die Mannschaft benötigt die Ungarin auch auf dem Feld, denn es gibt personelle Probleme.

Ivonne Grimm hat ihre Bänderverletzung noch nicht auskuriert und fällt mit Sicherheit aus. Auch der Einsatz von Birthe Wede ist ungewiß. Sie knickte zu Beginn der Woche im Training um. Darüber hinaus mußten Marion Werner, Anneke Janßen und Annette Gerken wegen Grippe-Erkrankungen mit dem Training aussetzen. Sie werden wohl auflaufen können, sind aber nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte.

Dafür ist erstmals nach Ablauf ihrer Sperre Martina Kattner mit von der Partie. Wegen ihrer Kurz-Einsätze unter anderem im Pokalspiel bei Holstein Kiel, das der VfL Mitte September 19:18 gewann, sind den Oldesloerinnen ja vier gewonnene Punkte wieder aberkannt worden.

Von der früheren Norderstedterin verspricht sich Nyari eine Stärkung der rechten Seite. Sie selbst wird deshalb, wenn auch Wede ausfällt, voraussichtlich ihre angestammte Position auf Rechtsaußen aufgeben und in der Rückraum-Mitte die Spielgestaltung in ihre Hand nehmen.

„Wenn ich der Mannschaft dort am besten dienen kann, werde ich dort spielen. Denn das Landesderby müssen wir unter allen Umständen gewinnen“, macht die Spielertrainerin aus dem Druck, unter dem sie und die Mannschaft stehen, keinen Hehl.

Deshalb hofft sie auch auf lautstarke Unterstützung vom Oldesloer Handball-Publikum: „Auf die sind wir in unserer jetzigen Lage mehr als je zuvor angewiesen.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.1.1996

 

Sonnabend, 13. Januar 1996

VfL Oldesloe – Holstein Kiel 21:22

Einen Sieben-Tore-Vorsprung leichtfertig verspielt

Oldesloer Zweitliga-Handballerinnen verloren Landesderby gegen KSV Holstein Kiel mit 21:22

(mth). „Nachdem die zweite Hälfte des Vorjahres für uns nicht befriedigend verlaufen ist, wollen wir jetzt alles nachholen. Wir haben uns vorgenommen, jetzt das Feld von hinten aufzurollen, um am Ende der Saison auf einem guten Mittelplatz zu stehen.“ Mit diesen Worten gelobten die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe vor dem Landesderby gegen den KSV Holstein Kiel ihren Fans Besserung.

Die waren im vergangenen Herbst von ihrem Team wahrlich nicht verwöhnt worden. Statt wie in den Vorjahren gewohnt in der Spitzengruppe, fanden sie ihre Lieblinge plötzlich in der Abstiegszone wieder. Dazu gab es für sie im Umfeld allerlei negative Schlagzeilen – Punktabzüge, Pokal-Ausschluß, Rückzug von Trainer/Manager Claus Schilk und anderes mehr – zu verdauen.

Aber die 200 Zuschauer, die zum Landesderby in die Stormarnhalle gekommen waren, waren zur Versöhnung bereit. Schon gar, als sich der VfL Mitte der zweiten Halbzeit in einen wahren Spielrausch gesteigert hatte. Vorangegangen waren die vielleicht besten zehn bis zwölf Minuten, die das Team in dieser Saison bislang abgeliefert hat.

Von einem 10:10-Gleichstand (33. Minute) waren die Oldesloerinnen über 18:11 (44.) bis zur 46. Minute auf 19:13 davongezogen. Da kam richtig Stimmung auf den Rängen auf – in Oldesloe eher eine Seltenheit – und es schien nur noch die Höhe eines VfL-Sieges offen.

Aber so plötzlich, wie der Spielfluß nach dem Wechsel gekommen war, so plötzlich riß der Faden bei den Stormarnerinnen wieder. Drei Minuten war nach dem 19:13 auf beiden Seiten Funkstille, dann konnte ·der KSV Holstein Kiel mit sechs Treffern in Folge zwischen der 49. Und 55. Minute auf 19:19 gleichziehen. Der Rest war reine Nervensache. Der VfL ging noch zweimal in Führung (20:19 und 21:20), aber das reichte nicht, um das Unheil noch abzuwenden. Als Eike Lange in der 58. Minute eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte, schlug der Gast noch zweimal zum 21:22-Endstand zu.

In der Schlußminute hatte der VfL beim verzweifelten und letztlich erfolglosen Bemühen, wenigstens einen Punkt zu retten, noch einen Schock zu verdauen. 40 Sekunden vor Schluß mußte das Spiel für eine knappe Viertelstunde unterbrochen werden. Der Grund: Jeanette Rochelmeyer war bei einer Abwehraktion von Melanie Bernecker unglücklich auf dem Rücken gelandet und blieb dort reglos liegen, bis sie vom herbeigerufenen Notarztwagen ins Krankenhaus abtransportiert wurde.

Befürchtungen, sie habe eine schlimme Verletzung, erfüllten sich gottlob nicht. Die Torjägerin erlitt „nur“ Prellungen und Verstauchungen im Steißbereich.

Nach Birgit Walter, die in der 26. Minute mit einer Knöchelverletzung aufhören mußte, war das bereits der zweite verletzungsbedingte Ausfall im VfL-Team. Damit wird es, da auch Ivonne Grimm ihren Bänderriß noch nicht auskuriert hat, für die Besetzung des Rückraumes langsam eng. Birthe Wede (fünf Treffer) war dort im Spiel gegen die Kielerinnen fast auf sich allein gestellt, denn Jeanette Rochelmeyer hatte auch vor ihrer Verletzung einen rabenschwarzen Tag erwischt.

Die Torjägerin (bislang im Schnitt mehr als sieben Tore pro Spiel) benötigte für ihre zwei Treffer an die 20 Wurfversuche und war darüber hinaus für einige Ballverluste verantwortlich. Spielertrainerin Zsuzsa Nyari hätte für sie besser Lisa Lüken (1) nicht nur in der Defensive, sondern auch in der Offensive eingesetzt. Aber die routinierte Ungarin, mit 9/2 Toren erfolgreichste Werferin im Team, war voll als Spielerin gefordert und hatte kaum Zeit, sich noch um das Coaching zu kümmern. Marion Werner (3/ 1) und Birgit Walter (1) erzielten die restlichen VfL-Tore. Zum Einsatz kamen noch Torhüterin Silke Schwöbken, Martina Kattner und Eike Lange.

Im Kieler Team hatte Melanie Bernecker, die von 1987 bis 1992 für den VfL spielte, mit 8/1 Treffern entscheidenden Anteil am Erfolg.

STORMARNER TAGEBLATT vom15.1.1996

 

Sonnabend, 20. Januar 1996

VfL-Damen mit dem Rücken zur Wand

Heute um 19 Uhr Rückrunden-Auftaktspiel gegen die HSG Marne/Brunsbüttel

(mth). Bei den Handballerinnen des VfL Oldesloe grübelt man noch immer über Ursachen der 21:22-Heimniederlage im Landesderby gegen den KSV Holstein Kiel. 18:11 hatte das Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari eine Viertelstunde vor Schluß noch geführt, um dann total einzubrechen. „Selbstüberschätzung“ und „Nervenflatter wegen der ungewohnten Abstiegsgefahr“ sind die einzigen – unzureichenden – Erklärungen, die man bisher dafür hat finden können.

Leichter als Ursachen des Debakels sind die Folgen abzusehen. Zu Beginn der Rückrunde stehen die Stormarnerinnen mit 8:14 Punkten (zwei Hinrundenspiele hat der VfL noch nachzuholen) als Viertletzter mit dem Rücken zur Wand. Das Spiel zum Rückrundenauftakt heute um 19 Uhr in der Stormarnhalle gegen die HSG Marne/Brunsbüttel könnte schon so etwas wie ein Schicksalsspiel für die Oldesloerinnen sein. Bei einer weiteren Niederlage droht das Team, den Anschluß an das Mittelfeld zu verlieren.

„Spielen wir so, wie jeweils in den ersten Hälften beider Halbzeiten des Holstein-Spiels, dann haben wir auch gegen Marne eine gute Siegchance. Brechen wir aber dann wieder so ein, wird es auch gegen diesen Gegner nichts zu erben geben“, gibt sich Zsuzsa Nyari keinen Illusionen hin.

Das gilt umso mehr, als die Dithmarscherinnen sich gegenüber dem Saisonbeginn – der VfL gewann das Hinspiel mit 25:21, aber die Punkte dafür wurden ihm später aus den sattsam bekannten Gründen wieder aberkannt – erheblich haben steigern können. Nach dem 18:17-Sieg in Halle-Neustadt rangieren sie inzwischen auf dem fünften Rang.

Beim VfL gibt es vor der Partie erhebliche personelle Sorgen. Vor allem im Rückraum. Ivonne Grimm wird voraussichtlich weiter fehlen, denn bei ihrer Verletzung waren nicht nur die Bänder, sondern auch die Kapsel in Mitleidenschaft gezogen. Ungewiß ist noch der Einsatz von Torjägerin Jeanette Rochelmeyer und Birgit Walter, die sich beide im Spiel gegen die Kielerinnen verletzten. Allerdings mit weniger schlimmen Folgen als zunächst befürchtet. Beider Einsatz ist nicht sicher, aber auch nicht ausgeschlossen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.1.1996

 

Sonnabend, 20. Januar 1996

VfL Oldesloe – HSG Marne/Brunsbüttel 20:18 (10:9)

Jeanette Rochelmeyer erlöste VfL-Handballerinnen

Auch beim 20:18 gegen HSG Marne/Brunsbüttel verspielten die Oldesloerinnen deutliche Führungen

(mth). Der Spielfilm der Handball-Zweitliga-Begegnung zwischen den Frauen des VfL Oldesloe und der HSG Marne/Brunsbüttel in der Stormarnhalle glich dem des Landesderbys der Oldesloerinnen eine Woche zuvor gegen den KSV Holstein Kiel fast auf's Haar: Wieder warfen die Stormarnerinnen in beiden Halbzeiten haushohe Vorsprünge heraus, um dann, je näher es an Halbzeit- oder Schluß-Sirene ging, noch gehörig unter Druck zu geraten.

Der kleine – aber entscheidende – Unterschied: Während der VfL gegen die Kielerinnen eine bittere 21:22-Niederlage erlitt, behielt er gegen die Dithmarscherinnen, immerhin als Tabellenfünfter nach Oldesloe gekommen, mit 20:18 die Oberhand.

Spielertrainerin Zsuzsa Nyari fiel deshalb nach der Partie ein Stein vom Herzen. „Wir haben vor und in der Partie regelrecht Angst gehabt, uns könnte so ein Debakel wie vor einer Woche noch einmal passieren“, räumte sie unumwunden ein. Im Training unter der Woche hatte deshalb das Schwergewicht ihrer Arbeit darin gelegen, für eine solche Situation psychisch gewappnet zu sein.

Das gelang immerhin zum Teil. „Wir haben diesmal in beiden Halbzeiten schon jeweils 20 Minuten an unserem Limit spielen können, also gut sieben/acht Minuten länger als gegen Holstein Kiel“, sah die Ungarin Fortschritte, „aber wir müssen weiter daran arbeiten, um künftig wieder volle 60 Minuten konzentriert spielen zu können.“

Im Spiel gegen die Marnerinnen erwischte der VfL einen Blitzstart. 4:0 führte er bereits, ehe dem Gegner in der 11. Minute der erste Gegentreffer gelang. Bis zur 21. Minute wuchs der Vorsprung auf 10:3 an. Vor allem, weil Torjägerin Jeanette Rochelmeyer wieder traf. Sie hatte nicht nur ihre Rückenverletzung, sondern auch ihr Formtief aus den Holstein-Spiel schnell überwunden.

