Berichte im 2. Halbjahr der Saison 1994-95 - 2. Bundesliga Nord der Frauen
Dienstag, 3. Januar 1995
Ein Knüller zum Jahresauftakt
Oldesloer Handball-Damen morgen im Pokal gegen Bundesligisten SV Buxtehude
(Manfred Thomsen). Eine richtige Weihnachtspause haben sich die Handballerinnen des VfL Oldesloe nicht gönnen können. Am letzten Advents-Wochenende, als die anderen Zweitligisten schon pausieren durften, mußten sie in Hannover-Misburg noch nachsitzen. Und bevor am kommenden Wochenende die Punktrunde fortgesetzt wird – für die Stormarnerinnen erneut in Hannover gegen Germania List – müssen sie morgen im DHB-Pokal ran. In der dritten Runde auf Bundesebene haben sie um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle den Erstligisten SV Buxtehude zu Gast. Das verspricht gleich zum Jahresauftakt ein sportlicher Leckerbissen zu werden. Da sollten die Ränge bis zum letzten Platz ausgebucht sein, auch wenn der VfL nur krasser Außenseiter ist.
So sieht das auch Oldesloes Trainer Otto Sternberg. Den plagen personelle Sorgen. Ganz sicher fällt für unabsehbare Zeit Vanessa Schack aus. Die Verletzung, die sich die Kreisläuferin in Misburg zugezogen hat, ist noch schwerer als zunächst befürchtet: Außer dem gerissenen Kreuzband sind auch Innen- und Außenband in dem malträtierten Knie in Mitleidenschaft gezogen worden.
Verletzt ist aus Misburg auch Ivonn Bosza zurückgekehrt. Mit einem Kapselriß fällt auch sie aus. Trainieren hat wegen einer Penicillin-Allergie auch Roswitha Bein nicht können. Sternberg hofft aber, auf seine Spielmacherin dennoch zurückgreifen zu können.
Dagegen steht Katrin Behnke mit Sicherheit nicht zur Verfügung. Sie ist beruflich unabkömmlich. So bleibt Sternberg ausgerechnet für das Schlagerspiel nur ein Minikader.
Aber „abschenken“ will er das Spiel deswegen nicht. „Wir wollen uns so teuer wie irgend möglich verkaufen“, verspricht er vollen Einsatz, „das sind wir unseren Zuschauern schuldig, auch wenn wir wohl keine Siegchance haben.“
Diese Einschätzung ist alles andere als Zweck-Pessimismus. Schließlich gehört der Buxtehuder SV zur Elite im deutschen Frauenhandball. Der aktuelle IHF-Pokalsieger – vergleichbar dem UEFA-Pokal im Fußball – hat mit Torhüterin Renate Zschau, Heike Axmann und Andrea Bölk drei aktuelle deutsche Nationalspielerinnen in ihren Reihen.
Mit zweien von ihnen – Axmann und Bölk – ist Sternberg als Co-Trainer 1993 Weltmeister geworden. Noch mehr aber dürfen sich die Oldesloer auf Camilla Andersen freuen. „Die unscheinbare dänische Nationalspielerin beherrscht viele Wurf-Varianten und spielt ausgesprochen spektakulär“, macht er den Stormarner Handball-Fans den Mund wässrig.
Die freuen sich auch auf ein Wiedersehen mit Eike Lange. Die Kreisläuferin hat seit ihrem Wechsel im letzten Sommer von Oldesloe nach Buxtehude in der Bundesliga wenig Spielanteile bekommen. Sternberg rechnet aber damit, daß sie an ihrer alten Wirkungsstätte viel zum Einsatz kommt.
Für Kurzweil ist auch in der Pause gesorgt. Eine Auswahl Stormarner Trainer – Reinhard Lindtner, Claus Schilk, Günter Flöter, Roland Mohr und Tim Ehlers – wird gegen ein Team Stormarner Sportjournalisten im Fußball antreten. Bleibt abzuwarten, ob die „Schreiberlinge“ da sportlich mithalten können oder ob es eine reine Gaudi wird.
STORMARNER TAGEBLATT vom 3.1.1995
Mittwoch, 4. Januar 1995
VfL Oldesloe – Buxtehuder SV 22:37
(3. Runde DHB-Pokal)
„Katastrophale Leistung“
VfL-Coach Sternberg hatte mehr Gegenwehr verlangt
(Manfred Thomsen). Otto Sternberg, Trainer der Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe, war ungehalten. Mit einer Niederlage im DHB-Pokal gegen den Bundesligisten des Buxtehuder SV hatte er zuvor natürlich gerechnet. Auch mit der Höhe der Schlappe konnte er sich noch abfinden, obwohl die mit 15 Toren Differenz (22:37) reichlich happig ausfiel. Nicht verwinden aber mochte er, wie schlecht sich sein Team in den ersten 20 Minuten bis zum 5:15 verkauft hatte.
„Was wir in der Phase geboten haben, war katastrophal. Wir sind von den Buxtehuderinnen regelrecht vorgeführt worden. Ein wenig schwerer hatten wir es dem Erstligisten schon machen wollen“, ärgerte er sich nach der einseitigen Partie.
Dabei wurmte ihn besonders, daß die Chance vertan wurde, neue Fans für sein Team zu gewinnen. Mit knapp 500 Zuschauern war die Stormarnhalle erstmals seit langer Zeit bei einem Spiel der VfL-Damen wieder voll, aber nach der wenig ansprechenden Leistung der Stormarnerinnen fürchtet nicht nur Sternberg, daß viele zu den nächsten Heimspielen nicht wiederkommen.
Die personellen Engpässe wollte der Coach als Erklärung oder Entschuldigung für die Leistung seiner Schützlinge nicht gelten lassen. Dabei waren die wahrlich nicht gering, denn am Spieltag hatte sich nach Vanessa Schack, Katrin Behnke und Ivonn Bosza auch noch Ivonne Grimm mit einer Grippe abgemeldet.
„Aber damit lassen sich nicht die unglaublich vielen Fehler erklären, die die Spielerinnen gemacht haben, die auf der Platte waren“, grollte Sternberg vor allem mit seinen Leistungsträgerinnen Zsuzsa Nyari, Marion Werner und, mit Abstrichen, Roswitha Bein.
Auch vermißte er taktische Disziplin in seinem Team. Statt, wie abgesprochen, alle Angriffe nach Möglichkeit lange auszuspielen, um so den tempostarken Gegner aus dem Rhythmus zu bringen, versuchte der VfL sein Heil mit Tempospiel mit schnellen Abschlüssen.
Die Hektik, mit der das geschah, war Ursache für viele Fehler. Die nutzte das Buxtehuder Team, das ohne ernsthaft gefordert zu werden, in Oldesloe eine Klasseleistung zeigte, gnadenlos aus.
Wenn die Niederlage nicht noch deutlichere Ausmaße annahm, so lag das daran, daß der VfL sich nach 20 Minuten etwas fing und Buxtehude in der zweiten Halbzeit lange mit dem „zweiten Anzug“ spielte. Außerdem lief Alexandra Hoffmann, nach dem Wechsel für Silke Schwöbken im VfL-Tor, zu beachtlicher Form auf.
In der gezeigten Verfassung aber werden es die Oldesloer schwer haben, ihr erstes Punktspiel im neuen Jahr bei SC Germania List (Sonnabend, 19.15 Uhr in der Sporthalle am Lindener Berg in Hannover) erfolgreich zu bestehen. Zumal mit Birthe Wede und Jeanette Rochelmeyer im Pokalspiel zwei weitere Spielerinnen angeschlagen wurden. „Dort müssen wir gewinnen, egal wie“, gibt sich Sternberg trotzig. Er hofft auf eine erhebliche Steigerung gerade seiner Leistungsträgerinnen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.1.1995
Sonnabend, 7. Januar 1995
SC Germania List – VfL Oldesloe 21:27 (10:13)
Arbeitssieg gegen Tabellen-Vorletzten
Oldesloer Handball-Damen gewannen 27:21 bei SC Germania List in Hannover
(cr). Arbeitssieg für die Handball-Damen des VfL Oldesloe. In ihrem ersten Zweitliga-Punktspiel des neuen Jahres setzte sich die Mannschaft von Trainer Otto Sternberg mit 27:21 (13:10) beim Tabellen-Vorletzten SC Germania List in Hannover durch.
„Hier müssen wir gewinnen, egal wie“, hatte der Oldesloer Coach vor der Partie als Devise ausgegeben. Und sein Team hielt sich daran. Lediglich in den ersten Minuten konnten die Gastgeber ihren besseren Start ausnutzen, lagen nach drei Minuten mit 2:0 vorn. Doch obwohl die Oldesloerinnen mit Jeanette Rochelmeyer, Birthe Wede, Susanne Mack und Ivonne Grimm (Ivonn Bosza fehlte wegen einer Kapselverletzung ganz) mit vier angeschlagenen Spielerinnen aufliefen, schafften es die Hannoveranerinnen nicht, diesen Vorsprung zuhalten. Die Folge: In der 9. Minute glichen die Stormarnerinnen zum 3:3 aus, lagen von da jeweils mit mindestens einem Tor vorn.
Nicht unwesentlichen Anteil daran hatte Torhüterin Alexandra Hoffmann. Sie schloß an ihre ausgezeichnete Leistung aus dem Pokalspiel gegen den Buxtehuder SV an und verhinderte mit zahlreichen guten Paraden den Anschluß der Gastgeber. Mit ihr als Rückhalt bauten die Oldesloerinnen ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Vor allem Marion Werner war am Ende der ersten Hälfte dafür verantwortlich, daß die Gäste bis auf 12:4 (28. Minute) davonzogen. Bei ihrem Einsatz Ende der ersten Hälfte war sie gleich viermal erfolgreich.
Doch die Hannoveranerinnen steckten nicht auf: Begünstigt durch unnötige Ballverluste der VfL-Damen kamen sie mit sechs Treffern in Folge bis zur Halbzeitpause wieder bis auf drei Tore an die Oldesloerinnen heran.
Diese Führung sollten die Stormarnerinnen in der zweiten Halbzeit jedoch nicht wieder einbüßen. Im Gegenteil: In der 54. Minute setzten sie sich erneut ab, lagen mit 24:18 vorn und hielten bis zum Abpfiff den Sechs-Tore-Vorsprung.
Erfolgreichste Torschützin des VfL Oldesloe war Roswitha Bein mit sieben Treffern (davon vier Siebenmeter) gefolgt von Zsuzsa Nyari, die sechsmal erfolgreich war. Fünf Treffer steuerte Birthe Wede zum Sieg bei, jeweils vier Marion Werner und Susanne Mack. Einmal konnte Jeanette Rochelmeyer die Torhüterin überwinden.
Obwohl ohne Torerfolg, war Lisa Lüken erneut eine der wertvollsten Spielerinnen im VfL-Team. Mit einer effektiven Deckung gelang es ihr 45 Minuten lang, die stärkste Hannoveraner Akteurin, Lucienne Shams, nahezu auszuschalten. In der letzten Viertelstunde der Begegnung übernahm Ivonne Grimm diesen Part und war ebenfalls sehr erfolgreich.
Auch Susanne Mack erwies sich in der Partie endlich als die erhoffte Verstärkung für das Oldesloer Team. Der Zugang aus Bad Schwartau hat sich mittlerweile gut in die Sternberg-Mannschaft eingefunden und zeigte auf der Kreisläufer-Position eine starke Leistung.
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.1.1995
Donnerstag, 12. Januar 1995
Sportlerwahl zur Mannschaft des Jahres 1994
Heute: Die Handball-Damen des VfL Oldesloe
Ein Frauen-Team mit dem Blick nach oben
Elf Tore fehlten: Die VfL-Handballerinnen scheiterten 1994 nur knapp am Aufstieg ins Oberhaus
(Manfred Thomsen). … Damenhandball, das wird im VfL Oldesloe bereits seit eineinhalb Jahrzehnten ganz groß geschrieben. Aufbauend auf die beiden Deutschen Meistertitel der weiblichen A-Jugend 1979 und 1980 führte schon ein erster Höhenflug zu Beginn der achtziger Jahre bis an die Spitze der Regionalliga.
Der Sprung in die zweite Bundesliga allerdings blieb in der „Ära Andrea Güldenpfennig“ unter Trainer Ulli Meyer nur ein Wunschtraum. Ein zweiter Anlauf in diese Richtung wurde 1989 gestartet. Auch er ist ganz wesentlich mit zwei Namen verbunden. Als Trainer und Macher zeichnete Claus Schilk, am Ende des ersten Höhenfluges schon einmal für ein knappes Jahr beim VfL, für den neuerlichen Aufschwung verantwortlich. Er war es auch, der die 170fache ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyari nach Oldesloe holte.
Im Sauseschritt durcheilte die Mannschaft, in der mit Andrea Hasenberg nur noch eine Spielerin aus dem früheren Meisterteam spielte, Ober- und Regionalliga und schaffte den lang angepeilten Sprung. Doch auch die zweite Bundesliga sollte und soll nicht Endstation sein.
Das Ziel erste Liga schien im Sommer 1992 bereits erreicht. Aber der VfL wurde „Opfer“ der Einheit. 22 Siege aus 22 Punktspielen und drei Erfolge aus vier Aufstiegsspielen reichten wegen rigider Aufstiegs-Regelungen bei der Zusammenführung von Ost und West nicht zum Aufstieg in die Eliteklasse.
Das zehrte an den Nerven. So war in der folgenden Saison ein Aufstieg ins Oberhaus kein Thema. Der VfL war 1993 zwar Meistermacher (für TSG Wismar), aber am Ende selbst nicht mehr Kandidat für die Meisterschaft. Das wurmte die inzwischen zum Liebling des Oldesloer Handball-Publikums gewordene Zsuzsa Nyari und Claus Schilk, der mittlerweile das Umfeld professionalisiert hatte: 1994 sollte endlich der große Wurf gelingen. Und das schien ein Selbstgänger zu werden. Das mit spektakulären Neuzugängen (Ivonne Grimm, Nana Conde, Cathrin Köhnken) aufgepäppelte Team ging ohne Punktverlust in das Jahr. Aber es wurden denkbar wechselvolle zwölf Monate für die Mannschaft, die noch immer unbestrittenes Aushängeschild des Sports in der Stormamer Kreisstadt ist.
Mit ersten Mißerfolgen zerbrach das Vertrauensverhältnis zwischen Trainer und Team. Die Folge: Schilk schmiß als Coach das Handtuch, behielt aber als Manager die Fäden in der Hand. Das setzte die Spielerinnen unter Druck, und sie schienen daran zu zerbrechen. Mitte März jedenfalls war der Aufstieg in unerreichbare Ferne gerückt.
Aber dann bewies das Frauen-Team eine tolle Moral: Nun mit Jens-Richard Paulsen auf der Kommandobrücke kämpfte es sich wieder an die Spitzengruppe heran. Gereicht hat es letztlich jedoch nicht. Ganze elf Tore – oder auch nur ein einziges im richtigen Spiel – fehlten am Saisonende gegenüber dem punktgleichen Meister TSV Nord Harrislee, um den Aufstieg in die erste Liga zu schaffen.
Aber was noch nicht ist, kann noch werden. Der VfL, Manager Claus Schilk und Zsuzsa Nyari, die als Spielführerin noch immer die „große Nummer“ im Team ist, haben den Traum von Erstliga-Handball an der Trave noch nicht aufgegeben.
Mit neuem Konzept: Nicht mehr mit dem Zukauf fertiger Spielerinnen soll der Sprung geschafft werden. Vielmehr sollen Talente aus dem eigenen Nachwuchs und aus der überschaubaren Umgebung behutsam dafür aufgebaut werden. Bewerkstelligen soll und will das auf Sicht ein prominenter Trainer. Otto Sternberg, bis zum vergangenen Sommer Co-Trainer der Damen-Nationalmannschaft, mit der er Welt- und Vize-Europameister wurde, hat im Herbst das VfL-Team übernommen.
In dieser Saison peilt er eine „Plazierung zwischen Rang zwei und fünf“ an. Dafür ist er nach holperigem Beginn auf gutem Weg. Aber über kurz oder lang will auch der Coach unbedingt wieder erstklassig arbeiten.
STORMARNER TAGEBLATT vom 12.1.1995
Freitag, 13. Januar 1995
Otto Sternberg: „Sieg gegen Woltmershausen ist Pflicht“
Handballerinnen wollen vergraulte Fans zurückgewinnen
(Manfred Thomsen). Otto Sternberg, Trainer der Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe, macht sich nichts vor: „Mit der Leistung im Pokalspiel gegen den SV Buxtehude haben wir sicher einige Fans vergrault. Das war umso bedauerlicher, da wir endlich einmal daheim vor großer Kulisse gespielt haben.“ Deshalb setzt er für das Punktspiel gegen TS Woltmershausen (Sonnabend, 19.30 Uhr in der Stormamhalle) nicht nur auf Sieg.
„Der ist gegen das Team aus dem Tabellenkeller ohnehin Pflicht. Wir wollen darüber hinaus unseren Fans etwas bieten und sie mit attraktivem Handball versöhnen“, schraubt er die Ansprüche höher. Die Zuversicht, denen gerecht werden zu können, schöpft er aus dem Sieg bei Germania List am vergangenen Sonnabend.
„Dort haben wir zwar nicht glänzen können, aber der Erfolg ist für uns unheimlich wichtig gewesen. Jetzt haben wir endlich die Punktebasis, um bei einem Rückschlag nicht gleich wieder aus dem oberen Drittel herauszufallen“, hofft er auf mehr Lockerheit bei seinen Spielerinnen.
Dafür hat sich die Personallage deutlich entspannt. Außer Vanessa Schack, die auf unabsehbare Zeit ausfällt, stehen alle Spielerinnen zur Verfügung. Ivonn Bosza allerdings will er nach verheilter Kapselverletzung nur behutsam einsetzen. Auch bei Katrin Behnke, die heute von einem BGS-Lehrgang zurückkehrt, vermutet er einen Trainingsrückstand.
Dafür baut er darauf, daß Ivonne Grimm nach überstandener Grippe wieder voll bei Kräften ist. Deshalb will Sternberg mit seinem Team energisch auf Torjagd gehen. „Da viele Teams eng beieinander liegen, kann das Torverhältnis eines Tages von Bedeutung sein. Da haben wir wegen zu vieler Gegentoren Nachholbedarf“, spornt er an.
Über viele VfL-Tore würden sich die Fans besonders freuen. Einige haben den Wunsch geäußert, nach dem Spielen mit Trainer, Manager und Team noch Kontakt zu pflegen. Dem Wunsch kommen die gern nach. Erstmals nach dem morgigen Spiel: Etwa ab 21 Uhr treffen sich Fans und Mannschaft im Schwimmhallen-Restaurant. Interessierte sind dazu herzlich eingeladen
STORMARNER TAGEBLATT vom 13.1.1995
Sonnabend, 14. Januar 1995
VfL Oldesloe – TS Woltmershausen 29:15 (12:6)
VfL mit Anlaufschwierigkeiten
Nach zehn Minuten gegen Woltmershausen noch ohne Tor, dann noch 29:15-Sieg
(Manfred Thomsen). Die Zweitliga-Begegnung zwischen den Handball-Damen des VfL Oldesloe und der TS Woltmershausen war schon zehn Minuten alt. Die knapp 300 Zuschauern in der Stormarnhalle trauten ihren Augen nicht und schüttelten die Köpfe: „Ihr“ VfL hatte noch nicht ein einziges Tor erzielt und lag gegen einen Gegner, der nie Zweitliga-Format besaß, mit 0:1 zurück. Was der VfL in der Periode an Chancen versiebte, hatten selbst eingefleischte Fans noch nie erlebt. Aber fünf Minuten später war nach dem dritten Oldesloer Treffer der Bann gebrochen. Von da an fanden Zsuzsa Nyari und Co. zu blendender Form. Am Ende hatten sie mit 29:15 (12:6) standesgemäß gewonnen und scheinen für das Spiel bei Spitzenreiter Wismar (Sonnabend 16 Uhr) gerüstet.
Allerdings, auf diese Einschränkung legte VfL-Trainer Otto Sternberg nach dem Spielschluß Wert, dürfen sich seine Schützlinge solche Auszeiten nicht erlauben, wenn sie in Wismar bestehen wollen. „Wir wollen auch dort etwas bewirken und rechnen uns Chancen aus“, hat er das Spiel beim Tabellenführer keineswegs abgeschrieben, „aber für einen Überraschungs-Coup müssen wir dort 60 Minuten so konzentriert durchziehen, wie wir das ansatzweise die letzten 45 Minuten gegen Woltmershausen getan haben.“
Ganz abgesehen davon, daß der Gegner dann von anderem Kaliber ist als Woltmershausen. Was das Team aus der Bremer Vorstadt ablieferte, war reichlich dünn und dürftig. Das Fehlen von Leistungsträgerin Silke Johnsson kann das nicht allein erklären.
So stellte denn auch Gäste-Coach Marc Winter resigniert fest: „In der Verfassung haben wir kein Bundesliga-Niveau.“ Einen Abstieg muß sein Team auf Sicht dennoch nicht fürchten.
Beim DHB nämlich ist der Trend, die Spitzenklassen zu bündeln, umgekehrt worden. Ab 1996 wird es wieder drei zweite Ligen unterhalb der Bundesliga geben. „Das bringt eine Verwässerung mit sich, und das Zuschauerinteresse wird sinken, wenn dann Kräfteverhältnisse wie heute an der Tagesordnung sind“, kritisierten Otto Sternberg und sein Manager Claus Schilk einhellig diese neue Entwicklung.
Der VfL-Trainer aber konnte dem Spiel seines Teams auch positive Aspekte abgewinnen. Unverkennbar waren die Fortschritte, die Ivonne Grimm macht. Sie war in der Abwehr eine Bank und bekam auch im Angriff mehr Spielanteile als zuletzt. Mit vier Toren nutzte sie die Chance.
Endlich in die Torschützenliste eintragen konnte sich Lisa Lüken, die gleich dreimal traf und auch mehr und mehr ihre Scheu ablegt. Immer besser wird Jeanette Rochelmeyer (4), die aber im Abwehrverhalten noch Defizite aufweist.
Erfolgreicher als die drei genannten Spielerinnen waren Zsuzsa Nyari und Marion Werner mit je sechs Toren. Letztere erzielte fünf der letzten sechs VfL-Tore, davon vier – vom 26:14 bis zum 29:14 – ohne jede Unterbrechung. Roswitha Bein (3), Katrin Behnke, Ivonn Bosza und Susanne Mack steuerten die restlichen Treffer bei.
Birthe Wede wurde nach zehn Minuten wegen einer Oberschenkelzerrung geschont und ging leer aus. Im Tor knüpfte Alexandra Hoffmann an ihre letzten guten Leistungen an. Silke Schwöbken kam nur kurz zum Einsatz, hatte dabei Gelegenheit, einen von nur zwei Siebenmetern im Spiel abzuwehren.
In der Halbzeitpause versuchte die Fußball-C-Jugend des SV Breitenfelde, das Team des früheren VfL-Masseurs Jens-Uwe Brodersen, sonst ihren Weltrekord im Jonglieren zu brechen. 420 Ball-Kontakte galt es in vier Minuten zu übertreffen. Der Versuch die Bestmarke, aufgestellt in einer „Ranissimo“-Sendung zu überbieten, scheiterte mit nur 401 Kontakten. Bemerkenswert aber war die Geschicklichkeit der Ballzauberer, zweimal Sieger im DFB-Technik-Wettbewerb, allemal.
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.1.1995
Freitag, 20. Januar 1995
Höhle des Löwen für die VfL-Damen
Oldesloer Handballerinnen morgen bei Meisterschafts-Aspiranten TSG Wismar
(cr). Keine leichte Aufgabe steht den Handball-Frauen des VfL Oldesloe morgen nachmittag (16 Uhr) bevor. „Wir müssen in die Höhe des Löwen“, nennt es Trainer Otto Sternberg, wenn er vom bevorstehenden Zweitliga-Duell beim TSG Wismar spricht. Die Mecklenburgerinnen sind eindeutige Favoriten dieser Partie, haben aber den psychologischen Nachteil, daß sie gewinnen müssen, um den Zug zur Meisterschaft nicht zu verpassen. „Wir können relativ befreit aufspielen. Wenn wir die Überraschung schaffen, ist es gut, wenn wir verlieren, reißt uns aber auch keiner den Kopf ab.“
Wenn auch keinen Sieg, so erwartete der Coach doch eine gute Leistung von seinem Team. „Nach den Erfolgen aus den vorangegangenen Spielen müssen wir beweisen, daß wir auch auswärts bestehen, clever spielen und die Härte aus solchen Spielen kompensieren können“, fordert er von seiner Mannschaft.
Allerdings muß der Trainer für die kommende Partie voraussichtlich weiter auf Birthe Wede verzichten. „Das ist schmerzlich. Sie nicht allein von ihrer Körpergröße her eine wichtige Spielerin.“ Ihre Verletzung auskuriert hat hingegen Ivonn Bosza, die in Wismar wieder spielen kann.
Gegen den Meisterschaftsfavoriten hofft der Trainer auf eine spannende Partie. Dazu lädt er auch die Fans ein, die die Mannschaft im Bus begleiten können. Abfahrt ist morgen um 12.30 Uhr an der Stormarnhalle.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.1.1995
Sonnabend, 21. Januar 1995
TSG Wismar – VfL Oldesloe 28:24 (14:10)
Trotz Niederlage wacker geschlagen
Handball-Frauen des VfL Oldesloe unterliegen 28:24 bei Tabellenführer Wismar
(cr). Der Überraschungs-Sieg im Spitzenspiel bei der TSG Wismar blieb den Handball-Damen des VfL Oldesloe zwar versagt. Dennoch konnten sie die 24:18 (10:14)-Niederlage gegen den Erstliga-Absteiger wie einen Sieg feiern. „Ich war mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden“,
freute sich VfL-Trainer Otto Sternberg über das stärkste Saisonspiel der Oldesloerinnen. Vor der lautstarken Kulisse von 1250 Zuschauern waren die Stormarnerinnen dem Tabellenführer technisch und kämpferisch gleichwertig, schafften es jedoch nicht, ihre Chancen konsequent zu nutzen. „Der VfL hat es uns so schwer gemacht wie kein anderes Team in dieser Saison“, lobte Udo Höller, Trainer der TSG Wismar, den Einsatz der Gäste.
Als „Nagelprobe“ für ihre Auswärtsleistung hatte VfL-Coach Sternberg vorher die Partie gegen die Mecklenburgerinnen gewertet. Und auch ohne Sieg dürften seine Schützlinge diesen Test souverän bestanden haben. „Das war eine wirklich gute Leistung“, fand der Trainer nur lobende Worte. Allerdings mußte er zwei Spielerinnenaus seiner Wertung ausnehmen: Marion Werner und Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari. Lediglich ein Treffer per Siebenmeter gelang der Ungarin, die sich bereits beim zweiten Angriff an der Hand verletzt hatte. Nur ein Tor mehr ging auf das Konto von Marion Werner, die damit erheblich unter ihren Möglichkeiten blieb.
Ganz anders Roswitha Bein: Sie überbot mit zehn Treffern nicht nur die Torausbeute der besten Wismarerinnen Doris Danner (7) und Beatrice Reichel (6), sondern war zudem auch beste Spielerin auf dem Feld. Ein ähnlich großes Lob verdiente Torhüterin Alexandra Hoffmann, allerdings erst für die zweite Halbzeit. Nach einem durchschnittlichen Beginn drehte sie nach dem Wechsel auf, parierte unzählige Bälle und leitete Gegenstöße ein.
Trotzdem reichte es für die Oldesloerinnen gegen das erfahrene Team aus Mecklenburg nicht. Lediglich bis zum 4:4 in der 12. Minute hielten die VfL-Damen die Partie offen. In der Folge setzten sich die Gastgeberinnen ab und büßten den Vorsprung bis zum Abpfiff nicht wieder ein.
Eine starke Phase hatten die Gastgeberinnen gegen Ende der ersten Halbzeit: Nach einem 12:10 aus der 28. Minute erhöhten sie das Tempo und erspielten sich zur Pause einen klaren Vier-Tore-Vorsprung.
In der zweiten Hälfte kämpften sich die Stormarnerinnen noch einmal bis auf zwei Treffer heran. Doch beim 17:15 in der 37. Minute verließ sie das Glück. Sowohl Zsuzsa Nyari als auch die ehemalige Wismarer Spielerin Jeanette Rochelmeyer scheiterten am Pfosten.
Die Gastgeber setzten sich in der Folge klar mit 20:15 ab, doch die Oldesloerinnen gaben nicht auf und verkürzten in der 49. Minute auf 22:20. Allerdings gelang es ihnen erneut nicht, das Blatt doch noch zu ihren Gunsten zu wenden, zu schlecht war ihre Chancenauswertung.
Lediglich Roswitha Bein war mit ihren zehn Treffern, davon vier Siebenmeter, eine Bank im Oldesloer Team. Viermal war Jeanette Rochelmeyer erfolgreich, sämtlich erst in der zweiten Halbzeit. Jeweils zweimal trafen Katrin Behnke, Ivonne Grimm, Marion Werner und Birthe Wede. Der Einsatz der Rückraumschützin war vor der Partie noch unsicher. Nach ihrer Verletzung war es so auch daher verwunderlich, daß sie unter dem zweiwöchigen Trainingsrückstand litt.
Jeweils nur einen Treffer steuerten Ivonn Bosza (bereits nach 20 Sekunden) und Zsuzsa Nyari zur Niederlage der Oldesloerinnen bei.