Aus unerklärlichen Gründen aber riß beim VfL nach der sicheren Führung wieder abrupt der Faden. Bis zur Halbzeit gelang kein Treffer mehr, und durch sechs Tore hintereinander zum 9:10 war der Gast wieder im Geschäft.

In der zweiten Halbzeit bot sich den knapp 200 Zuschauern fast das gleiche Bild: Wieder war der VfL bis zur 49. Minute mit 19:13 sicher in Führung gegangen, wieder blieb er anschließend neun Minuten lang ohne Torerfolg.

Die Marnerinnen, mit der früheren VfLerin Britta Peterat (2 Tore) im Rückraum, witterten natürlich Morgenluft. Sie waren bis zur 58. Minute auf 17:19 herangekommen, und das Spiel drohte zu kippen. Dann aber nahm sich Jeanette Rochelmeyer ein Herz und erzielte mit ihrem siebten Treffer das erlösende Tor zum 20:17. Erst damit war die Partie endgültig entschieden. Die Gäste erzielten anschließend noch ihr 18. Tor, aber damit hatte es auch sein Bewenden.

Die weiteren Tore für den VfL erzielten Zsuzsa Nyari (4/2), Maron Werner, Eike Lange (je 3), Birthe Wede (2) und mit ihrem ersten Punktspieltor für die Oldesloer Martina Kattner. Zum Einsatz kamen bei den Oldesloerinnen außerdem noch Lisa Lüken, die über die gesamte Spielzeit in der Deckung für Jeanette Rochelmeyer einsprang und dabei eine überzeugende Leistung bot, und für Kurzeinsätze Anneke Janßen und Katrin Behnke. Im Tor bot Silke Schwöbken, von zwei, drei Treffern „durch die Hosenträger“ abgesehen, eine gute Leistung. Annette Schümann wurde nur für zwei Siebenmeter eingewechselt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.1.1996

 

Sonnabend, 27. Januar 1996

In Braunschweig kann VfL locker aufspielen

Das Nyari-Team hat nichts zu verlieren

(mth). Der 20:18-Erfolg gegen die HSG Marne/Brunsbüttel hat bei den Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe merklich für Entspannung gesorgt. In der Tabelle konnten die Stormarnerinnen durch diesen Sieg zwar nicht vorrücken, aber der Anschluß an das Mittelfeld ist wiederhergestellt. Bis hin zum Tabellenvierten TSV Hastedt sind die vor dem VfL rangierenden Teams noch in unmittelbarer Reichweite.

Aber von allzu hohen Erwartungen wollen Spielertrainerin Zsuzsa Nyari und ihre Schützlinge nichts wissen. „Unsere Ziele sind die Konsolidierung der Mannschaftsleistung – so wie wir gegen Kiel pro Halbzeit zehn/zwölf und gegen Marne 20 Minuten pro Halbzeit gespielt haben, müssen wir möglichst bald wieder 60 Minuten am Stück spielen – und ein Platz im sicheren Mittelfeld“, formuliert die Ungarin ihre Ansprüche bescheiden.

Sie wird sich beim Gastspiel ihres Teams am Sonntag um 15 Uhr beim Tabellendritten Post SV/Süd Braunschweig wieder stärker auf ihre Rolle auf dem Spielfeld konzentrieren. Beim Coaching erhält sie Unterstützung von Ulli Meyer, der seinen Urlaub beendet hat. In Braunschweig (Halle „Alte Waage“, Weberstraße) kann der VfL, der bis auf die noch immer verletzte Ivonne Grimm in Bestbesetzung antreten kann, ganz locker aufspielen. Bei einem der Titelanwärter, der noch dazu durch eine unerwartete Niederlage in Halle-Neustadt unter Erfolgsdruck geraten ist, hat er nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen.

Fans können das Team nach Niedersachsen begleiten. Sie sollten sich rechtzeitig vor Abfahrt des Mannschaftsbusses (10 Uhr) an der Stormarnhalle einfinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.1.1996

 

Sonntag, 28. Januar 1996

PSV Braunschweig – VfL Oldesloe 32:22 (15:9)

Nervosität und zu wenig Biß

Oldesloer Handball-Frauen unterliegen Braunschweig 22:32

(cr). Ohne große Erwartungen waren die Handball-Frauen des VfL Oldesloe zum Zweitliga-Spiel bei der SG Süd/Post SV Braunschweig angereist. Gegen den Tabellendritten und Meisterschaftsanwärter hatten die Stormarnerinnen von vornherein nichts zu verlieren und alles zu gewinnen. Dennoch war das Trainergespann mit Zsuzsa Nyari und Ulli Meyer nach der deutlichen 22:32 (9:15)-Niederlage enttäuscht. „Wir hätten ganz unbeschwert aufspielen können. Stattdessen haben wir viel zu viele Chancen vergeben, und jeder unserer Ballverluste wurde natürlich prompt mit einem Tempogegenstoß bestraft“, ärgerte sich Ulli Meyer.

Gleich zu Beginn der ersten Halbzeit versuchten die Oldesloerinnen Unruhe in das Spiel der Gegnerinnen zu bringen. Mit einer 4:2-Deckung nahmen sie die beiden Braunschweiger Spitzenspielerinnen und ehemaligen russischen National-Handballerinnen Tamila Olexouk und Tatjana Gorb in Einzelbewachung und brachten die Gastgeber damit durcheinander.

Eine Rechnung, die zumindest in der Anfangsphase aufzugehen schien, denn mit 1:0 und 2:0 übernahmen die Gäste aus Oldesloe die Führung.

Allerdings war dieser Vorsprung nicht von Dauer, denn bereits in der 10. Minute lagen die Braunschweigerinnen mit 3:2 vorn. Weitere zehn Minuten später hatten sich die Gastgeberinnen mit 8:5 abgesetzt, bevor sie beim Pausenpfiff sogar mit sechs Toren in Front lagen.

Dennoch hatten die Oldesloerinnen schon in der ersten

Halbzeit zahllose Chancen, den Anschluß wieder herzustellen. Aber die nervliche Belastung war offenbar zu groß. „Wir hätten dranbleiben können, aber wir haben unsere Möglichkeiten einfach zu leichtfertig verdaddelt“, sagte Ulli Meyer. Vor allem Tamila Olexouk beeindruckte: So wie sie den Ball in die Hände bekam, war sie nicht mehr zu halten.

Nach dem Seitenwechsel probierten die Stormarnerinnen gegen das starke Team der Niedersachsen eine weitere Deckungs-Variante aus. Zusätzlich zu den beiden Russinnen bekam eine dritte Rückraum-Spielerin eine Extra-Bewachung. Und wie bei Spielbeginn waren die VfL-Frauen mit ihrer Taktik erfolgreich, allerdings wieder nur kurzzeitig, dann wirkten sich die großen Abwehrlücken durch Torerfolge der Gastgeber aus.

Mit zwei Treffern in Folge brachte Jeanette Rochelmeyer ihre Mannschaft zwar auf 11:15 heran, doch die Gastgeberinnen setzten nach und hatten in der 43. Minute ihren Vorsprung bereits auf 20:13 aufgestockt. Da nützte es dem VfL auch nichts mehr, die Deckung wieder auf 4:2 umzustellen, denn den Braunschweigerinnen gelang es, ihren Vorsprung weiter kontinuierlich auszubauen.

„Die waren einfach besser, im Spiel Eins zu Eins und auch im Abschluß. Das müssen wir neidlos anerkennen“, gab Ulli Meyer nach dem Abpfiff zu. Dennoch hätte er von der Oldesloer Mannschaft mehr erwartet. „Einige der Spielerinnen hatten sich gegen den Tabellendritten sowieso nichts ausgerechnet, und denen fehlte im Spiel dann auch der nötige Biß.“

Vor allem aus dem Rückraum war die Bilanz der VfL-Damen ernüchtern: Lediglich ein Treffer gelang zum Beispiel Jeanette Rochelmeyer aus dieser Position, weitere fünf erzielte sie mit Siebenmetern. Damit gehörte sie zusammen mit Marion Werner, die ebenfalls sechs Treffer verbuchte, zu den erfolgreichsten Oldesloer Spielerinnen. Die weiteren Tore für den VfL erzielten Eike Lange, Birgit Walter (je 3), Zsuzsa Nyari (2), Birthe Wede und Martina Kattner.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.1.1996

 

Sonnabend, 3. Februar 1996

Endlich ein Sieg, der Bestand hat?

VfL-Damen Sonntag gegen Oldenburg

(mth). Mit besonderem Ehrgeiz gehen die Handball-Damen des VfL Oldesloe in ihr Zweitliga-Heimspiel gegen den Oldenburger SV. Im Oktober letzten Jahres trafen die Stormarnerinnen binnen einer Woche zweimal auf den Aufsteiger aus Ostholstein. Einem knappen 22:21-Erfolg im Punktspiel ließen sie acht Tage später in der zweiten Runde des Pokals einen glatten 29:22-Sieg folgen.

An den Erfolgen – beide in des Gegners Halle errungen – aber hatten die Oldesloerinnen nicht lange Freude. Da in beiden Spielen Martina Kattner, der später nachträglich vom DHB die Spielerlaubnis für diese Begegnungen entzogen wurde, mitgewirkt hatte, wurden dem VfL die Erfolge am grünen Tisch wieder aberkannt.

An den Folgen leiden die Oldesloerinnen noch heute. Mit mittlerweile 10:16 Punkten haben sie sich noch immer nicht aus der Abstiegszone der zweiten Liga absetzen können, und die Hoffnung auf ein attraktives Pokal-Los haben sie sich für diese Saison abschminken müssen.

Obwohl die Oldenburgerinnen an diesen Rückschlägen für den VfL nur mittelbar beteiligt waren, will das Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari sich gerade gegen diesen Gegner mit einem dritten, diesmal haltbaren Sieg Genugtuung verschaffen. Um den zu erreichen, muß sich die Mannschaft gegenüber den beiden letzten Landesderbys gegen Holstein Kiel und HSG Marne/Brunsbüttel weiter steigern.

Leistet sie sich wie in den Spielen längere Durchhänger, könnte es auch gegen die Ostholsteinerinnen ein böses Erwachen geben. Die stecken als Tabellenvorletzter noch viel tiefer als der VfL im Abstiegskampf und haben Punkte noch dringender nötig. Das Spiel in der Stormarnhalle wird nicht wiegewohnt am Sonnabend-Abend, sondern am Sonntag um 16 Uhr angepfiffen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.2.1996

 

Sonntag, 4. Februar 1996

VfL Oldesloe – Oldenburger SV 27:17 (13:6)

Beim 27 :17 -Sieg ohne Durchhänger

Jeanette Rochelmeyer glänzte beim Erfolg gegen Oldenburg mit zehn Treffern

(Manfred Thomsen). Die Berg- und Talfahrt der Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga dauert an. Eine Woche nach der derben 22:32-Niederlage bei Süd Braunschweig zeigte sich das Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari im Landesderby gegen den Oldenburger SV wieder von ihrer besseren Seite. Vor rund 350 Zuschauern – so viele waren schon lange nicht mehr zu einem Punktspiel in der Stormarnhalle – siegten die Oldesloerinnen mit 27:17 (13:6). Damit haben sie sich vorerst wieder ein Stück von den Abstiegsplätzen absetzen können. Aber zu Euphorie besteht noch kein Grund. Am nächsten Wochenende kann es leicht wieder andersherum ausgehen. Dann gastieren die Oldesloerinnen bei Spitzenreiter VfL Oldenburg (in Oldenburg).

Aber es gab einige Ansätze im Spiel, die darauf hoffen lassen, daß bald eine Verbesserung der Ausgangslage eintritt. Anders als bei den beiden vorangegangenen Heimspielen, als der VfL nach haushohen Führungen noch verlor (Kiel), beziehungsweise bis zum Schluß zittern mußte (Marne/Brunsbüttel), geriet er gegen den Aufsteiger zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. So lange er auf nennenswerten Widerstand stieß, erlaubte sie sich keinen Durchhänger.

Nachlässigkeiten gab es erst in den letzten zehn Minuten in größerem Maß, als sich die Oldenburgerinnen schon aufgegeben hatten. Ihr sicherer Vorsprung schmolz dadurch aber nur vorrübergehend. Der Zehn-Tore-Abstand, den Lisa Lüken in der 49. Minute mit ihrem dritten Treffer zum 24:14 herauswarf, hatte auch beim Abpfiff noch Bestand

In herausragender Form präsentierte sich beim VfL einmal mehr Torjägerin Jeanette Rochelmeyer. Insbesondere in der ersten Halbzeit war sie trotz kurzer Deckung durch ihre frühere Mannschaftskollegin Ivonn Bosza nicht zu bremsen. Von den ersten elf Treffern bis zum 11:5 (25.) gingen nicht weniger als acht auf ihr Konto.

Neben glasharten Schlagwürfen zeigte sich dabei auch als sichere Siebenmeterwerferin (vier). Nach dem Wechsel erhöhte sie ihr Konto noch auf zehn Tore. Ihr am nächsten kam Marion Werner (4/1), die zwei Minuten vor Schluß ebenso wie die hitzige Oldenburgerin Petra Brunow ihre dritte Zeitstrafe erhielt und vorzeitig ausscheiden mußte. Birthe Wede, Birgit Walter (je 3), Eike Lange (2) und Martina Kattner besorgten die weiteren Treffer.

Zsuzsa Nyari konzentrierte sich überwiegend darauf, das Spiel ihrer Mannschaft zu dirigieren. Vor der Pause die erste Viertelstunde und nach dem Wechsel erneut die ersten zehn Minuten nur von der Bank, später in gewohnter Manier auf dem Spielfeld. Sie blieb ebenso ohne Torerfolg wie die überwiegend in der Defensive eingesetzte Katrin Behnke und Anneke Janßen, die erst in der Schlußphase einige wenige Spielanteile bekam. Im Tor war Silke Schwöbken von einigen kleinen Patzern abgesehen ein sicherer Rückhalt.

Beim Oldenburger SV, der in dieser Verfassung den Abstieg kaum wird vermeiden können, sprühte Ivonn Bosza gegen ihren alten Club vor Ehrgeiz und war auch erfolgreichste Werferin (8/2) im Team. Abgesehen von Kathrin Lembke (5 Tore) aber hat sie kaum Mitspielerinnen von Zweitliga-Format.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.2.1996

 

Sonnabend, 10. Februar 1996

Schwartauer Wilfried Koslowski neuer Manager der Handballerinnen des VfL

Ein Neubeginn mitten in der laufenden Saison

(mth). Bei den Bundesliga-Handhallerinnen des VfL Oldesloe gibt es mitten in der Saison der zweiten Liga Gruppe Nord einen Neuanfang. Nachdem sich Claus Schilk, in Doppelfunktion als Trainer/Manager praktisch „Mädchen für alles“, vor mehr als zweieinhalb Monaten nach und nach aus allen Ämtern zurückzog, präsentierte die Abteilung nun mit Wilfried Koslowski einen Nachfolger auf dem Managerposten.

Der 41jährige Schwartauer nimmt seine Arbeit sofort auf. Einiges ist in den letzten Wochen liegen geblieben. „Und die Zeit drängt, denn die anderen Vereine schlafen nicht“, sieht Koslowski Eile geboten. Vorrangig wird er Gespräche mit den Sponsoren suchen, um die Zukunft der Mannschaft über die laufende Saison hinaus zu sichern und die Perspektiven für die nächste Serie abzustecken.

„Da wird sich entscheiden, ob wir den Gürtel enger schnallen müssen, so weitermachen können wie bisher oder gar wieder höhere Ziele ins Auge fassen dürfen“, hebt Koslowski die Wichtigkeit dieser Gespräche hervor. Bis spätestens Mitte März will er diesen Bereich abgehakt haben und zu diesem Zeitpunkt in Absprache mit Trainerin Zsuzsa Nyari – sie hat mittlerweile einen unbefristeten Vertrag für diese Funktion unterschrieben – auch die Konturen für den zukünftigen Bundesliga-Kader festgezurrt haben.

Gespräche mit den Spielerinnen stehen deshalb an zweiter Stelle seiner Dringlichkeitsliste. Etwa die Hälfte der Mannschaft ist über die Saison hinaus an den VfL gebunden, die anderen laufen im Sommer 1996 aus. Fest steht bereits, daß Birthe Wede den VfL verlassen wird. Sie studiert und wohnt in Kiel und will die Zwischenfahrerei nicht weiter auf sich nehmen.

Wilfried Koslowski geht unbelastet und ohne Vorurteile an seine Aufgabe in Oldesloe heran. Er ist in dem Geschäft kein Neuling. Sechs Jahre, von 1988 bis 1994, ist er in gleicher Funktion für die Regionalliga Damen des VfL Bad Schwartau tätig gewesen. Über die unerfreulichen Umstände seines dortigen Ausscheidens will er sich nicht mehr näher auslassen, zumal er in den vergangenen fünf Monaten für die Sportmarketing der Schwartauer Männer-Bundesliga-Mannschaft tätig war.

Ihn interessieren auch „Altlasten“ im VfL Oldesloe nicht. „Ich habe, nachdem mein erster Eindruck bei mir keine Begeisterung auslöste, feststellen können, daß es noch eine intakte Gruppe gibt, die die Mannschaft führt“, begründet er seine Entscheidung für ein Engagement in Stormarn.

Auch sportlich sieht er nicht schwarz. „Der hohe Sieg gegen den Oldenburger SV wird das Selbstvertrauen sicher steigern und das Team ist so gut besetzt, daß es in der Tabelle in dieser Saison sicher noch aufwärts gehen wird“, verbreitet er Zuversicht.

Die teilt auch Zsuzsa Nyari, die aber die Fans noch um Geduld bittet, besonders für die jungen Spielerinnen in ihrem Kader. Deshalb erwartet sie für das heutige Spiel bei Spitzenreiter VfL Oldenburg/in Oldenburg (Spielbeginn ist um 16.30 Uhr im Schulzentrum Eversten am Brandsweg) auch keine sportlichen Wunder.

Bis auf Ivonne Grimm, die nach überstandener Knöchelverletzung an diesem Wochenende in der Kreisliga-Mannschaft erste Spielpraxis nach zweimonatiger Pause sammelt, hat sie alle Spielerinnen zur Verfügung. „Wir haben dort nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen“, hofft sie auf ein achtbares Abschneiden beim Tabellenführer. Fans können wie gewohnt das Team zu diesem Auswärtsspiel begleiten. Sie sollten sich vor Abfahrt des Mannschaftsbusses um 11.30 Uhr an der Stormarnhalle einfinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.2.1996

 

Sonnabend, 10. Februar 1996

VfL Oldenburg – VfL Oldesloe 30:21 (16:11)

Beim Spitzenreiter waren die VfL-Handballerinnen chancenlos

21:30-Niederlage der Oldesloerinnen in Oldenburg

Spielertrainerin Zsuzsa Nyari war mit der rechten Seite unzufrieden

(mth). Das Pendel ist wieder zurückgeschlagen. Eine Woche nach dem Kantersieg gegen den Oldenburger SV (27:l 7) wurden die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Bei Spitzenreiter VfL Oldenburg in Oldenburg kassierte das Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari eine glatte 21:30 (11:16)-Niederlage.

Mit nunmehr 12:18 Punkten hängen die Stormarnerinnen weiter im unteren Tabellendrittel fest. Die Mannschaft muß damit weiter um den Klassenerhalt bangen, zumal in den nächsten 14 Tagen zwei weitere Auswärtsaufgaben – bei SC Germania List (17. Februar) und TSV Hastedt (24. Februar) – auf sie warten.

Zu Panik besteht für den VfL noch keinerlei Anlaß, aber er darf sich nach dem Motto „Von unserem Leistungsvermögen gehören wir nicht zum Kreis der Abstiegsbedrohten, denn es gibt genügend Mannschaften, die schlechter besetzt sind als wir“, auch nicht in Sicherheit wiegen.

Daß in der Mannschaft mehr steckt, als sie oft in dieser Saison zeigt, wurde auch in Oldenburg deutlich. In den ersten 20 Minuten war der VfL dem Spitzenreiter durchaus ebenbürtig, ja sogar streckenweise überlegen. Er führte zunächst 2:0, 3:1 und 6:4 und lag auch in der 20. Minute mit 10:10 noch gleichauf.

Dann kam ein deutlicher Bruch ins Spiel der Oldesloerinnen, als kurz hintereinander Marion Werner, die bis dahin Oldenburgs Leistungsträgerin Heike Schmidt sehr effektiv in kurze Deckung genommen hatte, eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt bekam und Eike Lange Gelb sah. Die Folge: Bis zur Pause ging Oldenburg noch mit 16:11 in Führung und hatte damit schon für eine Vorentscheidung gesorgt.

Die Gäste „verschliefen“ (Nyari) dann auch noch die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit, so daß der Spitzenreiter auf 25:14 (40.) davonziehen konnte. Danach war der VfL dann wieder gleichwertig, aber es reichte bis zum Ende nur zu einer leichten Ergebniskorrektur. Dabei mußte er in dieser Phase auf seine Torjägerin Jeanette Rochelmeyer verzichten, die wie vor vier Wochen im Spiel gegen Holstein Kiel unglücklich auf den Rücken fiel und fortan von ihrer Trainerin geschont wurde.

Zsuzsa Nyari war insbesondere mit ihrer rechten Angriffsseite – sie selbst spielte dort nur sporadisch – unzufrieden. „Birgit Walter und Martina Kattner haben zwar gut gekämpft, aber sie müssen auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, wenn wir gegen bessere Mannschaften bestehen wollen“, kritisierte sie.

Erfolgreichste Werferin im VfL-Team war mit sieben Treffern Birthe Wede. Auf achtbare Quoten kamen auch Marion Werner (6/1) und Eike Lange. Den Rest teilten sich Martina Kattner (2), Jeanette Rochelmeyer (1/1) und Zsuzsa Nyari. Zum Einsatz kamen außerdem noch Katrin Behnke, Birgit Walter, Lisa Lüken und Anneke Janßen.