Obwohl dem Team die beiden Heim-Niederlagen zu Beginn der Saison gegen Holstein Kiel und SV Neubrandenburg schwer auf den Schultern liegen, ist Trainer Sternberg zuversichtlich. Bis zum Saisonende rechnet er damit, daß sich die Oldesloerinnen bis auf den dritten Platz vorarbeiten können.
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.1.1995
Freitag, 27. Januar 1995
Gegen Wandsbek alle an Deck
VfL-Coach Otto Sternberg kann aus dem Vollen schöpfen
(mth). Für Otto Sternberg, Trainer der Bundesliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe, werden die Personalsorgen, die ihn seit Beginn der Saison begleitet haben, geringer. Zum Rückrundenauftakt gegen den MTV Wandsbek 72 (Sonnabend 19.30 Uhr in der Stormarnhalle) kann er erstmals aus dem Vollen schöpfen.
Einzige Ausnahme: Nachwuchstalent Lisa Lüken. Die weilt mit der schleswig-holsteinischen Jugend-Landesauswahl bei einem Turnier in Kopenhagen. Seine ehedem lange Verletzungsliste hat sich dagegen in Wohlgefallen aufgelöst.
Auch Zsuzsa Nyari, die durch eine frühzeitige Handverletzung am letzten Sonnabend bei Spitzenreiter TSG Wismar erheblich gehandicapt war, hat in der zweiten Wochenhälfte wieder das Training aufnehmen können. Die Schwellung an ihrer rechten Hand, nicht ihre Wurfhand, ist zwar noch nicht vollständig abgeklungen, aber ihrem Einsatz steht das nicht entgegen.
Auch Ivonne Grimm, in Wismar ebenfalls lädiert, ist wieder voll auf dem Damm. Birthe Wede und Ivonn Bosza haben ihre langwierigen Verletzungen mittlerweile so weit auskuriert, daß sie nicht nur für die Punktspiele fit, sondern auch im Training voll belastbar sind.
Da liegt es nahe, daß Sternberg der morgigen Aufgabe zuversichtlich entgegensieht. „Wenn die Mannschaft eine ähnliche Einstellung und Bereitschaft zeigt, wie vor Wochenfrist, müßte ein Sieg zum Rückrunden-Auftakt möglich sein“, gibt er sich optimistisch.
Allerdings will er die Hamburgerinnen nicht unterschätzt wissen. „Das Team von Trainer Wolfgang Westphal ist ein unangenehmer und unberechenbarer Gegner. Das haben wir beim Saisonstart deutlich zu spüren bekommen, als wir eine Vier-Tore-Führung zur Halbzeit nicht in einen Sieg ummünzen konnten“, warnt er.
Deren Niederlage bei TS Woltmershausen – gegen die hatte der VfL sein letztes Heimspiel haushoch gewonnen – am vergangenen Sonntag, paßt ihm gar nicht ins Konzept. „Gerade deshalb werden sie sich gegen uns besonders ins Zeug legen“, mutmaßt der VfL-Coach, „denn nun steht ihnen das Wasser bis zum Hals.“ Bei weiteren Rückschlägen droht dem MTV der Absturz in die Abstiegszone. Das erhöht den Reiz des Nachbarschafts-Derbys noch um ein Stück.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.1.1995
Sonnabend, 28. Januar 1995
VfL Oldesloe – MTV Wandsbek 72 20:16
Nicht überzeugend, aber gewonnen
Die Oldesloer Damen besiegten zum Rückrunden-Start MTV Wandsbek 72 20:16
(Manfred Thomsen). Die Trainer waren sich nach der Zweitliga-Partie zwischen den Handball-Damen des MTV Wandsbek 72 und dem VfL Oldesloe einig: Gäste-Coach Wolfgang Westphal – während der 60 Minuten ein temperamentvoller, feuerspeiender Vulkan, unmittelbar danach ein freundlicher, cooler Analytiker – hatte ein „mäßiges Bundesliga-Spiel“ gesehen. Sein Gegenüber Otto Sternberg sah es ähnlich: „Das einzige was stimmte, war das Ergebnis (20:16). Ansonsten hat meine Mannschaft schlechter als in der Vorwoche in Wismar gespielt und zu viele Fehler gemacht.“ Mit dem Erfolg zum Rückrunden-Auftakt konnte sich der VfL vom sechsten Platz nicht verbessern, hat gegenüber dem TSV Hastedt und dem VfL Oldenburg aber aufgeholt.
Den rund 350 Zuschauern boten beide Teams eine reichlich zerfahrene Begegnung. Die Oldesloerinnen zeigten vor dem Nachbarn allerlei Respekt. Sonderlich gut hat ihnen das Wandsbeker Team noch nie gelegen, und die Erinnerung an den Saisonstart, als selbst ein Vier-Tore-Vorsprung zur Halbzeit nicht für einen Sieg gereicht hatte, war noch frisch.
Dabei hatten die Hamburgerinnen bei weitem nicht die Form und Klasse vom vergangenen Herbst. Nach gutem Saisonstart geriet das MTV-Team durch eine lange Verletzungsserie außer Tritt. Die Niederlagenserie, die das zufolge hatte, hat die Schützlinge von „Handball-Guru“ Wolfgang Westphal total verunsichert. Das Team ist jetzt wieder komplett, aber es fehlt ihm jegliche Selbstsicherheit.
Die Oldesloerinnen wußten daraus aber nur unzureichend Kapital zu schlagen. Schon nach acht Minuten führte der VfL mit 5:2, aber auch das reichte nicht zu Souveränität im VfL-Spiel.
Ursache dafür: Birthe Wede und Jeanette Rochelmeyer „standen völlig neben sich“ (Sternberg). Beide blieben ohne jeglichen Torerfolg. Gottlob lief es dafür auf den Flügeln besser als in der Vorwoche in Wismar. Marion Werner ist von ihrer Bestform zwar noch immer ein gutes Stück entfernt, aber ihre kämpferische Einstellung stimmte, und mit fünf Toren (zwei Siebenmeter) war sie auch effektiver als zuletzt.
Auf die gleiche Trefferquote kam auch Zsuzsa Nyari, obwohl die durch ihre Handverletzung in Ballannahme und Abwehr gehandicapt war. Die weiteren VfL-Tore teilten sich Roswitha Bein (4), Katrin Behnke, Ivonne Grimm (je 2), Ivonn Bosza und Susanne Mack.
Im Tor hinterließ Silke Schwöbken einen besseren Eindruck als Alexandra Hoffmann, die zu den Linkshand-Werferinnen im MTV-Team keine Einstellung fand. Übertroffen wurden beide deutlich von Gäste-Torhüterin Dagmar Rindelaub, die gegen den VfL immer zu besonderer Form aufläuft. Vier gehaltene Siebenmeter – Bein (2), Werner und Nyari – waren dafür ein Beispiel. Sie glänzte auch bei – oft mäßigem – Überzahlspiel des VfL.
STORMARNER TAGEBLATT vom 30.1.1995
Sonnabend, 4. Februar 1995
VfL-Damen haben Revanche-Gelüste
23:25-Hinspiel-Niederlage gegen den KSV Holstein Kiel soll ausgebügelt werden
(mth). Spiele zwischen den Handball-Damen des VfL Oldesloe und des KSV Holstein Kiel sind seit jeher von besonderem Reiz. Zwischen beiden Teams herrscht eine gesunde Rivalität. Um die Rolle als Nummer 1 im Lande, geht es zwar, wie früher oft, nicht – die hat zur Zeit der TSV Nord Harrislee gepachtet –, aber das ändert nichts am Derby-Charakter in diesem Spielen. Das wird am Sonntag in der Blandfordhalle (Anpfiff 16.30 Uhr) in Preetz, wo die Kielerinnen seit knapp drei Jahren mangels Alternative in der Landeshauptstadt ihre Heimspiele austragen, deutlich werden. Der VfL will sich unbedingt für die 23:25-Hinspielniederlage revanchieren, den Kielerinnen steht mittlerweile im Abstiegskampf das Wasser bis zum Hals.
Danach hatte es zu Saisonbeginn nicht ausgesehen. Die Kielerinnen, im Vorjahr nur knapp und mit Umwegen dem Abstieg entgangen, schwebten nach dem Sieg in der Stormarnhalle im siebten Himmel. Mit 4:0 Punkten hatten sie einen Traumstart hingelegt und schienen einer sorgenfreien Saison entgegenzusehen.
Beim VfL dagegen machte sich seinerzeit Ernüchterung breit. Hundertprozentig hat sich das Team von Trainer Otto Sternberg von den sensationellen Heimspielniederlagen – 14 Tage später folgte eine weitere Schlappe gegen Neubrandenburg – nicht erholt.
Noch immer liegt der VfL nur auf Platz sechs statt, wie anvisiert, vier, fünf Ränge höher.
Allerdings: Die Tendenzen haben sich mittlerweile ins Gegenteil verkehrt. Holstein Kiel hat seither kaum noch gewonnen und schwebt mit 8:20 Punkten als Zwölfter inzwischen wieder akut in Abstiegsgefahr. Die Oldesloerinnen dagegen sind deutlich auf dem aufsteigenden Ast.
Die Chance, sich in der Tabelle ein paar Plätze zu verbessern ist bei weiteren Siegen groß. Das wird den Ehrgeiz von Zsuzsa Nyari und Co. neben den natürlichen Revanche-Gelüsten gewiß anheizen.
Bis auf Marion Werner, deren Einsatz wegen einer Oberschenkel-Verletzung ungewiß ist, gibt es beim VfL keine Personalprobleme. Die sind beim sind beim KSV Holstein auch kleiner geworden, nachdem seit Jahresbeginn 1995 mit Melanie Bernecker (zuletzt SC Rönnau) neben Martina Gliewe eine zweite ehemalige VfL-Spielerin bei den Kielerinnen mitwirkt. Bislang allerdings nicht mit durchschlagendem Erfolg. Das liegt auch daran, daß die Rückraumschützin nur einmal wöchentlich mit ihrem neuen Team trainieren kann.
Sie wiederzusehen, haben auch VfL-Fans Gelegenheit. Sie können wieder im Mannschaftsbus mitreisen, wenn sie sich rechtzeitig zur Abfahrt (14 Uhr) an der der Stormarnhalle einfinden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 4.2.1995
Sonntag, 5. Februar 1995
Holstein Kiel – VfL Oldesloe 23:25 (12:13)
Heimschlappe wettgewacht:
VfL-Frauen gewannen bei Kiel
Oldesloerinnen zahlten 23:25 mit der gleichen Münze heim
(mth/cr). Die Oldesloer Handball-Frauen haben eine Scharte ausgewetzt: Nach der knappen Hinspielniederlage gegen Holstein Kiel gelang den VfL-Damen die Revanche. Mit gleicher Münze beglichen sie die offene Rechnung im Schleswig-Holstein-Derby und zahlten den Kielerinnen die 23:25-Schlappe mit einem 25:23-Erfolg heim. Die Stormarnerinnen haben damit einen wichtigen Sieg eingefahren und wieder Anschluß an die Spitzengruppe der zweiten Liga gefunden.
Hochmotiviert gingen die Gastgeberinnen in die Partie. In den ersten drei Minuten legten sie einen Blitzstart hin und führten mit 3:0. Bereits nach 54 Sekunden war es ausgerechnet die Ex-Oldesloerin Melanie Bernecker, die das 1:0 gegen ihr ehemaliges Team erzielte.
Doch die Führung der Hauptstädterinnen hielt nicht lange an. Nach fünf Minuten glichen die VfL-Damen zum 3:3 aus, lagen in der 9. Minute erstmals mit 5:4 vorn. Dennoch gelang es den Schützlingen von Trainer Otto Sternberg nicht, sich abzusetzen. Im Gegenteil: In der 27. Minute glichen die Kielerinnen erneut aus. Doch in der letzten Sekunde gingen die VfL-Damen mit 13:12 in die Pause.
Schrecksekunde nach dem Seitenwechsel: In der 35. Minute mußte die Oldesloerin Roswitha Bein verletzt vom Feld, nachdem sie sich bereits in der 20. Spielminute die zweite Zwei-Minuten-Strafe eingehandelt hatte. Die Folge: In der 42. Minute hatten sich die Kielerinnen auf 18:16 abgesetzt.
Doch die Oldesloerinnen steckten nicht auf. In der 50. Minute griff „Rossi“ zum Glück wieder ins Geschehen ein und vier Minuten später glich der VfL aus. In der 58. Minute stand es noch immer 23:23, bevor in den letzten 60 Sekunden Marion Werner und Roswitha Bein den Sieg perfekt machten.
Als erfolgreichste Werferinnen im VfL-Team erzielten Roswitha Bein und Zsuzsa Nyari jeweils sieben Treffer, fünfmal war Marion Werner erfolgreich. Die restlichen Tore teilten sich Birthe Wede (4), lvonn Bosza und Susanne Mack (je 1).
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.2.1995
Sonnabend, 18. Februar 1995
Dritter Rückrunden-Sieg fest eingeplant
Reinickendorfer Füchse heute 19.30 Uhr in der Stormarnhalle
(mth). Für ihr drittes Rückrundenspiel in der zweiten Handball-Bundesliga Gruppe Nord hat die Damen-Mannschaft des VfL Oldesloe ihren dritten Sieg eingeplant, um in der Tabelle nach der eher verkorksten Hinrunde weiter nach oben ZU klettern. Gegner der Schützlinge von Trainer Otto Sternberg sind heute um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle die Reinickendorfer Füchse aus Berlin.
Das müßte für das Team um Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari eine machbare Aufgabe sein. Schon allein von den Tabellenständen her: Während der VfL mittlerweile, abgesehen von Tabellenführer TSG Wismar, zu allen Teams der Spitzengruppe auf Tuchfühlung liegt, obwohl er sich noch immer mit dem sechsten Platz begnügen muß, belegen die Reinickendorfer den letzten Rang.
Allerdings hat sich die junge und begeisterungsfähige Mannschaft noch nicht mit einem Abstieg in die Regionalliga abgefunden. Nach der Hinrunde noch abgeschlagen, haben sich die Füchse zu Beginn der Rückrunde mit zwei sensationell deutlichen Siegen über TS Woltmershausen (22: 12) und bei Germania List (19:12) in Hannover an die vor ihnen liegenden Mannschaften herangekämpft.
Das 10:22 am vergangenen Sonnabend (als alle anderen Mannschaften pausierten) beim VfL Oldenburg war dann allerdings ein herber Rückschlag. Aber so schlecht, wie es das Ergebnis vermuten läßt, hat Sternberg die Berlinerinnen dort nicht gesehen. „Nach 20 Minuten führte Reinickendorf mit 7:6. Erst als Oldenburg dann zwei ihrer routinierten Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft einsetzte und es in kurzer Folge Zeitstrafen gegen · die Berlinerinnen gab, brachen sie ein,“ gab er seine Eindrücke wieder.