Im Tor standen Silke Schwöbken und später auch Annette Schümann durch die betont offensive Spielweise der Abwehrreihe bei den meisten der 30 Gegentore auf verlorenem Posten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.2.1996

 

Sonnabend, 17. Februar 1996

SC Germania List – VfL Oldesloe 17:17 (9:6)

VfL-Damen kämpften bravourös

Nach 17: 17 bei SC Germania List ist im Abstiegskampf wieder Land in Sicht

(mth). „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat vor allem in den letzten 20 Minuten des Spiels großartig gekämpft und sich den einen Punkt redlich verdient.“ Für Zsuzsa Nyari, Spielertrainerin der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe ist nachdem 17:17 (6:9)-Unentschieden beim SC Germania List wieder „Land in Sicht“. Mit dem Punktgewinn hat sich der VfL zwar noch lange nicht aus der Abstiegszone lösen können, aber wenn er die Leistung aus der niedersächsischen Hauptstadt konservieren kann, ist das nur eine Frage der Zeit. Schon am kommenden Wochenende in Hastedt, wo die Oldesloerinnen ihr drittes Auswärtsspiel in Folge bestreiten müssen, rechnet die VfL-Trainerin sich gute Chancen auf einen vollen Erfolg aus.

Nach einem Teilerfolg sah es im Spiel beim SC Germania List für die Stormarnerinnen anfangs nicht aus. Der VfL begann übernervös und geriet gegen einen Gegner, der mit drei Siegen in Folge im Rücken außerordentlich selbstbewußt auftrat, schnell ins Hintertreffen. Die Folge: Nach 18 Minuten lagen die Stormarnerinnen schier aussichtslos mit 2:7 zurück.

Die Mannschaft ließ es zwar nicht an Kampfgeist fehlen, aber unnötige Ballverluste durch technische Fehler und überhastete Abschlüsse warfen sie zurück. Dazu zerrten vergebene Siebenmeter – insgesamt vergab der VfL vier Strafwürfe – am Nervenkostüm der Spielerinnen.

Für die Wende zum Guten sorgte dann die Einwechslung von Ivonne Grimm. Nach mehr als zweimonatiger Verletzungspause gab sie dem VfL-Spiel in Abwehr und Angriff mehr Sicherheit. Von dem Zeitpunkt an begann eine Aufholjagd. Bis zur Pause hatten die Oldesloerinnen schon auf 6:9 verkürzt und vier Minuten nach dem Wechsel waren sie beim 8:9 erstmalig auf Tuchfühlung zu den Hannoveranerinnen.

Dann warf die dritte Zeitstrafe und damit der Ausschluß für das Spiel von Marion Werner – ihre ersten beiden hatte sie schon nach 20 Minuten kassiert und war danach von ihrer vorgeschobenen Position in der Deckung abgezogen worden – den VfL noch einmal zurück.

Der Gastgeber zog erneut auf 12:9 davon, aber mit unbändigem Kampfgeist arbeiteten sich die Oldesloerinnen wieder heran. Beim 13:13 (48.) erreichten sie erstmals den Gleichstand. In der Schlußphase gingen sie sogar zweimal (14:13 und 16:15) in Führung, aber zu einem Sieg reichte es schließlich doch nicht ganz.

Aber auch mit dem Remis war der Gast zufrieden und konnte erhobenen Hauptes die Halte verlassen, um anschließend mit dem befreundeten Gegner noch gemeinsam ein wenig zu feiern.

Die Grundlage zu dem Teilerfolg legte die Mannschaft mit solider Deckungsarbeit, in der sich neben Ivonne Grimm noch Eike Lange, Martina Kattner besonders hervortaten. Auch Marion Werner bis zu ihrer roten Karte, Lisa Lüken, Katrin Behnke und am Ende gar Zsuzsa Nyari selbst auf der vorgezogenen Position, daß der starke Lister Rückraum nicht wie gewohnt zur Geltung kam. Dazu bot Silke Schwöbken im Tor eine ausgezeichnete Partie.

Erfolgreichste Torwerferinnen waren mit je vier Treffern Jeanette Rochelmeyer und Ivonne Grimm. Zsuzsa Nyari (3), Marion Werner, Eike Lange (je 2), Birthe Wede und Martina Kattner teilten sich die restlichen VfL-Tore.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.2.1996

 

Sonnabend, 24. Februar 1996

Hastedter TSV – VfL Oldesloe 23:22 (10:9)

Die Lage wird immer bedrohlicher

VfL-Handballerinnen verloren auch in Hastedt / Entscheidung in letzter Sekunde

(Manfred Thomsen). Die Lage für die Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga spitzt sich zu. Auch beim TSV Bremen-Hastedt gelang im dritten Auswärtsspiel in Folge nicht der erhoffte Sieg. Vielmehr kassierte das Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari in der Hansestadt eine bittere 22:23 (9:10)-Niederlage und steckt nun tiefer als je zuvor im Abstiegsstrudel. Der März wird mit fünf Spielen- davon vier in eigener Halle – für den VfL Oldesloe so oder so zum „Monat der Wahrheit“. Die Art und Weise, wie die Mannschaft in Hastedt in letzter Minute einen Punktgewinn oder gar einen Sieg aus den Händen gab, ist dabei sicher nicht geeignet, das Nervenkostüm der Spielerinnen für diese schwere Wegstrecke zu festigen.

In der 58. Minute führten die Stormarnerinnen noch mit 22:21 und hatten mit Ballbesitz die Chance, den Vorsprung noch auszubauen. Aber statt ruhig auf eine klare Chance zu warten, leistete sich das Team wie schon mehrfach zuvor einen unnötigen Ballverlust. Folge: Der TSV Hastedt, dem bei einer Niederlage auch das Wasser bis zum Hals gestanden hätte, schaffte mit einem schnellen Tempoangriff den Ausgleich.

Aber noch immer hatte der VfL die vermeintlich bessere Ausgangsposition, blieb ihm doch noch eine Minute Zeit, als angreifende Mannschaft den Siegtreffer anzubringen. Doch der Versuch mißlang, weil die zweifache Torschützin Katrin Behnke ein Kreisanspiel von Jeanette Rochelmeyer nicht verwerten konnte.

Im Gegenzug bekam Hastedt wenige Sekunden vor Schluß einen Freiwurf zugesprochen. Bei dem galt es natürlich für die Oldesloerinnen, die gewaltige Rückraumschützin Birte Tesch im Auge zu haben. Aber durch die Video-Beobachtung vor zwei Wochen wußte Zsuzsa Nyari auch um eine zweite Variante der Bremerinnen in solchen Situationen.

Natürlich schärfte sie ihren Schützlingen noch einmal ein, auch dafür gewappnet zu sein. Doch vergebens: Als der Freiwurf zur Ausführung kam, konzentrierte sich die gesamte VfL-Abwehr auf Birte Tesch. Der Gegner aber wählte die Alternative, spielte Heike Hagelstedt am rechten Flügel frei, die dann in buchstäblich letzter Sekunde ungehindert den Siegtreffer markierte.

Die Niedergeschlagenheit der Oldesloerinnen nach der Schlußsirene war entsprechend groß. Zsuzsa Nyari wird alle Hände voll zu tun haben, ihr Team zu beruhigen und für die nächste Begegnung am kommenden Sonnabend gegen Schlußlicht Neubrandenburg moralisch aufzubauen.

Aber die vielfache ungarische Nationalspielerin denkt nicht daran, die Flinte frühzeitig ins Korn zu werfen.

„Ich bin nach wie vor überzeugt, daß in unserer Mannschaft genügend Substanz steckt, um den Klassenerhalt zu schaffen“, gibt sie sich optimistisch. Selbst dem unerwarteten Sieg von Empor Rostock – vor dem Spiel mit einem Punkt Vorsprung für den VfL am ehesten in Reichweite – gegen den Tabellenzweiten VB Berlin (18:17) gewinnt sie einen positiven Aspekt ab: „Das zeigt mir, daß man seine Heimspiele gegen die Berlinerinnen durchaus gewinnen kann“, hebt sie auf die Begegnung des Spitzenteams Ende März in der Stormarnhalle ab.

Soll dann aber eine Überraschung tatsächlich gelingen, muß sich ihr Team noch erheblich steigern.

VfL Oldesloe: Schümann (ab 20. Minute Schwöbken), Rochelmeyer (6/3 Tore), Wede (5), Werner (3), Walter (3), Behnke (2), Lange (2), Grimm (1), Nyari, Kattner, Lüken.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1996

 

Freitag, 1. März 1996

VfL mit dem Rücken zur Wand

Sieg gegen Neubrandenburg soll auch die Fans beflügeln

(mth). Die Handballerinnen des VfL Oldesloe stehen am Scheideweg. Nach nur einem Punkt aus den vorangegangenen drei Auswärtsspielen in Folge – wenigstens drei, wenn nicht gar vier waren drin und eigentlich auch fest eingeplant – steht die Mannschaft vor dem Spiel am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle gegen Schlußlicht SV Neubrandenburg mit dem Rücken zur Wand.

Eine neuerliche Niederlage kann sich das Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari schlechterdings nicht leisten. Und selbst wenn der erhoffte Sieg herausspringt, darf sich die Mannschaft nicht zurücklehnen. Vielmehr muß sie auf einen deutlichen Erfolg aus sein, aus dem sie Selbstvertrauen und Nervenstärke für die noch folgenden vier Spiele in diesem Monat ziehen kann.

„Die Mannschaft muß begreifen, daß sie mitten im Abstiegsstrudel steckt. Gejammer über vermeintlich unglückliche Niederlagen zählt nicht, vielmehr muß jetzt jede Spielerin von der ersten bis zur letzten Woche konzentriert und entschlossen zur Sache gehen“, bringt Neumanager Wilfried Koslowski die Lage auf den Punkt.

Er hat sich in den ersten drei Wochen seiner Tätigkeit intensive Gespräche mit Sponsoren, solchen, die schon dabei sind und möglichen neuen, geführt und sieht ,,Licht am Ende des Tunnels.“ Aber positive Ansätze auf diesem Gebiet wären für die Katz, wenn das Team sportlich ins Abseits läuft.

Deshalb will sich Koslowski jetzt auch verstärkt ins Tagesgeschäft einschalten. Nicht in die sportlichen Dinge. Die liegen weiter bei Zsuzsa Nyari, mit der er inzwischen einig ist, daß sie auch in der kommenden Saison die Zügel in der Hand behält. Aber der Manager hat sich für das Spiel gegen Neubrandenburg ein paar Showeffekte und Überraschungen für die Zuschauer ausgedacht, um für Unterstützung durch die Fans für den VfL zu werben.

„Die brauchen wir mehr denn je“, hofft Koslowski Oldesloer Lokal-Patriotismus erwecken zu können, damit ein „Highlight“ am Stormarner Sporthimmel nicht in der Versenkung verschwindet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.3.1996

 

Sonnabend, 2. März 1996

VfL Oldesloe – SV Neubrandenburg 28:17 (13:7)

Chancen auf den Klassenerhalt in der zweiten Bundesliga nach 28:17-Sieg gestiegen

Oldesloer Handballerinnen sehen wieder Licht am Ende des Tunnels

Die Handballerinnen des VfL Oldesloe sehen wieder „Licht am Ende des Tunnels“. Mit einem ungefährdeten 28:17 (13:7)-Erfolg gegen Schlußlicht SV Neubrandenburg wahrte das Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari seine Chance auf den Klassenerhalt in der zweiten Bundesliga. Entwarnung aber kann für die Oldesloerinnen noch nicht gegeben werden. Soll das rettende Ufer erreicht werden, muß die Mannschaft auch in den kommenden drei Begegnungen gegen unmittelbare Konkurrenten (MTV Wandsbek 72, Union Halle-Neustadt und HG Empor Rostock) unbedingt punkten.