Kein Grund, den heutigen Gegner zu unterschätzen, kein Grund aber auch, vor ihm in Ehrfurcht zu erstarren, so die Schlußfolgerung. Verzichten muß Sternberg auf Katrin Behnke (Dienst), und ein Einsatz von Ivonn Bosza, die wegen Prüfungen nicht trainiert, ist fraglich.
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.2.1995
Sonnabend, 18. Februar 1995
VfL Oldesloe – Reinickendorfer Füchse 27:14 (9:7)
In der Rückrunde noch unbesiegt
Oldesloer Handballerinnen besiegten die Reinickendorfer Füchse glatt mit 27:14
(Manfred Thomsen). Die Handball-Damen des VfL Oldesloe behaupteten in der Rückrunde der zweiten Bundesliga Gruppe Nord ihre weiße Weste. Gegen den Tabellenletzten, die Reinickendorfer Füchse aus Berlin, schafften die Schützlinge von Trainer Otto Sternberg mit 27:14 (9:7) den dritten Sieg im dritten Spiel. Damit verbesserten sie sich vom sechsten auf den vierten Rang. Sie profitierten dabei von Niederlagen des VfL Oldenburg und des TSV Hastedt, die bei Empor Rostock und VB Berlin klare Niederlagen kassierten. Gegenüber der verkorksten Hinrunde hat die Mannschaft von Trainer Otto Sternberg gegen die gleichen Gegner drei Punkte gutgemacht. Das Saisonziel, ein Platz im vorderen Drittel, ist damit wieder in erreichbarer Nähe gerückt.
Vor knapp 300 Zuschauern taten sich die Oldesloerinnen 35 Minuten lang schwer. Bis zur 4:2-Führung (9. Minute) war es beim VfL rund gelaufen, dann aber machten die offensichtliche Überheblichkeit den ehrgeizigen Gegner stark.
Überflüssige Ballverluste und unkonzentrierte Abschlüsse ließen die Oldesloerinnen zehn Minuten auf den nächsten Treffer warten. Die Berlinerinnen, die sichtlich bemüht waren, Tempo aus dem Spiel zu nehmen, führten dadurch 6:4 und behaupteten einen knappen Vorsprung (7:6) bis 100 Sekunden vor dem Pausenpfiff.
Dann aber zog der VfL kurzzeitig an und drehte mit drei Treffern in Folge bis zur Halbzeit den Spieß noch um (9:7). Der Widerstand der Berlinerinnen aber war damit noch nicht endgültig gebrochen. Knapp zehn Minuten hielten sie noch dagegen, ehe ihnen das Fell über die Ohren gezogen wurde.
„Einem solchen Druck sind meine jungen Spielerinnen auf die Dauer noch nicht gewachsen“, wußte Füchse-Trainer Eberhard Ortmann eine Erklärung, „zumal keine andere Mannschaft in der Liga wie der VfL jeden Vorstoß zu einem Tempo-Angriff umwandelt.“
Fehlende Kondition war bei den Gästen, die schon vorher nicht zimperlich zur Sache gingen, Ursache für eine Reihe ungeschickter Fouls. Die Folge: Sie kassierten reichlich Zwei-Minuten-Strafen und Siebenmeter gegen sich. Ihre beste Spielerin, Daniela Hainke, sah in der 40, Minute sogar Rot vom überforderten Schiedsrichter-Gespann Liepert/Rörden (Breklum). Das war eine offensichtliche Fehlentscheidung der Unparteiischen und allenfalls als Konzession für zu geringe oder unterbliebene Bestrafungen bei wesentlich unfaireren Aktionen erklärbar.
Den Niedergang der Berlinerinnen beschleunige das natürlich. Vom 10:9 in der 35. Minute zog der VfL bis zur 53. Minute auf 24:11 davon, um es dann bis zum Endstand von 27:14 wieder ruhiger angehen zu lassen.
Beste Werferin beim VfL war Roswitha Bein (7/5) gefolgt von Mannschaftsführer Zsuzsa Nyari (5/3). Die meisten Treffer aus dem Spiel heraus markierten Ivonne Grimm und Birthe Wede (je 4). Jeanette Rochelmeyer (3), Lisa Lüken und Marion Werner besorgten den Rest. Susanne Mack und Ivonn Bosza gingen leer aus. Im Tor hinterließen Alexandra Hoffmann und Silke Schwöbken einen sicheren Eindruck.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.2.1995
Freitag, 24. Februar 1995
Sternberg: Sieg fest eingeplant
(mth). Den vierten Sieg im vierten Rückrundenspiel wollen die Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe unter Dach und Fach bringen, wenn sie am Sonnabend um 17 Uhr beim SV Neubrandenburg antreten. Trainer Otto Sternberg ist zuversichtlich, daß sein Team dieses Ziel erreichen kann.
„Wir haben zur Zeit einen guten Lauf, auch wenn nicht alle unsere Spiele durchgängig gut sind“, hat der VfL-Coach die Hoffnung noch nicht aufgegeben, in der Tabelle noch ein Stück weiter nach oben zu klettern.
Der vierte Platz, den der VfL mittlerweile erklommen hat, ist noch nicht sein Endziel. „Der Tabellenzweite HC Empor Rostock ist für uns noch in greifbarer Nähe und vielleicht gerät ja sogar Spitzenreiter TSG Wismar noch ins Wackeln“, macht Sternberg in Optimismus.
Eine erfolgreiche Revanche in Neubrandenburg für die bittere 15:17-Heimschlappe kurz nach Saisonbeginn hat er für eine solch positive Entwicklung natürlich fest eingeplant. Unterstützung dafür erhofft er sich auch von den treuen Fans, die die Fahrt wieder im Mannschaftsbus (Abfahrt: 10.30 Uhr an der Stormarnhalle) mitmachen können.
Personell kann Sternberg aus dem Vollen schöpfen. Auch Katrin Behnke ist wieder mit von der Partie. Ungewiß ist allein der Einsatz von Ivonn Bosza, die zur Zeit kaum trainieren kann.
Bis zur Beendigung des morgigen Spiels gilt die Konzentration noch voll der Punktrunde, anschließend darf sich das Team auf einen Leckerbissen freuen. Ab morgen weilen die Nationalmannschaften der Damen und Juniorinnen aus der Schweiz zu einem viertägigen Trainingslager in Stormarn. Nach Spielen in Oldenburg, Hamburg und Flensburg werden beide Teams, die in Lütjensee untergebracht sind, am Mittwoch auch in der Stormarnhalle in Bad Oldesloe antreten.
Um 20 Uhr tritt die VfL-Zweitliga-Mannschaft gegen das Nationalteam an, das Vorspiel bestreitet eine Juniorinnenauswahl des Bezirks Süd gegen den Schweizer Nachwuchs (18.30 Uhr).
STORMARNER TAGEBLATT vom 24.2.1995
Sonnabend, 25. Februar 1995
SV Neubrandenburg – VfL Oldesloe 16:22 (7:12)
Silke Schwöbken nicht zu überwinden
Die VfL-Torhüterin hielt beim 22:16-Sieg des VfL in Neubrandenburg 23 Würfe
(mth). Die Siegesserie des VfL Oldesloe in der Rückrunde der zweiten Bundesliga der Handball-Damen geht weiter. Das Team von Trainer Otto Sternberg nahm beim SV Neubrandenburg erfolgreich Revanche für die 18:20-Niederlage im Hinspiel. Mit dem ungefährdeten 22:16 (12:7)-Erfolg schoben sich die Oldesloerinnen erstmalig in dieser Saison auf den dritten Rang vor.
Mit den 8:0 Punkten aus den vier Rückrunden-Begegnungen haben die Oldesloerinnen gegenüber den Spielen gegen die gleichen Gegner schon fünf Punkte gutgemacht. Kaum auszudenken, wo sie hätten stehen können, wenn sie zu Beginn der Saison ähnlich gut aus den Startlöchern herausgekommen wären.
Garant für den Erfolg in Neubrandenburg war mit Silke Schwöbken eine Spielerin, die sonst selten für Schlagzeilen sorgt. Die ruhige und besonnene Torhüterin machte das mit Abstand beste Spiel seit sie beim VfL ist. Sie hielt nicht weniger als 23 Würfe und parierte darunter mit glänzenden Reaktionen auch drei Siebenmeter.
Den Neunbrandenburgerinnen raubte sie damit so sehr den Nerv, daß sie noch zwei weitere Strafwürfe neben das Tor setzten. In der Schlußphase hatte gar keine ihrer Feldspielerinnen mehr die Traute, gegen Silke Schwöbken anzutreten, so daß ihre Torhüter-Kollegin zum Strafwurf antreten mußte und dabei auch zum 16:22-Endstand traf.
Die prächtige Form der Torhüterin übertrug sich auch auf die Abwehrarbeit. Nur 16 Gegentore (oder weniger) hat der VfL in dieser Saison nur ganz selten bekommen. Auch im Angriff lief es über weite Strecken gut und flüssig bei den Oldesloerinnen. Ärgerlich waren allein viele Abspielfehler im Aufbauspiel. Sonst hätte der Erfolg durchaus noch deutlicher ausfallen können.
Offen war die Partie in Neubrandenburg nur eine Viertelstunde. Nach dem 4:4 (14.) setzte sich der VfL auf 8:4 (22.) ab und ließ danach nichts mehr anbrennen. Besonders erfolgreich agierte Jeanette Rochelmeyer, die viel an Selbstbewußtsein dazugewonnen hat und mit fünf Treffern erfolgreichste Werferin im Team war. Ihr folgten Roswitha Bein, Zsuzsa Nyari (je 4/1), Birthe Wede (3), Marion Werner, Katrin Behnke (je 2), Ivonne Grimm und Susanne Mack. Zum Einsatz kam außerdem noch Lisa Lüken.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.2.1995
Dienstag, 28. Februar 1995
Handball-Knüller in Bad Oldesloe
Die VfL-Bundesliga-Damen treffen auf die Schweizer Nationalmannschaft
(mth). Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Diese Karnevals-Weisheit verkehren Stormams Handball-Fans in diesem Jahr ins Gegenteil. Während sich die Narren nach anstrengender Session für ein paar Monate zurückziehen, gibt es für die verwöhnten Handballfreunde in der Kreisstadt einen besonderen Leckerbisse. Die Damen-Nationalmannschaft der Schweiz, seit dem vergangen Sonnabend Gast im Kreis, sie wohnen im Tennispark Schleushörn in Lütjensee, beschließt ihr fünftägiges Trainingslager mit einem Spiel gegen das Zweitliga-Team des VfL Oldesloe. Bevor diese Partie um 20 Uhr angepfiffen wird, trifft um 18.30 Uhr eine Juniorinnen-Auswahl des Bezirkes Süd auf die schweizerische Juniorinnen-Nationalmannschaft.
Die Spiele in der Stormarnhalle sind ein Dankeschön der Schweizer an die Handballer vom VfL Oldesloe und von der GHG Hahnheide, die ihnen bei der Vorbereitung und Durchführung des Trainingslagers zur Seite gestanden haben. Insbesondere VfL-Manager Claus Schilk hat sich um die Betreuung bemüht und ein umfangreiches Programm erarbeitet.
Neben Trainingseinheiten in Lütjensee und Bad Oldesloe bestreiten beide Teams innerhalb von vier Tagen drei Spiele. Die Juniorinnen hatten ihren ersten Auftritt in Oldenburg und maßen gestern Abend ihre Kräfte mit einer Hamburg-Auswahl. In der Hansestadt hat gestern anschließend die Damen-Nationalmannschaft gegen den Bundesligisten SC Magdeburg gespielt.
Heute bestreiten die Schweizerinnen das Vorspiel zum Länderspiel in Flensburg zwischen Deutschland und Dänemark – Finalisten bei den Welt- und Europa-Meisterschaften – gegen das Bundesliga-Team des TSV Nord Harrislee.
Auch außerhalb des Sports ist für die Schweizerinnen, deren Spielstärke VfL-Trainer Otto Sternberg, bis zum Herbst 1994 Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, „vergleichbar dem Mittelfeld der ersten Liga in Deutschland“ einstuft, einiges arrangiert worden. Am Sonnabend und Sonntag waren sie Gast in Fernsehstudios bei „ran“ und „Sport 3“, heute werden sie von Oldesloes Bürgermeister Gerd Achterberg empfangen und morgen sind sie Mittagsgäste bei VfL-Sponsor Glaxo.
Der Oldesloerinnen gehen in die Begegnung ohne Erfolgsdruck, aber mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz.
„Wir wollen unseren unverkennbaren Leistungsanstieg auch in diesem Spiel fortsetzen und den hoffentlich zahlreichen Zuschauern ein attraktives Spiel zeigen“, macht Sternberg seine Erwartungen an das Spiel seines Teams deutlich.
STORMARNER TAGEBLATT vom 28.2.1995
Dienstag, 28. Februar 1995
Nationalspielerinnen beim Bürgermeister
Schweizer Handball-Damen zu Gast in Bad Oldesloe / Spiel gegen den VfL
(gk). Die Handballspielerinnen der schweizerischen Juniorinnen- und Damen-Nationalmannschaft waren zu Gast bei Oldesloes Bürgermeister Gerd M. Achterberg. Die Sportlerinnen fragten das Stadtoberhaupt nach Problemen, die es in der Stadt geben würde, wie zum Beispiel Drogen, Jugend und Gewalt und wie es mit der Förderung des Sports in Oldesloe aussehen würde.
Nach dem kurzen Intermezzo im Rathaus bat der Bürgermeister die Damen und ihre Betreuer zum Essen in ein türkisches Restaurant. Doch bevor dort serviert wurde, überreichte Mägi Bernasconi dem Bürgermeister einen Wimpel der Nationalmannschaft.
Anschließend fuhren die Damen zu einem Spiel nach Flensburg. Mittwoch um 18.30 Uhr werden die Juniorinnen der Schweiz gegen eine Bezirksauswahl antreten. Danach spielt die Damen-Nationalmannschaft in der Stormarnhalle gegen die Handball-Damen des VfL Oldesloe, Anpfiff um 20 Uhr.
STORMARNER TAGEBLATT vom 1.3.1995
Mittwoch, 1. März 1995
VfL Oldesloe – Schweiz Nationalmannschaft 20:26 (8:13)
20:26. Oldesloer Handballerinnen schlugen sich gegen die Schweizer Nationalmannschaft achtbar
Kurzweiliges Handball-Fest in der Stormarnhalle
Sonnabend wieder Bundesliga-Alltag
(Manfred Thomsen). Ein wenig enttäuschend war nur die Zuschauer-Resonanz. Die 300 Besucher aber, die zum Spiel der VfL-Damen gegen die Nationalmannschaft der Schweiz in die Oldesloer Stormarnhalle gekommen waren, brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Beide Teams boten ein kurzweiliges Handballfest, in dem sich die Oldesloerinnen mit 20:26 (8:13) achtbar schlugen.