(Manfred Thomsen). „Unser Herz schlägt für den VfL.“ Mit leuchtenden Herzen, die an der an der Kasse an alle Besucher verteilt wurden, und kleinen Geschenken, die die Spielerinnen vor dem Spiel auf die Ränge warfen, hatte die Mannschaft vor dem Spiel nachdrücklich bei ihren Fans um Unterstützung im Abstiegskampf nachgesucht.

Der Appell fiel auf fruchtbaren Boden. Mit 370 Zuschauern – unter ihnen vier von der Mannschaft eingeladene Jugendteams aus Reinfeld, Sülfeld und von der GHG Hahnheide – hatten sich so viele wie nie zuvor in dieser Saison eingefunden. Und ihre lautstarke Anfeuerung hatte der VfL auch dringend nötig.

„Unsere Nerven lagen in der Woche vor dem Spiel blank. Wir wußten, daß wir die Hoffnungen auf den Verbleib in der zweiten Liga aufgeben konnten, wenn wir auch gegen das Schlußlicht verlieren würden“, schilderte Zsuzsa Nyari die Ausgangsposition. Die Nervosität der Oldesloerinnen war insbesondere in der Anfangs-Viertelstunde fast mit den Händen greifbar.

Der Gegner aus Neubrandenburg mußte in den beiden vergangenen Jahren und auch in der laufenden Saison erheblichen personellen Aderlaß hinnehmen. Da er den auch durch unfertige Jugendspielerinnen nicht kompensieren konnte, war das Niveau der Partie 15 Minuten lang erschreckend schwach.

Das besserte sich auf Seiten des VfL aber nach einer Auszeit. Die Folge: Nach dem 5:5-Ausgleichstreffer in der 14. Minute blieben die Gäste eine Viertelstunde ohne Treffer. Die Oldesloerinnen, deren Leistungskurve nun deutlich nach oben zeigte, konnten sich auf 12:5 absetzen und hatten damit die Begegnung vorzeitig entschieden.

Dennoch blieb auch in der Folgezeit ihr Spiel nicht frei von Nervosität, „aber wir konnten wenigstens in einigen Passagen zeigen, daß unser spielerisches Potential größer ist, als es der Tabellenstand ausdrückt“, sagte Zsuzsa Nyari.

In Gefahr geriet der VfL-Sieg zu keiner Zeit mehr. Anders als in den vorangegangenen Heimspielen hatten die Stormarnerinnen keinen „Durchhänger“ und bauten ihren Vorsprung bis zum 28:17-Endstand kontinuierlich aus.

Großen Anteil daran hatte Torhüterin Silke Schwöbken, die mehr als 50 Minuten ein sicherer Rückhalt war, ehe sie von Annette Schümann abgelöst wurde. Dabei schmälert ihre Leistung auch nicht, daß sie von den Neubrandenburgerinnen mit für Keeper eher dankbaren Würfen regelrecht „warm“ geschossen wurde.

Sehr zufrieden war Zsuzsa Nyari auch mit der Leistung von Martina Kattner, Birthe Wede und Jeanette Rochelmeyer. Zu bemängeln hatte sie nur überflüssige Zeitstrafen gegen Marion Werner und Eike Lange wegen Meckerns. „Solche vermeidbaren Schwächungen könnten uns gegen stärkere Gegner als Neubrandenburg leicht das Genick brechen“, warnt die Ungarin, die natürlich auch weiß, daß ihre Mannschaft nun am Ball bleiben und weiter punkten muß.

VfL Oldesloe: Schwöbken (ab 52. Minute Schümann), Behnke (2 Tore), Grimm (2), Lüken (1), Lange (5), Wede (2), Werner (6/1), Rochelmeyer (5/1), Nyari (3) und Kattner (2).

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.3.1996

 

Sonnabend, 9. März 1996

VfL-Zweitliga-Handballerinnen heute bei MTV Wandsbek 72

Sieg beim Konkurrenten würde doppelt zählen

Der Kampf um den Klassenerhalt in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord im Frauen-Handball spitzt sich zu. Für den VfL Oldesloe hat sich die Lage nach dem Sieg gegen Schlußlicht Neubrandenburg ein wenig entspannt. Aus dem Schneider aber ist das Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari noch lange nicht. Dem Spiel heute beim direkten Konkurrenten MTV Wandsbek 72 kommt deshalb besondere Bedeutung zu.

(Manfred Thomsen). In der zweiten Bundesliga Gruppe Nord im Frauen-Handball ist der Großteil der Entscheidungen praktisch gefallen, obwohl noch ein knappes Drittel der Saison vor den 14 Mannschaften liegt. Dem VfL Oldenburg ist bei mittlerweile sechs Punkten Vorsprung vor VB Berlin der Meistertitel kaum noch zunehmen.

Ebenso stehen der SV Neubrandenburg und der Oldenburger SV als Absteiger so gut wie fest. Unbeantwortet ist noch die Frage nach dem dritten Absteiger. Sechs Mannschaften müssen noch um den Klassenerhalt zittern.

Mitten in diesem Pulk steckt der VfL Oldesloe. Der kann nach dem glatten 28:17-Erfolg gegen Neubrandenburg wieder etwas Luft schöpfen, muß aber nun am Ball bleiben. Vor allem in den Spielen gegen die direkten Konkurrenten.

Zu denen gehört auch der MTV Wandsbek 72, bei dem das Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari heute um 17 Uhr in der Sporthalle an der Rüterstraße in Hamburg-Wandsbek antritt. Eine Niederlage würde die Oldesloerinnen wieder weit zurückwerfen.

Schwächen, wie in der Anfangsphase des Spiels gegen Neubrandenburg, darf sich das Team sicher nicht erlauben. Auch überflüssige Zeitstrafen, wie sie VfL-Spielerinnen zuletzt häufig kassiert haben, könnten böse, unabsehbare Folgen haben. Aber Zsuzsa Nyari ist zuversichtlich, daß ihre Mannschaft die Zeichen der Zeit erkannt hat und konzentriert zur Sache geht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.3.1996

 

Sonnabend, 9. März 1996

MTV Wandsbek 72 – VfL Oldesloe 21:27 (10:12)

Sicherer 27:21-Erfolg der Stormarnerinnen beim Mitkonkurrenten Wandsbek 72

Klassenerhalt rückt für Oldesloer Handhallerinnen wieder näher

Die Chancen des VfL Oldesloe, auch in der kommenden Saison in der zweiten Frauen-Bundesliga der Handballerinnen zu spielen, sind am Wochenende ein gutes Stück gestiegen. Eine Woche nach dem Sieg gegen Schlußlicht SV Neubrandenburg gelang dem Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari auch beim Mitkonkurrenten MTV Wandsbek 72 ein glatter 27:21 (12:10)-Erfolg.

(Manfred Thomsen). Das Lob nach Spielschluß kam aus berufenem Mund. Otto Sternberg, dessen kurzfristiger Wechsel im vergangenen Sommer zum Bundesligisten SV Buxtehude sicher ein Hauptgrund für die Irritationen waren, die den VfL Oldesloe in dieser Saison tief in den Abstiegskampf der zweiten Handball-Bundesliga stürzen ließ, zollte seiner Nachfolgerin Zsuzsa Nyari höchste Anerkennung:

„Ihr habt mit großem taktischem Geschick eine kniffelige Aufgabe gelöst und auch in dieser Höhe gegen einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf verdient gewonnen. In dieser Form werdet ihr mit dem Klassenerhalt keine Probleme haben“, machte er seinen früheren Schützlingen Mut für die Zukunft.

Sternberg war ja nicht im Zorn von den Oldesloerinnen geschieden. Und er hängt offensichtlich noch immer an dem Team. In den 60 Minuten in der Wandsbeker Sporthalle, wo er vor Jahresfrist mit dem VfL-Team in weniger prekärer Situation große Schwierigkeiten gehabt hatte und über ein Remis nicht hinausgekommen war, fieberte er leidenschaftlich mit seinen ehemaligen Schützlingen und sparte nicht mit Beifall für viele gelungene Aktionen.

Besonders angetan war er, wie diszipliniert die Mannschaft zu Werk ging, obwohl sie praktisch ihres gefährlichen linken Flügels beraubt wurde. Die Wandsbekerinnen nämlich nahmen Torschützenkönigin Jeanette Rochelmeyer und Marion Werner fast über die gesamte Spieldauer in kurze Deckung.

Aber darauf war der VfL vorbereitet. Rochelmeyer (9 Tore, davon fünf Siebenmeter) und Werner (1) arbeiteten trotz der Ketten, die ihnen angelegt wurden, unermüdlich. Sie waren so selbst nicht gänzlich zu stoppen, rissen aber vor allem durch geschicktes Stellungsspiel große Lücken für ihre Mitspielerinnen in der Abwehrreihe der Hamburgerinnen.

Insbesondere Birthe Wede wußte das zu nutzen. Sie spielte befreit und selbstsicher wie noch nie seit ihrem Nasenbeinbruch vor 14 Monaten und avancierte mit neun Feld-Treffern zur Matchwinnerin. Aber auch Martina Kattner (4), Eike Lange und Zsuzsa Nyari (je 2) wußten sich blendend in Szene zu setzen.

Zusammen mit der glänzend disponierten Torhüterin Silke Schwöbken spielten die Oldesloerinnen praktisch in einer Formation durch. Lediglich auf der Position von Martina Kattner kamen in der ersten Halbzeit für zwei kurze Perioden Birgit Walter und Ivonne Grimm zum Einsatz.

Der Sieg der Stormarnerinnen war zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr. Dem Gegner gelang die einzige Führung in der 1. Minute zum 1:0, aber bereits nach neun Minuten waren die Weichen bei einem Zwischenstand von 5:1 eindeutig zugunsten der Stormarnerinnen gestellt.

Mit der tadellosen kämpferischen Einstellung und der deutlich nach oben zeigenden spielerischen Formkurve kann der VfL mit Zuversicht den nächsten Aufgaben entgegenblicken. In der Verfassung ist ein Abstieg bald kein Thema mehr.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.3.1996

 

Sonnabend, 16. März 1996

Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt am Sonntag um 16 Uhr Gast in der Stormarnhalle

Trainerin Zsuzsa Nyari hat viel Respekt vor dem Gegner

Die Handballerinnen des VfL Oldesloe wollen einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt in der zweiten Bundesliga tun. Am Sonntag um 16 Uhr haben sie in der Stormarnhalle den SV Union Halle-Neustadt zu Gast. VfL-Spielertrainerin Zsuzsa Nyari warnt ihr Team, den Neuling zu unterschätzen.

(mth). „Das wird eine ganz schwere Aufgabe. Nur wenn wir so engagiert und konzentriert wie vor einer Woche in Wandsbek spielen, haben wir eine Chance, den dritten Sieg in Folge zu holen.“ Zsuzsa Nyari, Spielertrainerin der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe, hat sich durch die letzten beiden Erfolge ihres Teams gegen SV Neubrandenburg und MTV Wandsbek 72 nicht blenden lassen.

Deshalb warnt sie ihre Mannschaft eindringlich, das Heimspiel gegen den SV Union Halle-Neustadt, das ausnahmsweise nicht zur gewohnten Bundesliga-Zeit am Sonnabend, sondern erst am Sonntag um 16 Uhr in der Stormarnhalle angepfiffen wird, auf die leichte Schulter zu nehmen.