Der geringer als erwartet ausgefallene Ansturm der Fans, ist wohl nur mit der parallel laufenden Fernsehübertragung der Champions-League zu erklären. Schließlich ist eine komplette Handball-A-Nationalmannschaft noch nie zuvor in Bad Oldesloe gewesen, wiewohl die Stormarnhalle ja schon manchen Knüller auf dem Gebiet erlebt hat.
Der VfL begann ohne Respekt vor dem Gegner und führte bis zur 4. Minute mit 2:0 durch Tore von Birthe Wede und Zsuzsa Nyari. Just diese beiden, die sonst durchweg zu den Haupttorschützen im Oldesloer Team zählen, trafen fortan kaum noch. Beide hatten am Ende je zwei Tore auf ihrem Konto.
Bei Birthe Wede war das verständlich. Sie kränkelte am Nachmittag ziemlich heftig, war kreideweiß ins Spiel gegangen und wurde deshalb schon nach zehn Minuten von Trainer Otto Sternberg aus der Partie genommen und später nur noch ganz sporadisch eingesetzt.
Zsuzsa Nyari erfreute sich hautnaher Bewachung durch Sandra Garcia, ließ dennoch des öfteren mit klugen, präzisen Pässen ihr überragendes Spielverständnis aufblitzen, hatte aber ihre gewohnte Präzision im Abschluß verloren.
Da zudem noch Jeanette Rochelmeyer angeschlagen (erzielte trotzdem vier Treffer), Katrin Behnke nach starker beruflicher Anspannung übermüdet ins Spiel gegangen waren, Lisa Lüken schon das Vorspiel der Juniorinnen – das verlor die Auswahl des Bezirkes Süd gegen die Schweiz 17:28 (8:14) –. „in den Knochen“ steckte und Ivonn Bosza ganz fehlte, war die Führung für den VfL natürlich nicht von langer Dauer.
Insbesondere, wenn die Schweizer ihre erste Formation mit Rekord-Nationalspielerin Josy Beer (8 Tore), Isabelle Fuchs (9/2) und Sandra Garcia (4) – alle von Meister Otmar St. Gallen, gegen den der VfL 1994 schon einmal angetreten war – aufboten, war schon ein Klassenunterschied zu erkennen. Deklassieren aber ließ sich der VfL in der fairen Partie unter der Leitung des Lübecker Schiedsrichter-Gespanns Bühlow/Lübker nicht.
Marion Werner, die angehende Nationalspielerin, ging besonders ehrgeizig zur Sache und war mit 5/2 Toren auch erfolgreichste Werferin ihres Teams. Roswitha Bein (3/1), Susanne Mack und Ivonne Grimm (je 2) erzielten die weiteren Tore. Die Torhüterinnen Silke Schwöbken und Alexandra Hoffmann erreichten nicht die Form der letzten Spiele.
Sie haben die Chance, schon am Sonnabend wieder mehr zu glänzen. Dann steht nach der Kür am gegen die Schweiz um 19.30 Uhr wieder Bundesliga-Pflichtprogramm in der Stormarnhalle an. Gegner der Oldesloer ist die SG Misburg. Mit dem fünften Sieg im fünften Rückrundenspiel wollen die Schützlinge von Otto Sternberg ihren Vormarsch in der Tabelle weiter fortsetzen.
Am Wochenende ist auch das Schweizer Team erneut im Einsatz. Es trifft dann in zwei Spielen – jeweils in Verbindung mit dem Herrenschlager Schweiz gegen Deutschland – auf die Vertretung Italiens. Das Trainingslager in Stormarn diente als direkte Vorbereitung dafür.
„Das hat uns vorangebracht. Sportlich durch die Spiele in Oldenburg, Hamburg, Harrislee und Oldesloe und für den Zusammenhalt unserer Kader durch das abwechslungsreiche Rahmenprogramm, das uns unsere Stormarner/Oldesloer Gastgeber geboten haben“, äußerten sich Trainer Alex Bruggmann und die Delegationsleiterin Mägi Bernasconi übereinstimmend auf dem Abschluß-Bankett nach dem Spiel im Oldesloer Bürgerhaus.
Auch die Spielerinnen zeigten sich durchweg vom Aufenthalt in Stormarn begeistert. Gut denkbar für Gast und Gastgeber, daß Spiel und Trainingslager in absehbarer Zukunft eine Wiederholung erfahren.
STORMARNER TAGEBLATT vom 3.3.1995
Freitag, 3. März 1995
Marion Werner wird Nationalspielerin
Zum Vier-Länder-Turnier eingeladen
(mth). Die Nachricht schlug in der Handball-Szene in Bad Oldesloe wie eine Bombe ein und hat auch die Betroffene total überrascht: Marion Werner, Linksaußen im Zweitliga-Team des VfL Oldesloe, wird A-Nationalspielerin. Sie ist von Bundestrainer Ingolf Wiegert für das Vier-Länder-Turnier in Neubrandenburg (10. bis 12. März) eingeladen worden.
„Damit habe ich nie und nimmer gerechnet. Aber jetzt will ich alles versuchen, die Chance beim Schopf zu fassen“, gibt sich die Oldesloerin verblüfft und entschlossen zugleich. Gegner der deutschen Nationalmannschaft werden die Auswahl-Teams aus Frankreich, Tschechien und Rußland sein.
Marion Werner wird dabei dem DHB-Team nur an den ersten beiden Turniertagen zur Verfügung stehen. Am 11. reist sie mit ihrem Heimtrainer Otto Sternberg ab, um einen Tag später für den VfL in Hastedt zu spielen. „Die Nominierung von Marion ist eine tolle Sache nicht nur für sie, sondern auch für ihren Verein und ihr Team“, freut sich auch der VfL-Coach, der bis zum letzten Herbst selbst Co-Trainer der Nationalmannschaft war. Er sieht die Nominierung weniger als Folge ihrer aktuellen Leistungen, sondern eher als „Spätfolge“ der guten Junioren-WM, die Marion Werner im Herbst 1993 in Bulgarien gespielt hat.
STORMARNER TAGEBLATT vom 3.3.1995
Sonnabend, 4. März 1995
VfL Oldesloe – SG Misburg 20:22 (10:10)
Schlappe für VfL-Damen
Oldesloerinnen verloren verdient 20:22 gegen SG Misburg
(Cordula Rassow). Sie hatten die Möglichkeit, mit einem Sieg auf den zweiten Tabellenplatz der zweiten Liga aufzurücken. Doch für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe reichte es gegen die SG Misburg trotz Heimvorteils nicht: Mit 20:22 (10:10) unterlag das Team, nachdem es noch in der 41. Minute mit 15:12 in Führung gelegen hatte. „Wir haben durch Dusseligkeit und Dummheit die Chance vergeben, uns weiter nach oben zu arbeiten“, ärgerte sich Trainer Otto Sternberg.
Im Hinspiel gegen die SG Misburg hatte es in einer äußerst harten Partie für die Handball-Damen des VfL Oldesloe lediglich zu einem 23:23-Remis gereicht. Diese Scharte wollten die Stormarnerinnen im Rückspiel in eigner Halle eigentlich auswetzen. Ein Ziel, das in der Anfangsphase locker zu erreichen schien, denn bereits in der 4. Minute lagen die Gastgeberinnen mit 3:0 vorn. „Vielleicht war der Start zu einfach für uns“, suchte Trainer Otto Sternberg nach dem Abpfiff nach einer Erklärung für die 20:22-Niederlage.
Mit einer kämpferischen Einstellung waren die Gäste in die Stormamhalle gekommen, deckten in der ersten Halbzeit VfL-Spielmacherin Roswitha Bein kurz und störten frühzeitig. Doch ihr Konzept schien nicht aufzugehen: Nach zwei Treffern durch Ivonne Grimm und einem verwandelten Siebenmeter von Roswitha Bein hatten sich die Gastgeberinnen eine schnelle Führung herausgespielt. „Möglicherweise waren wir danach überheblich“, ärgerte sich der VfL-Coach über den Umschwung in der Partie. Die Folge: Das Misburger Team kam auf, schaffte in der 16. Minute beim 6:6 zum erstenmal den Ausgleich.
Nach dem Seitenwechsel schienen jedoch die Gastgeberinnen wieder das Spiel zu bestimmen. Nach einigen guten Abwehraktionen von Torhüterin Alexandra Hoffmann gelang es dem VfL-Team in der 41. Minute, sich beim 15:12 einen beruhigenden Drei-Tore-Vorsprung herauszuarbeiten.
Doch der reichte keineswegs, um den erhofften doppelten Punkterfolg einzufahren. Nach erheblichen Abwehrfehlern und zahlreichen vergebenen Möglichkeiten kamen die Gäste wieder heran und erzielten in der 52. Minute das vorentscheidende 19:17. Obwohl die VfL-Damen in der 25. Minute durch Marion Werner noch einmal zum 19:19 ausgleichen konnten, schafften es die Misburgerinnen, zum Abpfiff den Zwei-Tore-Abstand wieder herzustellen.
„Die Einstellung stimmte nicht, ein verdienter Sieg für die kämpferisch bessere Mannschaft“, ärgerte sich VfL-Coach Sternberg. Lediglich Alex Hoffmann, Roswitha Bein (7/1), und Marion Werner (4) erreichten Normalform. Die weiteren VfL-Treffer holten Ivonne Grimm, Zsuzsa Nyari (je 3), Susanne Mack, Jeanette Rochelmeyer und Ivonn Bosza (je 1).
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.3.1995
Freitag, 10. März 1995
Empfindliche Lücke im VfL-Team
Oldesloer Handball-Damen ohne Birthe Wede nach Hastedt
(cr). „Mit einem Erfolg beim Hastedter TSV wollen wir die ärgerliche Niederlage gegen Misburg wieder wettmachen“, hat sich Trainer Otto Sternberg für die Auswärtspartie (Sonntag 15 Uhr) der Oldesloer Handball-Damen vorgenommen. Allerdings wiegt der doppelte Punktverlust aus dem vergangenen Heimspiel noch immer schwer auf den Schultern der VfL-Spielerinnen. „Wir haben damit die Chance vergeben, uns direkt auf den Platz hinter dem Spitzenreiter zu schieben.“
Einfach wird ein Erfolg über den Tabellendritten jedoch keineswegs. Denn nachdem bei den Hastedterinnen mit Birte Tesch eine der wichtigsten Spielerinnen nach einem Kreuzbandriß ausfällt, müssen auch die Oldesloer personell umstellen.
Eine empfindliche Lücke hinterläßt der Ausfall von Birthe Wede im VfL-Team. Die hochgewachsene Spielerin zog sich bei einer Abwehraktion in der Partie gegen Misburg einen komplizierten Nasenbein-Bruch zu und wird auf absehbare Zeit ausfallen.
„Eine solche Spielerin ist in der Mannschaft nur sehr schwer zu ersetzen“, sagt der Trainer, „aber ich denke, wir haben genügend Spielerinnen im Team, die ebenfalls Verantwortung übernehmen können.“
Nur bedingt einsatzfähig ist auch Ivonn Bosza, die durch ihre Berufsausbildung in der vergangenen Woche nicht trainieren konnte. Wenig Zeit zum Verschnaufen wird Marion Werner vor der Partie vergönnt sein. Die Neu-Nationalspielerin wird nach den Partien der deutschen Damen-Auswahl gegen Frankreich und der Tschechischen Republik erst am Sonnabend wieder zum Oldesloer Team stoßen und gleich am kommenden Tag mit von der Partie sein. „Allerdings nur, wenn sich keine der anderen National-Linksaußen verletzt.“
Die Moral in der Oldesloer Mannschaft hat sich nach der Schlappe in der vergangenen Woche zumindest wieder stabilisiert. „Die Spielerinnen versuchen, aus dem Loch herauszukommen, und das ist nicht immer leicht.“
Unterstützung durch die Fans wäre also in dieser Partie besonders wichtig. Wer sich also mit der Mannschaft auf den Weg machen will, kann am Sonntag im Bus mit dabei sein. Die Abfahrt ist um 12.30 Uhr an der Stormarnhalle in Bad Oldesloe.
STORMARNER TAGEBLATT vom 10.3.1995
Sonntag, 12. März 1995
Hastedter TSV – VfL Oldesloe 20:25 (12:11)
25:20-Sieg in Hastedt: VfL zeigte sich sehr gut erholt
Konzentrierte Leistung der Oldesloer Handball-Damen
(mth). Die Handball-Damen des VfL Oldesloe haben die Schmach der Heimniederlage gegen die SG Misburg schnell verdaut. Beim TSV Hastedt/Bremen zeigten sich die Schützlinge von Trainer Otto Sternberg wieder von ihrer besseren Seite. Nach einer konzentrierten Leistung gelang ihnen ein 25:20 (11:12)-Erfolg, mit dem sie in der Tabelle der zweiten Bundesliga auf den dritten Rang emporkletterten.
Nach ausgeglichenem Beginn bis zum 4:4 (8.) konnte sich der VfL auf 6:4 absetzen. Der Zwei-Tore-Vorsprung hielt bis zur 20. Minute (10:8). Ein Bruch kam ins Oldesloer Spiel, als danach Jeanette Rochelmeyer mit einer Nasenverletzung ausscheiden mußte. Sternberg stand nun ohne gelernte Spielerin für den linken Rückraum da. Ivonn Bosza, die ohnehin im Trainingsrückstand ist, war als Linkshänderin natürlich nur eine Notlösung.
Birthe Wede, die in der Stammformation diesen Posten einnimmt, stand wegen ihres Nasenbeinbruchs nicht zur Verfügung. „Sie saß nur in Sportkleidung auf der Bank, um den Gegner zu erschrecken und zu verwirren“, wie Sternberg nach der Partie schmunzelnd erklärte.
Die Folge: Hastedt drehte den Spieß um und ging mit 12:10 in Führung, ehe Roswitha Bein, mit acht Treffern erfolgreichste Werferin im Team, den 12:11-Halbzeitstand herstellte.
Nach dem Wechsel war die Begegnung bis zum 19:19 in der 48. Minute wieder ausgeglichen. Dann zog der VfL binnen drei Minuten auf 22:19 davon und ließ fortan nichts mehr anbrennen.
Die weiteren Tore für den VfL teilten sich Ivonne Grimm (4), Marion Werner, Zsuzsa Nyari (je 3); Susanne Mack, Ivonn Bosza (je 2) und Jeanette Rochelmeyer. Lisa Lüken ging an ihrem 19. Geburtstag leer aus, obwohl ihr Coach ihr in der 60. Minute einen Siebenmeter schenkte.
Im Tor zeigte Alexandra Hoffmann eine ausgezeichnete Leistung und in der Schlußphase konnte auch Silke Schwöbken noch mit einem gehaltenen Siebenmeter glänzen.
Marion Werner zeigte sich besonders ehrgeizig, obwohl sie in den Tagen vorher knapp ihr Länderspieldebut verpaßt hatte. Nach guten Leistungen im Lehrgang mochte der Bundestrainer nach dem verpatzten Spiel gegen Frankreich (Freitag) am Sonnabend in Neubrandenburg gegen Tschechien keine Experimente eingehen. Er hat der Oldesloerin aber bei guten Leistungen in den Punktspielen für die Zukunft weitere Einladungen in Aussicht gestellt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 13.3.1995
Freitag, 17. März 1995
VfL weiter ohne Birthe Wede
Brisantes Duell an der Ems-Mündung
Die Rückraum-Schützin fehlt auch gegen VfL Oldenburg
(mth). „Das wird für uns keine leichte Aufgabe werden,“ ist sich Otto Sternberg, Trainer der Handball-Damen des VfL Oldesloe, vor der Zweitliga-Begegnung seines Teams gegen den VfL Oldenburg (Sonnabend 19.30 Uhr in der Stormarnhalle) sicher. „Die Niedersachsen haben mit einem haushohen Sieg gegen Woltmershausen am vergangenen Wochenende gezeigt, daß sie die Saison noch nicht abgeschrieben haben und wir gehen geschwächt in die Partie“, begründet er seine vorsichtige Einschätzung.
Er muß mit Birthe Wede weiter auf seine wichtigste Rückraumschützin verzichten. Deren Nasenbein hat zu Beginn der Woche noch einmal gebrochen werden müssen, weil es zuvor schief angewachsen war. Sie fällt deshalb mutmaßlich noch längere Zeit aus.
Gottlob kann ihre Vertreterin Jeanette Rochelmeyer mitwirken. Befürchtungen, ihre Nasenverletzung vom Spiel in Hastedt könne ebenfalls ein Bruch sein, haben sich nicht bewahrheitet. Es waren stattdessen „nur“ schwere Prellungen.
Ausfallen wird dagegen Ivonn Bosza (Verdacht auf Lungenentzündung). Katrin Behnke ist wieder auf den Beinen, nach überstandener Lebensmittelvergiftung ·aber noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte. Trotz dieser Handicaps aber setzt Sternberg auf Sieg: „Wir wollen uns bei unserem treuen Publikum für die schwache Vorstellung gegen die SG Misburg im letzten Heimspiel rehabilitieren und zeigen, daß der glatte Sieg in Hastedt kein Zufall war.“
Ganz ohne personelle Probleme sind auch die Oldenburgerinnen nicht. Bei ihnen fehlt mit Christine Schröder ebenfalls eine wichtige Rückraum-Schützin. Beim 21:21 im Hinspiel hatte sie mit zehn Treffern den Stormarnerinnen erheblich zugesetzt. Aber auch ohne die routinierteste Akteurin schätzt Sternberg den Gegner als junges und tempostarkes Team ein, das schwer zu schlagen sein wird.
STORMARNER TAGEBLATT vom 17.3.1995
Sonnabend, 18. März 1995
VfL Oldesloe – VfL Oldenburg 29:27 (11:16)
VfL gelang sensationelles Comeback
Nach 14:20-Rückstand gegen Oldenburg 29:27 gewonnen
(Manfred Thomsen). Ein solches Comeback innerhalb eines Handballspiels hat die Stormamhalle schon lange nicht mehr gesehen. Gegen den VfL Oldenburg lagen die Zweitliga-Damen des VfL Oldesloe nach 38 Minuten schier aussichtslos mit 14:20 zurück. Mit einer Energieleistung sondergleichen schaffte der VfL aber unter dem Jubel von 300 Zuschauern noch einen 29:27 (11:16 )-Sieg.
Knapp 40 Minuten lang waren die Fans vorher aus dem Staunen kaum herausgekommen. Derart eindeutig wie von der jungen Oldenburger Mannschaft war das Team von Trainer Otto Sternberg von einem klassengleichen Gegner noch nie vorgeführt worden.
An der Deckung der Niedersachsen biß sich der Gastgeber nach dem 2:2 (5. Minute) die Zähne aus. In der Abwehr der Oldesloerinnen dagegen klafften riesige Lücken, die vom Gast rigoros ausgenutzt wurden. Der zog über 5:3 (10.) und 10:7 (17.) bis auf 16:11 zum Seitenwechsel davon.
Zahlreiche Variationen von Sternberg brachten nicht die erhoffte Wende. Auch nicht eine Umstellung der Deckung von 6:0 auf 5:1. Das lag auch daran, weil Roswitha Bein sich auf der vorgezogenen Position frühzeitig eine Fingerverletzung zuzog. Sie konnte nach kurzer Pause zwar weiterspielen, aber nicht an exponierter Stelle.
Mehr Erfolg zeitigte ein Torwartwechsel. Silke Schwöbken löste nach 17 Minuten die glücklose Alexandra Hoffmann ab, die, von ihrer Deckung im Stich gelassen, bei zehn Würfen zehn Treffer kassierte. Viele gute Paraden – unter anderem ein gehaltener Siebenmeter – von Schwöbken aber reichten 20 Minuten auch nur zur Schadensbegrenzung.
Für die sorgten ansonsten nur Jeanette Rochelmeyer, die sechs ihrer acht Treffer bis zum besagten Spielstand (14:20) in der 38. Minute erzielte, und Marion Werner. Die hatte bis zur Pause neben vielen guten Szenen und enormem Einsatz auch ein paar Leichtsinnsfehler produziert, explodierte aber förmlich, als Sternberg sie vor die Deckung beorderte.
Da plötzlich ging ein Ruck durch das Team. „Es hat lange gedauert, ehe ich bei den wenigen Feldspielerinnen, die mir nach dem Ausfall von Birthe Wede und Ivonn Bosza verblieben, die richtige Mischung gefunden hatte“, räumte Sternberg nach der Partie ein.
Zu der gehörten auch Lisa Lüken, die in der Deckung das größte Loch stopfte, und ein Wechselspiel zwischen Katrin Behnke (defensiv) und Jeanette Rochelmeyer (offensiv). Nun waren die Stormarnerinnen nicht mehr zu halten. Bis zur 47. Minute hatten sie zum 22:22 ausgeglichen. Danach legten die konsternierten Oldenburgerinnen noch zweimal einen Treffer vor, brachen dann aber physisch und psychisch endgültig ein.
Binnen fünf Minuten zog Oldesloe auf 28:24 davon und entschied unter ohrenbetäubendem Getöse der Fans die Partie. Erfolgreichste Werferin war die überragende Marion Werner (9/1). Roswitha Bein (5/1), Katrin Behnke (3), Zsuzsa Nyari (2), Ivonne Grimm und Lisa Lüken teilten sich den Rest.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.3.1995
Sonnabend, 25. März 1995
Die Oldesloer Damen müssen in Marne die Nerven behalten
(mth). Eine kniffelige und undankbare Aufgabe wartet am Wochenende auf die Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe. Zum letzten Landesderby der Saison müssen die Schützlinge von Trainer Otto Sternberg am Sonntag um 16 Uhr beim MTV Marne (Realschulsporthalle) antreten.
Will der VfL seine Anwartschaft auf einen Platz ganz oben in der Spitzengruppe untermauern, muß er beim Aufsteiger natürlich gewinnen. Aber das ist leichter gesagt als getan. Die Dithmarscher haben sich im Verlauf der Saison erheblich zu steigern gewußt und nehmen mit inzwischen positivem Punktekonto (21:19) einen Platz im oberen Tabellenmittelfeld ein.
Nicht zuletzt verdanken sie ihren guten Rang, der sie längst aller Sorgen um den Klassenerhalt entledigt, ihrer Heimstärke. Dort haben auch Spitzenmannschaften in dieser Saison reihenweise Federn lassen müssen. So kassierten unter anderen der HC Empor Rostock, der Hastedter TSV und der MTV Wandsbek in Marne Niederlagen.
Das kommt nicht von ungefähr, wie auch Otto Sternberg aus eigener Anschauung weiß. Die Halle ist die kleinste und engste in der Liga. Der Zuschauerzuspruch aber gehört zu den besten und die Dithmarscher Fans sind dafür bekannt, daß sie ihr Team leidenschaftlich anfeuern und mit den Gegnern nicht zimperlich umgehen.
„Da werden meine Spielerinnen gute Nerven zeigen müssen, um sich von den äußeren Umständen nicht ablenken zu lassen“, hofft der VfL-Coach. Einstellen müssen sie sich dazu auf ungewöhnliche taktische Formationen des MTV.
Von gelegentlichen Mißerfolgen – beispielsweise im Hinspiel in der Stormarnhalle, als die Marnerinnen mit offener Manndeckung begannen, danach auf eine immer noch reichlich offensive 4:2-Deckung umzuschalten und bei der 21:35-Niedcrlage schon nach 20 Minute aussichtslos mit 6:15 zurücklagen – läßt sich deren Coach Helge Thomsen nicht beirren. Und der Erfolg gibt ihm dabei oft recht für seine unorthodoxen Anweisungen an sein junges Team.
Aber natürlich hat Otto Sternberg versucht, sein Team auf alle möglichen Varianten einzustellen. Mit ähnlicher Moral und Einstellung wie in den letzten 20 Minuten des Spiels gegen den VfL Oldenburg, als das Team einen schier aussichtslosen Rückstand noch in einen Sieg umwandelte, sollte es für die Stormarnerinnen auch in Marne zu einem Sieg reichen.
Umstellungen in der Mannschaft wird es nicht geben, Birthe Wede fällt weiterhin aus und auch mit einem Einsatz von Ivonn Bosza, die von ihrer Erkrankung inzwischen genesen ist, aber enormen Trainings-Rückstand hat, ist kaum zu rechnen.
Wie zu den meisten Spielen können den VfL auch nach Marne wieder Fans im Mannschaftsbus begleiten. Sie
sollten sich rechtzeitig vor Abfahrt um 12.30 Uhr an der Stormarnhalle einfinden.
Unterdessen laufen beim VfL weiter die Vorbereitungen für die nächste Saison. Manager Claus Schilk meldet nach Kreisläuferin Eike Lange (beendet ihr einjähriges Gastspiel beim Bundesligisten SV Buxtehude) eine weitere Rückkehrerin. Torhüterin Annette Schümann, vor drei Jahren zu TH Eilbek (Regionalliga) gewechselt, kehrt an die Trave zurück. Sie könnte den Part von Alexandra Hoffmann übernehmen, denn die will sich in Zukunft verstärkt ihrer beruflichen Karriere widmen, ohne daß über einen Verbleib oder Weggang vom VfL schon entschieden wäre. Als weiteren Neuzugang hat Schilk Annette Gehrken aus dem Talentschuppen des SC Buntekuh, aus dem auch Lisa Lüken kam, verpflichtet.
STORMARNER TAGEBLATT vom 25.3.1995
Sonntag, 26. März 1995
MTV Marne – VfL Oldesloe 20:31 (13:15)
Die VfL-Damen ließen nichts anbrennen
31:20-Erfolg beim MTV Marne
Schwöbken, Werner und Rochelmeyer glänzten
(mth). Die leisen Befürchtungen, mit denen die Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe die Reise nach Marne zum letzten Landesderby gegen den MTV, der manchen Favoriten hatte straucheln lassen, angetreten hatte, erwiesen sich als unbegründet. Das Team von Trainer Otto Sternberg landete einen sicheren 31:20 (15:13)-Erfolg und festigte den dritten Tabellenplatz hinter TSG Wismar und VB Berlin.
So glatt allerdings, wie es das Endergebnis vermuten läßt, lief das Spiel für die Stormarnerinnen nicht. In der ersten Halbzeit war die Partie bis zum 13:13 in der 27. Minute ausgeglichen. Der VfL hatte ein paar Mal mit zwei Toren Vorsprung (7:5/12.; 12:10/23.) geführt, sah sich (7:8/15.) aber auch einmal im Rückstand.
Die Wende trat in der Begegnung ein, als VfL-Keeperin Silke Schwöbken, die bis zum 13:13 nicht an ihre letztvergangenen Leistungen anknüpfen konnte, wie auf Knopfdruck plötzlich zu sensationeller Form auflief. Fortan war sie schier unüberwindlich und hielt auch Würfe frei vom Kreis und Siebenmeterpunkt (3).
Die Folge: Bis zur 40. Minute mußten die Dithmarscherinnen auf ihren nächsten Treffer warten. Bis dahin war der VfL über einen 15:13-Halbzeitstand auf 21:13 davongezogen. Damit war das Spiel natürlich entschieden.
Den höchsten Vorsprung erreichten die Oldesloerinnen beim Stand von 25:14 (46.) und beim Endstand von 31:20. Dazwischen ließen sie es ruhiger angehen, hätten aber durchaus noch wesentlich klarer gewinnen können, wenn sie alle Chancen konsequent genutzt hätten.
Erfolgreichste Torschützen im Oldesloer Team waren wie vor Wochenfrist Marion Werner und Jeanette Rochelmeyer mit je sieben Treffern. Marion Werner markierte dabei ihre Tore nicht nur von der Linksaußen-Position, sondern war auch aus dem Rückraum mit präzisen Würfen erfolgreich. Jeanette Rochelmeyer jagte den Marnerinnen mit ihren Gewaltwürfen gehörigen Schrecken ein, auch wenn sie gelegentlich noch zu überhastet wirft.
Die weiteren Tore teilten sich Roswitha Bein (6), Zsuzsa Nyari, Ivonne Grimm, Katrin Behnke (je 3) und Susanne Mack. Lisa Lüken blieb wie Ivonn Bosza ohne Torerfolg, beschattete aber mit Erfolg Marnes Spielmacherin Marion Stelling.
Alexandra Hoffmann löste Silke Schwöbken nur für wenige Augenblicke ab und wurde wieder ausgewechselt, als sie, kaum im Spiel, bei einem unglücklichen Zusammenprall eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.3.1995
Freitag, 31. März 1995
Otto Sternberg heiß auf Revanche
Heute um 20.15 Uhr ist Empor Rostock zu Gast in der Oldesloer Stormarnhalle
(mth). An das Hinspiel in Rostock haben die Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe denkbar schlechte Erinnerungen. „Damals lief alles schief“, erinnert sich VfL-Trainer Otto Sternberg. „Schon die Anreise war mit Hindernissen gespickt. Wir kamen erst in letzter Minute an, konnten uns nicht ordentlich warmmachen und sind dann auf dem Parkett voll ausgerutscht.“
Letzteres meint Sternberg durchaus in doppeltem Sinn. Mit dem extrem rutschigen Boden kamen die Oldesloerinnen nie zurecht und nach der „schlechtesten Saisonleistung“ (Sternberg) kassierten sie mit 20:28 ihre bislang höchste Niederlage in dieser Saison.
Dafür wollen Zsuzsa Nyari und Co. heute unbedingt Revanche nehmen. Ausnahmsweise ist Bundesliga-Zeit in der Stormarnhalle nicht am Sonnabend um 19.30 Uhr, sondern schon am Freitag um 20.15 Uhr. Grund: Die Oldesloer wollen nicht mit der Endrunde des Herren-Pokalwettbewerbs am Sonnabend und Sonntag in der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg, zu der es auch viele Stormarner Handballfans zieht, kollidieren.