„Der Neuling aus Sachsen-Anhalt verfügt mit Swetlana Botscharowa, Kerstin Heine und Sybille Goj über einen erfahrenen und durchschlagskräftigen Rückraum, der jede Deckungsschwäche bei uns rücksichtslos ausnutzen wird“, weiß sie nach intensivem Video-Studium des Neulings. Um diese Routiniers herum gruppieren sich junge Nachwuchstalente, die alle aus den eigenen Reihen kommen. Unter ihnen Torhüterin Peggy Brandenberger, die im November in der Stormarnhalle im Junioren-Länderspiel gegen Dänemark mitwirkte.

Dazu hat sich in der Liga herumgesprochen, daß Halles Trainer Professor Dr. Manfred Müller sich taktisch immer eine Menge einfallen läßt, um die Gegner zu verblüffen. Mit viel Erfolg, denn mit 21:19 Punkten belegt der Aufsteiger zur Zeit den sechsten Rang und ist fast ohne Abstiegssorgen.

Dagegen darf sich der VfL noch lange nicht in Sicherheit wiegen. Wie bitter nötig die vier Punkte aus den beiden letzten Spielen waren, zeigt ein Blick auf die Tabelle. Die Mannschaft hat sich zwar vom zwölften auf den zehnten Rang verbessern können, aber zu einem Vorsprung an Pluspunkten gegenüber dem dritten Abstiegsplatz vor den abgeschlagenen Teams aus Neubrandenburg und Oldenburg/Holstein hat das nicht gereicht.

Pech für die Oldesloerinnen: Zsuzsa Nyari selbst plagt sich mit Rückenproblemen, die ihren Einsatz fraglich machen. „Aber die Mannschaft ist darauf vorbereitet“, will sie ihren eventuellen Ausfall nicht als Ausrede gelten lassen. Nicht zuletzt setzt sie auf die neuentfachte Handballbegeisterung in Oldesloe, denn „die lautstarke Unterstützung von den Rängen hat uns sehr geholfen.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.3.1996

 

Sonntag 17. März 1996

VfL Oldesloe – SV Union Halle-Neustadt 24:20 (12:8)

24:20-Erfolg gegen Union Halle-Neustadt

VfL Oldesloe auf dem Weg nach oben

Der VfL Oldesloe befreit sich langsam aber sicher aus dem Abstiegsstrudel in der zweiten Handball-Bundesliga. Mit 24:20 (12:8) gegen den SV Union Halle-Neustadt gelang dem Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari bereits schon der dritte Erfolg in Serie.

(Manfred Thomsen). Daß der März für die Handballerinnen des VfL Oldesloe im Kampf um den Klassenerhalt in der zweiten Bundesliga von entscheidender Bedeutung sein würde, hatte sich lange abgezeichnet. Während das Gros der Teams in diesem Monat nur drei Spiele zu absolvieren hat, sind es für den VfL gleich fünf.

Und alles spricht dafür, daß es für die VfL-Frauen um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari ein „goldener“ Monat wird: Mit 24:20 (12:8) gelang bereits der dritte Sieg in Folge. Mit nunmehr 19:21 Punkten und positivem Torkonto können die Stormarnerinnen den beiden nächsten Heimspielen gegen HC Empor Rostock (24. März) und VB Berlin (30. März) gelassen und optimistisch entgegensehen.

Das Spiel in der mit 270 Zuschauern wieder gut gefüllten Stormarnhalle war praktisch nach 36 Minuten zugunsten der Gastgeberinnen entschieden. Binnen sechs Minuten hatte der VfL seinen Halbzeit-Vorsprung (12:8) verdoppelt. Vor allem dank der wie entfesselt aufspielenden Mannschaftsführerin Birthe Wede hieß es zu dem Zeitpunkt bereits 17:9. Davon bröckelte erst in den letzten vier Minuten etwas ab. Der Aufsteiger aus Halle-Neustadt verkürzte bis zum Abpfiff seinen Rückstand von 15:23 noch auf 20:24. In Gefahr aber geriet der VfL deswegen nicht mehr.

Die Oldesloerinnen ließen nur in der Vorfreude über den wichtigen Erfolg die Konzentration ein wenig schleifen. Vielleicht waren die Spielerinnen auch ein wenig verwirrt von den vielen Wechselspielen mit denen Zsuzsa Nyari versuchte, möglichst alle Spielerinnen des Kaders den Erfolg auskosten zu lassen.

Harten Widerstand hatte der VfL vor allem vor dem Wechsel zu überwinden. Dem Blitzstart (4:0 nach fünf Minuten) folgte die Ernüchterung, als der Gast bis zur 12. Minute auf 4:4 gleichgezogen hatte. Dann erkämpften sich die Oldesloerinnen in zähem Ringen bis zur 28. Minute (11:7) erneut einen Vier-Tore-Vorsprung.

Überragend im VfL-Team waren neben Birthe Wede (mit acht Toren auch erfolgreichste Werferin) noch Linksaußen Marion Werner und Torhüterin Silke Schwöbken.

VfL Oldesloe: Silke Schwöbken (ab 52. Minute Annette Schümann), Katrin Behnke, lvonne Grimm (2 Tore), Eike Lange (1), Lisa Lüken (1), Birthe Wede (8), Marion Werner (6), Birgit Walter (1), Jeanette Rochelmeyer (4/davon drei Siebenmeter), Zsuzsa Nyari (1) und Martina Kattner.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.3.1996

 

Sonnabend, 23. März 1996

Erneut ein Heimspiel in der Stormarnhalle

Bei Sieg kann der VfL aufatmen

(mth). Die Handballerinnen des VfL Oldesloe eilen in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord im Monat März bislang von Erfolg zu Erfolg. Durch drei Siege in Folge hat sich die Ausgangsposition für das Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari im Kampf um den Klassenerhalt merklich entspannt.

Aber die Stormarnerinnen sind auch mit 19:21 Punkten und dem neunten Platz noch nicht aus dem Schneider. Am Sonntag um 16 Uhr steht für den VfL erneut ein Schlüsselspiel auf dem Programm. Mit dem HC Empor Rostock ist beim zweiten Heimspiel hintereinander – ein drittes gegen VB Berlin folgt in einer Woche – ein unmittelbarer Konkurrent Gast in der Stormarnhalle.

Holt das Team um Mannschaftsführerin Birthe Wede auch in diesem Spiel zwei Punkte, dürfte die größte Abstiegsgefahr erst einmal gebannt sein. Aber das wird für den VfL nicht leicht werden. Spiele zwischen den beiden Mannschaften, die sich erstmalig 1992 in der Aufstiegsrunde zur ersten Liga gegenüberstanden, haben es immer in sich gehabt.

Dabei hat der VfL, abgesehen von der ersten Begegnung, die er grandios gewann, dann aber trotzdem knapp den Aufstieg verpaßte, stets in Rostock verloren, konnte sich dafür aber immer in eigener Halle durchsetzen.

Bei den Oldesloerinnen ist man zuversichtlich, mit Unterstützung der Fans, die in den letzten Wochen dem Team massiv den Rücken stärkten, diese Serie fortsetzen zu können. Nicht zuletzt, weil die Mannschaft zur Zeit vom Verletzungspech verschont bleibt. Abgesehen von der beruflich verhinderten Katrin Behnke, für die Anneke Janßen in den Kader rutscht, sind alle Spielerinnen an Bord, die für die Erfolge in den drei letzten Spielen verantwortlich zeichneten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.3.1996

 

Sonntag, 24. März 1996

VfL Oldesloe – HC Empor Rostock 24:18 (7:12)

VfL riß ein verloren geglaubtes Spiel noch aus dem Feuer

Abstieg kein Thema mehr

(mth). In der Stormarner Kreisstadt wird es aller Voraussicht nach auch in der kommenden Saison Bundesliga-Handball geben. Theoretisch hat die Frauen-Mannschaft des VfL Oldesloe den Klassenerhalt in der zweiten Bundesliga zwar noch nicht endgültig geschafft, aber nach dem 24:18 (7:12)-Erfolg gegen den unmittelbaren Konkurrenten HC Empor Rostock müßte es für das Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari nun schon gang dumm kommen, wenn das Ziel doch noch verfehlt werden sollte.

Doch nach dem vierten Sieg in Folge hatte es für den VfL weit über eine Halbzeit lang keineswegs ausgesehen. Nach schneller 2:0-Führung (4. Minute) verlor die Mannschaft völlig den Faden. Gegen eine sehr aggressive 6:0-Deckung kam der VfL. im Angriff überhaupt nicht zurecht. Er leistete sich ungezählte Ballverluste, die Rostock rigoros ausnutzte. Hätte sich nicht Torhüterin Silke Schwöbken in blendender Form befunden, hätte der VfL-Rückstand auch noch deutlicher als 7:12 betragen können.

Die Oldesloer Keeperin war auch nach dem Wechsel ein sicherer Rückhalt ihres Teams. An ihrer Leistung zogen sich schließlich auch die anderen Spielerinnen hoch. Als in der 46.Minute nach dramatischen Minuten der Ausgleich gefallen war, steigerte sich die Mannschaft, die ihrem Gegner konditionell haushoch überlegen war, in einen wahren Spielrausch.

Angetrieben von Birthe Wede schossen die Stormarnerinnen ihren Gegner nun regelrecht ab. 310 Zuschauer trauten zunächst ihren Augen nicht, verwandelten dann aber die Stormarnhalle in einen wahren Hexenkessel.

Nun trafen auch die Spielerinnen, die vorher nur „Fahrkarten“ geworfen hatten. Erfolgreichste Werferin war trotz hautnaher Bewachung Jeanette Rochelmeyer. Zwei ihrer acht Treffer resultierten aus verwandelten Siebenmetern. Birthe Wede stand ihr mit sieben Toren kaum nach. Mit Birgit Walter, Zsuzsa Nyari (je 2), Ivonne Grimm, Eike Lange, Lisa Lüken, Marion Werner und Martina Kattner trugen sich auch alle anderen Feldspielerinnen in die Torschützenliste. Im Tor wurde Annette Schümann nur für zwei Siebenmeter eingewechselt, hielt davon beim Stand von 15:16 einen, was erheblich zum Umschwung beitrug.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.3.1996

 

Sonnabend, 30. März 1996

VB Berlin heute in der Stormarnhalle

Wird der März goldener Monat?

Vier Spiele haben die Handballerinnen des VfL Oldesloe im März bislang bestritten und dabei vier Siege errungen. Heute um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle wollen sie ihren „goldenen Monat“ mit einem fünften Erfolg in Serie gegen den Tabellenzweiten VB Berlin krönen.

(mth). Angesetzt war die Begegnung des VfL Oldesloe gegen VB Berlin eigentlich schon für den 9. Dezember 1995. Zu dem Zeitpunkt wurden die Berlinerinnen von einer Grippewelle heimgesucht. Ihrer Bitte, das Spiel zu verlegen, kam der VfL sofort nach.

Damals noch tief im Abstiegsstrudel der zweiten Bundesliga steckend widerstand das Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari der Verlockung, gegen einen Meisterschafts-Aspiranten leicht zu zwei Punkten zu kommen. Die Chancen, für diese sportliche Haltung belohnt zu werden, stehen nicht schlecht. Der VfL hat sich zuletzt mit vier Siegen in Folge aus der Abstiegsnot praktisch befreien können.