Nach der Glanzleistung seines Teams in Marne und der tollen Leistungssteigerung in den letzten 20 Minuten im vorangegangenen Heimspiel gegen VfL Oldenburg ist Sternberg zuversichtlich, daß seine Schützlinge auch gegen Rostock gewinnen können. Obwohl seine personellen Spielräume weiter eng bleiben. Birthe Wede steht weiterhin nicht zur Verfügung und auch Ivonn Bosza ist wegen ihres Trainingsrückstandes nur bedingt einsatzfähig.
Aber bei der Rumpfmannschaft stimmte die Einsatzbereitschaft zuletzt hundertprozentig. Darauf baut Sternberg für das heutige Spiel. Ebenso wie auf eine ähnlich enthusiastische Unterstützung wie in der Schlußphase im Oldenburg-Spiel. Da herrschte eine Stimmung auf den Rängen der Halle wie lange nicht mehr. Und die müßte sich noch steigern lassen, wenn, wie Sternberg und sein Team hoffen, weit mehr als damals 300 Zuschauer kommen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 31.3.1995
Freitag, 31. März 1995
VfL Oldesloe – HC Empor Rostock 27:16 (16:11)
In der Not noch enger zusammengerückt
VfL-Handball-Damen gelang mit 27:16-Sieg eindrucksvolle Revanche gegen HC Empor Rostock
Zsuzsa Nyari überragte mit 13 Toren
(Manfred Thomsen). Otto Sternberg, Trainer der Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe, war nach dem Spiel seines Teams gegen HC Empor Rostock rundherum zufrieden. Mit 27:16 (16:11) war seinen Schützlingen vor knapp 400 begeisterten Fans eine eindrucksvolle Revanche für die höchste Saison-Niederlage (20:28) im Hinspiel gelungen.
Aber das machte nur einen Teil seiner Genugtuung aus. Schwerer wog für ihn, daß sein Team erneut gezeigt hat, daß es mittlerweile zu einem „verschworenen Haufen“ zusammengewachsen ist, „der in der (personellen) Not enger zusammengerückt ist und in dem jede einzelnen Spielerin die Bereitschaft gezeigt hat, 110 Prozent Einsatz zu zeigen, um bei solchen Engpässen trotzdem Erfolg mit der Mannschaft zu haben.“
Die Not war am Spieltag noch größer geworden, weil sich Ivonne Grimm mit einem Grippe-Infekt abgemeldet hatte. Dafür aber sprangen Birthe Wede und Ivonn Bosza in die Bresche. An einen Einsatz von Birthe Wede war nach zwei Nasenbeinbrüchen eigentlich nicht zu denken gewesen. Aber in geradezu abenteuerlicher Verpflasterung ging sie das Risiko eines Einsatzes ein.
Ebenso wie Ivonn Bosza, die sich ebenfalls zur Verfügung stellte, obwohl sie nach überstandener Krankheit kräftemäßig noch lange nicht auf der Höhe ist und beruflich bedingt seit mehr als zwei Monaten praktisch überhaupt nicht trainieren kann, konnte sie sich sogar mit einem Treffer in die Torschützenliste eintragen. Und beide beendeten unversehrt die Partie. Auch weil Sternberg sie nur so lange in die Bresche warf, bis am Sieg kein Zweifel mehr bestand. Später nahm er lieber Abstriche im Spielfluß und „wilde Auswechslungen“ in Kauf, obwohl die Decke durch eine rote Karte (drei Zeitstrafen) für Marion Werner (36. Minute) noch dünner geworden war.
Marion Werner (3 Tore) war bevorzugtes Opfer des indiskutabel Schiedsrichtergespanns Knackstedt/Butterbrodt (Göttingen) geworden, das nach übereinstimmendem Urteil beider Trainer das Spiel zu keinem Zeitpunkt im Griff hatte.
Herausragende Spielerin auf dem Feld war VfL-Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari, die ihr Feuerwerk in der Schlußminute mit einem Kempa-Trick (ihr 13. Treffer) krönte. Aber auch alle anderen Spielerinnen von Roswitha Bein (5/2 Tore), Jeanette Rochelmeyer (2), Katrin Behnke, Lisa Lüken (je 1) und die Torhüterinnen Silke Schwöbken (bis 46.) und Alexandra Hoffmann (ab 46.) erfüllten und übererfüllten alle Erwartungen ihres Trainers, der unter der Woche seinen Vertrag beim VfL Oldesloe um ein weiteres Jahr verlängert
hat.
STORMARNER TAGEBLATT vom 3.4.1995
Freitag, 7. April 1995
Einsatz fraglich
VfL in Berlin wohl ohne Zsuzsa Nyari
(mth). Die Sache ist nicht ohne Pikanterie: Da Trainer Otto Sternberg zum Punktspiel der Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe am Sonnabend bei VB Berlin (Zweiter) nicht zur Verfügung steht, wird er von Manager Claus Schilk vertreten. Der war bekanntlich vor 14 Monaten nach Differenzen mit dem Team vom Traineramt im VfL zurückgetreten.
Schilk hat mit der Situation aber kein Problem: „Die Sache ist längst ausgestanden und die Wogen haben sich geglättet. Mein Verhältnis zum Team ist völlig unverkrampft und in Weg und Ziel haben Spielerinnen und Management keine Differenzen mehr.“
Deshalb tritt er die Reise in die Hauptstadt – Abfahrt (auch für interessierte Fans) ist um 11.30 Uhr an der Stormamhalle, das Spiel beginnt um 17.30 Uhr in der Anton-Saefkow-Halle – auch mit Zuversicht an. Die Einstellung der Mannschaft in den letzten drei Spielen hat auch ihm imponiert. Insbesondere die Moral, mit der das Team Ausfälle wegsteckte.
Mit solchen muß Schilk auch für das Spiel in Berlin rechnen. Dort geht es immerhin um eine Vorentscheidung um den zweiten Platz (der VfL liegt einen Punkt hinter VB Berlin zurück).
Mit Sicherheit steht Katrin Behnke (im BGS-Einsatz) nicht zur Verfügung, und hinter dem Einsatz von Zsuzsa Nyari steht ein dickes Fragezeichen. Sie hat am vergangenen Sonntag als Trainerin des SC Leezen Rot gesehen. Das bedeutet eigentlich eine Sperre auch als Spielerin.
Allerdings ist gegen die Wertung „grob unsportlich“ Protest eingelegt worden. Bekommt man das „grob“ vor dem Bezirksgericht – die Entscheidung dort soll heute fallen – weg, reduzieren sich die Folgen auf eine Match-Strafe und Zsuzsa Nyari könnte morgen in Berlin spielen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 7.4.1995
Sonnabend, 8. April 1995
VB Berlin – VfL Oldesloe 24:23 (11:13)
Vorsprung nicht zum Sieg genutzt
Oldesloer Handball-Damen verloren 23:24 beim Zweitliga-Zweiten SV Berlin
(cr). Sie hatten den Sieg schon fast in der Tasche, doch am Ende reichte es für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe nicht zu einem Punktgewinn. In der Zweitliga-Partie beim SV Berlin VB führten die Stormarnerinnen in der 20. Minute bereits souverän mit fünf Toren, unterlagen jedoch noch denkbar knapp mit 23:24 (13:11). Die VfL-Damen haben damit die Chance vergeben, das Berliner Team vom zweiten Tabellenplatz zu vertreiben. Vor allem Abwehrfehlern und der schlechten Schiedsrichter-Leistung schrieben die Stormarner die Niederlage zu. Über die Unparteiischen erboste sich auch Manager Claus Schilk, der für dieses Spiel den Platz von Trainer Otto Sternberg eingenommen hatte.
Mit Folgen: In der 59. Minute sah Schilk die rote Karte.
Hochmotiviert gingen die Stormarner Handballerinnen in der Hauptstadt beim SV Berlin VB in die Partie, schafften es schnell, sich abzusetzen. In der 9. Minute lagen sie beim 6:3 bereits mit drei Treffern vorn, bauten bis zur 20. Minute das Ergebnis sogar auf 10:5 aus.
Doch dann gab es einen Bruch. Unnötige Abwehrfehler häuften sich und der Vorsprung schmolz bis zur Pause auf zwei Tore. Noch schlimmer wurde es nach dem Seitenwechsel; scheinbar wahllos entschieden die Unparteiischen auf Stürmerfoul und brachten damit das VfL-Team aus dem Rhythmus. Die Folge: In der 36.Minute glichen die Gastgeber aus und übernahmen zeitweise die Führung.
Auch die Zweikämpfe wurden in dieser Phase härter. Vor allem Marion Werner mußte einiges einstecken. Höhepunkt: In der 42. Minute sah die Berlinerin Anja Joskus beim Stand von 18:16 wegen Nachschlagens an Werner die rote Karte. Das schien die Wende zugunsten der Oldesloerinnen zu sein. In der 43. Minute hatten sie sich mit 19:16 erneut einen Vorsprung herausgearbeitet. Doch er hielt nicht lange an: In der 50. Minute schafften die Gastgeber den Ausgleich, lagen fünf Minuten darauf mit 23:21 vorn.
Doch die Stormarnerinnen kämpften sich heran: Per Siebenmeter gelang Roswitha Bein der Anschluß und VfL-Keeperin Silke Schwöbken parierte einen Strafwurf. Die Gäste hatten nun die Möglichkeit auszugleichen, doch ein Ballverlust machte die Hoffnung zunichte. Lediglich eine Ergebniskosmetik gelang Marion Werner in der Schlußminute zum 23:24.
Beste VfL-Spielerin waren Roswitha Bein und Zsuzsa Nyari mit sieben Toren, gefolgt von Marion Werner (4).
Den Rest teilten sich Ivonne Grimm, Jeanette Rochelmeyer (je 2), Susanne Mack (1).
STORMARNER TAGEBLATT vom 10.4.1995
Freitag, 21. April 1995
VfL hat Saison nicht abgehakt
SC Germania List am Sonnabend vorletzter Gegner in der Stormarnhalle
Die Handball-Damen des VfL Oldesloe wollen die Fans bei der Stange halten
(mth). Zum vorletzten Mal in dieser Saison ist am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle ein Handball-Bundesliga-Spiel zu sehen. Gast der Zweitliga-Mannschaft des VfL Oldesloe ist dann der SC Germania List aus Hannover. Nach der ebenso knappen wie überflüssigen Niederlage vor zwei Wochen bei VB Berlin sind die Chancen der Stormarnerinnen auf die (bedeutungslose) Vizemeisterschaft auf den Nullpunkt gesunken. Drei Punkte Rückstand sind in drei noch ausstehenden Spielen gegenüber den Berlinerinnen kaum noch aufzuholen. Abhaken aber will der VfL die Saison deshalb noch lange nicht. Auch der dritte Platz wird von ihm als lohnendes Ziel angesehen und außerdem will man das treue Publikum bei der Stange halten.
Das ist, nachdem es zu Saisonbeginn nicht optimal lief, in den letzten Heimspielen – Ausnahme: Spiel gegen SG Misburg – von den VfLerinnen regelrecht verwöhnt worden. Aber Trainer Otto Sternberg, der wieder auf der Bank sitzen wird, weiß: „Den Zuschauern werden vor allem unsere letzten Spiele und Leistungen in Erinnerung sein, wenn im September die nächste Saison beginnt. Damit sie dann wieder in hellen Scharen in die Stormamhalle strömen, müssen wir uns auch in den beiden letzten Heimspielen voll reinhängen.“
Deshalb erwartet er von seinem Team auch gegen Germania List Einsatz und Kampfbereitschaft. Die setzt er beim Gegner ohnehin voraus: „Mit List und Woltmershausen treffen wir jetzt nacheinander auf stark abstiegsgefährdete Mannschaften. Die können sich jetzt nicht mehr groß aussuchen, wo und wann sie ihre Punkte für den Klassenerhalt holen wollen. Also müssen sie in jedem Spiel volle Pulle gehen.“
Personell kann Sternberg mußmaßlich aus dem Vollen schöpfen. Lediglich der Einsatz von Lisa Lüken, die unter der Woche krank war, ist ungewiß. Möglich auch, daß Katrin Behnke wegen des Castor-Transportes nach Gorleben wieder beim BGS Dienst schieben muß und deshalb für das Spiel ausfällt. Dafür hat Birthe Wede die Folgen ihrer Nasenbeinbrüche inzwischen weitestgehend überwunden und auch Ivonn Bosza steht nach längerer (berufs- und gesundheitlich bedingter) Pause wieder voll im Training.
STORMARNER TAGEBLATT vom 21.4.1995
Sonnabend, 22. April 1995
VfL Oldesloe – SC Germania List 22:16 (13:7)
Dem VfL genügten 20 starke Minuten
Der abstiegsgefährdete SC Germania List leistete wenig Widerstand beim 22:16
(mth). Für die Handball-Damen des VfL Oldesloe ist die Saison in der zweiten Bundesliga gelaufen. Nach der Niederlage vor 14 Tagen in Berlin konnte das Team von Trainer Otto Sternberg auch den zweiten Platz abhaken. Da war es für den Coach nicht leicht, sein Team für die Partie gegen den abstiegsgefährdeten SC Germania List/Hannover zu motivieren.
Er versuchte es über den Appell an seine Schützlinge, die Zuschauer bis zum Saison-Abschlußspiel gegen Meister TSG Wismar (6. Mai) bei der Stange zu halten. Außerdem warnte er vor möglichen Manipulations-Vorwürfen in der Abstiegsfrage, wenn sich der VfL gegen List und in Woltmershausen (29. April) hängen ließe.
Die Bitten Sternbergs sind nicht ungehört geblieben. Gegen die Hannoveranerinnen spielten seine Schützlinge in den ersten 20 Minuten engagiert und sicherten schon in dieser Phase mit einem 11:3-Vorsprung den späteren 22:16 (13:7)-Erfolg.
Im weiteren Spielverlauf ließen sie es dann ruhiger angehen. So kam Germania List phasenweise besser ins Spiel und war ein paar Mal (13:11 in der 34. Minute; 16:13/44. Und 17:14/49.) fast auf Tuchfühlung mit dem VfL.
Der konnte aber immer, wenn es brenzlig wurde, das Tempo anziehen und den Vorsprung gegen einen doch ziemlich biederen Gegner fast nach Belieben erhöhen.
Je fünf Tore steuerten Marion Werner, Jeanette Rochelmeyer und Roswitha Bein zum Sieg bei. Roswitha Bein verwandelte dabei vier Siebenmeter und Jeanette Rochelmeyer hatte ihr Kontingent schon nach 16 Minuten erreicht, ehe sie mit einer Handverletzung kürzer treten mußte.