In der Form, in die sich die Oldesloerinnen auch dank der großartigen Unterstützung durch ihre Fans dabei gesteigert haben, sind sie auch gegen die Berlinerinnen, die mittlerweile ihre Chancen auf Meisterschaft und Aufstieg eingebüßt haben, nicht chancenlos.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.3.1996

 

Sonnabend, 30. März 1996

VfL Oldesloe – VB Berlin 18:20 (9:8)

Die Entscheidung gegen die Stormarnerinnen fiel erst 14 Sekunden vor dem Abpfiff

Siegesserie des VfL wurde gestoppt

Die Erfolgsserie der Handballerinnen des VJL Oldesloe ist gestoppt: Nach zuletzt vier Siegen verlor das Team gegen VB Berlin mit 18:20 (9:8).

(mth). Die Bäume sind für die Handballerinnen des VfL Oldesloe im Monat März doch nicht in den Himmel gewachsen. Nach zuvor vier Siegen in Folge wurde das Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari vom Tabellenzweiten der zweiten Bundesliga, VB Berlin, gestoppt. Die Gäste siegten nach einer spannenden Begegnung mit 20:18 (8:9). Die Entscheidung gegen den VfL fiel 14 Sekunden vor dem Abpfiff, als die überragende Rückraumwerferin Katrin Padberg mit dem 20. Treffer die letzten Hoffnungen der Stormarnerinnen zunichte machte.

Die gleiche Spielerin hatte bereits nach Zweidritteln der Spielzeit der Partie eine Wende gegeben. Sie erzielte fünf ihrer sechs Tore in den letzten 17 Minuten. Bis zur 41. Minute hatte es so ausgesehen, als könnten die Oldesloerinnen zur Freude ihrer Fans die Siegesserie fortsetzen. Trotz der Konkurrenz durch den Fußball-Hit und „Wetten, daß…?“ im Fernsehen hatten 250 von ihnen den Weg in die Stormarnhalle gefunden.

14:11 führte der VfL zu diesem Zeitpunkt, und er hatte bis dahin eine vorzügliche Leistung geboten. In der ersten Halbzeit dominierten auf beiden Seiten die Abwehrreihen. Den Oldesloerinnen gelang dabei erst in 9. Minute der erste Treffer (durch Marion Werner zum 1:2), aber nach zähem Kampf führten sie zur Pause schließlich mit 9:8.

Einziges Manko bis dahin: Der VfL nutzte seine Chancen nicht konsequent genug. Aber auch VB Berlin hätte leicht auf eine höhere Torausbeute kommen können, wäre nicht die Oldesloer Torhüterin Silke Schwöbken erneut in bestechender Form gewesen.

Nach dem Wechsel schien das Spiel zugunsten der Stormarnerinnen zu kippen. Die taktische Umstellung des VfL von einer defensiven 6:0- auf eine 5:1-Deckung machte den Berlinerinnen mächtig zu schaffen. Folge: Der Vorsprung wurde auf 12:8 (36.) und 14:11 (41.) ausgebaut.

Aber dann fingen sich die Berlinerinnen. Vor allem die baumlange Katrin Padberg bekam der VfL nicht mehr in den Griff. Auch ließen beim Gastgeber Konzentration und Kondition nach. Das kam nicht von ungefähr, hatten doch mit Eike Lange und Ivonne Grimm zwei Leistungsträgerinnen in der Woche aus gesundheitlichen Gründen nicht trainieren können. Dazu gingen Mannschaftsführerin Birthe Wede und Zsuzsa Nyari angeschlagen ins Spiel, und Torjägerin Jeanette Rochelmeyer war nach einer passablen ersten Halbzeit plötzlich völlig von der Rolle.

Dennoch kämpfte die Mannschaft aufopferungsvoll und verbissen, konnte aber die Niederlage letztlich doch nicht abwenden. Aber das Team muß sich dessen nicht schämen. „Der VfL Oldesloe ist von Anlage und Leistungspotential beileibe kein Abstiegskandidat“, zollte Berlins Trainer Rüdiger Bannes den Stormarnerinnen Respekt. Auch Spielertrainerin Zsuzsa Nyari ist sicher, die beiden Punkte, die nach ihrer Rechnung zum Klassenerhalt fehlen, noch zu holen.

VfL Oldesloe: Silke Schwöbken, Ivonne Grimm (1), Eike Lange (4), Lisa Lüken, Birthe Wede (2), Marion Werner (3), Birgit Walter, Jeanette Rochelmeyer (5/2), Zsuzsa Nyari (1), Martina Kattner (2). Annette Schümann wurde für einen Siebenmotor eingewechselt; Katrin Behnke kam nicht zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.4.1996

 

Sonnabend, 13. April 1996

VfL-Handballerinnen heute bei VB Berlin

Sinnen auf Revanche

(mth). Nach der Osterpause muß in der zweiten Bundesliga der Handballerinnen der VfL Oldesloe am Sonnabend zum Tabellenzweiten VB Berlin. Der Anpfiff zu der Begegnung in der Anton-Saefkow-Halle erfolgt um 18.30 Uhr. Erst vor 14 Tagen hat das Hinspiel zwischen beiden Mannschaften stattgefunden. Mit 20:18 beendete dabei das Team aus der Hauptstadt die Erfolgsserie der Stormarnerinnen.

Die konnten über weite Strecken an ihre guten Leistungen im März anknüpfen und führten nach 40 Minuten mit 12:8. Aber letztlich gab der überlegene Rückraum mit der baumlangen (1,90 Meter) Katrin Padberg, die in der Schlußphase vom VfL nicht mehr zu stoppen war, den Ausschlag für die Berlinerinnen.

Gegen sie will sich VfL-Spielertrainerin Zsuzsa Nyari, die das Spiel auf Video analysiert hat, Besonderes einfallen lassen. Die Ungarin hat ihren gesamten Kader zur Verfügung und ist heiß auf eine Revanche, denn „zwei Punkte benötigen wir noch, um den Klassenerhalt ganz sicher zu haben.“

Mit dem Mannschaftsbus, der um 12 Uhr an der Stormarnhalle abfährt, können auch Fans mitfahren. Sie sollten sich vor der Abfahrt dort einfinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.4.1996

 

Sonnabend, 13. April 1996

VB Berlin – VfL Oldesloe 23:28 (10:14)

VfL gelang mit 28:23 eindrucksvolle Revanche

(mth). Der VfL Oldesloe hat auch für die kommende Saison einen Platz in der zweiten Bundesliga der Handball-Frauen sicher. Mit einem großartigen 28:23 (14:10)-Erfolg beim Tabellenzweiten VB Berlin beseitigte das Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari auch die letzten Zweifel am Klassenerhalt.

Mit 23:23 Punkten rangieren die Stormarnerinnen nun im gesicherten Mittelfeld der Tabelle und haben in den drei restlichen Spielen bei anhaltend guter Form alle Chancen, in der Endabrechnung noch auf den fünften oder sechsten Platz vorzustoßen.

Nach einer erfolgreichen Revanche für die erst vor 14 Tagen in eigener Halle erlittene 18:20-Niederlage sah es nach den ersten zehn Minuten in der Anton-Saefkow-Halle in der Hauptstadt nicht aus. Der VfL fand überhaupt keine Bande und lag gegen einen Gegner, der keineswegs überragend spielte, mit 2:5 im Rückstand.

Eine doppelte Auswechslung – Zsusza Nyari und lvonne Grimm kamen für Eike Lange und Martina Kattner – aber brachte die Wende im Spiel. Fortan lief es bei den Stormarnerinnen wie am Schnürchen. Die Deckung um Birthe Wede und Birgit Walter auf den Mittelpositionen festigte sich schlagartig.

Gestützt darauf zog der VfL nun ein exzellentes Tempospiel auf. Nach 20 Minuten hatte der VfL den Gleichstand erreicht, und zwei Minuten später warf Ivonne Grimm nach einem Tempogegenstoß die erste Führung (9:8) heraus. Die bauten die Oldesloerinnen bis zur Pause auf 14:10 aus.

Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff eine Schlüsselszene: Sylke Wolf, die vorher vier Siebenmeter gegen die erneut starke Silke Schwöbken sicher verwandelt hatte, scheiterte mit einem weiteren Strafwurf an der Querlatte. Das raubte den Berlinerinnen den Nerv. Bis zur 40. Minute zog der VfL auf 20:12 davon und schaukelte unter dem Jubel ihrer Fans – das knappe Dutzend übertraf die 300 Berliner an Lautstärke mühelos – locker und souverän den Sieg nach Hause.

Erfolgreichste Torwerferin war mit elf Treffern Jeanette Rochelmeyer, die dabei sechs Siebenmeter verwandelte. Die weiteren Tore für das sehr geschlossen auftretende Team teilten sich Marion Werner (5), Birgit Walter (3), Birthe Wede, Ivonne Grimm, Martina Kattner, Eike Lange (je 2) und Zsuzsa Nyari (1).

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.4.1996

 

Sonnabend, 20. April 1996

SG Misburg heute in der Stormarnhalle

VfL sagt seinen Fans Dank

Heute um 19.30 Uhr steigt zum letzten Mal in dieser Saison Bundesliga-Handball in der Stormarnhalle. Zweitligist VfL Oldesloe hat die SG Misburg zu Gast. Mit einem Sieg käme der VfL auf ein positives Punktekonto und könnte in der Tabelle ein Stück nach oben klettern.

(mth). So wechselhaft wie in diesem Jahr ist noch keine der inzwischen fünf Saisons für die Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga verlaufen. Nach etlichen Tiefpunkten – Punktabzüge, Pokal-Aus am grünen Tisch, Trainer-· und Manager-Rückzug und in deren Folge eine schwere Formkrise – hat sich die Mannschaft prächtig zu steigern gewußt und am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen.

Nicht zuletzt auch durch die Unterstützung der Fans, die der Mannschaft ihre Unterstützung auch in schweren Zeiten nicht entzogen.

Dafür will sich das Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari heute im letzten Saison-Heimspiel gegen die SG Misburg um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle bedanken.

Zunächst sportlich, wenn möglich mit einem Sieg. Dann mit einer zünftigen Heimspiel-Abschlußfeier im Bürgerhaus mit einem Buffett (Teilnahme in der Eintrittskarte für's Spiel inbegriffen), Musik und Getränken für alle Fans, Freunde und Gönner des Teams.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.4.1996

 

Sonnabend, 20. April 1996

VfL Oldesloe – SG Misburg 33:24 (19:7)

Handball-Damen des VfL Oldesloe gewannen gegen die SC Misburg souverän mit 33 :24

Heimspiel-Showdown begeisterte

Handball-Gala in der Stormarnhalle: Im letzten Heimspiel der Zweitliga-Saison besiegten die Damen des VfL Oldesloe die SG Misburg mit 33:24.

(ben). Nach einer wechselvollen Saison – begleitet von Punktabzügen, dem Pokal-Aus am Grünen Tisch und dem Rücktritt von Trainer Claus Schilk – verabschiedete sich das Zweitliga-Team der Handball-Damen des VfL Oldesloe vom heimischen Publikum mit einem souveränen Sieg: Das Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari schlug die SG Misburg im letzten Heimspiel mit 33:24 (19:7). Damit waren die Zuschauer endgültig versöhnt. Sie verabschiedeten die Mannschaft nach dem Schlußpfiff mit lautstarkem Beifall.