Die restlichen Treffer teilten sich Birthe Wede (3), Ivonne Grimm und Zsuzsa Nyari (je 2). Zum Einsatz kamen außerdem noch Susanne Mack, Lisa Lüken, Ivonn Bosza und je für eine Halbzeit die Torhüterinnen Silke Schwöbken (hat ihren Vertrag verlängert) und Alexandra Hoffmann.
STORMARNER TAGEBLATT vom 24.4.19995
Montag, 24. April 1995
(Manfred Thomsen). … Am Mittwoch treffen die Oldesloerinnen in der Sachsenwald-Sportschule um 19 Uhr auf die Deutsche A-Jugend-Nationalmannschaft. Die bereitet sich in dieser Woche in Wentorf auf die Qualifikationsrunde zur Juniorinnen-WM in Brasilien vor.
STORMARNER TAGEBLATT vom 24.4.19995
Mittwoch, 26. April 1995
VfL Oldesloe – Junioren-Nationalmannschaft 31:19 (16:5)
(mth). – … In ihrem Testspiel kamen die Oldesloerinnen in der Sachsenwald-Sportschule in Wentorf zu einem 31:19 (16:5)-Erfolg über die deutsche A-Jugend- Nationalmannschaft, die dort einen Vorbereitungslehrgang für die WM-Qualifikation abhält.
STORMARNER TAGEBLATT vom 29.4.1995
Sonnabend, 29. April 1995
Sternberg: Ein Sieg in Bremen ist eine Selbstverständlichkeit
VfL-Handball-Damen spielen heute bei TS Woltmershausen
(mth). Zum letzten Auswärtsspiel der Saison in der zweiten Handball-Bundesliga fährt die Damenmannschaft des VfL Oldesloe heute zur abstiegsgefährdeten Turnerschaft Woltmershausen nach Bremen. Gewinnen die Stormarnerinnen die Partie, die um 16.30 Uhr angepfiffen wird, sind sie endgültig Dritter in der Abschlußtabelle.
„Das ist durchaus ein ehrenvoller Platz und entspricht den Zielen, die wir uns vor Saisonbeginn gesteckt haben“, gibt sich Trainer Otto Sternberg zufrieden.
Weniger allerdings darf es aber auch nicht werden, ist seine Überzeugung und deshalb erwartet er von seinen Schützlingen beim Tabellenvorletzten ganz selbstverständlich einen Sieg: „Auch, damit wir für das Saisonabschlußspiel eine Woche später keine Fans vergraulen und gegen Meister und Aufsteiger TSG Wismar noch einmal eine prall gefüllte Stormarnhalle haben.“
Das Hinspiel haben die Oldesloerinnen sicher mit 29:15 für sich entschieden. Fans können das Team auch nach Bremen wieder begleiten. Abfahrt des Mannschaftsbusses ist um 13 Uhr an der Stormarnhalle.
STORMARNER TAGEBLATT vom 29.4.1995
Sonnabend, 29. April 1995
TS Woltmershausen – VfL Oldesloe 16:25 (8:8)
Für das Duell mit TSG Wismar gerüstet
VfL-Handball-Damen nach 25:16-Sieg in Bremen endgültig Dritter
(mth). Die Handball-Damen des VfL Oldesloe werden die Serie in der zweiten Bundesliga Nord als Dritter beenden. Das steht nach dem vorletzten Spieltag auch theoretisch endgültig fest. Ihre letzte Auswärtsbegegung gewannen die Stormarnerinnen bei Absteiger TS Bremen/Woltmershausen glatt mit 25:16 (8:8).
Trainer Otto Sternberg ist mit dem dritten Platz, der deckungsgleich mit den vor Saisonbeginn gesteckten Zielen ist, zufrieden. Abhaken aber will er die Saison deshalb noch nicht. „Wir sind in der Rückrunde zusammen mit Meister TSG Wismar die beste Mannschaft der Liga gewesen. Deshalb wollen wir es gegen den Aufsteiger noch einmal unbedingt wissen, auch wenn außer dem Prestige nichts mehr auf dem Spiel steht“, kündigt Sternberg einen heißen Tanz für das Saison-Abschlußspiel (Sonnabend 16.30 Uhr in der Stormarnhalle) an.
In Bremen ließ der VfL es zunächst ruhig angehen. Der Gastgeber dagegen, der unbedingt seine letzte theoretische Chance auf dem Klassenerhalt wahren wollte, legte sich mächtig ins Zeug und kämpfte mit großer Hingabe und einer gehörigen Portion Härte. Die Folge: Nach 22. Minuten führte der Außenseiter mit 7:3.
Der VfL, der den Gegner offensichtlich unterschätzte, hatte bis dahin reichlich klare Chancen vergeben und unter anderem auch drei Siebenmeter verworfen. Eine Umstellung der Deckung von 5:1 auf 6:0 sorgte dann für den Umschwung. Bis zur Pause hatte der VfL auf 8:8 gleichgezogen.
Vier Tore in Folge in den ersten vier Minuten nach dem Wechsel machten die Wende im Spiel dann perfekt. Der Rest war für die Oldesloerinnen nur noch Formsache. Der Gegner hatte sich nun mit seinem Schicksal abgefunden und die Oldesloerinnen konnten mit ihrem nun gut funktionierenden Tempospiel ihren Vorsprung bis zum Abpfiff noch erheblich ausbauen.
An der Trefferausbeute waren alle Feldspielerinnen beteiligt. Am erfolgreichsten war Zsuzsa Nyari mit sechs Toren (ein verwandelter Siebenmeter). Den Rest teilten sich Jeanette Rochelmeyer (4/1), Ivonn Bosza (4), Lisa Lüken (3/1), Roswitha Bein (2/1), Katrin Behnke, Ivonne Grimm (je 2), Birthe Wede und Marion Werner.
Susanne Mack wurde wegen einer Achillessehnenverletzung nicht eingesetzt. Im Tor zeigten Silke Schwöbken und die in der Schlußphase spielende Alexandra Hoffmann ansprechende Leistungen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 2.5.1995
Sonnabend, 6. Mai 1995
Zum Abschluß der Meister beim VfL
Oldesloer Handball-Damen empfangen Wismar / Große Fete im Travestadion
(mth). Die Saison 1994/1995 in der zweiten Bundesliga Nord der Handball-Damen wird heute abgeschlossen. Um Punkt 16.30 Uhr werden in allen Hallen die letzten Begegnungen angepfiffen. Die Einheitlichkeit, an allen anderen Spieltagen undenkbar, ist von oben angeordnet, um möglichen Manipulationen vorzubeugen. Allerdings ist diese Vorsichtmaßnahme in diesem Jahr überflüssig. Alle Entscheidungen sind bereits gefallen. Meister und Aufsteiger ins Oberhaus ist die TSG Wismar, heute in der Stormarnhalle Gegner des VfL Oldesloe. Sicher absteigen müssen die Berliner Reinickendorfer Füchse und die TS Woltmershausen. Der SC Germania List muß als Drittletzter in einer Relegation um den Klassenerhalt spielen.
Auch alle übrigen Plätze sind fast sicher vergeben. Unverrückbar ist dabei der dritte Rang für die Oldesloer Mannschaft. Das Team von Trainer Otto Sternberg liegt damit voll im Soll. Ein Platz in der Spitzengruppe war vor der Saison von Trainer und Management als Ziel vorgegeben worden, wobei im Gegensatz zum Vorjahr Meistertitel und Aufstieg nicht ins Visier genommen wurde.
Das Team um Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari war jedoch schwer in die Saison gekommen und lag lange Zeit nur im Mittelfeld der Tabelle. Rechtzeitig zur Rückrunde aber trug die Arbeit von Trainer Otto Sternberg zunehmend Früchte: Nur zwei Spiele (daheim gegen die SG Misburg und bei Vizemeister VB Berlin) mußte der VfL noch abgeben. Lediglich Meister Wismar hat in diesem Jahr ähnlich erfolgreich gespielt. Deshalb gehen die Oldesloerinnen auch in die letzte Partie noch mit großem Ehrgeiz. „Wir möchten gern die beste Rückrundenmannschaft der Liga werden und wollen uns von unseren Fans mit einer Glanzleistung aus der Saison verabschieden“, gibt Sternberg die Richtung vor.
Viel vorgenommen haben sich die Oldesloerinnen auch noch aus anderen Gründen. Zum einen sollen Susanne Mack und Torhüterin Alexandra Hoffmann, die beide den VfL verlassen, sportlich würdig verabschiedet werden. Und auch für Spielmacherin Roswitha Bein wird das heutige Spiel vorerst das letzte im VfL-Dress sein. Aus Studien-Gründen steht sie voraussichtlich der Mannschaft in der Vorrunde der kommenden Saison nicht zur Verfügung.
Außerdem wollen die Spielerinnen für gute Stimmung auf der Saison-Abschlußparty sorgen, die ab 18 Uhr mit den Fans im Travestadion gefeiert werden soll. Zu der werden auch die Teams aus Wismar, Kiel, Hannover-List, Wandsbek und Woltmershausen in Bad Oldesloe erwartet. Höhepunkt der Party ist eine große Live-Musikshow und die Proklamation der „VfL-Spielerin des Jahres“, die zuvor von den Fans in der Halle gewählt wird.
In der wird die Stimmung sicher auch dann noch steigen, wenn im Anschluß an das Damenspiel die erste Herrenmannschaft des VfL durch einen Sieg gegen den TSV Eintracht Groß Grönau (Beginn 18 Uhr) dem ersehnten Aufstieg in die Bezirksklasse ein (vorentscheidendes) Stück näher käme.
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.5.1995
Sonnabend, 6. Mai 1995
VfL Oldesloe – TSG Wismar 25:24 (13:14)
Die Oldesloer Fans wachten erst spät auf
Erfolgreicher Saisonabschluß der VfL-Handball-Damen: 25:24-Sieg gegen Meister TSG Wismar
Roswitha Bein „Spielerin des Jahres“
(Manfred Thomsen). Die Handball-Damen des VfL Oldesloe haben die Saison 1994/95 in der zweiten Bundesliga Nord erfolgreich abgeschlossen. Gegen Meister TSG Wismar schaffte das Team von Trainer Otto Sternberg nach einem begeisternden Spiel einen 25:24 (13:14)-Erfolg.
Der war unter dem Strich sicher ein wenig glücklich, aber keineswegs unverdient. Schon gar nicht, wenn man berücksichtigt, daß der VfL in heimischer Stormarnhalle praktisch ein Auswärtsspiel zu bestreiten hatte. Jedenfalls 59 Minuten lang, In denen beherrschten die gut 100 angereisten Schlachtenbummler aus Wismar mit ihren Trommelwirbeln und Sprechchören klar die Szene.
Dabei waren die heimischen Fans zahlenmäßig deutlich in der Mehrheit – insgesamt wurden 400 Besucher gezählt –, aber die machten sich erst in der Schlußminute bemerkbar. Da war der VfL durch einen Siebenmeter von Roswitha Bein gerade mit 25:24 in Führung gegangen, und erstmals im Verlauf der spannenden Partie sah es nach einem Sieg des Gastgebers aus.
Den rettete schließlich Torhüterin Silke Schwöbken, die mit zwei, drei Glanzparaden in der Schlußphase praktisch zur Matchwinnerin wurde. Ansonsten waren es ausgerechnet die Torhüterinnen gewesen – beim VfL neben Schwöbken noch Alexandra Hoffmann in ihrem letzten Spiel für die Stormarnerinnen – die mit dem großartigen Niveau, das beide Trainer nach Spielschluß befriedigt bescheinigten, nicht mithalten konnten.
Außer in der Schlußminute hatte der VfL in den 60 Minuten nur dreimal geführt: Bereits nach 50 Sekunden zum 1:0 durch Susanne Mack und zum 11:10 (25.) und 12:11 (27.) jeweils durch Roswitha Bein. Ansonsten hatte stets der bereits feststehende Meister aus Wismar die Nase vorn. Mehrfach sogar mit zwei und einmal (18:15 in der 39. Minute) gar mit drei Treffern Vorsprung.
Absetzen aber konnte sich der Gast auch in diesen Phasen nicht, weil der VfL entschlossen zurückfightete. Den Oldesloerinnen, bei denen sich Marion Werner (sieben Tore) in prächtiger Form präsentierte, unterliefen zwar viele technische Fehler, aber dieses Manko wurde durch ungenaue Würfe des Gastes in der zweiten Halbzeit kompensiert.
Übertroffen in der Torausbeute wurde Marion Werner noch von Roswitha Bein. Die verwandelte bei ihren neun Treffern alle fünf Siebenmeter für den VfL und wurde so sogar noch überlegen Torschützenkönigin der zweiten Liga vor ihrer Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari (3). Nicht zuletzt auch deswegen wurde die Spielmacherin von den Fans zur „Spielerin des Jahres“ gekürt und entsprechend auf einer Saison-Abschlußfete im Travestadion geehrt und gefeiert.
Die weiteren Tore für den VfL teilten sich Ivonne Grimm (3), Jeanette Rochelmeyer (2) und Susanne Mack.
STORMARNER TAGEBLATT vom 8.5.1995
Dienstag, 13. Juni 1995
Entsetzen beim VfL: Sternberg will nach Buxtehude wechseln
(mth). Eigentlich war alles im „grünen Bereich“: Nach erfolgreicher Rückrunde, in der nach verkorkstem Saisonstart noch der dritte Platz in der zweiten Liga erobert worden war, hatten die Handball-Damen des VfL Oldesloe die Planungen für die nächste Saison abgeschlossen. Ziel: Mit Trainer Otto Sternberg, der erst im März seinen Vertrag bis zum 30. Juni 1996 verlängert hatte, sollte ein neuer Anlauf in Richtung erste Liga genommen werden.
Gestern nun platzte eine Bombe: Der Coach teilte der Mannschaft mit, daß er einen sofortigen Wechsel zum Erstligisten SV Buxtehude plane. Vor einer Woche hatten ihm die Nord-Niedersachsen einen Vertrag angeboten und nach nur kurzen Verhandlungen ist er sich mit dem Bundesligisten handelseinig geworden.
Allerdings ist sein Wechsel noch nicht perfekt. In Oldesloe fühlt man sich durch die Entwicklung vor den Kopf gestoßen. „Das ist schlechter Stil von den Buxtehudern. Langsam reißen Sitten ein, wie in der Fußball-Bundesliga. Es gehört sich nicht, Akteure anzubaggern, von denen man weiß, daß sie gerade anderswo Verträge unterschrieben haben“, zürnt VfL-Manager Claus Schilk.
Deshalb denkt er nicht daran, den Kontrakt mit Sternberg, „der in Oldesloe gute Arbeit geleistet hat“, zu lösen und pocht auf Erfüllung. „Alles andere wäre für uns ein Imageverlust. Obendrein hätten wir nach diesem Schnellschuß Probleme, einen geeigneten Nachfolger zu finden.“ Der VfL-Macher sieht die Angelegenheit nicht als abgehakt an, „auch wenn das von interessierter Seite so dargestellt wird“.
STORMARNER TAGEBLATT vom 13.6.1995