Vor den beiden letzten Saisonspielen, die die VfLerinnen auswärts bestreiten müssen, besitzen die Handball-Damen nun ein positives Punktekonto. In der Partie gegen Misburg dominierte der VfL von Beginn an. Durch Tore von Marion Werner (3) und Jeanette Rochelmeyer (2) zogen die Stormarnerinnen bereits bis zur 7. Minute auf 5:1 davon. Kontinuierlich wurde dieser Vorsprung ausgebaut. Zur Halbzeit führte das Nyari-Team mit 19:7. Den schönsten Treffer erzielte die Spielertrainerin persönlich: Mit der Rückhand warf sie das 18:7. „Die Mannschaft hat sich absolut an das Konzept gehalten. In der Deckung standen wir gut und die Torausbeute im Angriff war hervorragend“, freute sich Torwarttrainer Jens Willhöft.

In der zweiten Hälfte versäumten es die VfL-Damen allerdings, die Führung weiter auszubauen. Grund: Es wurde experimentiert. Den beruhigenden Vorsprung nahm das Team zum Anlaß, Spielzüge und technische Kabinettstückchen auszuprobieren. In der Folge konnten die Misburgerinnen das Ergebnis etwas freundlicher gestalten und verkürzten den Rückstand bis zur 37. Minute auf zehn Treffer.

Beste Werferinnen beim VfL waren Jeanette Rochelmeyer, die achtmal ins Schwarze traf, davon dreimal per Siebenmeter, und Marion Werner sowie Birgit Walter, die jeweils sechs Treffer erzielten. Die weiteren Tore teilten sich Birthe Wede und Lisa Lüken (je 4), Eike Lange (3) sowie Zsuzsa Nyari und Ivonne Grimm, die beide einmal trafen.

„Wir haben den Zuschauern einiges geboten. Hervorheben möchte ich Lisa Lüken und Birgit Walter, die wirklich positiv überrascht haben und mit einer überdurchschnittlichen Torausbeute glänzten“', lobte Jens Willhöft.

Nicht nur auf dem Spielfeld sorgte die VfL-Handball-Frauen für einen versöhnlichen „Heimspiel-Showdown“: Die Zuschauer wurden von der Abteilung mit Blumen und T-Shirts beschenkt und nahmen den Dank von VfL-Manager Wilfried Koslowski entgegen. Gleichzeitig versprach Koslowski für die kommende Saison „tolle und interessante Spiele“.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.4.1996

 

Sonnabend, 27. April 1996

Heute vorletztes Spiel in der zweiten Bundesliga

Zsuzsa Nyari peilt fünften Platz an

(mth). Völlig unbeschwert hat die Zweitliga-Handball-Mannschaft des VfL Oldesloe gestern die Reise zum Spiel beim SC Union Halle-Neustadt (Sonnabend, 16.30 Uhr in der Universitäts-Sporthalle) antreten können. Die Abstiegsangst hat das Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari mit einer imponierenden Siegesserie (sechs Erfolge in sieben Spielen), die sie Anfang März startete, längst abgeschüttelt.

Inzwischen hat sie sogar wieder ein positives Punktekonto und blickt vor den beiden letzten Saisonspielen in der Tabelle nach oben. „Wir wollen noch Fünfter werden“, sieht die Spielertrainerin ihren Ehrgeiz noch nicht befriedigt. Dafür müßte die Mannschaft noch beide ausstehenden Spiele gewinnen. In der ausgezeichneten Verfassung wie beim letzten Heimspiel gegen die SG Misburg, als das Team eine großartige Handball-Show bot, stehen die Aussichten dafür nicht schlecht.

Auch deshalb, weil Zsuzsa Nyari aller Voraussicht nach auf alle Spielerinnen ihres Kaders zurückgreifen kann. Unter der Woche gab es zwar noch ein paar Blessuren zu kurieren, aber bis zum Spiel heute sollten die alle behoben sein.

Die rechtzeitige Anreise mit Übernachtung in der Nähe von Potsdam wird ein übriges für eine gute Stimmung tun. Zu der hatte der VfL schon vor Wochen die Weichen gestellt, in der Annahme, bei der heutigen Begegnung könne sich der Klassenerhalt entscheiden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.4.1996

 

Sonnabend, 27. April 1996

SV Union Halle-Neustadt – VfL Oldesloe 20:25 (12:10)

Oldesloer Handballerinnen setzten Erfolgsserie bei SV Union Halle-Neustadt mit einem 25:20-Sieg fort

Jetzt peilt der VfL noch den fünften Rang an

(mth). Je länger die Saison dauert, umso besser kommen die Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga in Schwung. Mit 25:20 (10:12) beim SV Union Halle-Neustadt gelang dem Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari bereits der siebte Erfolg im achten Spiel seit Anfang März.

Das Abstiegsgespenst haben die Stormarnerinnen mit dieser Erfolgsserie bereits seit geraumer Zeit endgültig abgeschüttelt. Mit dem Sieg in Halle steht fest, daß das Team die Saison, die für sie so niederschmetternd begann – Punktabzüge, Pokal-Aus am Grünen Tisch, Rücktritt von Trainer und Manager –, noch mit einem positiven Punktekonto abschließt.

Mittlerweile hat sich die Mannschaft auf den sechsten Rang vorgeschoben. Mit einem Sieg im letzten Saisonspiel am Sonnabend bei KSV Holstein Kiel könnte der VfL sogar noch auf den fünften Rang rücken. Angespornt von Trainerin Zsuzsa Nyari und Manager Wilfried Koslowski sind inzwischen alle Spielerinnen vom Ehrgeiz beseelt, dieses Ziel zu erreichen, zumal mit dem Rivalen aus der Landeshauptstadt noch eine Rechnung offen ist. Der hatte Mitte Januar das Hinspiel in der Stormarnhalle gewonnen, obwohl der VfL in beiden Halbzeiten haushoch in Führung gelegen hatte.

Konditionelle und nervliche Probleme, die der Mannschaft seinerzeit zum Verhängnis wurden, hat sie mittlerweile nicht mehr. Vielmehr ist sie inzwischen diesbezüglich absolut stabil. Das machte sie auch in Halle deutlich. Dort lief es für den VfL zunächst gar nicht gut. Der Gastgeber setzte sich schnell mit 3:0 (5.) ab und zog über 7:3 (24.) auf 10:6 (22.) davon. Erst dann fingen sich die Oldesloerinnen etwas und konnten bis zum Seitenwechsel auf 10:12 verkürzen.

Die richtige Wende aber trat erst ein, als Zsuzsa Nyari die Deckung von 6:0 auf 5:1 umstellte. Marion Werner engte nun die Kreise der Russin Swetlana Botscharowa ein, so daß der Spielfluß bei Halle ins Stocken geriet. Beim 15:15 (42.) erreichte der VfL erstmalig den Gleichstand. Halle konnte zwar noch bis zum 17:17 mithalten, aber dann zogen die nun auch im Angriff diszipliniert spielenden Stormarnerinnen unaufhaltsam davon. Spätestens beim 22:17 (54.) war die Partie gelaufen.

Da der VfL wegen der frühen Anreise ausgeruht ins Spiel gegangen war, hatte er keine Mühe, den Vorsprung bis zum 25:20-Endstand über die Zeit zu bringen.

VfL Oldesloe: Schwöbken, Schümann (nur bei einem Siebenmeter eingesetzt), Rochelmeyer (9/5 Tore), Kattner (4), Werner (3), Wede (3/1), Lange (2), Nyari (2), Grimm (1), Walter (1) und Lüken. Katrin Behnke fehlte aus beruflichen Gründen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.4.1996

 

Sonnabend, 4. Mai 1996

VfL-Frauen können noch Fünfter werden

Ende der turbulenten Saison

(mth). Für die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe geht heute eine turbulente Saison zuende. Um 16.30 Uhr treffen sie in der Tallinn-Halle in Kiel auf den KSV Holstein. Mit einem Sieg könnte das Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari sich noch auf den fünften Rang in der Endtabelle verbessern.

Das würde schon fast dem vor der Saison ausgegebenen Ziel „Spitzengruppe“ entsprechen. Allerdings waren die Verantwortlichen davon ausgegangen, daß das Team im Vorfeld einer solchen Plazierung um den Titel und nicht gegen den Abstieg gespielt hätte.

Aber die Turbulenzen, die zu gegenteiliger Entwicklung führten, sind mittlerweile Geschichte. Die Mannschaft hat im Saisonendspurt tolle Moral gezeigt, und die Trainerin geht davon aus, daß sie sich auch heute in Kiel noch einmal voll ins Zeug legen wird.

Nicht zuletzt auch, um ihrer Mannschaftführerin Birthe Wede einen würdigen Abschied zu geben. Die will in Zukunft handballerisch kürzer treten und wird deshalb den VfL ebenso verlassen wie Ersatztorhüterin Annette Schümann aus dem gleichen Grund und Annette Gerken, deren Vertrag nicht verlängert wird. Auch der Verbleib von Lisa Lüken ist noch ungewiß. Das neue VfL-Team soll Mitte Mai vorgestellt werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.5.1996

 

Sonnabend, 4. Mai 1996

Holstein Kiel – VfL Oldesloe 21:29 (8:11)

29:21-Erfolg der Oldesloer Handballerinnen im Landesderby bei KSV Holstein Kiel

VfL noch Fünfter der Abschlußtabelle

(mth). Happy-End für die Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga: Mit einem überzeugenden 29:21 (11:8)-Erfolg im Landesderby beim KSV Holstein Kiel eroberte sich das Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari am letzten Spieltag der so wechselhaft verlaufenen Saison noch den fünften Rang in der Abschlußtabelle.

Nicht auszudenken, wo die Mannschaft ohne die Turbulenzen im letzten Herbst hätte landen können. Die vier Punkte, die ihnen abgezogen wurden, sind ja nur die „halbe Miete“. Der Druck, in den die Mannschaft in deren Folge geriet, einschließlich der Ungewißheit, die nach dem Rückzug von Trainer und Manager Claus Schilk herrschte, hat noch viele Minuspunkte gekostet, die es bei normalen Saisonverlauf kaum gegeben hätte.

Allerdings: Für den Meistertitel hätte es kaum gereicht. Dafür war der VfL Oldenburg in diesem Jahr wohl zu stark. Aber bis hin zur Vizemeisterschaft wäre alles dringewesen. Vor der Moral aber, mit der sich die Mannschaft im Endspurt am eigenen Schopfe aus dem Abstiegssumpf gezogen hat, kann man nur den Hut ziehen.

Die prächtige Einstellung des ganzen Teams wurde auch in Kiel noch einmal deutlich. Mit dem Landesrivalen war seit Januar noch eine Rechnung offen. Damals hatte Holstein haushohe Rückstände in beiden Halbzeiten noch in einen Sieg umgewandelt. Dafür gelang eine eindrucksvolle Revanche.

Der VfL war in allen Belangen die bessere Mannschaft. Er hätte noch höher gewinnen können, hätte er in den letzten zehn Minuten die Deckungsarbeit nicht schleifen lassen, weil die Spielerinnen darauf aus waren, ein paar besonders schöne Tore zu erzielen.

Einziger Wermutstropfen war eine rote Karte von Marion Werner nach einem Foul an Melanie Bernecker in der 30. Minute. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung der Schiedsrichter, die es ansonsten nicht gerade gut mit dem VfL meinten. Beirren aber ließen sich die Oldesloerinnen aber auch davon nicht.

VfL Oldesloe: Schwöbken, Schümann, Rochelmeyer (7/1 Tore), Walter (6), Nyari (5), Wede (3), Kattner (3). Lange (2), Grimm (1), Lüken (1) und Werner (1).

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.5.1996

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